Freitag, 7. Juni 2019
[Charité Physiotherapie und Präventionszentrum GmbH - CPPZ] Noch ausgegliedert oder schon zurück bei der Mutter?
"... Wir erleben, dass viele Stellen abgebaut werden. Von den etwa 190
Beschäftigten, sind ca. 60 „gestellt“, haben also einen Altvertrag mit
der Charité. Die bekommen schon den TVöD. Für deren Rückführung
entstehen praktisch keine Kosten. Es sind somit effektiv nur 130
Mitarbeiter*innen, die in die Charité reintegriert und zukünftig nach
TVöD bezahlt werden müssen. Davon waren bis zum ersten Quartal etwa 15
Leiharbeitnehmer*innen, die nun größtenteils „abbestellt“ sind. Auch
waren nicht alle Stellen besetzt. Weitere 30 der Beschäftigten der
CPPZ waren Anfang 2019 sachgrundlos befristet eingestellt. Die CPPZ
lässt die befristeten Verträge nun einfach auslaufen. Derzeit sind nur
noch gut 20 davon übrig - Tendenz weiter fallend. Es wird auch
niemand mehr eingestellt und es gibt keine Ausschreibungen mehr. Es
sieht so aus, als sollen sehr viele Stellen abgebaut werden oder
zukünftig unbesetzt bleiben, um die Kosten der Rückführung zu
kompensieren. Dazu kommt, dass wir - um die Situation beurteilen zu
können - als Betriebsrat Einblick in die realen Zahlen benötigen. Die
Geschäftsführung weigert sich allerdings, dem Wirtschaftsausschuss die
entsprechenden Informationen zu geben, was uns zusätzlich misstrauisch
macht. Das Arbeitsgericht und eine Einigungsstelle mussten
eingeschaltet werden. (...) Jeder der unterstützen möchte, ist
selbstverständlich herzlich eingeladen, am öffentlichen Prozess am
Arbeitsgericht Berlin teilzunehmen (als Beobachter). Die nächste
Verhandlung ist am 28.8.19 um 9.30 Uhr in Raum 513. Eine
Prozessbeobachtung bietet sich vor allem für diejenigen an, die sich
ebenfalls juristisch gegen Outsourcing und Tarifflucht zur Wehr setzen
möchten." Interview von Lukas Schmolzi vom Juni 2019 (pdf) mit Stephan
Strasser (Betriebsratsvorsitzender der CPPZ (Charité Physiotherapie
und Präventionszentrum GmbH)) - wir danken!
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2019/06/Schmolzi_CPPZ.pdf
Siehe Hintergründe im Dossier
http://www.labournet.de/?p=134683
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