Motiv: Rassismus
Einer der vier Tatorte: Der Berliner Platz in Bottrop am 1. Januar
Foto: Marcel Kusch/dpa
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Videos, die auf Whats-App kursieren und vom Nachrichtenportal T-Online veröffentlicht wurden, zeigen, wie der Mercedes langsam auf eine Menschengruppe zufährt und plötzlich Gas gibt. Als Umstehende einer getroffenen Person aufhelfen wollen, setzt er in deren Richtung zurück. Ein weiteres Video zeigt das Auto, an anderer Stelle fahrend, von oben. Eine Person scheint auf der Motorhaube zu liegen.
Bereits am Dienstag war bekanntgeworden, dass sämtliche Opfer einen Migrationshintergrund haben. Der Festgenommene habe die eindeutige Absicht gehabt, Ausländer zu töten – das sei durch die Vernehmung klargeworden, hatte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärt.
In Bottrop habe der Fahrer eine 46jährige Frau aus Syrien lebensgefährlich verletzt; sie sei durch eine Notoperation gerettet worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Ihr 48 Jahre alter Ehemann und ihre zwei Töchter im Alter von 16 und 27 Jahren seien ebenfalls verletzt worden. Auch eine 29jährige Frau aus Afghanistan, ihr vierjähriger Sohn und ein zehnjähriges Mädchen aus Syrien seien mit dem Fahrzeug attackiert worden und mussten ärztlich behandelt werden. Kurz vor seiner Festnahme habe der Beschuldigte in Essen einen 34jährigen Mann mit türkischen Wurzeln angefahren und am Fuß verletzt, nachdem er dort zunächst versucht hatte, eine Gruppe wartender Fußgänger zu treffen. Sie hätten jedoch rechtzeitig ausweichen können.
Unter Berufung auf die Ermittler hatte Spiegel online von einer schizophrenen Erkrankung des Mannes berichtet. Er sei mindestens einmal in eine geschlossene Einrichtung eingewiesen worden.
Sowohl eine Sprecherin der Bundesregierung als auch AfD-Chef Jörg Meuthen nannten die Fahrzeugattacken am Mittwoch in einem Atemzug mit Ermittlungen gegen vier Asylbewerber aus Syrien, Afghanistan und dem Iran wegen gefährlicher Körperverletzung. Ihnen wird vorgeworfen, am Samstag abend im bayerischen Amberg unvermittelt Passanten geschlagen zu haben.
Beides habe die Bundesregierung »mit Bestürzung zur Kenntnis genommen«, sagte deren Vizesprecherin Martina Fietz am Mittwoch in Berlin. Es gebe in Deutschland keinen Platz für »Extremismus und Intoleranz«, egal von welcher Seite. »Fremdenfeindliche und deutschenfeindliche Attacken – beides muss aufhören«, postete AfD-Chef Meuthen auf Facebook. Ein Betroffener aus Amberg war jedoch am Montag in Bild mit einem ganz anderen Hinweis zitiert worden: Die Asylbewerber hätten »einen von uns als ›Nigger‹« beschimpft.
https://www.jungewelt.de/artikel/346427.fahrer-wollte-ausl%C3%A4nder-t%C3%B6ten-motiv-rassismus.html
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