Dienstag, 5. September 2017

Die Debatte um den Streik bei VW Portugal wird immer breiter: Und geht um grundsätzliche Fragen zwischen Ideologen und Kritikern des Kapitalismus – am 7. September wird neu verhandelt




Den wesentlichen Beitrag zur Debatte um die Bedeutung des Streiks bei 
Autoeuropa (VW) gegen die Zwangsarbeit an Samstagen hat die 
Belegschaft des Werkes selbst geleistet: Durch die massive Ablehnung 
der Betriebsvereinbarung zur Einführung der Samstagsarbeit in einer 
Urabstimmung, das ebenso massive Votum für einen Proteststreik 
dagegen, die Bestätigung dieses Streikvotums in Vollversammlungen – 
trotz einer immensen Kampagne, sie würden sich „den eigenen Ast“ 
absägen – und die extrem starke Streikbeteiligung. Die 
Unternehmensleitung war – einmal mehr – besonders ungeschickt. Während 
sie einerseits einfach mal behauptete, es hätten sich nur rund 40% der 
Belegschaft am Streik beteiligt, beklagte sie andererseits den 
Totalausfall der Produktion. Und musste sich, entgegen bisheriger 
Positionierung, bereit erklären, am 7. September neue Verhandlungen zu 
führen, diesmal mit der Gewerkschaft SITE Sul, die man bisher als 
„Kraft von Außen“ abgelehnt hatte. Das ganze wird begleitet von einer 
wahren Kakophonie der Stellungnahmen in allen Arten von Medien, in 
denen das Bürgertum einheitsparteiliche Stellungnahmen absondert, die 
Belegschaft würde die betriebswirtschaftlichen Notwendigkeiten nicht 
begreifen wollen. Aber es wachsen auch die Stimmen, die darauf 
hinweisen, dass diese Notwendigkeiten aus einem System heraus 
entstehen, das die Menschen auf vernutzbare Arbeitskräfte reduziert 
und demzufolge die Frage seiner Überwindung im Raum stehe. Siehe dazu 
drei aktuelle Beiträge und den Verweis auf bisherige Berichte im 
LabourNet Germany
http://www.labournet.de/?p=120942

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