Dienstag, 12. September 2017

Besser Schneider oder Schmidt heißen. Jobcenter benachteiligen bei Anfragen Menschen mit ausländischen Namen



"Mitarbeiter von Behörden neigen zur Diskriminierung, wenn sie 
Anfragen von Menschen mit ausländischen Namen erhalten. Das haben 
Anselm Rink vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) 
und Johannes Hemker (zum Zeitpunkt der Studie an der Columbia 
University) in einem Experiment herausgefunden. Sie verschickten 
E-Mails an alle deutschen Jobcenter und stellten Fragen zum Thema 
Hartz IV. Dabei erhielten Menschen mit türkischen oder rumänischen 
Namen qualitativ schlechtere Auskünfte als Menschen mit deutschen 
Namen. In dem Experiment haben die Forscher in den Jahren 2014 und 
2015 fiktive E-Mails an 408 Jobcenter geschickt. Die Forscher 
verwendeten sechs deutsch, türkisch und rumänisch klingende Namen. Die 
Mails variierten unter anderem in Berufsbezeichnung, Geschlecht und 
Sprachstil. (...) Jobcenter unter kommunaler Verwaltung schnitten 
dabei deutlich schlechter ab als Jobcenter, die direkt der 
Bundesagentur für Arbeit unterstellt sind. Gleichermaßen schnitten 
westdeutsche Behörden schlechter ab als ostdeutsche Behörden..." 
WZB-Pressemitteilung vom 08.09.2017
https://www.wzb.eu/de/pressemitteilung/besser-schneider-oder-schmidt-heissen

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen