Rote
Fahne: Die MLPD arbeitet seit einigen Monaten in einem neuen Bündnis
mit. Worum geht es dabei?
Gabi
Gärtner: Das Bündnis ist
die
fortschrittliche, demokratische und revolutionäre Antwort auf den
ausgeprägten Rechtsruck der Regierung Merkel und einer Faschisierung
des Staatsapparates.
In
dieser Situation verlangt es unsere zentrale
Aufmerksamkeit,
dass sich gegen diese Tendenz das revolutionäre, antifaschistische,
internationalistische und klassenkämpferische Potential aus der
Frauen-, Umwelt- und rebellischen Jugendbewegung unter Führung der
Arbeiterklasse zusammenschließt. Die gesellschaftliche Polarisierung
hat nicht nur eine rechte Stimmung angeheizt, sondern auch
einen
anhaltenden fortschrittlichen Stimmungsumschwung
unter den Massen.
Mit
Streiks
von 9.000 Stahlarbeitern, über 300.000 Beteiligten an den
Anti-TTIP/CETA Demonstrationen und aufbrandenden Massenprotesten der
Flüchtlinge z.B. gegen die Wohnsitzauflage, trat dieser Umschwung in
den letzten Wochen wieder deutlich hervor.
Allerdings
ist der linke
und revolutionäre Pol in Deutschland noch zu stark zersplittert.
Wir gehen davon aus, dass gegenwärtig mindestens 100.000 Menschen
zum revolutionären Potential in Deutschland gehören.
Millionen
Menschen
suchen
nach gesellschaftlichen Alternativen.
Aber viele
haben auf Grund der systematisch betriebenen antikommunistischen
Politik der gesellschaftlichen Isolierung durch Medien und
Staatsorgane noch nie von der MLPD gehört. Es geht also um eine enge
Zusammenarbeit
im Geist des proletarischen Internationalismus gegen den Rechtsruck
der Regierung.
Wieweit
ist dieses Bündnis bisher gediehen?
Auf
Grundlage von zum Teil jahrelanger Zusammenarbeit gab es bislang drei
Treffen, bei denen
sich
der Kern des Bündnisses
herausbildete.
Das sind vor allem: AGİF, Almanya Göçmen İşçiler Federasyonu -
Föderation der Arbeitsimmigrant/Innen in Deutschland; ATİF, Almanya
Türkiyeli İşçiler Federasyonu - Föderation
der ArbeiterInnen aus der Türkei in Deutschland; ADHF,
Almanya Demokratik Haklar Federasyonu - Föderation
für demokratische Rechte in Deutschland; PFLP,
Popular
Front for the Liberation of Palestine
- Volksfront
zur Befreiung Palästinas; Komala/KP
Iran, Komala/Kommunistische Partei Iran; PYD Rojava, Partiya Yekitîya
Demokrat - Partei
der Demokratischen Union Rojava;
MLPD, REBELL, Linkes Forum Radevormwald
und
viele Einzelpersonen aus der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, der
kämpferischen Frauen-, Umwelt-, und der rebellischen Jugendbewegung.
Ebenso Repräsentanten der antifaschistischen und
internationalistischen Arbeit und Kulturschaffende. Zum Teil auch
Mitglieder anderer Parteien. Das ist ein vielversprechender Anfang,
der aber intensiv
ist und konsolidiert
werden muss. Das Bündnis hat sich bisher über Eckpunkte der
Zusammenarbeit, Grundsätze und die gemeinsame Kandidatur zur
Bundestagswahl 2017 verständigt. Außerdem haben wir
erste
gemeinsame kämpferische Flugblätter herausgegeben. In der
polarisierten Auseinandersetzung kurz nach der Errichtung der
faschistischen Diktatur in der Türkei haben wir uns mit einer
kämpferischen gemeinsamen Demonstration in Köln bewährt.
In
vielen Ländern, wie der Türkei, in Spanien und Griechenland sind in den
letzten Jahren solche Bündnisse entstanden. Die Bundestagswahlen
sind nicht der Zweck, aber ein guter Anlass
für den Aufbau dieses Bündnisses, das keineswegs nur
tagespolitische Bedeutung hat. Bei Wahlen sind die Menschen jedoch
besonders politisiert und man hat erweiterte Möglichkeiten der
Öffentlichkeitsarbeit. Wir halten es auch hier mit Lenin, der es als
„Kinderei“ bezeichnete, solange „der
Parlamentarismus in Deutschland politisch noch nicht erledigt ist“,
die Beteiligung daran abzulehnen.
Zugleich betont er, dass man verstehen muss, einen „andersartigen
Parlamentarismus hervorzubringen, der mit Opportunismus und Karrierismus nichts zu tun hat.“¹
Da Bündnislisten im
deutschen Wahlrecht nicht vorgesehen sind, hat sich das Bündnis
entschlossen, auf einer offenen Liste der MLPD zu kandidieren. Im
Unterschied zu früheren Wahlen, wo wir auf die Solidarität und
Unterstützung verschiedener fortschrittlicher Organisationen und
Menschen zählen konnten, streben wir dieses Mal eine
gleichberechtigte Zusammenarbeit an. Wir wollen vor allem, dass auf
den Listen eine repräsentative Zusammensetzung der internationalen
Solidarität, der fortschrittlichen Flüchtlingspolitik, des
antifaschistischen und antirassistischen Kampfes, des Kampfes für
Frieden, Freiheit und Sozialismus, der klassenkämpferischen Richtung
der Arbeiterbewegung, des Kampfs für die Befreiung der Frau und der
kämpferischen Jugendbewegung steht. Wer die Bündnisliste wählt,
wählt also nicht nur die MLPD, sondern eine ganze Richtung. Sie
versteht sich als wirkliche linke gesellschaftliche Alternative auf
den verschiedensten Gebieten. Es geht darum, an den
Grundmauern einer künftigen Einheitsfrontpolitik zu bauen.
Die
MLPD hat bereits im August im Auftrag des Bündnisses die Kandidatur
beim Bundeswahlleiter angemeldet. Jetzt kommt es darauf an, breit an
der Basis zu mobilisieren und viele Mitstreiterinnen und Mitstreiter
für dieses Bündnis zu gewinnen. Dafür steht der Wahlkongress am 2.
Oktober in Berlin, bei dem mehrere Hundert Delegierte erwartet
werden.
Du
hast gesagt, das Bündnis sei eine Antwort auf den Rechtsruck der
Regierung und die zunehmende gesellschaftliche Polarisierung. Wie hat
sich das in der letzten Zeit entwickelt und was ist da noch zu
erwarten?
Die
Krisenhaftigkeit des imperialistischen Weltsystems hat weiter
zugenommen. Ein materieller Hintergrund dafür ist die äußerst
labile Lage der Weltwirtschaft.
Wir haben es mit einer weltweiten schwankenden Stagnation in der
imperialistischen Weltwirtschaft zu tun, in der sich zugleich die
Vorboten einer neuen Weltwirtschafts- und Finanzkrise mehren. Die
Umweltkrise verschärft sich ungebremst. Kriege und politische Krisen
destabilisieren zudem
die
bürgerliche Gesellschaft. Die Krise der bürgerlichen
Flüchtlingspolitik bringt inzwischen die ganze Parteienlandschaft
durcheinander. Die EU steckt in einer tiefen Krise und die NATO ist
völlig uneinig bezüglich der Kriege in der Ukraine und in Syrien.
Dies
alles hat zu einer tiefen, politischen und sozialen Verunsicherung
unter den Massen geführt - eine internationale Erscheinung.
Obwohl
in Deutschland die Auswirkungen der Weltwirtschafts- und Finanzkrise
von 2008 bis 2014 noch mit am besten kompensiert werden konnten, ist
die Unzufriedenheit mit der Regierung sehr groß. Die große
Koalition von Angela Merkel und Sigmar Gabriel rutscht immer tiefer
in eine latente politische Krise, die die Möglichkeit der Auflösung
der großen Koalition real auf die Tagesordnung setzt. Das wurde
insbesondere bei den letzten Landtagswahlen deutlich. Nach
Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern hat sich in Berlin das
dritte Mal eine Situation ergeben, in der selbst eine große
Koalition nicht mehr möglich ist. Große Koalitionen galten seit
Jahren im parlamentarischen System in Deutschland als das letzte
Mittel,
um auf
jeden Fall noch eine Regierungsbildung zu erreichen. Sie ist
parlamentarisches Krisenmanagement. Wenn aber selbst dieses Mittel
immer weniger möglich wird, weil die so genannten großen
Volksparteien immer mehr an Rückhalt unter ihren Wählern verlieren,
führt das zu einer allgemein Destabilisierung der Gesellschaft. Die
Koalition der Bundesregierung aus CDU/CSU und SPD ist völlig
zerrüttet. Sowohl CDU als auch SPD haben historisch schlechte
Wahlergebnisse eingefahren. Zugleich ist es
der
reaktionären, rassistischen und faschistoiden AfD gelungen, einen
Teil
der Nichtwähler wieder an die Wahlurnen zu bekommen, die in den
letzten Jahren keinen Sinn mehr in Wahlen gesehen hatten. Das
Potenzial unter den Nichtwählern besteht aber nicht nur aus rechten,
sondern auch aus linken Wählern. Es wird unsere Aufgabe, dieses
fortschrittliche Wählerpotenzial zu mobilisieren und die Menschen
politisch zu aktivieren. Jeder, der nach einer gesellschaftlichen
Alternative links von den parlamentarischen Parteien im Bundestag
sucht, muss diese auch finden können. Wir müssen Profil zeigen und
uns dieser Polarisierung in der Gesellschaft stellen. Wir nutzen sie
für einen politischen Angriff auf die allein herrschenden
internationalen Übermonopole und den Rechtsruck der Bundesregierung.
Wir
müssen an der ganzen Bandbreite die reaktionäre Politik des allein
herrschenden internationalen Finanzkapitals und seiner Vertreter in
Deutschland angreifen: die verschärfte Ausbeutung und die Abwälzung
ihrer Krisenlasten auf die Arbeiterklasse, die Faschisierung des
Staatsapparats, die Begünstigung ultrareaktionärer und
faschistischer Kräfte, die zerstörerische Umweltpolitik, die
reaktionäre Familien- und Frauenpolitik, die Erdrosselung der
kleinen und mittleren Bauern durch die Lebensmittelmonopole oder
die
repressive Flüchtlingspolitik.
Aber
das Bündnis repräsentiert nicht nur einen „Gegen“pol. Es steht
für die Errungenschaften des Kampfes um eine neue Qualität des
proletarischen Internationalismus (wie im Solidaritätspakt mit dem
kurdischen Befreiungskampf erprobt), den offensiven Kampf der
Arbeiterklasse, den rebellischen Kampf um die Zukunft der Jugend usw.
Welche
Bedeutung hat der Wahlkongress am 2. Oktober?
Auf
dem Bündnistreffen am 23. Juli 2016 wurde einstimmig beschlossen, am
2. Oktober 2016 einen Wahlkongress durchzuführen. Er soll der
Startschuss werden, ab dem das Bündnis an der Basis
Gestalt
annimmt.
Nachdem
die bisherigen Treffen eher von Delegationen oder Repräsentanten der
beteiligten Organisationen besucht waren, ist der Wahlkongress das
erste, größere öffentliche Massentreffen.
Erst
wenn das Bündnis die Massen ergreift, wird es zu einer wirklichen
Alternative.
Dort
werden wir auch
die
Grundsätze des Bündnisses und das Wahlmanifest verabschieden.
Außerdem
wird der Kongress erste Grundlinien zu den gemeinsamen Kandidaten
beraten. Die Koordinierungsgruppe hat zudem vorgeschlagen, einen
„Bündnis-Rat“
einzurichten. Er soll sich aus den Trägerorganisationen und einigen
Einzelpersonen zusammensetzen und zwischen Bündnistreffen und
Kongressen Umsetzungsentscheidungen treffen.
Der
Wahlkongress hat große Bedeutung, um die weiteren Aufgaben zu
vereinheitlichen, um einen entsprechenden gesellschaftlichen Anspruch
anzumelden. Wer
uns sucht, muss uns als gesellschaftliche Alternative finden!
Bei den Demonstrationen am 17. September gegen TTIP und CETA haben
sich Hunderte von Menschen für dieses Bündnis interessiert. Es gibt
ein wachsendes Potenzial: Die parlamentarische Linke in Berlin vermag
es bisher kaum, sich in
dieser
gesellschaftlichen Polarisierung zu behaupten und eine wirkliche
gesellschaftliche Alternative darzustellen.
In
den nächsten Wochen werden die am Bündnis Beteiligten die
Kandidatinnen und Kandidaten der 16 Landeslisten und möglichst viele
Direktkandidaten aufstellen. Dann
kommt der Kampf um zehntausende Unterstützungsunterschriften. Er
muss in seinem Wesen zum Aufbau des breiten Bündnisses unter den
Massen führen. Dazu braucht es örtliche
und regionale Organisationsformen,
für die unsere Wählerinitiativen in der Vergangenheit eine gute
Erfahrung bildeten.
Immer
wieder hört man den Wunsch zum „Zusammenschluss aller Linken“ -
was sagst Du zu diesem Konzept?
Sicherlich
ist die kleinbürgerliche Linke,
wie
die Linkspartei, nicht der Hauptgegner unserer taktischen Offensive.
Wir sind offen für alle Mitglieder der Linkspartei, der DKP oder andere
Linke, die auf Grundlage des Kampfes zusammenarbeiten wollen.
Allerdings muss man auch klar sagen, dass die Führung und weite
Teile der Linkspartei einen reformistischen und rein
parlamentarischen Weg verfolgen. Die
Linkspartei kritisiert berechtigt einzelne Ungerechtigkeiten – um
dann an Illusionen von einer „sozialen Marktwirtschaft“ oder
einem „Sozialstaat“ zu appellieren. Tatsächlich gehören diese
Lebenslügen in die Mottenkiste des Kapitalismus. Es ist Ausdruck der
latenten politischen Krise, dass die herkömmlichen, bürgerlichen
Parteien diese Lebenslügen kaum noch bemühen, weil sie inzwischen
unter den Massen einen schalen Beigeschmack bekommen haben. Warum
sollte ausgerechnet eine linke Partei jetzt hergehen, diese Modelle
wieder aufpolieren und neue Illusionen in das System verbreiten?
Wir wollen dem Kapitalismus kein neues Leben einhauchen, sondern eine
wirkliche gesellschaftliche Alternative formieren. Das ist der
wesentliche Unterschied zwischen der „Linken“ und dem
internationalistischen Bündnis.
Die
Alternative zur derzeitigen Politik kann keine Koalition mit SPD und
Grünen sein, wie es inzwischen im Entwurf zur Wahlkampfstrategie der Linkspartei durch ihren Wahlkampfleiter Matthias Höhn
verkündet
wurde. Die Linkspartei wird damit genauso enden, wie SYRIZA in
Griechenland. SYRIZA geht inzwischen völlig darin auf, die Auflagen
der ehemals verhassten Troika aus IWF, Weltbank und EU gegen die
Massen umzusetzen.
In einem solchen Bündnis muss natürlich genügend Platz für alle Beteiligten sein, um auch ihre eigene Identität zu wahren und zu entwickeln. Die MLPD wird entsprechend einerseits eine eigenständige taktische Offensive für den echten Sozialismus und gegen den modernen Antikommunismus durchführen. Ihre Leitlinie lautet „Radikal links, revolutionär, für den echten Sozialismus!“. Gleichzeitig werden wir den Aufbau und Wahlkampf des Bündnisses aktiv fördern. Ebenso bestärken wir die anderen Organisationen, eine eigenständige Arbeit mit ihrem besonderen Profil zu entwickeln.
Für die MLPD durchdringt sich die taktische Offensive mit dem theoretischen und praktischen Selbstveränderungsprozess der Kritik-Selbstkritik-Kampagne. Mit ihr hat sich die MLPD die neue Qualität des proletarischen Internationalismus und die Umweltarbeit als zweitwichtigste Kampflinie erkämpft. Als eine wesentliche Aufgabe der MLPD sehen wir, Verantwortung für die grundsätzliche gesellschaftliche Lösung der Menschheitsfragen zu übernehmen und für den echten Sozialismus zu werben. Er macht sich alle fortschrittlichen Ideen und Errungenschaften zu eigen und lernt auch aus Fehlern der Vergangenheit.
Darin besteht gerade die neue gesellschaftliche Rolle der MLPD, dass sie dazu immer besser in der Lage ist. Wir gewinnen die Arbeiter für den Weg der Arbeiteroffensive in der Einheit von sozialer und ökologischer Frage. Wir verwirklichen eine proletarische Flüchtlingspolitik, stärken die Errungenschaften der neuen Qualität des proletarischen Internationalismus und die revolutionäre Weltorganisation ICOR. Wir fördern die Rebellion der Jugend und stärken den Aufbau von REBELL zum Jugendmassenverband und die Kinderorganisation ROTFÜCHSE. Bei alledem gilt, den echten Sozialismus als gesellschaftliche Alternative zu verankern. Deshalb ist eines unser wichtigsten Dokumente in der taktischen Offensive - neben dem aktuellen Wahlprogramm - auch unser aktualisiertes Parteiprogramm: Wir wollen es zehntausendfach verbreiten. Es ist das Programm der Marxistisch-Leninistischen Partei für die jetzige Etappe des Klassenkampfs. Mit ihm wollen wir viele neue, vor allem jüngere Leute gewinnen, sich unserem organisierten Kampf anzuschließen. Ein wesentlicher Maßstab für diese taktische Offensive wird, ob es gelingt, viele Menschen aus der politischen Passivität zur organisierten Aktivität zu bewegen. Deshalb wird unser Wahlkampf sich deutlich von der Propagandaschlacht der bürgerlichen Parteien unterscheiden, die die Leute nur mit Fernsehspots, Talkshows und Wahlmaterial besoffen machen. Wir werden uns an Demonstrationen, Aktivitäten und der Praxis der Massen beteiligen und auf diese Weise den besonderen Charakter dieses internationalistischen Bündnisses unter dem Massen verankern.
Es ist wichtig, dass unsere Mitgliedschaft versteht, in dnächster Zeit alle praktischen Aktivitäten in engem Zusammenhang mit der Stärkung des Bündnisses zu betreiben. Das war bei den Demonstrationen der letzten Wochen noch nicht überall der Fall.
Wir
Marxisten-Leninisten verbinden unsere Kleinarbeit unter den Massen
mit einem weltanschaulichen Kampf gegen
die Lebenslügen des kapitalistischen Systems - aufbauend
auf einer fundierten Kapitalismuskritik, überzeugend für die
kommunistische Freiheitsideologie. Wir müssen Klarheit schaffen,
dass alle zentralen Probleme der kapitalistischen Gesellschaft
systemimmanent sind. Dass zur Lösung der wichtigen
Menschheitsfragen, der Imperialismus beseitigt und der Sozialismus
aufgebaut werden muss. Dazu gehört, den Massen zu helfen, mit dem
modernen Antikommunismus fertig zu werden, der sie wie ein Damm von
dieser gesellschaftlichen Alternative abhält. In
diesem Zusammenhang werden wir nächstes Jahr auch
das Jubiläum „100 Jahre Oktoberrevolution“ und die Kampagne der
ICOR dazu nutzen. Immerhin hat diese Revolution gezeigt, wie eine
proletarische Revolution und der Aufbau des Sozialismus selbst in
einem wirtschaftlich sehr rückschrittlichen Land möglich wurde.
Lebensnerv
der taktischen Offensive
und
zugleich die wesentliche neue Anforderung ist also die Dialektik
zwischen der eigenständigen Arbeit der MLPD einerseits, und der
vollen Verantwortung für den Aufbau des Bündnisses andererseits.
Es
liegt in der Natur der Sache, dass eine solche neue Aufgabe mit einem
großen
Lern- und Selbstveränderungsprozess
einhergeht. Jeder ideenlose Schematismus, ängstliche Konservatismus,
sektiererisches Verhalten gegenüber Bündnispartnern, aber auch
opportunistische Anpassung oder Verwischen von Unterschieden zwischen
MLPD und dem Bündnis muss überwunden werden. Ich
bin überzeugt, dass das hervorragend gelingen wird.
Wir
wünschen diesem zukunftsweisenden Projekt viel Erfolg!
¹ Lenin Werke, Band 31, S. 44 und 85
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