Samstag, 11. Februar 2017
Die kolumbianische Polizei nimmt ihre jüngst erweiterten Rechte wahr: Nicht etwa gegen ihre paramilitärischen Freunde, sondern gegen streikende Arbeiter
Der brasilianische Multikonzern Gerdau wollte sein Werk im
kolumbianischen Yumbo verkaufen. Woraufhin am 8. November 2016 die
Belegschaft das Werk besetzte. Nach nunmehr drei Monaten überfiel die
Polizei die BesetzerInnen – auf Weisung des neuen Besitzers. Der, ganz
zufällig, auch noch Bürgermeister der Millionenstadt Cali ist. Norman
Maurice Armitage Cadavid wurde 2016 gewählt und hat dann eben nebenan
in Yumbo (nur wenig mehr als 10 Km von Cali entfernt) sich eben mal
eine Fabrik zugelegt – und am 1. Februar die Polizei gerufen, um die
Besetzung zu räumen. In dem Bericht „Police evict striking Gerdau
workers in Colombia„ am 09. Februar 2017 bei IndustriAll wird
ausdrücklich hervorgehoben, dass diese Polizei(staats)aktion mit der
Begründung des neuen kolumbianischen Polizeigesetzes geschah. Von den
47 BesetzerInnen der beiden Gewerkschaften Sintradiaco und Sintrametal
wurden bei dem Überfall mehrere festgenommen, die aber wieder frei
gelassen werden mussten, weil sich keine Anklagepunkte finden ließen.
Der internationale Verband ruft zur Solidarität mit den BesetzerInnen
auf und hat in einem Brief an den Gerdauchef auf gewerkschaftliche
Rechte gepocht, wie es auch der Gerdau-Weltbetriebsrat getan hat
http://www.industriall-union.org/police-evict-striking-gerdau-workers-in-colombia
Siehe dazu auch zwei Beiträge zur Bedeutung des neuen Polizeigesetzes
in Kolumbien
http://www.labournet.de/?p=111488
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