Dienstag, 2. Januar 2018
Enteignet die Schleckers! Privateigentum, kriminelle Energien, klasse Justiz
"Im Januar 2012 meldete Schlecker Insolvenz für seine Drogeriekette
an. Ca. 27.000 Beschäftigte erhielten danach die Kündigung. Nach
Angaben der Bundesagentur soll die Hälfte inzwischen wieder einen
Arbeitsplatz haben. Ver.di bezweifelt diese Zahlen und weist
zusätzlich darauf hin, dass Minijobs und prekäre Löhne und Gehälter
oft die einzige, deutlich schlechtere Möglichkeit für eine neue
Erwerbsquelle waren. Am 27. November 2017 verkündete das Landgericht
Stuttgart die Urteile gegen den Unternehmensgründer Anton Schlecker
und seine Kinder Lars und Meike. (...) Und dafür zwei Jahre Haft auf
Bewährung?! Für einen Wiederholungstäter? Für einen notorischen
Serientäter, der in den 1980ern und 90ern Tausende Menschen um
Gehälter und Rentenansprüche betrogen hat? Dadurch auch die Träger der
Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherungen! Ebenso die
Gesellschaft und ihren Staat um Lohnsteuereinnahmen! Für einen
Kaufmann, der 27.000 Beschäftigte mit ihren Angehörigen durch sein
»Arschlochmanagement« (taz) um die Arbeitsplätze und Einkommen
gebracht hat! Der Teile der Unternehmensgewinne, d.h. seines Profits,
rechtzeitig (?) und großen Teils legal, was ein eigener Skandal ist,
seiner Ehefrau, den zwei Kindern und vier Enkelkindern vermacht und
damit allen Gläubigern entzogen hat! Nicht nur Lieferanten haben noch
Forderungen – insgesamt rund eine Milliarde Euro –, auch alle zum
Zeitpunkt des Insolvenzantrags Beschäftigten haben noch
Gehaltsansprüche, nicht zu vergessen die Träger der gesetzlichen
Sozialversicherung. Die Beschäftigten erhielten von der Bundesagentur
für Arbeit Insolvenzgeld für die Dauer ihrer Kündigungsfrist; das sind
60-66 Prozent ihres Gehaltes; die Differenz zu 100 Prozent sind nun
Forderungen an den Insolvenzverwalter..." Artikel von Anton Kobel,
erschienen in express, Zeitung für sozialistische Betriebs- und
Gewerkschaftsarbeit: Ausgabe 12/2017
http://www.labournet.de/?p=125699
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