Sonntag, 15. September 2013
[Hoppetosse] Veranstaltungstour Anfang Oktober in den Südwesten
Hallo,
es gibt eine Veranstaltungsreise in den Südwesten. Im Kern steht ein
Direct-Action-Wochenende vom 4.-6.10. in Basel. Davor und danach ist
Platz für weitere Veranstaltungen im Südwesten bzw. der Schweiz.
Angefragt ist schon was in Stuttgart ... ansonsten kann gerne alles
dazukommen zwischen Rhein-Main über Rhein-Neckar eben bis in die
Schweiz.
Wer mit einer Veranstaltung dabei sein will, sollte sich melden.
Verschiedene Themen sind möglich. Denkbar wäre, wo noch nicht
gelaufen, eine der beiden bekannten Ton-Bilder-Schauen "Monsanto auf
Deutsch" und "Fiese Tricks von Polizei und Justiz". Drei recht neue
Themen mache ich auch - siehe die Liste unten.
Würde mich freuen, wenn es dazu kommt. Unten die Liste aktueller
Themen. Mehr unter www.vortragsangebote.de.vu.
Gruß, Jörg
Themen und Ankündigungstext-Vorschläge:
RWE - der Kampf um Kohle und Posten
Klimawandel ist in aller Munde - und manchem Keller. Dennoch reißen
große Energiekonzerne tiefe Löcher in die Erde, vertreiben die
EinwohnerInnen ganzer Dörfer, um dann ihre Häuser abzureißen und
blasen riesige Mengen klimaschädlicher Gase, dazu
gesundheitsschädliche Stoffe von Feinstaub bis Radioaktivität in die
Luft. Der Hintergrund: Ein enger Filz von Konzernen und Behörden
sichert die lukrative Rücksichtslosigkeit. Der größe der Konzerne
agiert im bevölkerungsreichsten Bundesland: RWE und Landespolitik,
dazu Bundesbehörden, regionale Ämter und PolitikerInnen, Parteien
und Lobbyisten ruinierenUmwelt und Gesundheit! Die brisante und
unterhaltsame Ton-Bilder-Schau wirft einen Blick hinter diese
Kulissen nordrhein-westfälischer Machtpolitik, zeigt aber auch den
zähen und zunehmenden Protest gegen Kohleabbau und Klimawandel.
Die Mischung macht's - erfolgreiche Strategien des Widerstandes am
Beispiel der Agrogentechnik
Seit 2004 starteten Gentechnikkonzerne und Lobbygruppen eine neue
Kampagne zur Durchsetzung ihrer Profitinteressen und zur Anlage von
Feldern mit manipulierten Pflanzen. Ab 2005 entwickelte sich - wie
schon Mitte der 90er Jahre - eine spannende Mischung des
Widerstandes: Feldbefreiungen, Feldbesetzungen, Aktionen vor
Konzernzentralen und -versammlungen, Recherchen hinter den Kulissen,
brisante Veröffentlichungen und viele informative Veranstaltungen.
Mit Erfolg: 2012 gab es kam noch Felder und die großen Konzerne
kündigten ihren Abgang aus Deutschland an – und der Sommer 2013 wird
wahrscheinlich ganz ohne gv-Pflanzen ablaufen. Da lohnt sich der
Rückblick: Was macht solche Widerstandsstrategien aus? Und was lässt
sich daraus für andere Kampagnen und Aktionen lernen - z.B. für den
Widerstand gegen Atom oder Kohle, Tierfabriken oder Schlachthöfe,
Nazis oder Sozialabbau, Militär oder Repression. Fotos, kurze Filme
und ausgewählte Anekdoten machen die Ton-Bilder-Schau zu einer
rasanten Erinnerung an vergangene Protestjahre. Dann folgen Thesen
für eine entschlossenere Protestkultur auch zu anderen Themen. Am
Ende besteht die Gelegenheit zur Debatte, Entwicklung eigener Ideen
und für konkrete Verabredungen …
Macht macht Umwelt kaputt - über den Zusammenhang von Herrschaft und
Umweltzerstörung
Herrschaft bedeutet die Möglichkeit, Abläufe und Verhältnisse so
regeln zu können, dass andere die negativen Folgen erleiden müssen.
Umweltzerstörung basiert regelmäßig auf diesem Prinzip: Industrie
und ihre Staaten graben in armen Regionen nach Energiequellen und
Rohstoffen, transportieren schiffeweise Nahrungsmittel oder Holz zu
sich und kippen den Müll wieder in die Peripherien zurück. Städte
nutzen das Umland für Bauflächen, Straßentrassen und Müllhalden. Die
Natur zählt nichts, weil die Menschen in ihr still sind oder still
gehalten werden. Wer Umwelt dauerhaft schützen will, muss daher die
Machtfrage stellen. Doch was geschieht tatsächlich? Selbst
Umweltver-bände setzen auf Staat, Umweltpolizei, Gesetze und Firmen,
um die Welt grün zu halten. Diese Schüsse gehen nach hinten los -
schon seit Jahrzehnten. Nötig ist eine Umweltschutzstrategie, die
die Menschen ermächtigt, ihr Leben wieder selbst zu organisieren –
ohne Hierarchien und Privilegien. Nur ein Umweltschutz von unten ist
grundlegend und dauerhaft wirksam.
Den Kopf entlasten: Kritik anti-emanzipatorischer Positionen in
politischen Bewegungen
Monsanto ist schuld. Nein, die Bilderberger. Quatsch, der
Finanzkapital macht alles kaputt. Völkerrechtswidrige Kriege lehnen
wir ab - demokratisch bomben ist schöner. Härtere Strafen für Nazis,
Vergewaltiger und Umweltsünder. Was nichts kostet, ist auch nichts
wert. Mehr Kontrolle für Richter und Polizei. Leitungsnetze ausbauen
für die Windenergie. Stärke des Rechts statt Recht des Stärkeren.
Der Mensch ist halt ein Herdentier (oder neu: Schwarm). NPD-Verbot
jetzt!
So oder ähnlich klingen viele politische Forderungen. Was sie
gemeinsam haben: Sie blenden Machtebenen aus, verkürzten komplexe
Herrschaftsanalysen und spielen mit den Mitteln des Populismus.
Statt Menschen zu eigenständigem Denken und kritischem Hinterfragen
anzuregen, wollen sie billige Zustimmung einfangen - zwecks
politischer Beeinflussung, Sammeln von AnhängerInnen und WählerInnen
oder auf der Suche nach dem schnöden Mammon in Form von Spenden und
Mitgliedsbeiträgen. Auf diese Weise betreiben viele Gruppen das
Geschäft derer, die an den Hebeln der Macht sitzen. Sie wollen
Einzelprobleme lösen und verschärfen dabei die Ursachen von Profit,
Ausbeutungen, Unterdrückung und Umweltzerstörung. Wer das Gute will,
dabei aber die Befreiung der Menschen außer Acht lässt, wird schnell
zur Hilfstruppe derer, die immer mehr Kontrolle und Steuerungsmittel
wollen - und auch immer das Beste versprechen.
Im Vortrag (bzw. Workshop) werden Prinzipien anti-emanzipatorischer
Theorien, politischer Konzepte und Welterklärungen benannt und dann
Beispiele vorgestellt, über die jeweils auch kurze Debatten möglich
sind. (Infoseite dazu: www.kopfentlastung.de.vu)
Monsanto auf Deutsch - Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und
Gentechnikkonzernen
Kennen Sie Filme oder Bücher über Monsanto? Immer wieder wird einen
intensiver Filz zwischen Konzern und Aufsichtsbehörden aufgedeckt.
Doch St. Louis, der Firmensitz des Round-up- und
Agent-Orange-Herstellers, ist weit weg. Wie aber sieht es in
Deutschland aus? Warum werden hier Jahr für Jahr immer neue Felder
angelegt, obwohl 80 Prozent der Menschen keine Gentechnik im Essen
wollen? Warum fließen Steuergelder auch dieser 80 Prozent fast nur
noch in die Gentechnik, wenn es um landwirtschaftliche Forschung
geht? Der Blick hinter die Kulissen der Gentechnik mit ihren
mafiosen Strukturen und skandalösen Zustände bei Genehmigungen und
Geldvergabe bietet eine erschütternde Erklärung, warum die
überwältigende Ablehnung und der gesetzlich eigentlich vorhandene
Schutz gentechnikfreier Landwirtschaft (einschließlich Imkerei)
gegenüber der grünen Gentechnik so wenig Wirkung hat. Denn: In den
vergangenen Jahrzehnten sind alle relevanten Posten in
Genehmigungsbehörden, Bundesfachanstalten und geldvergebenden
Ministerien mit GentechnikbefürworterInnen besetzt worden. Die
meisten von ihnen sind direkt in die Gentechnikkonzerne eingebunden.
Mafiose Geflechte von Kleinstunternehmen und seltsamen
Biotechnologieparks names Biotechfarm oder Agrobiotechnikum sind
entstanden, zwischen denen Aufträge und Gelder erst veruntreut und
dann hin- und hergeschoben werden, bis sich ihre Spur auf den Konten
der Beteiligten verliert. Es wird Zeit für einen Widerstand an den
Orten der Seilschaften.
In der Veranstaltung werden minutiös die Seilschaften zwischen
Behörden, staatlicher und privater Forschung, Konzernen und
Lobbyorganisationen durchleuchtet. Jeweils eine Firma (BioOK), eine
Behörde (BVL = Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit), das wichtigste Forschungszentrum
AgroBioTechnikum (nahe Rostock) und der Lobbyverband InnoPlanta mit
den jeweiligen Firmengeflechten werden vorgestellt. Am Beispiel
eines kleinen Versuchsfeldes zeigt sich: Deutsche Genfelder sind
nichts als Fördermittelbetrug, Schlamperei und der Wille, die
Auskreuzung aktiv herbeizuführen.
Um die Wut zu Entschlossenheit statt zur Ohnmacht zu wenden, bildet
ein Ausblick auf Möglichkeiten des Widerstandes den Abschluss: "Wer
nach mehr Forschung ruft oder sich auf staatliche Stellen verlässt,
ist verlassen. Gentechnikfreiheit gibt es nur dann, wenn die 80
Prozent Ablehnung sich auch zeigen!"
--
Jörg Bergstedt, 06401/90328-3, Fax 03212-1434654, Mobil 01522-8728353
c/o Projektwerkstatt, Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen
Achtung! Neuer PGP ... siehe unter
www.projektwerkstatt.de/feedback.html!
www.projektwerkstatt.de - und von dort in über 12000 Themenseiten!
Projektwerkstätten leben davon, dass woanders Sachen übrig sind:
Eine Liste, was gebraucht wird, ist unter
www.projektwerkstatt.de/gesucht zu finden. Eck-Klokasten,
Videokamera, kleines Audio-Aufnahmegerät, Beamer, 2-Liter(oder
mehr)-Wasserkocher, mobiler Drucker mit USB-Kabel und ständig
Verbrauchsmaterialien (Kopierpapier, Bits, CDs zum Brennen,
Schweißelektroden ...). Lange VGA- und S-Video(verlängerungs)kabel.
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