Sonntag, 6. Januar 2019
Nach 37 Toten und 219 Verletzten Ende 2018: Neue Verhaftungswelle im Sudan nach Manifest für "Freiheit und Veränderung" oppositioneller Gruppierungen und lokaler Widerstandskomitees
„Bei Protesten gegen die sudanesische Regierung von Präsident Omar al
Baschir wurden Ende Dezember mindestens 37 Menschen getötet und
weitere 219 verletzt. Hunderte weitere wurden verhaftet, als die
Polizei mit brutaler Gewalt Demonstrationen gegen die steigenden
Kosten für Grundnahrungsmittel wie Brot niederschlug. Unter den
Verhafteten befanden sich 14 Anführer der Oppositionskoalition
National Consensus Forces, darunter auch deren Vorsitzender, der
85-jährige Farouk Abu Issa, der sich in einem schlechten
gesundheitlichen Zustand befindet. Weitere Verhaftete sind ein hoher
Funktionär der Kommunistischen Partei des Sudan sowie Anführer der
pan-arabischen Baath- und der Nasseristischen Partei. Die Behörden
haben außerdem soziale Netzwerke gesperrt und Internetdienste
unterbrochen, damit die Demonstranten nicht miteinander kommunizieren
können. (…) Die Sudanese Professionals Association begann am letzten
Montag einen landesweiten Streik. Sie erklärte, die
Arbeitsniederlegungen sollten die Regierung „lahmlegen“ und ihr die
dringend benötigten Einnahmen vorenthalten. Die Kommunistische Partei
rief die Oppositionsgruppen in einer Stellungnahme auf, die Proteste
fortzusetzen: „Wir rufen die sudanesische Bevölkerung auf, ihre
Demonstrationen fortzusetzen, bis sie erfolgreich das Regime gestürzt
haben. Auch die beiden größten Parteien des Landes, die Umma Party und
die Democratic Unionist Party, fordern Baschirs Rücktritt…“ – aus dem
Beitrag „Dutzende Todesopfer bei Protesten gegen Sparpolitik und
Unterdrückung im Sudan“ von Jean Shaoul am 03. Januar 2019 bei wsws,
in dem die neueste Verhaftungswelle am selben Tag noch nicht
Gegenstand der Berichterstattung ist. Zur aktuellen Entwicklung im
Sudan unsere Materialsammlung mit zwei weiteren aktuellen Beiträgen
(auch zu bevorstehenden Aktionen), einem Videobericht zur Fortsetzung
der Proteste auch in der Provinz, sowie zwei Beiträgen zur
Veröffentlichung der gemeinsamen Erklärung für Veränderung, die auch
von Aktiven zahlreicher neu gebildeter lokaler Widerstandskomitees
unterzeichnet wurde
http://www.labournet.de/?p=142227
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