Dienstag, 6. September 2016

Prekäre Wissensarbeit im akademischen Kapitalismus. Strukturen, Subjektivitäten und Organisierungsansätze in Mittelbau und Fachgesellschaften



"Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine der großen Zeitungen oder 
andere Medien das Leid der akademischen Beschäftigten thematisieren. 
Herzzerreißende Geschichten erzählen von höchstqualifizierten 
Spezialist_innen im Alter zwischen 35 und 50, die sich mit 
Kettenverträgen und Teilzeitstellen kürzester Laufzeit herumschlagen 
oder in der Blüte ihres Berufslebens gezwungen sind, aus der 
Wissenschaft auszusteigen und – eigentlich viel zu spät – beruflich 
noch einmal von vorn zu beginnen. (...) Die paradoxe Situation dieser 
oft als ‚Nachwuchs‘ infantilisierten, aber ansonsten durchaus sehr 
erwachsenen prekär-mobilen Wissens- und Bildungsarbeiter_innen spitzt 
sich im Prozess der Ökonomisierung der Hochschulen zum „akademischen 
Kapitalismus“ (Münch 2011) zu. Diese Situation soll eingangs umrissen 
und hinsichtlich der Auswirkungen für Beschäftigte und die 
Wissenschaft befragt werden, um auf dieser Basis zu erörtern, welche 
Möglichkeiten der Erringung von Handlungsmacht für sie bestehen. Die 
dabei auftretenden Herausforderungen, insbesondere die gering 
ausgeprägte Konfliktfähigkeit und die niedrigen Anspruchsniveaus, 
sowie darauf abgestimmte Organisierungsansätze sollen vor allem am 
Beispiel der Initiative „Für gute Arbeit in der Wissenschaft“ in der 
Deutschen Gesellschaft für Soziologie und weiteren 
Organisierungsansätzen im akademischen Mittelbau dargestellt und 
problematisiert werden. Es geht also um die Frage, wie sich das 
akademische Prekariat unter widrigen Umständen organisieren kann..." 
Artikel von Peter Ullrich vom 21. Juli in undercurrents – Forum für 
linke Literaturwissenschaft
https://undercurrentsforum.com/2016/07/21/peter-ullrich-prekaere-wissensarbeit-im-akademischen-kapitalismus-strukturen-subjektivitaeten-und-organisierungsansaetze-in-mittelbau-und-fachgesellschaften/

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