Samstag, 10. August 2013
Wenn US-Soldaten für Mexikos Kartelle töten
Sie trugen die amerikanische Uniform und trainierten für den Krieg: Drei Amerikaner standen im Dienst von Los Zetas und dem Juarez-Kartell. Weitere dürften folgen – längst haben Banden die US-Armee infiltriert.
Basler Zeitung vom 06.08.2013
Seit 2006 tobt in Mexiko der Drogenkrieg. In dieser Zeit sind im Konflikt mehr als 70'000 Menschen umgekommen. Die Opfer stammen teils aus Gefechten zwischen Sicherheitskräften und Drogenbanden, teils handelt es sich um unliebsame Kartellgegner, die von Auftragsmördern getötet wurden.
Als Auftragsmörder versuchen die mexikanischen Kartelle offenbar vermehrt auch gut ausgebildete US-Soldaten anzuwerben. Dies berichten Foxnews.com und das Nachrichtenportal «Business Insider» basierend auf einem vertraulichen FBI-Bericht.
Drei Soldaten überführt
Drei konkrete Fälle wurden erst kürzlich publik, in denen US-Soldaten in Auftragsmorde verwickelt waren. Ein texanisches Gericht verurteilte den 22-jährigen Soldaten Michael Apodaca am 25. Juli wegen Mordes. Der Artillerist hatte für das Juarez-Kartell 2009 ein Bandenmitglied getötet, welches als Informant für die US-Grenzbehörde aufgedeckt worden war.
Im September 2012 gestand der ehemalige Leutnant Kevin Corley ebenfalls vor einem texanischen Gericht, sich den Los Zetas als Auftragsmörder angeboten zu haben. Der 29-jährige Corley war aufgeflogen, als er seine Dienste verdeckten US-Ermittlern anbot. Bei einem Gespräch mit den Ermittlern, die sich als Zetas-Mitglieder ausgaben, erklärte er sich auch bereit, die Kampfausbildung von Kartellmitgliedern zu übernehmen und die Organisation mit Waffen zu versorgen. Corley droht eine Haftstrafe von zehn Jahren bis lebenslänglich.
Zu guter Letzt wurde Unteroffizier Samuel Walker Mitte Juni 2013 zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt, weil er im November 2012 einen Auftragsmord für Los Zetas ausgeführt hatte.
Das Dreifache des Monatslohns verdient
Bei Fred Burton, Sicherheitsspezialist beim Thinktank Stratfor, lösen die drei Fälle Unbehagen aus. Gegenüber Foxnews.com sagt er: «Ich finde es beunruhigend, dass Personen mit militärischer Kampfausbildung in den Reihen der Drogenkartelle auftauchen.»
In Anbetracht der schlechten Bezahlung des amerikanischen Militärpersonals zeigt sich Burton jedoch wenig erstaunt über die Entwicklung. Michael Apodaca habe 5000 US-Dollar für den Mord erhalten, fast das Dreifache seines Monatslohns als Soldat. Corley und Walker verdienten 4500 beziehungsweise 2500 US-Dollar monatlich. Beide verlangten von den Zetas 50'000 US-Dollar und Drogen als Entlöhnung.
Bandenmitglieder in den Reihen der Armee
Dass die US-Armee womöglich noch öfters mit Kartellmördern in den eigenen Reihen konfrontiert werden könnte, darauf weist der Bericht des FBI hin. Laut der Abteilung für Bandenkriminalität wird die Verbindung von Mexikos Drogenkartellen mit Banden der amerikanischen Seite der Grenze stetig enger.
Die amerikanischen Banden wiederum haben die US-Armee längst infiltriert. Die Bundesbehörde hat allein 2011 Mitglieder von 53 Banden im Militär identifiziert. Für Kartelle wie Los Zetas dürfte es somit über kurz oder lang nur noch einfacher werden, US-Soldaten für Auftragsmorde anzuheuern. (kpn)
Erstellt: 06.08.2013, 20:18 Uhr
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