Dienstag, 2. Januar 2018

Der Kaiser Amazon ist nackt.




"In unserer Sozialberatung begegnen uns immer häufiger Fälle von 
Arbeiter_innen der so genannten Gig-Economy. Von Jahr zu Jahr geht, im 
Zuge der Kapitalakkumulation unter anderem in diesem Sektor, die 
Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinander. Die Zahl der 
reichsten Menschen, deren Vermögen dem Gesamtvermögen der ärmeren 
Hälfte der Weltbevölkerung entspricht, ist von 85 auf 62 und 2017 
schließlich auf 8 gesunken. Amazon* ist das bedeutendste und größte 
Unternehmen einer dieser wenigen Personen*. Im Folgenden findet ihr 
ein in Oktober 2017 in Berlin durchgeführtes Interview mit dem 
Genossen und Amazon-Arbeiter Armando Battaglia. Armando ist einer der 
sehr vielen migrantischen Arbeiter*innen, die oft direkt durch die 
Agentur für Arbeit oder das Job Center in den Logistik-Sektor 
geschickt werden. Hier bekommen sie meistens zuerst 
Vollzeit-Arbeitsverträge, die dann in Teilzeit und schliesslich in 
Akkordverträge verwandelt werden. Das geschieht weil das System sich 
aus dem aus dem Leben der Arbeiter*innen geschöpften Mehrwert ernährt. 
Dieser Mehrwert aber wird durch die Anwendung von Algorithmen immer 
kleiner gemacht. Die Arbeiter*innen können dann schuldig von allem 
gemacht werden, sogar von vermeintlichen Schaden an den 
Liefertransportmittel, die dann von den Arbeiter*innen selber durch 
Verschuldungsmechanismen bezahlt werden sollen..." Artikel und 
Interview von Roberto Amaodio (pdf), einem Mitstreiter und Berater bei 
Basta! Berlin und der Berlin Migrant Strikers
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/12/amazon_-amaodio1.pdf

Der Beitrag liegt auch in italienischer Sprache vor: Il padrone è nudo. (pdf)
http://www.labournet.de/wp-content/uploads/2017/12/amazon_-amaodio2.pdf

Das Interview wurde aufgenommen im Rahmen der Aktionswoche zu 
MakeAmazonPay, siehe unser Dossier dazu
http://www.labournet.de/?p=121344

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