Dienstag, 12. September 2017
Widerstand gegen Macrons "Loi travail 2" 2017
a) Frankreich: Die Katze ist aus dem Sack, betreffend die
Arbeitsrechts-„Reform“ unter Emmanuel Macron - Teil 5
"Frankreich steht vor dem gewerkschaftlichen Aktionstag am morgigen
Dienstag, den 12. September gegen die regressive „Reform“ des
Arbeitsrechts. Ein weiterer Termin wurde durch die CGT-Spitze für den
21.09.17 angekündigt (auch, um Ex-Präsidentschaftskandidat Jean-Luc
Mélenchon mit seiner Initiative am 23. September zuvorzukommen). Von
Regierungsseite versteift man sich bereits im Vorfeld der
Sozialproteste darauf, nicht nachzugeben, und spekuliert stattdessen
bereits jetzt über gewalttätige Vorfälle. Die im August dieses Jahres
bestellten Tränengasvorräte sollen zumindest psychologisch bereits
ihre Wirkung tun... Präsident Emmanuel Macron führt
Widersprüche/Widerstände auf „Faulpelze“ und „Extremisten“ zurück, was
im Laufe des Wochenendes einige Reaktionen hervorrief..." Artikel von
Bernard Schmid vom 11.9.2017
http://www.labournet.de/?p=121312
Siehe zum Hintergrund:
b) Das neue Arbeitsgesetz: Die historische Revanche des Kapitals für
vier Erfolge der Gewerkschaftsbewegung in Frankreich
Die Erklärungen, die der französische Präsident in den letzten Tagen
öffentlich gemacht hat – unter anderem während seines Besuches in
Griechenland – nämlich, dass er die Gegenreform der Arbeitsgesetze in
jedem Fall mit äußerster Entschlossenheit durchsetzen werde
(Originalton „gegen alle Zyniker und Extremisten“) sind ein Indiz
dafür, dass es bei dieser gesellschaftlichen Auseinandersetzung um
mehr geht, als um die konkreten Maßnahmen, mit denen die Rechte der
Beschäftigten und der Gewerkschaften beschnitten werden sollen. In dem
Artikel „France. Loi travail 2: pour annuler 1936, 1945, 1968, 1981…“
von Christian Mahieux am 10. September 2017 bei Al’encontre
unterstreicht der Autor, langjähriger Koordinator des alternativen
Gewerkschaftsbundes SUD Solidaires, dass es für das französische
Kapital auch um eine Art historischer Abrechnung gehe mit vier
Einschnitten der jüngeren französischen Geschichte und der Revanche
dagegen – die mit den Jahreszahlen im Titel des Beitrags angedeutet
werden (1936 die Volksfront-Regierung mit einer Reihe von
Sozialreformen, 1945 nach der Befreiung vom Faschismus die Stärkung
der politischen Rechte der Arbeiterbewegung, 1968 mit einer Reihe von
Zugeständnissen aufgrund der explosiven politischen Entwicklung und
1981 mit der Regierung von SP und KP, die ebenfalls einige
Entwicklungen einleitete, die den Kapitalisten nicht gefielen).
Dementsprechend müsse die Orientierung nicht nur lauten, die
größtmögliche Mobilisierung an den bereits beschlossenen Aktionstagen
12. und 21. September, sondern auch, dies im Bewußtsein einer nötigen
längerfristigen Mobilisierung zu leisten.
http://alencontre.org/europe/france/france-loi-travail-2-pour-annuler-1936-1945-1968-1981.html
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