Samstag, 11. Februar 2017

Der indische Musterprozess ist geplatzt: 6 der „Pricol 8“ mussten frei gelasssen werden



Im September 2009 wurde der Personalchef des Autozulieferers Pricol im 
Werk Coimbatore, Tamil Nadu getötet – im Rahmen einer der zahlreichen 
betrieblichen Auseinandersetzungen, seitdem die Belegschaft zwei Jahre 
zuvor eine eigene Gewerkschaft gegründet hatte, die sich dem 
AICCTU-Verband anschloss. Was folgte, war eine lange Justizfarce, bei 
der immer wieder Beweise, die die Polizei vorlegen wollte, sich als 
gefälscht, nichtssagend und weiteres erwiesen. Trotzdem war am Ende 
das unglaubliche Urteil: 8 der angeklagten Kollegen wurden zu je zwei 
mal lebenslänglicher Gefängnisstrafe verurteilt. Seitdem gibt es – 
weit über die Gewerkschaftsgrenzen hinaus – die Kampagne „Free the 
Pricol 8“. Und eine massive Kampagne, den Prozess auf höherer Instanz 
wieder aufzunehmen. Was dann auch erfolgreich durchgekämpft wurde, 
auch weil viele Menschen sahen, dass dies ein Musterprozess war, wie 
gewerkschaftliche Kämpfe kriminalisiert werden sollen. In dem 
ausführlichen Bericht „Wrongly Convicted, Six of the ‘Pricol 8’ Walk 
Free“ am 03. Februar 2017 beim Tamil Nadu Labourblog dokumentiert 
(ursprünglich in The Wire) – worin auch die Geschichte der 
Auseinandersetzung nochmals skizziert wird - wird nun von einem großen 
Teilerfolg berichtet: 6 der 8 verurteilten Kollegen wurden vom 
Obersten Gericht des Bundesstaates frei gesprochen – und sofort aus 
der Haft entlassen. Ein echter drei Viertel-Erfolg – denn der Kampf 
für die Freilassung der beiden anderen Kollegen wird weiter gehen, 
unterstrich die Gewerkschaft.
http://tnlabour.in/automobile-industry/4694#more-4694

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