Getrübte Konjunkturprognosen für BRD. Apple-Gewinnwarnung drückt Börsenkurse
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Gebanntes Hoffen auf ein Ende der Talfahrten
Foto: Richard Drew/AP Photo
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Das deutsche Kapital stellt sich zum Jahresauftakt auf weniger gemütliche Zeiten ein. Zwar wird auch 2019 mit Wirtschaftswachstum gerechnet. »Aber konjunkturell sind die besten Zeiten vorbei«, sagte der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Dieter Kempf, der Deutschen Presseagenturam Freitag. Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Ingo Kramer, sagte: »Es gibt am Horizont Gewitterwolken, die relativ nah sind.«
Einige Forschungsinstitute hatten ihre Konjunkturprognosen zuletzt heruntergeschraubt. Der Sachverständigenrat der Bundesregierung rechnet für 2019 noch mit einem Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent, nach erwarteten 1,6 Prozent für 2018. Der Industrieverband unterstellt bei seiner Prognose, dass sich ein »Brexit« ohne Abkommen vermeiden lässt, also ein ungeordneter Ausstieg Großbritanniens aus der EU mit drastischen Folgen – und dass daneben höhere US-Importzölle auf Autos aus der EU ausbleiben.
Trübe Aussichten herrschten zuletzt auch bei Spekulanten in den Vereinigten Staaten. Gesenkte Umsatzerwartungen des I-Phone-Herstellers Apple und beunruhigende Daten aus der US-Industrie haben am Donnerstag die US-Börsenwerte deutlich absinken lassen. Die Gewinnwarnung des Technologieriesen hätten zunächst die bereits bestehenden Sorgen der Spekulanten um die allgemeine Wirtschaftslage weiter verstärkt, hieß es.
Der Aktienwert von Apple an der Wall Street ging um mehr als neun Prozent nach unten, nachdem das Unternehmen seine Investoren das erste Mal seit 2002 vor niedrigeren Profiten gewarnt hatte. Die Wertpapiere gaben um 9,96 Prozent nach und notierten bei Börsenschluss bei 142,19 Dollar. Das Unternehmen büßte damit fast 75 Milliarden Dollar an Börsenwert ein. Laut einem Bericht des britischen Guardian vom Donnerstag abend sei als Grund schwächeres Wirtschaftswachstum, vor allem in der Volksrepublik China genannt worden. (dpa/AFP/jW)

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