Im Folgenden veröffentlichen wir
den Text, der als Flugblatt auf der Demo gegen den
klerikal-faschistischen Marsch der 1000 Kreuze in Salzburg verteilt
wurde:
Der große Sieg im antifaschistischen
Kampf am 11.Juni gegen die Identitären in Wien hat uns gezeigt, dass
sich die Frauen vermehrt am offensiven antifaschistischen Kampf gegen
Polizei und Faschisten beteiligen. Das faschistische und zutiefst
reaktionäre Frauenbild der Identitären und der bürgerlichen Parteien ist
die Antithese zur militanten Beteiligung der Frauen im Kampf. Dieser
Sieg muss den fortschrittlichen Frauen dazu dienen, den offensiven
Kampf weiter zu entwickeln, zu vertiefen und gegen jede faschistische,
reaktionäre und frauenfeindliche Ideologie anzuwenden. Im Kampf für die
Selbstbestimmung der Frauen über ihren Körper müssen wir auf diese
Erfolge aufbauen, um die Rebellion der Frauen für ihre Rechte zu
entfachen.
In Argentinien wurde im Juni eine Frau zu
8 Jahren Haft verurteilt, weil sie eine „illegale Abtreibung“
durchgeführt hätte, sie hat jedoch ihr Kind im Spital verloren.
Argentinien ist eines der vielen Länder, in dem das Abtreibungsgesetz
seit fast 100 Jahren unverändert ist und sich auf die enge Verbindung
zwischen Staat und katholischer Kirche stützt. Die Justiz zeigt somit
offen ihr frauenverachtendes Gesicht. Die Frauen werden wegen
Abtreibungen zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt, aber
Massenvergewaltigungen an Frauen wie Mitte Mai in Brasilien werden oft
nicht weiter verfolgt und als Teil der Unterdrückung der Frauen
gebilligt. Diese Vergewaltigung löste Massenproteste gegen die
staatliche Gewalt gegen Frauen sowie gegen die Vergewaltigungskultur in
Brasilien aus. Weltweit äußert sich der immer offener werdende
Faschismus auch in den Verschärfungen im Abtreibungsrecht. In Polen
rebellierten tausende Frauen in den letzten Monaten gegen die
Verschärfung des Abtreibungsrechts, womit Frauen zu 5-jährigen
Haftstrafen verurteilt werden können, wenn sie eine Abtreibung
durchführen. In Polen müssen jährlich 200 000 Frauen ihr Leben bei
illegalen Abtreibungen riskieren. Der Fall einer 13-Jährigen aus Kenia
am 13.Juli, die bei sich selbst mithilfe eines Kleiderbügels eine
Abtreibung vornehmen wollte und an den Verletzungen starb, zeigt die
Folgen der illegalisierten Abtreibung. In Kenia ist der Tod als Folge
von illegalen Abteibungen die häufigste Todesursache der Frauen. Somit
wird klar: Nicht die Frauen, wie es von den Abtreibungsgegnern immer
betont wird, ermorden die „ungeborenen Kinder“, sondern der
Imperialismus ermordet jährlich tausende Frauen durch seine
faschistischen Gesetze. Die einzige Möglichkeit gegen die Gewalt und den
Mord an Frauen zu kämpfen, muss die kollektive und organisierte Aktion
der unterdrückten Frauen sein.
In Österreich wird zwar durch die
Fristenlösung die Abtreibung für 3 Monate straffrei gesetzt, doch der
bürgerliche Staat behält durch dieses Zugeständnis weiter die Kontrolle
über die Reproduktion. Somit sichert er die Stellung der Frau als bloßes
Produktionsinstrument. Die doppelte Unterdrückung der Frauen, durch das
Patriarchat und den Imperialismus, gibt ihnen aber auch doppeltes
Rebellionspotential! Entfachen wir die Rebellion der Frauen im Kampf für
die Selbstbestimmung der Frauen über ihren eigenen Körper!
Der bürgerliche Staat und seine Institutionen sind Feinde der Frauen
Vermehrt müssen Frauen die gegen die
Kriminalisierung von Abtreibung kämpfen mit Repression, Strafen und
Polizeigewalt rechnen. In Innsbruck müssen nun 4 Frauen vor Gericht,
weil sie gegen die klerikal-faschistische Jugendorganisation „Jugend für
das Leben“ demonstriert haben. Die Zusammenarbeit von den katholischen
Faschisten und Polizei ist nicht zu leugnen, wir können kein Vertrauen
in die Staatsinstitutionen und ihre Justiz haben. Wir müssen uns selbst
gegen diese Angriffe wehren und eng zusammenschließen.
„Die Emanzipation der Frauen kann nur das Werk der Frauen selbst sein.“
Nur wenn wir uns organisieren, können wir
uns ein Werkzeug schmieden, damit wir uns gegen Repression und
Kriminalisierung wehren können. Wir müssen aber auch gegen bürgerliche
und kleinbürgerliche Ideologie in der Frauenbewegung kämpfen. Diese
stellt das „Individuum“ an vorderste Stelle, will den Frauen „Freiräume“
schaffen und sie vom Kampf der Volksmassen trennen. Das hindert die
Entwicklung des proletarischen Feminismus, fördert den Individualismus
und letztendlich den Zusammenschluss der Frauen als kollektive
revolutionäre Kraft. Es gibt nur eine konsequent revolutionäre Antwort
auf die Unterdrückung der Frauen: den proletarischen Feminismus.
In Österreich ist es unsere Aufgabe, den
offensiven Kampf zu entwickeln, vor Auseinandersetzungen nicht
zurückzuweichen und konsequente Arbeit unter den Frauen zu entwickeln.
Fest zusammengeschlossen können wir große Siege im Kampf erreichen,
werden wir den klerikal-Faschisten Schläge versetzten und uns gegen
Angriffe von Polizei und Justiz wehren können.
Kommt zum Revolutionären Aufbau,
organisiert euch bei uns! Schließen wir uns fest zusammen im Kampf gegen
Patriarchat und Imperialismus – die Hauptfeinde der Frauen!
Auf eigene Art zu kämpfen lernen! Habt Vertrauen in die eigene Kraft!
Voran im Kampf gegen Faschisten und Abtreibungsgegner!
Weg mit §96!
Abtreibung muss legal, kostenfrei und flächendeckend möglich sein!
Frauen, wehrt euch und kämpft gegen Bevormundung, Illegalisierung und Kriminalisierung!
Es lebe der Proletarische Feminismus und Internationalismus!
Tod dem Patriarchat und Imperialismus!
Gestützt auf die eigene Kraft müssen die
Frauen auf eigene Art zu kämpfen lernen. Weltweit kämpfen und
rebellieren die Frauen gegen Faschismus, Patriarchat und Imperialismus –
sie zeigen ihre revolutionäre Kraft im Kampf gegen Unterdrückung,
Ausbeutung und faschistische Abtreibungsgesetze.
Da das Patriarchat auf der Teilung der
Menschheit in Klassen begründet ist, kann die Frauenfrage auch nicht
unabhängig gesehen werden. Nur der internationale Kampf aller
Ausgebeuteten und Unterdrückten für die Revolution, unter Führung des
Proletariats, kann die Voraussetzung für die Emanzipation der Frauen
schaffen. Der proletarische Feminismus gibt uns die Waffe, damit wir auf
eigene Art zu kämpfen lernen – die Frauen als große revolutionäre Kraft
im Kampf schmieden.


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