Sonntag, 8. März 2015
Pegida-Anhänger drohen Fotografen
Zig Anrufe mit unbekannter Nummer. Unflätige Beschimpfungen per SMS, auf Facebook und konkrete Drohungen per E-Mail und am Telefon – das ist das Ergebnis eines kleinen Zettels, den der Fotograf Andreas Hilger in seinen Laden auf der Bautzner Straße gehängt hat. Seine Botschaft: Anhänger, Sympathisanten und Versteher der Pegida-Bewegung sind bei ihm nicht erwünscht.
Auslöser war für Hilger der Montag Abend, hautnah hat er am Theaterplatz den Hass gegen Ausländer mitbekommen. “Ich wollte ein Statement setzen”, sagt er heute. Den Zettel hat er fotografiert und bei Facebook veröffentlicht. Gestern wurde das Foto dann auf der Pegida-Facebook-Site veröffentlicht, die Reaktionen kamen prompt. Nach den ersten Gewaltandrohungen informierte Hilger die Polizei. Die riet ihm, den Zettel doch lieber zu entfernen. “Bevor mir nun wirklich Steine ins Schaufenster krachen, habe ich den Hinweis nun lieber abgenommen”, sagt Hilger. Während wir heute Nachmittag noch sprechen, klingelt wieder das Telefon. Diesmal wird Hilger als Faschist beschimpft. Der Fotograf kann nur noch den Kopf schütteln.
Erst vor einigen Wochen war eine Neustädter Ladenbesitzerin bedroht worden, damals von der Gegenseite. Sie hatte sich zu Pegida bekannt und daraufhin Drohungen aus Antifa-Kreisen erhalten. Außer einem aufgebrochenen Briefkasten blieb ihr Laden aber von tatsächlicher Gewalt verschont. Auch der Neustädter Zeichner Willy musste nach einer Rede auf der Pegida-Bühne einen Shitstorm über sich ergehen lassen.
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