Dienstag, 12. September 2017

Vietnamesische Belegschaft im Streik gegen koreanischen Textil-Konzern



Der S&H Vina Textil-Konzern aus Südkorea beschäftigt im Norden 
Vietnams über 6.000 Menschen – die sich am Mittwoch letzter Woche 
gegen die Behandlung durch das Unternehmen mit einem Streik zur Wehr 
setzten. Die „Behandlung“ besteht beispielsweise darin, dass Lohnabzug 
erhält, wer etwa zur Beerdigung eines Verwandten fährt, ohne drei Tage 
vorher Bescheid zu sagen. Nun weiß nicht jeder Mensch drei Tage vor 
seinem Tod, dass dies passieren wird. Diese Art des Umgangs fand dann 
die Spitze des Eisbergs in einem Abteilungsleiter, der den 
Beschäftigten verbieten wollte, in der Pause auf Plastikplanen 
auszuruhen und verlangte, sie sollten dies auf dem Boden tun – der 
berühmte Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte. Erst traten die 
2.000 Beschäftigten des Gebäudes, in dem der Vorfall stattfand in den 
Streik, dann folgten aber schnell die 4.000 in den beiden anderen 
Gebäuden – ein deutlicher Hinweis eben darauf, dass es wirklich „nur“ 
die Spitze des Eisbergs war. Womit die Entwicklung, dass immer öfter 
Belegschaften in den Streik treten, um ihre Menschenwürde zu 
verteidigen, auch in Vietnam angekommen ist. Siehe dazu zwei aktuelle 
Beiträge und einen historischen Abriss
http://www.labournet.de/?p=121278

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