Dienstag, 17. März 2015

Jobcenter sind akut unterbesetzt

10.03.2015 15 Personalräte des Jobcenters haben in einem Brandbrief an die Bundesregierung, den Hamburger Senat und die eigene Geschäftsführung auf die Überlastung der Mitarbeiter aufmerksam gemacht. In dem Schreiben geht es insbesondere um die zusätzlichen Aufgaben, die die 2.200 Beschäftigten unter anderem durch neue Computer-Programme und veränderte Arbeitsprozesse erfüllen müssen. Die Aufgaben würden immer umfangreicher, ohne dass ausreichend Personal vorhanden sei, kritisiert Ver.di-Fachbereichsleiterin Sieglinde Frieß im Gespräch mit dem „Hamburger Abendblatt“. Leidtragende sind letztlich die Hartz IV-Leistungsberechtigte „Seit Jahren stagnieren die Verwaltungskostenbudgets in den Jobcentern, und der Druck auf die Mitarbeiter steigt permanent", so Frieß weiter. Den Jobcenter-Mitarbeitern zufolge verzögere sich derzeit die Bearbeitung von Hartz IV-Anträgen aufgrund einer Systemumstellung. Allein dafür benötigten die Jobcenter 128 zusätzliche Arbeitskräfte, wie Berechnungen der Personalräte ergeben hätten. Darüber hinaus habe sich die Situation durch die Änderungen im Asylbewerbergesetz deutlich zugespitzt. Seit dem 1. März sind die Jobcenter-Mitarbeiter auch für etwa 2.000 Asylbewerber zuständig, die zuvor vom Sozialamt betreut wurden. „Das bedeutet eine zusätzliche Aufgabe, ohne dass es zusätzliches Personal gibt", erläutert Frieß. „Die pünktliche Zahlung der existenzsichernden Leistungen hat in den Leistungsteams absolute Priorität. Wir beobachten das operative Geschäft laufend sehr aufmerksam. Die Kolleginnen und Kollegen dort machen auch und gerade jetzt einen guten Job“, betont Jobcenter-Vize Oliver Weiße gegenüber der Zeitung. Dennoch kommt es immer wieder zu Verzögerungen bei der Auszahlung von Leistungen. Vor allem bei Änderungen wie Heizkostenerhöhungen müssen viele Hartz IV-Bezieher derzeit länger auf ihr Geld warten. Michaela Bagger von der Agentur für Arbeit nimmt die Sorgen der Jobcenter-Mitarbeit ernst. Auch sie sehe, dass der Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter durch die neue Software und die gleichzeitige Einführung des Vier-Augen-Prinzips gestiegen sei. „Es bietet dafür aber mehr Sicherheit vor Bearbeitungsfehlern und hat außerdem zur Folge, dass Kontroll- und Berichtspflichten entfallen“, so Bagger gegenüber der Zeitung.

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