
Zwei
zentrale Forderungen hatten die über 400 streikenden Tagelöhner im
Hafen von Valparaiso, als sie am 16. November 2018 ihren Streik
begannnen: Die Ausbezahlung eines Bonus zu Weihnachten (auch als
Ausgleich für weniger Stunden während der letzten Zeit) und die
Überwindung ihres Status als Tagelöhner auf Abruf. Die Hafengesellschaft
TPS hatte sich rundweg geweigert, mit den Streikenden auch nur zu
reden. Das änderte sich erst, als deutlich wurde, dass die Unterstützung
für diesen Streik sich immer mehr ausbreitete – und auch die
Propaganda, die Streikenden seien Gewalttäter, nicht fruchtete. Die
Mobilisierung der Polizei zum Angriff auf die Gewerkschaftsbüros führte
zwar zu schweren Beschädigungen an und im Gebäude und zu einer ganzen
Reihe von Festnahmen: Die Bilder davon, am 17. Dezember im Land
verbreitet, führten zu einer regelrechten Solidaritätswelle – auch weil
das Lügengebäude, das die Polizei (und das Innenministerium) rund um den
Mord an einem jungen Mapuche-Aktivisten errichtet hatte, gerade eben
zusammengebrochen war, was ihren „Beliebtheitsgrad“ massiv abstürzen
ließ. Andere Hafengewerkschaften organisierten Solidaritätsstreiks (ganz
im Gegensatz zum Gewerkschaftsbund CUT, der weitgehend gar nichts tat)
und trugen dazu bei, dass die Streikenden immerhin die Auszahlung eines
Bonus erreichten, den Verzicht des Unternehmens auf repressive Maßnahmen
nach dem Streik und die Aufnahme von Verhandlungen zur Veränderung der
Arbeitssituation. Zum Streik in Valparaiso zwei aktuelle und ein
Hintergrundbeitrag und der Hinweis auf unseren letzten Bericht dazu:
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