Geistige Plattform der KPRF ist die orthodoxe Religion. Ihre Führer verhehlen nicht ihre feindselige Beziehung zum Atheismus. Sie sind offen vom Materialismus zum Idealismus übergegangen. Klassenkampf, soziale Revolution und die Diktatur des Proletariats sind für diese Partei artfremde Begriffe.
Von Ljubow Pribytkowa
Übersetzung Florian Geißler, Jena
Nun sind schon 25 Jahre vergangen, seit die bürgerliche Konterrevolution die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, den ersten den Arbeiter- und Bauern-Staat der Welt zerstört hat, der nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 72 Jahre lang existierte. Alle nationalen Reichtümer des Landes, die von den Händen des werktätigen Volkes geschaffen wurden, befinden sich jetzt im Privateigentum. Die Gesellschaft wurde in eine reiche Minderheit und eine arme Mehrheit gespalten, Realität wurde auch das Elend. Die hochentwickelte Industrie und die Landwirtschaft, die Bildung und das Gesundheitswesen, die Wissenschaft und die Kultur wurden zerstört. Heute gibt es in der Gesellschaft keine sozialen Gleichheit mehr wie es zur sowjetischen Zeit. Das Ende des 20. Jahrhunderts wurde für viele Völker Europas tragisch.Ohne Revolution kein Sozialismus!
Das ganze sozialistische Weltsystem wurde zerstört. Auch China, Vietnam und Laos haben ihre sozialistischen Positionen aufgegeben. Allein die Koreanische Volksdemokratische Republik blieb auch weiterhin fest auf sozialistischen Positionen. Gerade deshalb wurde auch die Frage [1] wieder aktuell: WAS TUN? Die zurückliegende Bewegung fast aller Länder mit sozialistischer Orientierung braucht das Studium der zugelassenen Fehler, die Klärung der wirtschaftlichen und politischen Ursachen des geschehenen Rückschlags und eine Analyse der gesamten weltweiten Erfahrung des sozialistischen Aufbaues.
Aber die Hauptsache ist offenbar – man muß alles noch einmal von vorn beginnen. Es ist eine erneute sozialistische Revolution nötig. Karl Marx schrieb 1844: „Ohne Revolution kann sich aber der Sozialismus nicht ausführen. Er bedarf dieses politischen Aktes, soweit er der Zerstörung und der Auflösung bedarf.“ [2] Diese Worte haben bis heute ihren Wahrheitsgehalt nicht verloren.
Die Geschichte der Roten Oktober studieren!
Das heutige Rußland ist ein kapitalistischer Staat, deshalb wirken in ihm dieselben objektiven Gesetze, die auch beim Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert in Europa und in Rußland gewirkt haben. Um aber auf die Frage zu antworten, was man in der heutigen Zeit tun soll und wie man es tun soll, muß man die Geschichte des Großen Oktober studieren, um zu verstehen, wie die Arbeiterklasse 1917 die siegreiche proletarische Revolution unter Leitung der Bolschewiki durchgeführt hat, die Diktatur der Bourgeoisie gestürzt und die Diktatur des Proletariats errichtet hat.
Revolutionen geschehen dort, wo sich eine revolutionäre Situation herausgebildet hat, und sie entsteht immer objektiv, man kann sie nicht erzeugen oder beseitigen. In Rußland gibt es heute keine revolutionäre Situation, aber in der Zukunft ist sie unvermeidlich, weil sich die antagonistischen Widersprüche heftig verschärfen, die soziale Ungleichheit wächst. Und die Kommunisten haben nicht das Recht, darauf nicht vorbereitet zu sein.
Der Marxismus – von der Theorie zur Praxis
Die Kenntnis des wissenschaftlichen Kommunismus, der von Karl Marx und Friedrich Engels geschaffen wurde, wird helfen, darauf vorbreitet zu sein, weil diese Lehre ihre Aktualität nicht verloren hat. Sie ist zugleich auch die Theorie der gesellschaftlichen Entwicklung sowie die Methodologie ihrer Erkenntnis. Und solange der Marxismus nicht die Weltanschauung der Arbeiterklasse ist, wird sie sich auch nicht die von Lenin entwickelte Lehre von der sozialistischen Revolution aneignen und niemals einen strategischen Sieg im Klassenkampf erreichen, weil es ohne Theorie auch keine revolutionäre Praxis geben kann.
Bekannt ist der bildhafte Ausdruck Lenins, daß in einer revolutionären Situation die Oberen nicht mehr auf alte Weise verwalten können, die Unteren nicht mehr auf alte Weise leben können, daß sich die materielle Lage der Werktätigen verschlimmert und der Massenprotest heftig zunimmt. Diese Worte widergespiegelten die sich zu Beginn des vorigen Jahrhunderts verschärfende Lage in Rußland.
Wie kam es in Rußland zur Revolution?
Freilich ergab sich bis 1917 im Land nicht zum ersten Mal eine solche revolutionäre Situation. Die Geschichte Rußlands ist eine Geschichte der Aufruhre, der Aufstände und der Revolutionen. Beim Blick auf die finstere Sklaverei in zaristischem Rußland, das schwere Leben der Leibeigenen, die Willkür der Gutsbesitzer und die absolute Rechtlosigkeit des Volkes wurde nicht nur bei dem hervorragenden Schriftsteller Radischtschew „die Seele vom Leid der Menschheit gekränkt“. Die revolutionäre Situation 1917 wurde begünstigt durch den ersten Weltkrieg, der 1914 begann. Der Krieg war zwar nicht die Ursache der Revolution, doch durch ihn verschärften sich alle Widersprüche, die dazu führten.
Den Dörfern gingen im Krieg 47,4 % der arbeitsfähigen männlichen Bevölkerung verloren. Millionen Menschen waren zur Armee mobilisiert worden. 36,2 % der Bauernhöfe hatten keine Pferde, 18,3 % kein Saatgut, 11,7 % kein Ackerland und 16,47 % kein Vieh. Die Dörfer waren fast völlig verwüstet. Die Bauern waren so unterernährt, daß 47 % der wehrfähigen Männer dienstuntauglich waren. Die Produktion von Lebensmitteln und Brot war stark eingeschränkt. In Petrograd und Moskau standen die Menschen Tag und Nacht vor den Lebensmittelläden Schlange. 1915 wurden infolge des Hungers 684 Aufstände registriert, und 1916 waren es bereits in ersten fünf Monate 510 Protestaktionen. Der Arbeitstag dauerte in vielen Betrieben 11 – 12 Stunden, in einigen sogar 16 Stunden. Die grausame Ausbeutung der Arbeiter führte sie zur Erschöpfung ihrer Kräfte.
Der Haß und die Verbitterung der Menschen
In einem Aufruf des ZK der RSDAP(B) an das Volk steht geschrieben: „Dieses langsame Sterben ist nicht so zu bemerken: hier gibt es keinen Kanonendonner, keinen Tod vor aller Augen; unbemerkt und fern von den Augen der satten Menge, in feuchten Kellern und auf Dachböden gehen die Arbeiter langsam zugrunde – aufgrund von Unterernährung, schlechten Wohnverhältnissen, Kälte und schrecklichen sanitären Bedingungen”. Und in dieser Zeit wurden die regierende zaristische Obrigkeit, der adelige Hofstaat und die Magnaten des Kapitals immer fetter.
Der Haß und die Verbitterung der Menschen nahmen zu. Die Streikbewegung in den Industriestädten Rußlands begann anzuwachsen. Die Herrschenden antworteten den Arbeitern daraufhin mit Verhaftungen, mit Aussperrungen und schickten sie an die Front. In August 1915 beim Streik der Textilarbeiter von Iwanowo-Wosnessenska griffen die zaristischen Machthaber zur blutigen Abrechnung. 100 Menschen wurden getötet, 40 verletzt. Zum Zeichen des Protestes gingen daraufhin in Petrograd in 16 Unternehmen 18.000 Arbeiter in den Ausstand. In Oktober 1916 entstand im Land eine revolutionäre Situation. Fast täglich flammten Streiks auf. Im Januar 1917 ereigneten sich 454 Streiks, an denen etwa 354.000 Menschen teilnahmen.
Die Waffen des Proletariats
Am 23. Februar 1917 (dem 8. März nach dem neuen Kalender) wurde der Internationale Frauentag in Petrograd zum ersten Tag der Revolution. Es begann ein allgemeiner Streik. Nach einem Aufruf der Bolschewiki wurde in vielen Betrieben die Arbeit niedergelegt. Mit den roten Fahnen und Aufrufen „Weg mit der Selbstherrschaft“ gingen die Arbeiter zum Stadtzentrum. Die Frauen trugen Plakate „Wir wollen Brot!“ Straßenbahnen wurden angehalten, die Wagen umgestürzt, der Verkehr war für lange Zeit unterbrochen und die Verlegung von Militär und Polizei war gestört. Während der Zusammenstöße mit der Polizei verteidigten sich mit Pflastersteinen, Schraubenmuttern und Eisstücken. Es waren jedoch Waffen notwendig. Diejenigen, die an der Revolution 1905-1907 teilgenommen hatten, erinnerten sich noch an den Brief Lenins an das Kampfkomitee von Sankt Petersburg, wo er geraten hatte, Kampfgruppen aufzustellen, sich selbst zu bewaffnen, so gut jeder kann, mit Revolvern, Messern, petroleumgetränkten Lappen, um Feuer anzulegen usw… [3]
Doch im Februar 1917 reichte das schon nicht mehr aus. In die Hauptstadt wurden Truppen verlagert. Die Arbeiter begannen, Waffenmagazine und die Lagerhäuser zu besetzen und die Waffen der militärischen Unterabteilungen zu nutzen, die auf die Seite der Aufständischen übergegangen waren. Lenin schrieb im „Militärprogramm der proletarischen Revolution“: „Eine unterdrückte Klasse, die nicht danach strebt, Waffenkenntnis zu gewinnen, in Waffen geübt zu werden, Waffen zu besitzen, eine solche unterdrückte Klasse ist nur wert, unterdrückt, mißhandelt und als Sklave behandelt zu werden.“ [4]
Die Bourgeoisie – bis an die Zähne bewaffnet
Und ist denn jetzt nicht die russische Bourgeoisie, ja – die ganze Weltbourgeoisie, als die herrschende Klasse, bis an die Zähne bewaffnet? Sind denn die inneren und äußeren Truppen Rußlands, die Polizei, die SOBR [5], die OMON [6], die speznas [7], die nazgwardija [8] letzten Endes etwa nicht für den Schutz ihrer Interessen geschaffen worden?
Es ist völlig klar, daß die Grundsätze Lenins zum Militärprogramm auch heute ihren Wahrheitsgehalt nicht verloren haben: „Die Bewaffnung der Bourgeoisie gegen das Proletariat ist eine der größten, kardinalsten, wichtigsten Tatsachen der heutigen kapitalistischen Gesellschaft.“ Und: „Bewaffnung des Proletariats zum Zwecke, die Bourgeoisie zu besiegen, zu expropriieren und zu entwaffnen – das ist die einzig mögliche Taktik der revolutionären Klasse, eine Taktik, die durch die ganze objektive Entwicklung des kapitalistischen Militarismus vorbereitet, fundiert und gelehrt wird. Nur nachdem das Proletariat die Bourgeoisie entwaffnet hat, kann es, ohne an seiner weltgeschichtlichen Aufgabe Verrat zu üben, die Waffen zum alten Eisen werfen, was es auch ganz sicher dann – aber nicht früher – tun wird.“ [9]
Die führende Rolle der kommunistischen Partei
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts während der bürgerlich-demokratischen Februarrevolution und der Großen Sozialistischen Oktoberrevolutionen hatte die Avantgarde der Arbeiterklasse – die Partei der Bolschewiki – eine führende Rolle. Ihre Organisiertheit, ihre Selbstaufopferung und ihre Ergebenheit für die Sache der Befreiung der Werktätigen von Ausbeutung und Unterdrückung waren grenzenlos. Und auch heute haben die Worte des proletarischen Führers ihre Aktualität nicht verloren: „Die Rolle eines führenden Kämpfers kann nur eine Partei erfüllen, die von einer führenden Theorie geleitet wird.“
Der Sieg der Arbeiterklasse im Oktober 1917 hat die Richtigkeit der Auffassungen Lenins bestätigt, daß bei proletarischen Revolutionen während einer revolutionären Situation der subjektive Faktor, das heißt die Bewußheit und Organisiertheit der revolutionären Massen, hauptsächlich – der Arbeiterklasse, die entscheidende Rolle spielt. Lenin hat mehrfach betont: „Das große weltgeschichtliche Verdienst von Marx und Engels besteht darin, daß sie den Proletariern aller Länder ihre Rolle, ihre Aufgabe, ihre Berufung aufgezeigt haben: sich als erste zum revolutionären Kampf gegen das Kapital zu erheben und in diesem Kampf alle Werktätigen und Ausgebeuteten um sich zu vereinigen.“ [10]
Warum ist die politische Massenarbeit so wichtig?
Im Mai 2007 wurde auf der Internationalen Kommunistischen Konferenz „Die Bedeutung und Aktualität der Ideen der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution 1917 im 21. Jahrhundert“ in Brüssel festgestellt: „Die gesamte Geschichte der revolutionären Bewegung des 20. Jahrhunderts, des Sieges des Sozialismus in Osteuropa, die Revolutionen in China, Vietnam und auf Kuba haben bewiesen, daß ohne marxistisch-leninistische Partei weder der Sozialismus, noch die nationalen und demokratischen Revolutionen gesiegt hätten.“ Es wurde betont, daß auch heute die ständige Arbeit der Kommunisten unter den Massen in den Betrieben, in den Gewerkschaften und in der Armee vonnöten ist.
Wir dürfen auch nicht vergessen, daß 99 % der Massenmedien in den Händen der Bourgeoisie sind. Mit ihrer Manipulation des Bewußtseins hat sie die Menschen völlig im Griff. Antisowjetismus und Antikommunismus sind ihre ideellen Grundprinzipien. Lüge, Verleumdung und Entstellung der Tatsachen sind ihre propagandistischen Hauptinstrumente. Und vieles gelingt ihr auch: Die spießbürgerliche Konsumpsychologie, der Individualismus und Nationalismus, die apolitische Einstellung haben in der Welt der Gedanken begonnen, nicht nur die russische Intelligenz, sondern auch die Arbeiterklasse zu beherrschen.
Was das Leben lehrt…
Dennoch ist der Hauptpropagandist und Agitator das Leben selbst. Heute gibt es in unserem Land eine Armee von mehreren Millionen Arbeitslosen. Die Kürzung der Gehälter, der Preisanstieg für Lebensmittel und Medikamente, die Kosten für Transport, Miete und Ausbildung führen zu erhöhten sozialen Spannungen in der Gesellschaft. Und wer die Arbeitsbedingungen in den Betrieben einmal kennengelernt hat, wo Leiharbeit – besser gesagt: Zwangsarbeit – angewendet wird, der ist entsetzt von den Lebensbedingungen der dort arbeitenden Migranten. Das ist nichts anderes als die moderne Sklaverei des 21. Jahrhunderts.
Du wirst, lieber Leser, wenn Du die Informationen in der Chronik der Arbeiterproteste auf der Webseite der Allunions-KP (B) [11] verfolgst, die Ruhe für immer verlieren. Die mehrmonatigen Rückstände bei den Gehaltszahlungen der Firmen des Landes wurden zu einer Massenerscheinung. Damit im Zusammenhang wächst auch Jahr für Jahr die Anzahl der Streiks und Hungerstreiks. Allein im April dieses Jahres streikten die Fahrer der Kleinbusse in Petrosawodsk, die Seeleute in Astrachan, die Arbeiter im Rüstungsbetrieb „Kontakt“ in Saratow und die Mitarbeiter des Betriebes „Wasserkanal“ im Gebiet Swerdlowsk führten einen Hungerstreik durch… Man kann die Beispiele schon nicht mehr alle aufzählen.
Warum ist die Arbeiterklasse so unterwürfig?
Die Betriebsführer erlauben sich eine die bestialische Abrechnung bei der Auszahlung ihrer Schulden, wie es z.B. in Chanty-Mansijsk geschah. Das „Bündnis der tadshikischen Arbeiter“ sah sich gezwungen, zum Protest aufzurufen. Dann ging der Mann in Irkutsk ins Sanatorium und erschoß den sich dort ausruhenden Vorgesetzten – verstehen kann man den Schießenden. Da reißt sich einer buchstäblich ein Bein heraus, um die halbverhungerte Frau und die Kinder zu füttern, bekommt aber viele Monate kein Geld, und dieses Miststück verbringt seine Zeit im Sanatorium, um abzuspecken…
Bei den Protestaktien der Arbeiter überwiegen hauptsächlich ökonomische Forderungen, politische Forderungen dagegen sind äußerst selten. Offen gegen die brutale Ausbeutung der Arbeiter durch die Bourgeoisie zu protestieren, die die offizielle Presse unterwürfig Arbeitgeber [12] nennt, ist äußerst gefährlich. Die Wirtschaftsbosse ertragen Andersdenkende nicht. Entlassungenen mißliebiger Leute ohne Angabe der Gründe sind mittlerweile zur Norm geworden. Und die Angst vor Entlassung hat den Arbeiter, der sich durch Kredite gebunden hat, geduldig und ergeben werden lassen.
Schwerpunkt: Der Kampf gegen die bürgerliche Ideologie
Die Bourgeoisie hat in der Konterrevolution gesiegt, und die aktive Arbeit zur Bereinigung des Bewußtseins der Menschen von den Resten der sowjetischen Weltanschauung und der kommunistischen Ansichten wird fortgesetzt. Sie hat politische Parteien in den Betrieben und Agitationsarbeit in der Armee verboten. Den Kampf gegen den Marxismus und der psychologische Krieg wurden stärker. Deshalb ist heute die Schwerpunktaufgabe der Kommunisten, nicht nachzulassen im Kampf gegen die bürgerliche Ideologie, die großen Ideen des Marxismus-Leninismus ins Bewußtsein der Jugend zu tragen, ihnen die Wahrheit zu sagen über unsere schöne Vergangenheit und unsere freudlose Gegenwart.
Doch dabei stören die Revisionisten und Opportunisten aller Schattierungen. Die Bourgeoisie begrüsst jede beliebige Revision des Marxismus und die versöhnlerische reformistische Politik der Linken. Und daher gibt es im Land auch so endlos viele Parteien und Organisationen mit kommunistischen Bezeichnungen, aber echte kommunistische – nur vereinzelt.
Warum sind Revisionisten und Opportunisten so gefährlich?
Sogar zu Lebzeiten von Marx gab es viele Revisionisten, und heute haben sie sich vermehrt wie die Pilze nach dem Regen. Die einen bringen den Arbeitern zum Beispiel verstärkt die sogenannte Theorie „Personalismus“ ins Bewußtsein. Andere haben sogar ein „Zentrum für marxistische Forschungen“ organisiert, um die Illusion zu erwecken, sie würden den Marxismus schöpferisch weiterentwickeln, anstatt auf ihn zu verzichten. Aktiv wird in der kommunistischen Presse auch der bürgerliche Nationalismus verbreitet. „Rußland – die russische Macht“ und „Rußland – für die Russen“. Ein Kommunist, der aufhört ein Internationalist zu sein, der diesen chauvinistischen Quatsch der Kapitalisten wiederholt, wird zum Verbündeten der Bourgeoisie, zum Feind der Arbeiterklasse.
Vor kurzem äußerte auf einem Kongreß der „kommunistischen“ Partei „Kommunisten Rußlands“ der Vortragende begeistert, es hätten sich „in einigen entwickelten Ländern ‘soziale Regierungen’ herausgebildet, mit bemerkenswerten Zügen einer zukünftigen sozialistischen Gesellschaft, die beim sowjetischen System entlehnt“ seien. Ich lese den ganzen Vortrag und wundere mich, im Titel der Partei gibt es viel Kommunismus, im Vortrag dagegen steht nichts davon.
Die KPRF – Helfer der Bourgeoisie
Und bei der größten Linkspartei, der KPRF, ist nur der Titel auch kommunistisch. Die Fraktion der KPRF in der Staatsduma stellt ständig nur Anträge zur Verbesserung des Kapitalismus. Auf diese Weise wird sie niemals vom parlamentarischen Kretinismus [13] geheilt werden. Das marxistische Prinzip von der Notwendigkeit, das kapitalistische System zu zerstören, und nicht es zu verbessern, existiert für sie nicht. Am 30. August 2016 teilte Sjuganow zu den utopischen Projekten seiner Partei wieder einmal mit, daß Vertreter verschiedener Organisationen ein Memorandum zur Unterstützung der KPRF bei den bevorstehenden Wahlen unterschrieben hätten…
Geistige Plattform der KPRF ist die orthodoxe Religion. Ihre Führer verhehlen nicht ihre feindselige Beziehung zum Atheismus. Sie sind offen vom Materialismus zum Idealismus übergegangen. Klassenkampf, soziale Revolution und die Diktatur des Proletariats sind für diese Partei artfremde Begriffe.
Kampf dem Revisionismus und Opportunismus!
Der Revisionismus und der Opportunismus sind in der russischen kommunistischen Bewegung zu voller Blüte gelangt. Sie haben sich mit dem Eurokommunismus verbrüdert. Dieser Irrsinn bringt der Arbeiterbewegung einen kolossalen Schaden. Die Opportunisten hüllen sich in kommunistische Gewänder. Sie sind, wie Lenin schrieb, Verräter, und sie sind gefährlicher als offene Feinde. Sie sind gefährlicher als die Bourgeoisie. Und deshalb kann es mit ihnen keine Einheit geben. Nur Kampf!
31.08.2016
Über die Autorin:
Ljubow Pribytkowa ist eine russische Publizistin. Sie ist Mitglied des Bundes der Journalisten Rußlands, Kandidatin der philosophischen Wissenschaften und Dozentin. In den letzten Jahren hat die Autorin mehr als 200 publizistische und wissenschaftliche Artikel veröffentlicht, die in verschiedenen wissenschaftlichen Sammlungen und Zeitungen veröffentlicht wurden, wie z.B. „Rodnaja Semlja“ (Irkutsk), „Sowjetskaja Rossija“ (Moskau), „Solnze“ (russ.) – „Asch-schams“ (arab.)” (Moskau), „Moskwa. Sadowoje Kolzo“, „Rabotsche-Krwestjanskaja Prawda“ (Ukraine), „Rabotschij klass“ (Ukraine), „Sowjetskij woin“ (Moskau), „Molnija“ (Moskau), „Swoimi imenami“ (Moskau), „Rabotschij putj“, „Objektiwnaja gaseta“, „Kommunisten-online“. „Kommunistische Internetzeitung“ (Deutschland) und andere.
(Siehe www.love-CCCP.ru)
Anmerkungen:
[1] W.I. Lenin veröffentlichte im Mai 1901 eine Broschüre unter dem Titel „Was tun? – Brennende Fragen unserer Bewegung“ (W.I. Lenin, Werke, Bd.5, S.355-551)
[2] Karl Marx: Kritische Randglossen zu dem Artikel eines Preußen. In: K.Marx/F.Engels. Werke. Dietz Verlag Berlin, 1981, Bd.1, S.409
[3] Siehe: W.I. Lenin: An den Kampfausschuß des St. Petersburger Komitees. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1957, Bd.9, S.343
[4] W.I. Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1975, Bd.23, S.75
[5] SOBR [
[6] OMON [
[7] speznas [
[8] Nazgwardija [
[9] W.I. Lenin: Das Militärprogramm der proletarischen Revolution. a.a.O. S.76.
[10] W.I. Lenin: Rede bei der Enthüllung eines Denkmals für Marx und Engels. In: W.I. Lenin, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1970, Bd.28, S.160.
[11] Allunions-KP (B) [
[12] Natürlich ist dieser Begriff „Arbeitgeber“ falsch und verlogen, denn die so bezeichneten Kapitalisten eignen sich unentgeltlich das Produkt der Arbeit ihrer Arbeiter und Angestellten an, die wiederum gezwungen sind, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen.
[13] Kretinismus – hier: geistige Mißbildung

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