Dienstag, 12. September 2017
Berufsstart mit böser Überraschung: Ausbildung zum Leiharbeiter
"... Phillip Jochmanns (...) Ausbildung begann mit einer bösen
Überraschung: Seinen Vertrag hatte er nicht mit der Firma direkt,
sondern mit einer Tochterfirma im dritten Stock des gleichen Gebäudes.
Anders als bei der Mutterfirma unten galt oben der Tarifvertrag der IG
Metall nicht. Das bedeutete 20 Prozent weniger Ausbildungsvergütung
und keine Übernahme nach der Ausbildung - sondern befristet, als
Leiharbeiter. Die Mutterfirma, der Verpackungsdruckmaschinenbauer
Windmöller Hölscher in Lengerich bei Münster, lieh sich die
ausgebildeten Fachkräfte von der Tochter, der Windmöller Hölscher
Ausbildungs GmbH aus. "Bei der Einstellung war den meisten nicht klar,
dass sie in eine Tochterfirma kommen", kritisiert Phillip Jochmann.
(...) Damals, vor vier Jahren, war Phillip erst wenige Wochen in der
Ausbildung. Ein Dreivierteljahr später war er Betriebsrat bei der
Windmöller Hölscher Ausbildungs GmbH, mit 20 Jahren. (...) "Das
Verhandeln war gar keine so große Sache, wie ich dachte", erinnert
sich Jochmann. "Ich habe einfach mit Beispielen aus unserem Alltag im
Betrieb argumentiert." Als der Arbeitgeber sich sperrte, organisierten
sie eine Unterschriftenaktion. Alle unterschrieben. Und gemeinsam mit
den Beschäftigten des Hauptwerks traten sie in einen Warnstreik. Der
Tarifvertrag für die Ausbildungs GmbH ist unter Dach und Fach. Danach
steigen die Ausbildungsvergütungen um 10 Prozent. Fertig ausgebildete
Beschäftigte, die an die Hauptfirma verliehen werden, erhalten 93,4
Prozent des Entgelts der Stammbeschäftigten und werden bei
Einstellungen bevorzugt..." Beitrag der IG Metall-Jugend vom 7.
September 2017
https://www.igmetall.de/jupo-berufsstart-mit-boeser-ueberraschung-25814.htm
Das sind aber immer noch 10 Prozent weniger Ausbildungsvergütung nur
wegen Leiharbeit und sogar weniger Entgelt als die Stammbeschäftigten
nach der Ausbildung. Mit Tarifvertrag ist eben nicht alles wieder gut...
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