Dienstag, 5. September 2017
"Harvey": Der Sturm. Die Natur. Der Kapitalismus
Houston – die viertgrößte Stadt der USA, ist das weltweite Zentrum der
Ölverarbeitung. Und das Zentrum des Sturms Harvey gewesen, dessen
Folgen noch längst nicht alle zutage getreten sind. „Das Ganze ist das
Irrationale“ – und das hat angesichts der zahlreichen Jahrzehnt-,
Jahrhundert- oder was auch immer für Stürme, die in diesen Tagen die
ganze Welt heimsuchen, verschiedene Facetten. Südostasien versinkt im
Monsun, Westafrika im Schlamm, Texas (und nun auch wieder Louisiana)
in Harvey. Und auch wenn die Wassermassen in den beiden ersten Fällen
weitaus mehr Todesopfer fordern – Hunderte in Sierra Leone, Tausende
in Südasien – stehen die „wichtigeren Leben“ – bisher 45 Todesopfer -
in den USA im Mittelpunkt der Medienberichte. Aber dieser strukturell
eingebaute Rassismus ist nur eine Facette. Eine andere ist: Houston.
„Die Stadt, die keine Grenzen kennt“ – bekommt sie aufgezeigt. Wo
alles zubetoniert ist, fließt das Wasser eben anderswohin. Wo überall
Chemiefabriken und Ölraffinerien sind, wird die Flut eben giftig. Ist
es nötig, darauf zu verweisen, dass überall die Folgen desto übler
sind, je ärmer die Menschen? Eben. Oder auf die Peinlichkeiten von
Politik und Behörden, die sich darauf konzentrieren, als effektive
Krisenmanager zu erscheinen und ansonsten „Plünderer“ verfolgen? Auch
nicht. Schon weitaus eher auf die mächtige Bewegung der Selbsthilfe
großer Teile der Bevölkerung in all den betroffenen Gebieten. Und erst
recht auf gesellschaftliche Alternativen zu den kapitalistischen
Lemmingen. Zu den keineswegs ganz natürlichen Katastrophen unsere
aktuelle kommentierte Materialsammlung "Noch nicht die Sintflut" vom
03. September 2017
http://www.labournet.de/?p=120948
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