Montag, 18. März 2019

Ein Jahr nach dem Mord an Marielle Franco: Der brasilianische Präsident mit dem festgenommenen Tatverdächtigen auf einem Foto. Der leitende Ermittler – versetzt: Weltweite Proteste



„Kurz bevor sich der Mord an der linken Stadträtin Marielle Franco und  
ihrem Fahrer Anderson Gomes in Rio de Janeiro zum ersten Mal jährt,  
melden die Ermittler einen Erfolg: Zwei Männer wurden am frühen  
Dienstagmorgen im Norden der Stadt festgenommen. Ronnie Lessa und  
Élcio Vieira de Queiroz, zwei Ex-Militärpolizisten, werden  
verdächtigt, Franco und Gomes in der Nacht des 14. März 2018  
erschossen zu haben. Lessa soll die 13 Schüsse aus einer MP5 abgegeben  
haben. Vier trafen Franco in den Kopf, die anderen ihren Fahrer. Ihre  
Assistentin überlebte verletzt. Queiroz soll den Wagen gesteuert  
haben. Eine Telefonüberwachung hatte die Ermittler auf Lessa gebracht.  
Er soll monatelang zu Francos Gewohnheiten, Adressen und Angehörigen  
sowie über die spätere halbautomatische Tatwaffe recherchiert haben.  
In den letzten Monaten wurden die Ermittlungen von mehreren Pannen  
überschattet. Mehrfach waren Verdächtige vor Polizeioperationen  
gewarnt worden, Dutzende Verdächtige entkamen so ihrer Festnahme.  
Anfang März wurden deshalb zwei Polizisten verhaftet. Angehörige und  
Freunde von Franco begrüßten die Festnahmen, fordern aber, dass auch  
die Auftragsgeber ermittelt werden. Eine Spur führt direkt zum  
Staatspräsidenten. Der mutmaßliche Schütze lebt in derselben  
Wohnanlage, in der auch Jair Bolsonaro sein Haus hat. Zudem kursiert  
in den sozialen Medien ein Foto, das den Präsidenten in herzlicher  
Umarmung mit Queiroz zeigt…“ – aus dem Beitrag „Mörder gefasst, Fall  
ungelöst“ von Sunny Riedel am 14. März 2019 in der taz, der auch noch  
auf die zahlreichen Protestaktionen zu diesem ersten Jahrestag des  
Mordes verweist. Siehe zu den aktuellen Entwicklungen um den Mord an  
Marielle Franco drei weitere Beiträge, sowie zwei Aktionsberichte und  
Überblicke zum Jahrestag - und den Hinweis auf unseren bisher letzten  
Bericht dazu
http://www.labournet.de/?p=145781

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