07.06.16 Nicht
nur zum Rechtsruck der Regierung gibt Stefan Engel präzise und
prägnante Antworten auf zentrale Fragen der aktuellen Entwicklung in
Deutschland und international. Wie geht es weiter mit der VW-Krise,
oder was versteht die MLPD unter neuimperialistischen Ländern? Ist
die Krise der bürgerlichen Flüchtlingspolitik beendet, seitdem
weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen? Und wie geht es mit der
Vorbereitung des X. Parteitags voran – das sind nur einige der
Fragen, die das Rote Fahne Magazin dem Vorsitzenden der MLPD
stellen konnte (Druckversion aus Rote Fahne Magazin 12/2016)
Was gedenkt die MLPD im Hinblick auf die kriminellen Machenschaften von VW zu tun?
Wie hat sich die Kritik-Selbstkritik-Kampagne zum X. Parteitag bis jetzt entwickelt?
Was hat sich die MLPD vorgenommen?
Vielen Dank!
Rote
Fahne: Die AfD hat bei den Landtagswahlen zweistellige Ergebnisse
erreicht. Ist das Ausdruck eines Rechtsrucks?
Stefan
Engel: Zweifellos
konnte sich mit der AfD erstmals in der Nachkriegsgeschichte eine
ultrareaktionäre, extrem volksfeindliche Partei mit einer
nationalistischen und rassistischen Programmatik
in Deutschland etablieren. Das ist den offen neofaschistischen
Parteien aufgrund der antifaschistischen Grundhaltung der Massen
nicht gelungen. Trotzdem wäre es vereinfacht
dargestellt, die Situation in Deutschland als Rechtsruck zu
bezeichnen.
Unter den Massen entwickeln sich sehr gegensätzliche Tendenzen, die
Ausdruck
einer
gesellschaftlichen
Polarisierung sind.
Einerseits das Anwachsen rechter, neofaschistischer, rassistischer
Tendenzen. Auf der anderen Seite ein deutliches Anwachsen
antifaschistischer und antirassistischer Aktivitäten, eine Stärkung
des gewerkschaftlichen Kampfwillens, eine zunehmende Aktivität der
Jugend, internationalistische Hilfsbereitschaft und Solidarität und
die wachsende Suche nach einer gesellschaftlichen Alternative. Das
geht mit einer Politisierung unter den Massen einher. Die
Haupttendenz
ist immer noch der fortschrittliche
Stimmungsumschwung,
der 2015 eingesetzt hat, auch wenn die Gegenmaßnahmen der
Herrschenden das politische Klima merklich beeinflusst haben.
Ihre
Stimmen hat sich die AfD in erster Linie als angebliche
„Protestpartei“ erworben. In Wirklichkeit ist die AfD eine
ultrareaktionäre, extrem volksfeindliche Partei, die auch ein
Sammelbecken für Neofaschisten und weitere menschenfeindliche
Erzreaktionäre ist. Dass die AfD vermehrt Stimmen unter den breiten
Massen bekam, hat etwas mit einem noch niedrigen Klassenbewusstsein
zu tun, das sich mit einer allgemeinen Unzufriedenheit und Wut auf
die etablierten Parteien mischt.
Die
hauptsächliche Massenbasis der AfD kommt aus dem von Ruinierung
bedrohten Kleinbürgertum, von selbständigen Geschäftsleuten,
Gastronomen, Bauern, zum Teil aber auch rückständigen Arbeitern,
arbeitslosen und verarmten Menschen. Offensichtlich suchen die
Herrschenden nach einer wirksamen Gegenkraft und Methode gegen die
wachsende Unzufriedenheit der Massen und ihre Suche nach einer
gesellschaftlichen Alternative. Der
AfD wurde maßgeblich
durch den Rechtsruck der Merkel/Gabriel-Regierung zu ihren aktuellen
Wahlerfolgen verholfen.
Es gibt keine Talkshow mehr im Fernsehen ohne führende
Repräsentanten der AfD, in denen sie völlig ungehindert vor einem
Millionenpublikum ihre rassistische, fremdenfeindliche und
islamophobe Demagogie verbreiten können. Interessant ist auch, dass
ein großer Teil der Spenden an die AfD von kleineren Monopolen wie
dem Maschinenbauunternehmen SMS Group oder dem Hamburger Reeder
Folkard Edler kommt. Die nicht-monopolistische Bourgeoisie oder die
Monopole, die nicht zum allein herrschenden internationalen
Finanzkapital gehören, erstreben eine Nationalisierung der
Wirtschaft und versuchen so, dem internationalen Konkurrenzkampf
auszuweichen, dem sie sich nicht gewachsen fühlen. Deshalb sind sie
auch gegen eine zu weitgehende Öffnung der Märkte, gegen die EU und
andere Formen, die das allein herrschende internationale
Finanzkapital geschaffen hat.
Die
gesellschaftliche
Polarisierung unterspült die Massenbasis der großen Koalition von
CDU/CSU und SPD und
ihr lange „bewährtes“ System der kleinbürgerlichen Denkweise.
In einigen Umfragen ist die SPD bereits unter der historischen Marke
von 20 Prozent gelandet. In einer Umfrage Mitte Mai haben sich über
zwei Drittel der Bevölkerung dafür ausgesprochen, dass Angela
Merkel – die immerhin über Jahre die beliebteste unter den
Politikern Deutschlands war – nach den nächsten Bundestagswahlen
nicht mehr Bundeskanzlerin sein soll.
Wir
müssen gegenüber
faschistischen und rassistischen Tendenzen wachsam sein. Aber wir
dürfen auch nicht auf die Rechtsruck-These reinfallen,
die die Bevölkerung für den Rechtsruck der Regierung verantwortlich
machen will.
Es
ist auch international zu beobachten, dass bürgerliche Regierungen
oder Parteien einen Rechtsruck vollziehen bzw. eine deutliche
Faschisierung des Staatsapparats betreiben. Wie ist das zu
beurteilen?
Man
sieht an den Präsidentschaftswahlen in Österreich, wie eine
ultrareaktionäre, faschistoide Partei wie die FPÖ zur stärksten
Partei werden konnte. Nur knapp hat sie bei der Stichwahl verloren
gegen den grünen Bundespräsidentschaftskandidaten van der Bellen.
Aber immerhin hat ihr Kandidat Hofer 49,7 Prozent der Stimmen
bekommen. Man sieht auch in der Türkei oder in Russland eine
drastische
Faschisierung des Staatsapparats und der Regierungspolitik.
Es wird dort eine regelrechte Hatz auf fortschrittliche Menschen und
Revolutionäre durchgeführt, demokratische Rechte werden weitgehend
eingeschränkt, die Presse unter staatliche Kontrolle gestellt und
massive Repressalien gegen die Bevölkerung angewandt. In Russland
gibt es mittlerweile ein weitgehend eingeschränktes
Demonstrationsrecht, und jede Opposition gegen Wladimir Putin wird
unterdrückt. In der Türkei hat Staatspräsident Recep Tayyip
Erdoğan
die parlamentarische Immunität fast aller Abgeordneten des
Wahlbündnisses der Kurden und der fortschrittlichen und
revolutionären Linken in der Türkei, der HDP, aufgehoben – um sie
offen strafrechtlich verfolgen und außer Gefecht setzen zu können.
In den USA kandidiert bei den Präsidentschaftswahlen mit Donald
Trump ein ultrarechter faschistoider Milliardär für die
Republikaner, und in Indien hat der Hindu-Faschist Narendra Modi 2014
die Wahlen gewonnen. Auch innerhalb Europas gibt es in Polen, Ungarn,
Mazedonien und der Slowakei ultrarechte, faschistoide Tendenzen. Das
alles zeigt, dass
mit den Krisen des Imperialismus die Reaktion nach außen und nach
innen
immer offener zutage tritt.
Diese
Situation schüchtert die Massen sicherlich zum Teil ein, öffnet
ihnen aber auch die Augen über den wahren Charakter des
gesellschaftlichen Systems und macht sie empfänglich für die
marxistisch-leninistische Überzeugungsarbeit für den echten
Sozialismus. Das wird letztlich das Entscheidende sein, wenn es
revolutionäre Arbeiterparteien gibt, die diese Situation zu nutzen
wissen.
Im
letzten Interview wurde von dir die Einschätzung getroffen, dass die
MLPD in eine neue gesellschaftliche Rolle hineinzuwachsen beginnt.
Hat sich diese Tendenz fortgesetzt?
Es
bilden sich in Deutschland immer mehr Situationen heraus, in denen
nur
noch die Marxisten-Leninisten den fortschrittlichen, revolutionären
Pol der Polarisierung in Deutschland anführen können.
So waren es nur REBELL und MLPD, die einem faschistischen Konzert in
Hildburghausen einen aktiven Widerstand entgegensetzen konnten.
Wesentliche Kräfte der Linkspartei oder der Autonomen kapitulierten
vor der Teilnahme an einer antifaschistischen Demonstration und
warnten sogar öffentlich davor.
Bei
den Kommunalwahlen
in Hessen
hat das überparteiliche Kommunalwahlbündnis AUF Kassel im Stadtteil
Rothenditmold knapp 30 Prozent der Stimmen bekommen. Der bekannte
Marxist-Leninist Hans Roth erzielte das beste Einzelergebnis
und wurde später sogar zum Ortsvorsteher gewählt. Dieses
Wahlergebnis kann man nicht allein mit einer verbesserten Kleinarbeit
und Verankerung in Kassel erklären, sondern es ist Ausdruck eines
allgemeinen Stimmungswechsels. Dort, wo die Massen eine klare linke
Alternative sehen, sind sie auch bereit, über antikommunistische
Vorbehalte hinweg den Bündnissen, in denen die MLPD mitarbeitet,
ihre Unterstützung zu geben.
Insbesondere
bei selbständigen und gewerkschaftlichen Kämpfen in der letzten
Zeit haben die Arbeiterinnen und Arbeiter in
einigen Fällen ausdrücklich die Unterstützung der MLPD und ihrer
Repräsentanten eingefordert;
weil sie das Vertrauen in die Gewerkschaftsführung und deren
Klassenzusammenarbeitspolitik verloren hatten. Diese neue
gesellschaftliche Rolle besteht
also vor allem darin, dass wir uns an die
Spitze des antifaschistischen Kampfs, an die Spitze des Kampfs für
eine gesellschaftliche Alternative, an die Spitze der Arbeiterkämpfe,
der kämpferischen Frauen oder auch der kämpferischen Umweltbewegung
stellen müssen –
und das auch können. Das ist sicherlich eine besondere
Herausforderung an unsere Genossinnen und Genossen, die bisher oft
nur gewöhnt sind, engagiert mitzuarbeiten – nicht aber
verantwortlich die Bewegungen
zu führen. Letztlich ist das Vertrauen
in die Partei, in die Massen und ihre Kampffähigkeit
ausschlaggebend,
ob diese führende Rolle an- und wahrgenommen wird.
Die
Regierung Merkel/Gabriel hat mit dem Schließen der Balkanroute, der
verschärften militärischen Abwehr von Flüchtlingsströmen aus
Afrika und mit dem Deal mit dem Erdoğan-Regime
dafür gesorgt, dass der Flüchtlingsstrom nach Deutschland deutlich
abgenommen hat. Ist damit die Krise der bürgerlichen
Flüchtlingspolitik vorüber?
Durch
all diese Maßnahmen sind zwar weniger Flüchtlinge nach Deutschland
und Europa gekommen – aber es gibt
deshalb keinen einzigen Flüchtling weniger auf der Welt.
Es wird sicherlich eine Zeit lang dauern, bis die Flüchtlinge wieder
neue Wege finden, um nach Europa zu kommen. Doch das Problem wird
sich in Zukunft nicht ent-,
sondern eher verschärfen.
Denn die Fluchtursachen
in Kriegen, Umweltkatastrophen, sozialem Elend und Repression wachsen
weiter.
Immer deutlicher sehen wir, mit welch inhumanen Mitteln gegen die
Flüchtlinge an den Grenzen vorgegangen wird – was bereits zum
aktiven Widerstand der Menschen in Flüchtlingslagern in Griechenland
geführt hat. Die deutsche Regierung baut weiter massiv das Asylrecht
ab, und sie will mit ihrem neuen Integrationsgesetz die Asylbewerber
und Flüchtlinge zu Menschen zweiter und dritter Klasse abstempeln.
Diese Diskriminierung wird von uns entschieden zurückgewiesen. Sie
hat nichts mit einem würdevollen Verhalten gegenüber den
Flüchtlingen zu tun. Wir
sind proletarische Internationalisten!
Wir
treten für die Vereinigung
der Arbeiterklasse auf der ganzen Welt ein, wir stehen fest an der
Seite aller Unterdrückten in der Welt.
Die Flüchtlinge sind aus ihren Ländern geflohen, weil sie in der
alten Weise nicht mehr leben können, und die Herrschenden sind nicht
in der Lage, diese Flüchtlinge in Würde aufzunehmen. Das führt zu
einer politischen
Krisensituation und ist auch eine wichtige Basis für eine
Politisierung der Flüchtlinge.
Wir müssen sie gewinnen, dass sie für ihre gesellschaftlichen
Rechte kämpfen und sich letztlich für eine gesellschaftliche
Alternative und die internationale Revolution einsetzen.
Die
Krise der bürgerlichen Flüchtlingspolitik bleibt eine Achillesferse
der Regierung, die wir nutzen müssen, um die Menschen gegen die
Regierung zu aktivieren.
Das
reaktionäre
Wesen des deutschen Imperialismus wird durch seine Flüchtlingspolitik
immer deutlicher und von den Leuten so nicht akzeptiert.
Wir befinden uns also in einer Situation deutlicher Veränderungen –
in der wir Marxisten-Leninisten besonders gefordert sind.
Wie
ist zu erklären, dass VW seine Krise nicht in den Griff bekommt?
Solange
der Volkswagenkonzern ein Monopol war, das in erster Linie mit dem
deutschen Nationalstaat verschmolzen war und von diesem wirksam vor
der Einflussnahme seiner Konkurrenten geschützt werden konnte, waren
solche kriminellen Machenschaften wie die Abgasmanipulationen bei
Dieselfahrzeugen ohne größere Probleme und in aller Stille möglich.
Sie wurden von der Regierung, staatlichen Stellen und rechter
Gewerkschaftsführung gedeckt bzw. in ihre Betrugssysteme integriert.
Auf der Grundlage
der Neuorganisation der internationalen Produktion funktioniert das
jedoch aufgrund des entfalteten Konkurrenzkampfs zwischen den
internationalen Übermonopolen nicht mehr so einfach.
Die
in solchen Übermonopolen nicht unüblichen kriminellen
Machenschaften scheitern
inzwischen wiederholt am Widerspruch zwischen der
internationalisierten Produktionsweise und dem nationalstaatlichen
Charakter der staatsmonopolistischen Strukturen.
Derzeit
kommt immer mehr ans Tageslicht, wie
sich auch andere internationale Übermonopole wie die Deutsche Bank
oder die Commerzbank über geltendes Recht und Gesetz hinwegsetzen
bzw. diese nach ihrem Bedarf ausrichten.
Die Enthüllungen der „Panama-Papers“ zeigen die staatliche
Duldung einer Anwaltskanzlei, die, wie die panamaische Mossack
Fonseca, mehr als 200.000 Briefkastenfirmen gründet. Damit
hinterziehen Banken, Politiker und Konzerne Steuern in Milliardenhöhe
und wickeln Geschäfte zum Ausbau ihrer Machtposition ab. Die
wachsenden Widersprüche bis hin zu Massenprotesten gegen TTIP
zeigen, dass die Massen
immer weniger damit einverstanden sind, dass das allein herrschende
internationale Finanzkapital seine Macht immer rücksichtsloser über
die ganze Gesellschaft errichtet.
Was gedenkt die MLPD im Hinblick auf die kriminellen Machenschaften von VW zu tun?
Die
MLPD hat von Anfang an die Parole ausgegeben, dass erstens
der kriminelle Betrug der VW-Konzernspitze rücksichtslos aufgeklärt
werden muss.
Es war lächerlich, dass bereits in der ersten Stellungnahme des
Aufsichtsrats vom ehemaligen IG-Metall-Chef Berthold Huber erklärt
wurde, dass Martin Winterkorn mit der ganzen Sache nichts zu tun habe
– noch bevor irgendetwas untersucht war. Hier sollten von der
ersten Minute an die Hauptverantwortlichen von jeder Schuld
reingewaschen werden.
Als
Zweites
muss ein allseitiger Widerstand organisiert werden gegen
die Abwälzung der Krisenlasten durch den VW-Konzern auf die Arbeiter
und Massen.
Das betrifft die Einschränkung der Bonuszahlung für die
Arbeiterinnen und Arbeiter sowie Angestellten, aber auch den Abbau
von Arbeitsplätzen, vor allem unter den Leiharbeitern; ebenso
betrifft das die ausbleibenden Steuerzahlungen von VW an die
Kommunen, was zu empfindlichen Einschnitten kommunaler, sozialer und
ökologischer Verpflichtungen führen kann.
Die
MLPD hat eine VW-Broschüre herausgegeben, um den Arbeitern einen
Klassenstandpunkt zu diesen ganzen Vorgängen zu vermitteln. In der
Tarifrunde entlud sich die Wut der VW-Belegschaft am 11. Mai, als
sich 61.000 VW-Beschäftigte an den Warnstreiks beteiligten. Sie
demonstrierten nicht nur für die aufgestellte Forderung von fünf
Prozent Lohnerhöhung. Sie empörten sich auch darüber, dass sich
kurz vorher Vorstand und Aufsichtsrat von jeder Schuld freigesprochen
haben und sich entsprechend noch hohe Bonuszahlungen genehmigten. Um
diesem Unmut die Spitze zu nehmen, hat der VW-Vorstand Mitte Mai die
Auszahlung einer Erfolgsbeteiligung in Höhe von 3 950 Euro an
jeden Tarifbeschäftigten zugestanden. Aber damit ist das Problem
nicht gelöst.
Wir
müssen Organisationsformen
des aktiven Widerstands entwickeln gegen diese Machenschaften des
VW-Konzerns.
Dabei kommt es besonders darauf an, dass unsere Betriebsgruppen und
Wohngebietsgruppen die Initiative ergreifen. Ein solcher Widerstand
ist von den reformistischen Gewerkschaftsführern und Betriebsräten
nicht zu erwarten. Sie haben sich von Anfang an auf die
Klassenzusammenarbeitspolitik verlegt und von der „VW-Familie“
gefaselt, die jetzt „zusammenhalten müsse“. Das kommt überhaupt
nicht infrage! Die Verantwortung
für die kriminellen Machenschaften liegt bei der Konzernspitze und
dem Aufsichtsrat – und auch bei der sie unterstützenden
Bundesregierung und der Landesregierung in Niedersachsen.
Diese müssen auch entsprechend zur Rechenschaft gezogen und
gegebenenfalls strafrechtlich verfolgt werden.
An
Pfingsten fand das 2. Rebellische Musikfestival in Truckenthal statt.
Was war das Besondere an diesem Ereignis und welche Ergebnisse hat es
gebracht?
Mitten
in der gesellschaftlichen Polarisierung wurde das Festival
zu einem Event der kämpferischen linken, antifaschistischen und
internationalistischen Richtung unter der Jugend.
Über 200 Bands bewarben sich aus dem Bedürfnis heraus, in diesen
Zeiten ein „Festival mit Haltung“, wie eine Band es ausdrückte,
zu unterstützen.
Mit
dem Kampf gegen das faschistische Konzert eine Woche zuvor in
Hildburghausen, aber auch wegen der proletarischen
Flüchtlingspolitik, hat
sich das
Festival diesmal viel stärker politisiert als vor zwei Jahren.
Von
dieser Politisierung ging auch die hauptsächliche Begeisterung auf
dem Festival aus.
Die
fortschrittliche
Kultur des Festivals durchdrang sich mit diesem rebellischen,
antifaschistischen Geist und dem Kampf um demokratische Rechte und
Freiheiten von Flüchtlingen. Die
Abendprogramme hinterließen tiefen Eindruck: So, wenn Musiker und
Revolutionäre aus dem „Arabischen Frühling“ in Ägypten und
Tunesien gemeinsam mit Revolutionären aus Deutschland auf der Bühne
waren. Oder als der Solidaritätspakt zwischen der ICOR und dem
kurdischen Befreiungskampf am Sonntag seinen musikalischen Widerklang
fand in einer Kooperation der bekannten kurdischen Musikgruppe Koma
Berxwedan und der rebellischen Band Gehörwäsche. Das ganze Festival
mit seinen 1 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war durchdrungen
von einer revolutionären und internationalistischen Atmosphäre.
Die
Genossinnen und Genossen der MLPD haben dieses Festival aktiv
unterstützt, engagiert ihr Know-how und ihre proletarische Disziplin
und Einsatzbereitschaft in die Selbstorganisation des Festivals
eingebracht. Ohne sie wäre es in dieser Qualität sicher nicht
möglich gewesen!
Der
Jugendverband REBELL hat sich mit diesen Aktivitäten einen Namen
gemacht und wird für immer mehr Jugendliche zu einer Orientierung.
Es ist erfreulich, dass sich eine ganze Reihe Jugendlicher – zum
Teil gleich als ganze Clique – im REBELL organisiert hat. Das
zeigt, welche Anziehungskraft heute revolutionäre und
marxistisch-leninistische Positionen auf Jugendliche, insbesondere
junge Flüchtlinge, entfalten können!
Das
Sommercamp
des REBELL wird der nächste Höhepunkt,
mit dem wir diese Arbeit weiterentwickeln und erproben müssen. Ich
verspreche mir dabei deutliche Fortschritte zur Verwirklichung der
marxistisch-leninistischen Jugendarbeit als Massentaktik unseres
Parteiaufbaus.
Die
MLPD hat in ihrer Parteitagsvorbereitung die These begründet, dass
sich zahlreiche neuimperialistische Länder herausbilden.
Wie ist der Stand der Diskussion? Wie wurde das an der Basis
aufgenommen?
An
der Basis der MLPD ist diese These weitgehend vereinheitlicht.
Natürlich müssen darüber noch weitere Analysen gemacht werden. In
der internationalen marxistisch-leninistischen Arbeiterbewegung
dagegen wird diese These bisher erst von einigen wenigen
Organisationen geteilt.
Wir
gehen davon aus, dass die Umwandlung ehemals neokolonial abhängiger
Länder in neuimperialistische
Länder eine neue Erscheinung des imperialistischen Weltsystems im
Rahmen der Neuorganisation der internationalen Produktion darstellt.
Ohne diese Einschätzung kann man heute weder die verschiedenen
Kriegsherde wie im Irak oder in Syrien, die zunehmende ökologische
Krise noch den Verlauf der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008–2014
erklären.
Die
neuimperialistischen
Länder bildeten sich rasant heraus, als das internationale
Finanzkapital seit der Jahrtausendwende seine Investitionspolitik
änderte.
Es flutete beschleunigt vor allem bevölkerungsreiche neokolonial
abhängige Länder mit gigantischen Kapitalexporten. Mit der
Privatisierung staatlicher Einrichtungen und Betriebe und der
beschleunigten Umwandlung der bäuerlichen Landwirtschaft in
industrielle Produktion entstanden dort aus der nationalen
Großbourgeoisie private und
nationale Monopole. Mit der Monopolbildung
und der Bildung staatsmonopolistischer Strukturen beginnt die
Umwandlung zu neuimperialistischen Ländern. Das betrifft vor allem
Länder der sogenannten BRICS- und MIST-Länder1,
aber auch Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen
Emirate. Insbesondere aus den sogenannten BRICS- und MIST-Ländern
stiegen sogar einige große Monopole in das allein herrschende
internationale Finanzkapital auf. Die Zahl der Übermonopole aus den
BRICS- und MIST-Ländern im Kreis der 500 mächtigsten Monopole der
Welt vervierfachte sich, von 32 im Jahr 2000 auf 140 im Jahr 2014.2
Den größten
Schub zur Herausbildung neuimperialistischer Länder gab es in der
Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008 –2014;
als das allein herrschende internationale Finanzkapital diese Länder
mit überschüssigem Kapital in gigantischem Umfang flutete, um sich
selbst aus der Krise herauszumanövrieren und auf diese Weise das
Problem der chronischen Überakkumulation von Kapital zu lösen. Der
Anteil der BRICS- und MIST-Länder an der weltweiten industriellen
Wertschöpfung verdoppelte sich von 17 Prozent im Jahr 2000 auf 34,9
Prozent im Jahr 2014.3
Schon der G20-Gipfel am 15./16. November 2008, der erste unmittelbar
nach Beginn der Weltwirtschafts- und Finanzkrise, musste dem Rechnung
tragen. Neben den alten größeren imperialistischen Mächten saßen
die Regierungs- und Staatschefs aus China, Indien, Brasilien, der
Türkei, Saudi-Arabien, Mexiko, Südkorea, Indonesien, Argentinien
und Südafrika mit am Tisch. Sie waren
aufgestiegen in den Kreis der Vertreter des allein herrschenden
internationalen Finanzkapitals und der führenden imperialistischen
Mächte.
Wie
gesagt ist um diese Einschätzung der MLPD vor allem international
eine Debatte entbrannt.
So wird gegen den neuimperialistischen Charakter z. B. der Türkei
eingewandt, dort würde es „keine
unabhängigen Monopole“
geben. Diese seien in den Händen von ausländischem Kapital, und der
türkische Staat könne „politisch
nicht unabhängig agieren.“
Auch die im DAX aufgelisteten größten Monopole Deutschlands
befanden sich bereits 2014 zu 56 Prozent4
in den Händen ausländischen Finanzkapitals.
Dennoch
würde niemand ernsthaft behaupten, dass Deutschland kein
imperialistisches Land sei! Politisch kann heute kein
imperialistisches Land, nicht einmal die verbliebene Supermacht USA,
absolut „eigenständig“, ohne imperialistische Bündnispartner
agieren. Die heutige Realität des Imperialismus ist viel
komplexer
geworden und passt nicht ins Konzept dogmatischer Antworten.
Ein
weiterer Einwand ist, dass Länder wie Katar oder Saudi-Arabien „kaum
eine eigene fortgeschrittene Produktionsbasis“
hätten. Es ist tatsächlich typisch für das allein herrschende
internationale Finanzkapital, seine Maximalprofite nicht in erster
Linie aus seiner eigenen nationalen Produktionsbasis zu schöpfen,
sondern aus seinen internationalen Beteiligungen und seinen
Tochtergesellschaften. Katar ist zu 17 Prozent an VW beteiligt und
ist damit zweifellos Eigentümer
an Monopolkapital.
Wie anders sollte man einen Monopolkapitalisten definieren? Der
saudi-arabische Ölkonzern Aramco ist mit etwa 400 Milliarden
US-Dollar Umsatz im Jahr 2013 bereits zu einem der sechs mächtigsten
Übermonopole der Welt aufgestiegen. Saudi-Arabien drängt nun mit
Aramco und dessen geschätztem Wert von zwei Billionen US-Dollar auf
den größten Börsengang der Geschichte.
Das
Besondere an einigen dieser Länder ist, dass sie eine feudale
politische Struktur haben. Aber das ist nicht entscheidend für ihren
imperialistischen Charakter. Das galt auch für das imperialistische
Russland zur Zeit der Zaren. Auch dort hatten wir es mit einem
feudalen, zaristischen Überbau zu tun, aber die ökonomische Basis
des Imperialismus war durch die Monopolbildung in Industrie und
Handel bereits so fortgeschritten, dass der Zarismus auf eine
internationale Expansion drängte.
Die
neuimperialistischen
Länder verfolgen zum Teil aggressiv eigenständige expansionistische
Interessen.
Sie stehen an der Spitze einer aggressiven Aufrüstung der
Militärapparate. Die Armee Indiens hat mit etwa 1,3 Millionen
Soldaten inzwischen die Stärke der größten NATO-Armee USA. Die
Truppenstärke von China beträgt circa 2,3 Millionen, die der Türkei
etwa 830.000, die von Südkorea 687.000.5
Mit
Chauvinismus und Nationalismus rechtfertigen die neuimperialistischen
Länder ihre imperialistischen Ansprüche. Es greift zu kurz, ihre
Regierungen und Machthaber wie Narendra Modi in Indien, Dilma
Rousseff in Brasilien, Jacob Zuma in Südafrika oder Recep Tayyip
Erdoğan
in der Türkei als „autokratische Marionetten der USA“
darzustellen. Oft ultrareaktionär oder faschistoid, repräsentieren
sie genau den Typ Regierung, den neuimperialistische Länder zur
Durchsetzung ihrer Machtansprüche im In- und Ausland brauchen.
Die
mutwillige
Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur wird von den
neuimperialistischen Ländern aggressiv vorangetrieben.
Geschützt durch den Nimbus, angeblich „Entwicklungsländer“ zu
sein, haben China, Indien, Südkorea, Iran, Saudi-Arabien,
Indonesien, Brasilien, Mexiko, Südafrika und die Türkei den Anteil
an den weltweiten CO2-Emissionen
von 29,5 Prozent im Jahr 2000 auf 45,3 Prozent im Jahr 2013
hochgetrieben.6
Wir
wissen aus der Geschichte, dass neue
imperialistische Länder immer weltpolitische Veränderungen
vorbereiteten.
Immerhin zettelte der Ende des 19. Jahrhunderts neu entstandene
deutsche Imperialismus zwei Weltkriege an. Die heutige Multipolarität
des Imperialismus
verschärft die allgemeine Kriegsgefahr. Die Lösung des
Syrien-Konflikts scheitert bisher an den unterschiedlichsten
imperialistischen Machtinteressen der verschiedensten Beteiligten. Da
reicht es nicht, wenn sich Russland und die USA einigen. Die
neuimperialistischen Länder Türkei, Saudi-Arabien, Katar oder Iran
sind dabei aggressive
Kriegstreiber und
bedienen
sich zum Ausbau ihrer regionalen Vormachtstellung im Nahen und
Mittleren Osten islamistisch-faschistischer Söldner.
Mit
dem Aufkommen neuer imperialistischer Länder verschwinden die
klassischen imperialistischen Mächte natürlich nicht von der
Bildfläche. So verschärft sich die zwischenimperialistische
Konkurrenz in einer wachsenden Zahl von Brennpunkten zu einer
allgemeinen Kriegsgefahr.
Die
richtige Qualifizierung des Charakters der jeweiligen Staaten ist von
grundsätzlicher
Bedeutung für die jeweilige proletarische Strategie und Taktik
der internationalen sozialistischen Revolution. Bei aller
Destruktivkraft, die diese weltweite imperialistische Tendenz
hervorbringt: Durch das An-
und
Zusammenwachsen des internationalen Industrieproletariats und das
Aufbegehren immer breiterer Schichten der Massen gegen den
Imperialismus werden zugleich die
Kräfte
der internationalen sozialistischen Revolution erweitert.
Die
MLPD bereitet derzeit ihren X. Parteitag vor. Ist dafür angesichts
der vielen Aufgaben überhaupt Zeit?
Der
Kampf darum, die neue gesellschaftliche Rolle der MLPD einzunehmen,
ist undenkbar
ohne den Bewusstseinsschub, den wir uns mit dem X. Parteitag
erkämpfen.
Die letzten Monate der Parteitagsvorbereitung waren vor allem durch
eine große ideologisch-politische Initiative unserer Parteibasis
geprägt. So gingen von der Basis fast 3.100 Anträge zu den
Entwürfen des Zentralkomitees zum Rechenschaftsbericht und zur
Überarbeitung des Parteiprogramms ein. Jedes Mitglied hatte über
seine Gruppe und den Delegiertentag am Ort die Möglichkeit, sich in
diesen Erkenntnisfortschritt einzubringen. Dabei erkämpfte sich die
Partei immer
feinere, dialektische Qualifizierungen neuer Erscheinungen und
wesentlicher Veränderungen in
der Gesellschaft und im Bewusstsein der Massen. Außerdem schafft sie
mit vielen Anträgen oder der Vorbereitung von Redebeiträgen ein
immer differenzierteres
und allseitigeres Bild, wie unser System der Kleinarbeit und der
Leitungstätigkeit heute arbeiten muss.
Ohne all dies wäre undenkbar, dass sich die MLPD in der
gesellschaftlichen
Polarisierung
so klar positionieren und ihre führende Rolle einnehmen kann. Dieser
Prozess straft auch den modernen Antikommunismus Lügen, der den
demokratischen Zentralismus als bürokratisches, administratives
Monstrum von oben
nach
unten umdeutet. Dieser Prozess ist nicht zu vergleichen damit, wie
solche Parteitage in bürgerlichen Parteien ablaufen. Die
MLPD zeichnet sich durch eine große
Initiative, selbständiges Denken, eine erkämpfte Geschlossenheit
und Überzeugung aus.
Besonders erfreulich ist, dass trotz der intensiven
ideologisch-politischen Arbeit an der Basis die Partei keinerlei
Abstriche an ihrer praktischen Verantwortung im Klassenkampf gemacht
hat – im Gegenteil! Die MLPD hat weiter an Einfluss und neue
Bündnispartner gewonnen und auch verschiedentlich die relative
Isolierung durchbrechen können. All das drückt sich in einer
positiven Mitgliederentwicklung aus und auch in unseren
finanzpolitischen Erfolgen. Projekte wie das Gesundheitszentrum in
Kobanê und das „Haus der Solidarität“ wurden wesentlich aus der
Massenarbeit finanziert – und gleichzeitig gelang die finanzielle
Stärkung der MLPD. Allein 2015 sammelten die MLPD und ihr
Jugendverband REBELL Klein- und Einzelspenden in Höhe von 1,8
Millionen Euro für die verschiedenen Seiten der Arbeit!
Wie hat sich die Kritik-Selbstkritik-Kampagne zum X. Parteitag bis jetzt entwickelt?
In
der ersten
Phase der Parteitagsvorbereitung
hat das Zentralkomitee den Rechenschaftsberichtsentwurf und den
Entwurf für das überarbeitete Parteiprogramm ausgearbeitet. In
einer zweiten
Phase
von acht Monaten hat sich die Basis mit diesen Dokumenten befasst und
ihre Anträge dazu formuliert, ihre Delegierten gewählt sowie
Kandidatinnen und Kandidaten für die zentralen Gremien
vorgeschlagen.
Die
jetzige dritte
Phase der Parteitagsvorbereitung
dient vor allem der unmittelbaren Vorbereitung des Parteitags durch
die zentralen Gremien und die gewählten Delegierten. Sie ist eine
Phase, in der Entscheidungen
und die ideologisch-politische Vertiefung der aufgekommenen Fragen
eine besondere Bedeutung haben. Dazu gehört, die Diskussion an der
Basis auszuwerten und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen.
Selbstverständlicher Bestandteil der Parteitagsvorbereitung ist die
Arbeit der ganzen Partei in der Fortführung unserer
Kritik-Selbstkritik-Kampagne als Kampf um die neue gesellschaftliche
Rolle der MLPD.
Als
einen wichtigen ideologisch-politischen Erkenntnisfortschritt hat
sich die Partei in den letzten Wochen und Monaten ein tieferes
Verständnis des dialektischen
Zusammenhangs zwischen objektivem und subjektivem Faktor erarbeitet.
In der Vergangenheit trat öfter die Tendenz auf, diese beiden
Faktoren des Klassenkampfs nebeneinanderzustellen und ihren
grundlegenden Zusammenhang nicht zu verstehen. Die objektive Seite
des Klassenkampfs bildet die entscheidende Grundlage für die
subjektive Entwicklung. Zugleich ist subjektive Entwicklung davon
abhängig, dass die objektive Entwicklung bewusst verarbeitet und
begriffen wird – und die richtigen Schlüsse gezogen werden.
So
war im letzten Jahr die Grundlage unserer erfolgreichen
proletarischen Flüchtlingspolitik, dass wir begriffen haben, dass
die bürgerliche Flüchtlingspolitik in einer tiefen Krise steckt und
zugleich
mit den Flüchtlingsströmen nach Europa ein neues Potenzial für die
Revolutionierung der Massen entstanden ist. Mit diesem Erkenntnis-
und Arbeitsfortschritt haben wir begonnen, in eine neue
gesellschaftliche Rolle hineinzuwachsen und konnten uns entschieden
stärken. Das wiederum nimmt auch Einfluss auf den objektiven Faktor.
Dieser
Erkenntnisfortschritt
über die Einheit von objektivem und subjektivem Faktor wird künftig
noch bedeutender werden. Weil
die krisenhafte Entwicklung des Imperialismus immer neue Situationen
schafft, in denen die Massen nicht mehr in der alten Weise leben
wollen und die Herrschenden nicht mehr in der alten Weise herrschen
können. In solchen Situationen muss die
revolutionäre Partei als Vorhut in der Lage sein, die neuen
Entwicklungen exakt zu qualifizieren und eine richtige Strategie und
Taktik und Aufgabenstellung zu erarbeiten.
Ihr
sprecht von einer weltanschaulichen Offensive. Was hat es damit auf
sich?
Die
allgemeine Krisenhaftigkeit des Kapitalismus verstärkt die Suche
nach einer gesellschaftlichen Alternative und fördert die Offenheit
für den echten Sozialismus. Die Leute werden politischer und stellen
Fragen nach Hintergründen, Zusammenhängen und grundsätzlichen
Lösungen.
Solche
Antworten können sie von den bürgerlichen Parteien nicht bekommen.
Im Gegenteil, immer mehr Menschen wenden sich von ihnen ab. Etwa ein
Drittel der Wähler hat in aktuellen Umfragen erklärt, dass sie
nicht wissen, wen sie überhaupt noch wählen sollen.
Das
Zentralkomitee hat festgestellt, dass wir noch
ungenügend auf die dazu notwendige weltanschauliche Offensive
eingestellt sind.
Dabei gibt es bereits eine ganze Reihe von hervorragenden
Initiativen und Mitteln dafür:
Der Schatz unserer marxistisch-leninistischen Literatur, Filme oder
auch unser neues „Rote Fahne“-Magazin. Die MLPD beteiligte sich
auch an Gedenkveranstaltungen
für revolutionäre Aufstände
wie den der Roten Ruhrarmee 1920. Aber auch gemeinsame Feiern, zu
Geburtstagen oder Jubiläen, auch würdige Gedenkfeiern werden immer
mehr zu wichtigen weltanschaulichen Ereignissen. Trotzdem gibt es
noch eine Geringschätzung der weltanschaulichen Arbeit.
Um
Lebensentscheidungen für ein revolutionäres Leben zu treffen, um
sich dauerhaft zu organisieren, müssen die tiefergehenden
weltanschaulichen Fragen geklärt werden, kurzum: Man muss wirklich
überzeugt sein! Dabei steht nach wie vor das Fertigwerden
mit dem modernen Antikommunismus im Zentrum.
Die Filme der MLPD über die Klassiker des Marxismus-Leninismus, die
bisher zur „Heiligen
Hetzjagd gegen den Kommunismus“
und über „Karl
Marx“ herausgegeben
wurden, haben in dieser Situation eine wichtige Bedeutung. Die
bisherigen Veranstaltungen dazu regten die Besucher ungemein an, sich
dazu grundlegendere Gedanken zu machen.
Die
weltanschauliche Offensive muss aber vor allem alle Aufgaben und die
Alltagsarbeit durchdringen. Um die Partei dafür weiter theoretisch
zu wappnen, arbeitet das Zentralkomitee an der neuen
Ausgabe der Reihe REVOLUTIONÄRER WEG mit dem Titel: „Die
Krise der bürgerlichen Ideologie und die Lehre von der Denkweise“.
Wie Karl Marx so schön sagte, „stürzt
mit der Einsicht in den Zusammenhang, vor dem praktischen
Zusammensturz, aller theoretische Glauben in die permanente
Notwendigkeit der bestehenden Zustände.7“
Dieses
Buch wird ein weltanschauliches
Vorgefecht für einen neuen Aufschwung im Kampf um den echten
Sozialismus
werden.
Die
Arbeit an diesem Buch geht damit einher, unser Verständnis
der Verbreitung und Verankerung der proletarischen Ideologie und der
Lehre von der Denkweise
weiterzuentwickeln.
Außerdem
haben wir ein Buch mit dem Titel „Biografische
Betrachtungen der MLPD über die Rolle von Stalin“
in
Angriff genommen. Dabei geht es nicht um eine weitere
Stalin-Biografie, sondern um den Kampf um die Denkweise in den
wichtigsten Fragen der internationalen revolutionären und
Arbeiterbewegung, die mit der Beurteilung Stalins aufgeworfen werden.
Die Grundlinie ist natürlich, dass wir Stalins Lebenswerk
verteidigen gegen alle Angriffe des modernen Antikommunismus.
Zugleich müssen wir allerdings aus Errungenschaften sowie Fehlern
Stalins lernen, was auch eine kritische Betrachtung einschließt.
Wir
versprechen uns von diesem Buch, dass auch neuere Erkenntnisse aus
teilweise geöffneten Archiven in diese Betrachtungen einfließen und
gerade jüngere Genossen weltanschaulich dazulernen. Die zuletzt
zentrale
Arbeit auf diesem Gebiet war auch die Überarbeitung des
Parteiprogramms.
Es ging dabei nicht um das Schreiben eines neuen Programms, sondern
darum, den Erkenntnisfortschritt bewusst einzubringen, den die Partei
seit der Überarbeitung des letzten Parteiprogramms in den
1990er-Jahren gemacht hat. Diese Tätigkeit war zugleich eine
wichtige ideologisch-politische Schulung für die ganze Partei und
machte uns deutlich, dass mit dem Parteiprogramm künftig viel mehr
gearbeitet werden muss. Das Zentralkomitee schlägt deshalb vor, mit
diesem Programm künftig in einer höheren und preisgünstigeren
Auflage verstärkt zu arbeiten und es auch offensiv bei den
Bundestagswahlen 2017 einzusetzen.
Die
2. Weltfrauenkonferenz der Basisfrauen
in Kathmandu/Nepal musste gegen zahlreiche Hindernisse erkämpft
werden. Wie hat sie aus deiner Sicht ihre Ziele erreicht?
Die
2. Weltfrauenkonferenz verkörpert einen Meilenstein in der neuen
Qualität des proletarischen Internationalismus. Ihr Erfolg beruht
vor allem auf dem Schulterschluss
der ICOR und ihren in der internationalen Frauenbewegung anerkannten
Repräsentantinnen mit den vielfältigsten Führerinnen, Bewegungen
und Organisationen der weltweiten kämpferischen Frauenbewegung.
Diese „Achse“ hat wesentlich dazu beigetragen, dass inzwischen 61
Länder in den Weltfrauenprozess einbezogen sind. Mit Recht sprechen
die Frauen von einer Bewegung „der Weltfrauen“, mit festen
Wurzeln in den relevanten Bewegungen und Organisationen der
Basisfrauen.
Eine
wichtige Grundlage des Erfolgs der Konferenz war, dass sich in Nepal
neun Frauenorganisationen von verschiedenen fortschrittlichen,
revolutionären und marxistisch-leninistischen Parteien zur United
Women’s Alliance (UWA) zusammenschlossen, um das Welttreffen
gemeinsam vorzubereiten. Vor dem Hintergrund der großen
Zersplitterung der revolutionären Organisationen in Nepal ist das
ein bedeutender Sieg – ein Signal, dass sie überwunden werden
kann! Die Weltfrauenkonferenz konnte, gestützt auf eine breite
kämpferische Frauenbewegung in Nepal und unter der Masse der Frauen,
vorbereitet werden. Das war ein wesentlicher Fortschritt gegenüber
der schon erfolgreichen 1. Konferenz in Caracas 2011. Die
Weltfrauenkonferenz ist ein wirklich erkämpfter Erfolg, trotz des
schrecklichen Erdbebens und gegen die Handelsblockade gegen Nepal
durch die reaktionäre indische Modi-Regierung.
Die
auf der Weltfrauenkonferenz sichtbare internationale Organisiertheit
gilt es auszubauen – und die Diskrepanz
zu überwinden, dass die Frauenorganisationen in Deutschland noch
nicht entsprechend an Stärke gewinnen konnten.
Wir können heute davon ausgehen, dass die Trümpfe
der gefestigten Arbeit der kämpferischen Frauenbewegung in
Deutschland auf ein auf breiter Front erwachendes Frauenbewusstseins
treffen.
Die
kämpferische Frauenbewegung in Deutschland bezog unmissverständlich
Stellung gegen Rassismus und
Sexismus, angesichts der Stimmungsmache der Regierung gegen
Flüchtlinge nach den Übergriffen in der Kölner Silvesternacht. Mit
14 000 Frauen nahmen deutlich mehr an kämpferischen,
internationalistischen Kundgebungen und Demonstrationen zum
Internationalen Frauentag am 8.März 2016 teil.
Die
„Rote Fahne“ hat sich ja in der letzten Zeit – besonders in
einer Ausgabe – mit dem Phänomen El Niño8
befasst. Welche Bedeutung hat das für die Beurteilung der
Entwicklung der Umweltkatastrophe?
Das
etwa alle zwei bis sieben Jahre auftretende El-Niño-Phänomen ist
eine natürliche Schwankung in der Wechselwirkung
der
Zirkulationssysteme von Atmosphäre und Pazifik. Zugleich ändern
sich durch die Erderwärmung, als einem Ausdruck des beschleunigten
Umschlags in eine globale Umweltkatastrophe, die Meeresströmungen
und Zugbahnen der Winde. Das verstärkt
den El Niño, und dieser wirkt wiederum verstärkend auf die globale
Umweltkrise zurück. Das hat gewaltige Auswirkungen in fast allen
Teilen der Welt.
Die seit 30 Jahren schlimmste Hungerkatastrophe in Ostafrika wurde
dadurch hervorgerufen. Die weltweite Korallenbleiche, eine
Rekorderwärmung der Meere, die rasch fortschreitende
Polareisschmelze usw. wurden beschleunigt. Auch der bisher stärkste
Hurrikan Patricia, an der Westküste Mexikos im Oktober 2015, bildete
sich vor diesem Hintergrund. 2015 ist erneut das wärmste Jahr seit
Beginn der Aufzeichnungen. Die
Geschwindigkeit der Erhöhung der Treibhausgasemissionen
überschreitet die der natürlichen Veränderungen der letzten 66
Millionen Jahre um das 10-Fache.
Dadurch entsteht ein erdgeschichtlich
einmaliger Zustand.
Allein
aus Bangladesh werden in den nächsten 10 Jahren 20 Millionen
Menschen aus Umweltgründen flüchten müssen. Die MLPD liegt also
genau richtig mit ihrer Analyse im Buch „Katastrophenalarm! Was tun
gegen die mutwillige Zerstörung der Einheit von Mensch und Natur?“
Dass nämlich zur Rettung
der Umwelt der Kampf gegen die Profitwirtschaft geführt werden muss.
Du
wirst am 1. Juli 2016 aus der ICOR-Verantwortung als internationaler
Hauptkoordinator ausscheiden. Welche Bilanz kannst du ziehen?
Ich
habe Zeit meines Lebens eine Funktion
nur dann übernommen, wenn ich sie auch in der nötigen Qualität und
im nötigen Umfang bewerkstelligen konnte.
Ich habe zwar keine akuten Krankheiten, bin aber gesundheitlich
inzwischen so eingeschränkt, dass ich verschiedene Aufgaben abgeben
muss. Deshalb habe ich letztes Jahr das Zentralkomitee der MLPD
gebeten, mich von dieser Aufgabe zu entbinden und entsprechend den
ICOR-Statuten eine Nachfolge vorzuschlagen. Das Zentralkomitee
beschloss dann, für diese Hauptkoordination der ICOR Monika
Gärtner-Engel zu benennen, die dafür hervorragende Voraussetzungen
mitbringt. Das Internationale Koordinierungskomitee (ICC) der ICOR
hat meine Entscheidung respektiert und begrüßte einstimmig die
Entscheidung der MLPD. Wir haben mittlerweile Dutzende Briefe aus dem
In- und Ausland bekommen, die die bisherige Arbeit würdigen und
diese Veränderung vor allem als Anlass sehen, selbst mehr
Verantwortung zu übernehmen.
Ich
scheide aus dieser Funktion aus mit einem weinenden und einem
lachenden Auge. Auf der einen Seite habe ich nun neun Jahre an
führender Stelle persönlich am Aufbau der ICOR gearbeitet. Ich
hatte die Idee dazu entwickelt, intensiv Parteien und Organisationen
dafür mobilisiert und auch in den letzten sechs Jahren in meiner
Arbeit als internationaler Hauptkoordinator einen vertrauensbildenden
Stil geprägt. Gleichzeitig ist der ICOR-Aufbau inzwischen fest
genug, dass er nicht unbedingt auf meine persönliche Mitarbeit an
führender Stelle angewiesen ist. Die ICOR verfügt inzwischen über
49 Mitgliedsparteien und -organisationen aus 39 Ländern.
Seit
Anfang dieses Jahres konnte die ICOR aus Togo und Ägypten zwei neue
Mitgliedsorganisationen
begrüßen.
Das Treffen des ICC im Januar stellte eine
neue
gesellschaftliche Relevanz der ICOR fest.
Ein Grundgedanke ihrer Gründung war, dass nie wieder ein
Befreiungskampf aufgrund mangelnder internationaler Solidarität eine
Niederlage erleiden darf. Der Solidaritätspakt
mit dem kurdischen Befreiungskampf
war die bisher erfolgreichste Nagelprobe dafür – die ICOR hat sie
mit Bravour gemeistert. Das hat nicht nur verhindert, dass der
kurdische Befreiungskampf isoliert werden konnte. Immer mehr
kurdische Genossinnen und Genossen sehen ihren Platz im Denken,
Fühlen und Handeln an der Seite der internationalen revolutionären
und Arbeiterbewegung. Das gewachsene internationale Vertrauen und die
Verbrüderung sind ein hohes Gut. Sie ermöglichen auch, die
Diskussion über strittige ideologisch-politische Fragen solidarisch
weiterführen zu können. Das ist ein großer Fortschritt, wenn man
bedenkt, dass die ICOR revolutionäre Parteien und Organisationen mit
sehr unterschiedlicher Geschichte und Bedingungen vereint. Das
Treffen stellte aber auch fest, dass die wachsende
weltpolitische Rolle der ICOR im Widerspruch dazu steht, dass die
kontinentalen Strukturen noch nicht die notwendige Handlungsfähigkeit
haben,
die heute, vor allem aber in Zukunft, notwendig ist. Die neue Stufe
des proletarischen Internationalismus
misst
sich vor allem an der realen praktischen Koordinierung und
Kooperation in Parteiaufbau und Klassenkampf. Das muss heute vor
allem kontinental und regional
organisiert
werden.
Die
ICOR hatte im letzten Jahr einen Aufschwung. Welche Aufgaben hat sie
sich vorgenommen?
Das
ICC der ICOR fasste eine Reihe zukunftsweisender
Beschlüsse, so zu einer Kampagne zu 100 Jahren Oktoberrevolution
oder zum Aufbau der „Freunde der ICOR“.
Das Jahr
2017 steht im Zeichen der Kampagne „100 Jahre Oktoberrevolution“.
Es
geht darum,
der
Revolution zu gedenken, „die
nicht nur Russland, sondern die Welt verändert hat. … Die ICOR
wird die Sozialistische Oktoberrevolution gemäß ihrer Universalität
und Aktualität würdigen …“
Die
Kampagne geht vom 1. Januar bis zum 7. November 2017. Sie wird
angesichts
des gewachsenen Potenzials einer revolutionären Weltkrise ein
weltweit unübersehbares Signal setzen für den Aufschwung der
internationalen revolutionären und marxistisch-leninistischen und
Arbeiterbewegung und die Notwendigkeit revolutionärer Parteien. Im
Mittelpunkt der Aktivitäten steht die Verankerung der ICOR und die
Organisierung und finanzielle Stärkung ihrer
Mitgliedsorganisationen. In Deutschland wollen wir 750.000 Euro
Spenden sammeln, wovon zehn Prozent an die ICOR gehen. Außerdem geht
es darum, in einer zu erwartenden Massendiskussion über diesen
Jahrestag die Meinungsführerschaft im Kampf um die sozialistische
Perspektive zu erobern.
Dazu
wird im Oktober in Deutschland ein internationales theoretisches
Seminar zu den Lehren aus der Oktoberevolution stattfinden, dem sich
eine öffentliche kulturelle Großveranstaltung anschließt.
ICOR-Delegationen aller Kontinente beteiligen sich an den
traditionellen Feierlichkeiten in St. Petersburg am 7. November mit
einer Demonstration zum 100. Jahrestag.
Das
ICC legte den ICOR-Organisationen auch den Vorschlag vor, „Freunde
der ICOR“
aufzubauen. Die ICOR ist bekanntlich eine Mitgliedsorganisation von
revolutionären Parteien und Organisationen. Gleichzeitig nimmt das
Interesse von Gruppen und Einzelpersonen an der ICOR zu, die nicht
Mitgliedsorganisationen der ICOR angehören. Das ist nicht selten
verbunden mit Fragen, wie man die ICOR unterstützen kann, ohne
Mitglied einer ICOR-Partei zu sein. In Ländern, die bislang keine
ICOR-Organisationen haben, wird es so möglich, dass die ICOR in
Erscheinung tritt und die Freunde der ICOR zur Keimzelle neuer
revolutionärer Parteien werden. Dort, wo es ICOR-Organisationen wie
die MLPD in Deutschland gibt, können die „Freunde der ICOR“ eine
wichtige Unterstützungsarbeit leisten.
Die
ICOR
wurde in den letzten Jahren auch wesentliche Garantin und
Impulsgeberin für
wichtige
überparteiliche Zusammenschlüsse.
Nach der Weltbauernkonferenz im Juni 2016 in Nepal findet im Februar
2017 die zweite Internationale
Bergarbeiterkonferenz in
Indien statt. Sie wird ein Kampfprogramm der weltweiten kämpferischen
Bergarbeiterbewegung beschließen. Die internationale
Bergarbeiterbewegung
ist Vorreiterin darin, den Kampf für die Arbeitsplätze mit dem
Kampf zur Rettung der natürlichen Umwelt zu verbinden.
Was hat sich die MLPD vorgenommen?
Bereits
in diesem und dann vor allem im Jahr 2017 wird die Offensive
für den echten Sozialismus
und gegen den modernen Antikommunismus im Zusammenhang mit der
Beteiligung an der Bundestagswahl eine besondere Rolle einnehmen.
Es gilt, die politisierte Stimmung unter der Bevölkerung zu nutzen
und die in den letzten Jahren erarbeiteten Fortschritte zum Tragen zu
bringen. So hat sich jetzt bereits ein Bündnis fortschrittlicher,
kämpferischer und revolutionärer Kräfte gebildet, das eine engere
Zusammenarbeit auch in Bezug auf die Bundestagswahlen 2017
vorbereitet. Es geht darum, dass sich die revolutionäre,
internationalistische und radikale Linke zusammenschließt und einen
klaren revolutionären Pol im Gegensatz zu den ultrareaktionären,
bürgerlichen Parteien bildet.
Die Linkspartei ist zu einer wirklichen Polarisierung gegenüber dem
Rechtsruck der Regierung nicht in der Lage, weil sie selbst mit einer
Regierungsbeteiligung liebäugelt. Das Bündnis bezieht sich auch auf
die örtliche Zusammenarbeit, die bisher oft noch sporadisch zu
einzelnen Aktivitäten stattfindet. In diesem Sinne soll unsere
bisherige Methode der Wählerinitiativen erweitert werden zu
Bündnistreffen mit allen Kräften der revolutionären Linken, der
fortschrittlichen Migrantenorganisationen und von Einzelpersonen, die
daran mitarbeiten wollen. Wir erhoffen uns durch diesen
Zusammenschluss eine deutliche
Stärkung der revolutionären Potenziale in Deutschland.
Eine
weitere bedeutende Aufgabenstellung der nächsten Jahre wird sein,
den Generationswechsel
in der MLPD voranzutreiben.
Das gilt für alle Ebenen unserer Partei, die diesen durch eine
intensive Ausbildungs- und Schulungsarbeit betreiben müssen. Das
muss damit einhergehen, mutig jüngere Genossinnen und Genossen in
neuen Aufgaben zu fördern. Es gilt besonders, alle Genossinnen und
Genossen zu fördern, die in der gesellschaftlichen Polarisierung der
letzten Monate über sich hinausgewachsen sind, sich an die Spitze
komplizierter Auseinandersetzungen und Kämpfe gestellt, mutig
Rückgrat bewiesen und mit großem Einsatz unsere revolutionäre
Kleinarbeit geleistet haben.
Vielen Dank!
Verschiedene Download-Varianten
-
2-spaltig nur Text (PDF)
- Layout wie im Magazin (PDF)
- Layout wie im Internet (PDF)
1BRICS:
Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika; MIST: Mexiko,
Indonesien, Südkorea, Türkei
2Fortune
Global 500 – eigene Berechnung GSA e. V.
3Weltbank,
World Development Indicators Zahlen zur „industriellen
Wertschöpfung“ – eigene Berechnung GSA e. V.
4Ernst
& Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
www.ey.com/de
www.ey.com/de
5NATO
Press Release 10.03.2011 und 22.06.2015 und Österreichisches
Bundesheer www.bundesheer.at
6IEA;
www.globalcarbonatlas.org
7Marx/Engels,
Werke, Bd. 32, S. 553 f.
8Magazin
5/2016
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen