Samstag, 16. September 2017
[Rezension] Was die Standortpolitik des DGB mit der AfD zu tun hat
"In Stefan Dietls neuem Buch steht neben Neoliberalismus und
völkischem Antikapitalismus aus der AfD selbst, auch der
Standortnationalismus der DGB-Gewerkschaften zur Debatte.
"Sozialstaat? Braucht Grenzen!“ Mit diesem Motto wirbt die AfD im
Bundestagswahlkampf. Im Wahlprogramm der Rechtspopulist_innen wird der
Zusammenhang zwischen Sozialstaat und Flüchtlingspolitik so
formuliert: „Die Stabilisierung der Sozialsysteme erfordert bei einer
schrumpfenden und alternden Bevölkerung besondere Anstrengungen.
Unsere begrenzten Mittel stehen deshalb nicht für eine
unverantwortliche Zuwanderungspolitik, wie sie sich kein anderes
europäisches Land zumutet, zur Verfügung.“ Eine solche Argumentation
findet auch bei Gewerkschafter_innen Zustimmung. (...) Der Münchner
Journalist Stefan Dietl untersucht in seinem, im Unrast-Verlag
erschienenen, Buch die Sozialpolitik der AfD und benennt dabei
erfreulicherweise auch die Verantwortung des DGB. Der Untertitel
seines Buches „Zwischen Marktradikalismus und völkischen
Antikapitalismus“ benennt die beiden Pole der AfD-internen Debatte.
(...) „Der AfD gelang es sowohl marktradikale Eliten als auch
nationalkonservative Hardliner_innen, christlich-fundamentalistische
Aktivist_innen und völkische Nationalisten zu vereinen“, beschreibt
Dietl das Erfolgsrezept der Rechtspopulist_innen. Im Detail geht Dietl
dann auf das sozialpolitische Programm der AfD und die
innerparteilichen Debatten um einen Mindestlohn oder das
Freihandelsabkommen TTIP ein. (...) „Ohne die Überwindung des Denkens
in den Kategorien der internationalen Standortkonkurrenz ist ein
glaubwürdiges Eintreten gegen den von der AfD propagierten Rassismus
und Nationalismus zum Scheitern verurteilt“, so seine sehr prägnante
und zutreffende Kritik an der Orientierung des DGB. Die Gewerkschaften
müssen sich besonders den prekären Segmenten der Lohnarbeiter_innen,
unabhängig von ihrer Herkunft, öffnen, wo sie im europäischen
Vergleich großen Nachholbedarf haben..." Rezension von Peter Nowak vom
23. August 2017 bei der direkten Aktion
https://direkteaktion.org/was-die-standortpolitik-des-dgb-mit-der-afd-zu-tun-hat/
Das Buch von Stefan Dietl "Die AfD und die soziale Frage - Zwischen
Marktradikalismus und völkischen Antikapitalismus" erschien im Unrast
Verlag zum Preis von 14 Euro (167 Seiten) und kann dort bestellt
werden (dort ist auch eine Leseprobe zu finden)
https://www.unrast-verlag.de/neuerscheinungen/die-afd-und-die-soziale-frage-detail
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