Samstag, 16. September 2017
Rechtsextremismus: Tote, die nicht zählen
"... 75 Menschen sind laut der aktuellen Statistik des
Bundeskriminalamts (BKA) seit der Wende 1990 durch rechte Gewalt im
vereinigten Deutschland zu Tode kommen. Einige Inititiativen wie etwa
die Amadeu Antonio Stiftung kommen hingegen auf weitaus höhere Zahlen.
Die Erhebung der Amadeu Antonio Stiftung, die sich auf Opfer-Chroniken
von Journalisten, Forschungsinstituten und zivilgesellschaftlichen
Organisationen stützt, zählt mindestens 178 Todesfälle seit dem
Wendejahr. (...) "In den Führungsebenen der Polizei muss umgedacht
werden", sagt Judith Porath, Geschäftsführerin der Potsdamer
Beratungsstelle Opferperspektive. Auch die eigene Statistik des
Vereins zu rechtsextremen Gewalttaten weicht erheblich von den
staatlichen Zahlen des BKA ab. Diese kommen so zustande: Die
Polizeibehörden vor Ort melden die Fälle dem jeweiligen
Landeskriminalamt. Das BKA fasst die Zahlen der 16 Landeskriminalämter
schließlich in seiner Kriminalstatistik zusammen. Bei der Erfassung
der Delikte gebe es aber nach wie vor ein "Wahrnehmungsproblem" bei
den Kriminalämtern und der Polizei - und "kein Interesse", die Fälle
richtig einzuordnen, so Porath..." Beitrag von Miguel Helm (Text) und
Benedict Witzenberger (Grafik) vom 23. August 2017 bei der
Süddeutschen Zeitung online
http://www.sueddeutsche.de/politik/rechtsextremismus-tote-die-nicht-zaehlen-1.3634762
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen