Von Tobias Al Shomer und Angelika Becker
Im Fokus der Sicherheitsdienste standen bei den
Razzien am Mittwoch (08.02.2017) zwei Brüder. Der 32-Jährige ist ein
bekannter Prediger der inzwischen verbotenen radikal-salafistischen
Gruppe "Die wahre Religion" und lebt in Großbritannien. In der
Vergangenheit war er immer wieder mit radikalen Hetzreden aufgefallen.
Der 39-jährige ist Chef des umstrittenen Hilfsvereins "Medizin mit Herz"
aus Hennef.
Verbindungen zum Verein "Medizin mit Herz" in Hennef
Das Gebäude des Vereins "Medizin mit Herz" in Hennef
Laut Verfassungsschutz steht der Verein der
radikal-salafistischen Szene nahe - und seit langem unter Beobachtung.
Die Brüder sollen über die Hilfsorganisation nicht nur Nahrungsmittel
und Kleidung für die notleidende Bevölkerung nach Syrien gebracht haben,
sondern auch die Al-Qaida-nahe Terrormiliz Fatah-al-Scham-Front, früher
"Jabhat al-Nusra-Front", mit Lieferungen unterstützt haben.
"Nach den Erkenntnissen der Ermittler
unterstützt der Verein unter dem Deckmantel der humanitären Hilfe die
terroristischen Aktivitäten von "Jabhat al-Nusra" in Syrien", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger. Die Akteure des Vereins seien der extremistisch-salafistischen Szene im Rheinland zuzuordnen. "Es geht jetzt darum, Beweismittel zu sichern und herauszufinden, woher das Geld kommt", so Jäger.
Bislang noch keine Festnahmen
An Geld scheint es nicht zu mangeln. Auf der Facebook-Seite
von "Medizin mit Herz" erklärt der Beschuldigte, bislang rund 90.000
Euro an Spenden eingenommen zu haben. Noch scheint die Beweislage aber
überschaubar zu sein, denn eine Festnahme gab es bislang offenbar nicht.
Stand: 08.02.2017, 19:49
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