NEWSLETTER 16. - 31. März 2019
|
|
Leipzig, 13.- 17. März, Mittwoch-Sonntag
Ortsbegehung / Ausstellung / Symposium
Riebeckstraße 63. Verfolgung – Ausgrenzung – Verwahrung. Die ehemalige städtische Arbeitsanstalt von 1892 bis heute.
Mit Dr. Elisabeth Elling-Ruhwinkel, Alexander Rode, Petra Čagalj-Sejdi (Romano Sumnal e.V.), Prof. Dr. Ulrich Brieler, Steffen Held, Hannes Schneider, Thomas R. Müller, Thomas Seyde, Berit Lahm, Anne Friebel, PD Dr. Maximilian Schochow , Dr. Steffi Brüning , Bettina Weben, Anja Neubert, Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar, Julian Timm, Prof. Clemens von Wedemeyer, Hagen Markwardt und Ann Katrin Düben
Eine gemeinsame Veranstaltung der Stadt Leipzig, Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig, Romano Sumnal e.V. und des Sächsischen Psychiatriemuseum mit Unterstützung der RLS Sachsen u.a.
Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig und
Strietzsaal, Stötteritzer Str. 26 (Zugang über Riebeckstraße), 04317 Leipzig
1892 wurde in der Riebeckstraße 63 die „Zwangsarbeitsanstalt zu St. Georg“ errichtet. Während der NS-Zeit war die städtische Arbeitsanstalt an der Verwahrung und Verfolgung von als asozial stigmatisierten Gruppen beteiligt. Das Gelände war Sammelstelle für Juden, Sinti und Roma bei deren Deportation, sowie zentrale Verteilerstelle von NS-Zwangsarbeit. Auch in der DDR wurde das Gebäude genutzt, hier befand sich z.B. eine Venerologische Station, in der Mädchen und Frauen über Wochen zwangsweise medizinisch untersucht wurden.
Die Ausstellung wird vom 13.-17. März in der Riebeckstraße 63 zu sehen sein. Geöffnet ist sie jeweils zwischen 13.00 und 18.00 Uhr.
Leipzig, 13. März, Mittwoch, 15.00 Uhr
Ortsbegehung
Riebeckstraße 63, 04317 Leipzig
Leipzig, 15. März, Freitag, 13.00 - 18.15 Uhr
Symposium
Verfolgung – Ausgrenzung – Verwahrung. Die ehemalige städtische Arbeitsanstalt von 1892 bis heute
Strietzsaal, Stötteritzer Str. 26 (Zugang über Riebeckstraße), 04317 Leipzig
Panel 1: Kommunale Fürsorgepolitik: Soziale und räumliche Marginalisierung
Panel 2: Akteur der Verfolgung und Drehscheibe von NS-Zwangsarbeit
Leipzig, 16. März, Samstag, 9.30 - 16.00 Uhr
Symposium
Verfolgung – Ausgrenzung – Verwahrung. Die ehemalige städtische Arbeitsanstalt von 1892 bis heute
Strietzsaal, Stötteritzer Str. 26 (Zugang über Riebeckstraße), 04317 Leipzig
Panel 3: Bruch und Aufbruch im Umgang mit Devianz und psychischer Erkrankung
Panel 4: Disziplinierung: Die Venerologischen Stationen Leipzig-Thonberg (1946-1990)
Panel 5: Ideenlabor
Um Anmeldung für das Symposium wird gebeten unter: symposium[at]riebeckstrasse63.de
Chemnitz, 19. März, Dienstag, 19.00 Uhr
Buchvorstellung und Diskussion
Die Flamme der Revolution: Deutschland 1918/19***
Mit Bernd Langer (Autor)
Rothaus, Lohstraße 2, 09111 Chemnitz
Im Jahr 1919 entwickelt sich im Deutschen Reich ein Bürgerkrieg, der nicht als solcher in den Geschichtsbüchern verzeichnet ist. Wie kommt es dazu?
Mit Beginn des Ersten Weltkriegs 1914 radikalisieren sich die sozialen Verhältnisse. Weil die SPD den Kriegskurs des Kaiserreiches mitträgt, spaltet sich die Partei und es entsteht die Unabhängige Sozialdemokratie. Auftrieb erhält die Antikriegsstimmung durch die Revolution in Russland 1917. Doch erst mit der militärischen Niederlage bricht das Kaiserreich 1918 zusammen, und ein Matrosenaufstand in Kiel wird zum Auslöser der Novemberrevolution.
Der zunächst friedliche Verlauf ist bald von blutigen Konfrontationen überschattet. Während die radikalen Kräfte die Sozialisierung der Industrie und die Räte-Republik wollen, verteidigen die SPD und andere bürgerliche Parteien die kapitalistischen Besitzverhältnisse mit Hilfe der Freikorps.
Detailreich und lebendig wird in diesem Buch die Geschichte jener Tage erzählt, die eine grundlegende politische Weichenstellung bedeuten. Denn die weltweite Spaltung in Kommunistische Parteien mit revolutionärem Anspruch einerseits und eine reformistische Sozialdemokratie andererseits sowie die verhängnisvolle Entwicklung am Vorabend des Faschismus sind ohne diese Ereignisse nicht zu begreifen.
Bernd Langer, seit 1978 antifaschistisch engagiert, gehörte zu den Aktivisten der ersten autonomen Antifa-Strukturen. Außerdem entwickelte er die kulturpolitische Initiative Kunst und Kampf (KuK). In den 1990er Jahren war Langer maßgebliches Mitglied der Autonomen Antifa (M) und am Aufbau der AA/BO (Antifaschistische Aktion/Bundesweite Organisation) beteiligt. Als Autor diverser Bücher und Vortragsreisender setzt er sich seit Jahren mit den revolutionären Bewegungen in Deutschland auseinander. |
|
Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen RassismusMit Friedrich Burschel (Berichterstatter des NSU-Prozesses, Referat Neonazismus und Strukturen/Ideologien der Ungleichwertigkeit der Rosa Luxemburg Stiftung)
Dresden, 20. März, Mittwoch, 19.00 Uhr
Vortrag und Diskussion
WIR-AG, Martin-Luther-Straße 21, 01099 Dresden
Plauen, 21. März, Donnerstag, 19.30 Uhr
Eine gemeinsame Veranstaltung des colorido e.V. und der RLS Sachsen
Alte Feuerwache, Neundorfer Straße 3, 08523 Plauen
Die Dimension des NSU-Prozesses war gewaltig: die Beweisaufnahme dauerte mehr als vier Jahre, es wurden fast 600 Personen vom Gericht vernommen und über 260 Beweisanträge gestellt. Doch eine Analyse zeigt, dass einige relevante Bereiche des NSU-Komplexes im Prozess nur äußerst spärlich oder gar nicht thematisiert wurden. Die für viele Nebenkläger*innen äußerst wichtige Fragen nach der konkreten Auswahl der Opfer und nach möglichen Unterstützer*innen an den Tatorten waren kaum Thema im Prozess und bleiben bis heute offen. Die Frage nach dem ohne Zweifel riesigen Unterstützungsnetzwerkes des NSU wurde klein gehalten und blieb unterbelichtet. Ebenso blockten Gericht und Generalbundesanwaltschaft fast alle Versuche ab, die Rolle von V-Leuten im Unterstützungsnetzwerk und die Vorgänge in den Ämtern, wie das Schreddern von Akten Thüringer V-Personen im BfV eine Woche nach Auffliegen des NSU, aufzuklären. Die offenen Fragen und die Möglichkeiten der Aufarbeitung stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung.
Leipzig, 21. März, Donnerstag, 18.00 Uhr
Buchpräsentation
„Die Affäre Deutsch“ Braune Netzwerke hinter dem Raubkunst-SkandalREIHE: Jour Fixe - Ein unkonventioneller GesprächskreisMit Burkhart List (Journalist), Moderation: Michael Zock
Eine Veranstaltung des Eulenspiegel-Verlags mit der RLS Sachsen
Café Kleine Träumerei, Münzgasse 7, 04107 Leipzig
Der österreichische Journalist greift in seiner brillant recherchierten Untersuchung „Die Affäre Deutsch“ ein Thema auf, das die bundesdeutsche Öffentlichkeit immer mehr beschäftigt − die verschwundene Beutekunst des Zweiten Weltkrieges.
|
|
Chemnitz, 24. März, Sonntag, 15.00 Uhr
Lesung
“Bleib ein Mensch, Kamerad,...” - Jura Soyfer und seine Zeit***
REIHE: Tage der jüdischen Kultur Chemnitz
Mit Prof. Peter Porsch (RLS Sachsen), Gruppe Quijote und Mike Melzer (RLS Sachsen)
Neue Sächsische Galerie, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz
Jura Soyfer, wurde in Charkow geboren und zogen mit seinen Eltern in seiner Kindheit als Angst vor der neuen Sowjetmacht nach Wien. Er betrachtete als Kolumnist und Kommunist Nazideutschland von Österreich aus und schrieb bissig-böse Kommentare in seinen Gedichten über SA-Bullen, über einfache Menschen, über KDF, über deutsche Juristen sowie über die deutsche Verfassung. Jura Soyfer schrieb Stücke für die Kleinbühnen wie „Der Weltuntergang“ oder „Broadway-Melodie 1492“, die auch heute nichts an Aktualität verloren haben. Er wurde 1938 beim Einmarsch der deutschen Wehrmacht in Österreich kurz vor dem Grenzübertritt in die Schweiz von den Nazis verhaftet und wurde ins Konzentrationslager Dachau, wo er das Dachau-Lied schrieb. Einen Tag vor seiner Freilassung aus dem KZ Buchenwald, welche durch Freikauf seiner Eltern erfolgte,starb Jura Soyfer mit 26 Jahren im Krankenlager an Typhus. In Österreich ist er auf Grund auch der Arbeit der Jura-Soyfer-Gesellschaft sehr präsent.Das Programm will Jura Soyfer mit seinen fast vergessenen Texten wieder zu Gehör bringen als Mahnung und Verpflichtung in Zeiten, wo wieder die braune Pest ihr Angesicht schamlos erhebt.
Leipzig, 26. März, Dienstag, 18.00 Uhr
Vortrag und Diskussion
Die Empire-Trilogie von Hardt & Negri - Manifest des 21. Jahrhunderts?
REIHE: Philosophische Dienstagsgesellschaft
Mit Prof. Dr. Ulrich Brieler (Philosoph), Moderation: Dr. Peter Fischer
RLS Sachsen, Demmeringstr. 32, 04177 Leipzig
Die Empire-Trilogie des amerikanischen Literaturwissenschaftlers Michael Hardt und des italienischen Philosophen Antonio Negri steht wie ein Solitär in der materialistischen Denklandschaft des 21. Jahrhunderts. Es ist der einzige umfassende Versuch, das Marxsche Versprechen der sozialen Emanzipation im Blick auf die Bedingungen von Weltmarkt und Weltgesellschaft theoretisch zu erneuern. Im Vortrag wird es um die begrifflichen Angebote gehen, die Hardt und Negri hierfür machen: Empire, Multitude, immaterielle Arbeit, affektive Arbeit, biopolitische Produktion, Anthropologie des Cyberspace. |
|
Film und Diskussion
Eine gemeinsame Veranstaltung des Kulturbüro Sachsen e.V., der DGB Jugend Sachsen und der RLS Sachsen
Chemnitz, 1. April, Montag, 19.00 Uhr
Mit Karla Stindt (Medienprojekt Wuppertal), Michael Nattke (Kulturbüro Sachsen e.V.), Ralf Hron (Geschäftsführer DGB Südwestsachsen) und eine Vertreter*in von Chemnitz nazifrei (angefragt)
Weltecho, Annaberger Straße 24, 09111 Chemnitz
Plauen, 2. April, Dienstag, 19.00 Uhr
Mit Karla Stindt (Medienprojekt Wuppertal), Steven Seiffert (Kulturbüro Sachsen e.V.), und eine Vertreter/ein Vertreter der DGB Jugend Sachsen
Kellerbühne, Malzhaus Plauen, Alter Teich 7, 08527 Plauen
Görlitz, 3. April, Mittwoch, 20.00 Uhr
Mit Karla Stindt (Medienprojekt Wuppertal), Markus Kemper (Kulturbüro Sachsen e.V.), Dana Dubil (Geschäftsführerin DGB Ostsachsen) und second-attempt (angefragt), Moderation: MdL Mirko Schultze
Camillo Görlitz, Handwerk 13, 02826 Görlitz
Dresden, 4. April, Donnerstag, 20.00 Uhr
Mit Karla Stindt (Medienprojekt Wuppertal), Michael Nattke (Kulturbüro Sachsen e.V.), Marlen Schröder (Bezirksjugendsekretärin), Claus Dethleff (Laubegast ist bunt e.V.) und Franziska Fehst (Moderation)
Schauburg, Königsbrücker Str. 55, 01099 Dresden
Eintritt frei
Ein völkischer Aufbruch in Gestalt von Rassismus, Rechtspopulismus und neuem rechten Denken, dass weit bis in die Mitte unserer Gesellschaft reicht, bewegt Deutschland und insbesondere das Bundesland Sachsen. Doch warum ist der Rechtspopulismus so erfolgreich? Welche Strategien verwenden neue Rechte? Worin liegen die Ursachen für das Erstarken rechter Kräfte, was macht das mit unserer Gesellschaft und was können wir dagegen tun? Diese und andere Fragen ließen eine Gruppe Jugendlicher und junger Erwachsener nicht mehr los. Gemeinsam mit dem Medienprojekt Wuppertal, dass seit Jahren erfolgreich Filme von und mit Jugendlichen produziert, haben sie sich auf die Spur gemacht. Entstanden sind dabei zwei spannende Dokumentarfilme in denen versucht wird Antworten zu finden. Einer der Filme widmet sich in Gänze den Geschehnissen in Chemnitz im Spätsommer 2018.
Nach der Filmaufführung möchten wir mit einer Vertreterin des Filmteams, Aktiven antirassistischer Arbeit vor Ort und Euch über das Gesehene und den aktuellen politischen Tendenzen ins Gespräch kommen. |
|
Bildnachweise: Rechtsruck: Medienprojekt Wuppertal
Allgemeine Hinweise: *** Gemeinsam mit Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gesellschaftsanalyse und Politische Bildung e.V. - Gemäß §6 des Versammlungsgesetzes haben Mitglieder rechtsextremer Parteien und neonazistischer Freier Kameradschaften sowie Personen, die bereits rechtsextrem oder rassistisch aufgetreten sind, keinen Zutritt. Der Veranstalter macht von seinem Hausrecht Gebrauch, wenn sich Besucherinnen bzw.Besucher rechtsextrem oder rassistisch äußern. - Diese Steuermittel werden auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes zur Verfügung gestellt. |
|
|
|
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen