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5. April - 7. April 2019
«Haymat»
Anforderungen an linke Politik für die Gesellschaft der Vielen
Veranstaltungsort Kulturzentrum Pavillon Lister Meiler 4 30161 Hannover
Rechte Diskurse erstarken, Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Menschen mit Migrationsgeschichte sind vielfach prekär und es gibt kaum öffentliche Unterstützung für migrantische Bewegungen und Initiativen, die Teilhabe und Gleichstellung fordern. Aber auch die Konturen einer linken Migrationspolitik sind nach über 60 Jahren Einwanderung unscharf. Begreift sie Migration und Einwanderung als einen Prozess von unten, in dem permanent um soziale und politische Rechte gekämpft wird? Laden linke Organisationen migrantische Aktivist*innen zum solidarischen Miteinander, zur Mitarbeit ein? Öffnen sich linke Politikansätze für die Interessen und Bedürfnisse von Migrant*innen?
Viel zu selten kommen Akteure der Migration zu Wort. Gleichzeitig hat sich die Gesellschaft in den letzten Jahren verändert und Menschen mit Einwanderungsgeschichte und von Ausgrenzung und Rassismus Betroffene organisieren sich immer stärker als wichtiger Teil der Öffentlichkeit. Unsere Konferenz möchte einen Perspektivwechsel in der Migrationspolitik stärken und einen Raum schaffen, in dem Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchtgeschichte, insbesondere migrantische Selbstorganisationen, gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Vertreter*innen der Politik über einen Perspektivwechsel des Migrationsdiskurses debattieren können.
Alle Interessierten sind eingeladen, sich auf diese Perspektive einzulassen und gemeinsam eine neue Migrationspolitik zu entwickeln.
Programm
Freitag, 05.04.2019
17:00 Uhr Einlass
18:00 –18:10 Uhr BegrüßungMit: Florian Weis, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Efsun Kizilay, Referentin für Migration, Rosa-Luxemburg-Stiftung
18:15 –20:00 Uhr Input und Auftaktpodium Input Cansu Özdemir (Co-Fraktionsvorsitzende der Fraktion DIE LINKE. in der Hamburgischen Bürgerschaft), – «Perspektiven auf die Migrationsgesell- schaft – DIE LINKE vor äußeren und inneren Herausforderungen»; Maria Alexopoulou (Historikerin und akademische Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Zeitgeschichte der Universität Mannheim) – «Migrantischer Eigensinn – Einwanderung ins ‹Nicht-Einwanderungsland›» Auftaktpodium: «Die Einwanderungsgesellschaft und Die Linke. Was fehlt?» Teilnehmer*innen: Cansu Özdemir, Maria Alexopoulou, Peyman Javaher-Haghighi (stellv. Vorsitzender Bundesverband Netzwerke von Migrantenorganisationen – NEMO), Meral El (Neue Deutsche Organisationen) Moderation: Shanon Bobinger und Efsun Kizilay
20:00 bis 21:15 Uhr Lesung Daughters and Sons of Gastarbeiters(Çiçek Bacik, Abdulvahap Çilhüseyin, Shlomit Tulgan) Daughters and Sons of Gastarbeiters ist eine offene Literaturplattform. Die Autorinnen und Autoren unterschiedlicher Herkunft bieten in künstlerisch- performativer Form autobiografische Geschichten aus ihrer Familiengeschich- te dar. Dabei werden die Erzählungen von Bildprojektionen aus dem Familien- album, Bühnenbild, Film und Musik begleitet und eröffnen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft.
AB 21:15 Uhr Abendveranstaltung Ausklang mit Buffet, Süperdisko mit DJ Burakete
Samstag, 06.04.2019
10:00 bis 11:15 Uhr Podium «Haymat aus postmigrantischer Perspektive. Kämpfe und Forderungen der Gesellschaft der Vielen»Teilnehmer*innen: Jennifer Kamau (International Women Space), Yilmaz Kahraman (Alevitische Gemeinde Deutschland), Tahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland), Cihan Sinanoğlu (Türkische Gemeinde Deutschland), Sun-Ju Choi (korientation e.V.), Janine Wissler (Stellvertretende Bundesvorsitzende der Partei DIE LINKE; Fraktionsvorsitzende der Partei DIE LINKE im Hessischen Landtag) Moderation: Massimo Perinelli
11:30 bis 13:00 Uhr 1. WorkshopphaseWorkshop 1«Es ist Zeit zu Schreien» – Migrantisches Wissen und der NSU-Komplex NSU-Tribunal; Initiative Duisburg 1984 Workshop 2«Ihr werdet nichts in eurem Leben erreichen» – Institutioneller Rassismus im deutschen Bildungssystem Aylin Karabulut (wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Erziehungswissenschaft der Universität Duisburg-Essen) Workshop 3Migration, Organisation und Repräsentation. Der Weg der alevitischen Gemeinde Deutschland zur rechtlichen und sozialen Anerkennung Yılmaz Kahraman (Bildungsbeauftragter Alevitische Gemeinde Deutschland) Workshop 4Arbeitsmarktzugang und Behördenpraxis Anita Balidemaj (Hessischer Flüchtlingsrat) Workshop 5Gemeinsam Kämpfen!? Bedingungen für Politische Solidarität aus der perspektive Geflüchteter Refugees struggle for freedom
13:00 bis 14:00 Uhr PauseGemeinsames Mittagessen und Pause
14:00 bis 15:30 Uhr 2. WorkshopphaseWorkshop 6«Angekommen — Was nun?Deutsche Feminismen inklusiver gestalten!» Sibel Schick (Autorin und Journalistin) Workshop 7Gesellschaft für Alle. Kämpfe und Perspektiven migrantischer Roma Bundesromaverband/Roma Antidiscrimination Network Workshop 8Koloniale Kontinuitäten und Rassismus heuteTahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland) Workshop 9 Antimuslimischer Rassismus im zivilgesellschaftlichen Kontext – Eine politische Herausforderung Cansev Duru (Trainerin im Feld Antimuslimischer Rassismus/Autorin) Workshop 10Mythos Model Minority – Geschichten und Trans-Formationen Der Asiatisch-Deutschen Communities korientation e.V.
15:30 bis 15:45 Uhr Pause
15:45 bis 17:00 Uhr Abschlusspodium Mit: Gökay Akbulut (Mitglied des Deutschen Bundestages; Integrations- und Migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion) u. a. Moderation: Shanon Bobinger
17:00 bis 18:00 Uhr Abendessen/Pause
18:00 bis 20:00 Uhr Filmvorführung und Gespräch Duvarlar, Mauern, Walls (Can Candan, 2000) «Duvarlar-Mauern-Walls» ist ein dreisprachiger Dokumentarfilm (türkisch, deutsch und englisch), der 1991 den Fall der Berliner Mauer aus der Perspek- tive türkeistämmiger Berliner*innen betrachtet. In diesem Film sprechen die Immigrierte über ihre Vergangenheit und ihre Gegenwart und wie sie sich ihre Zukunft in Deutschland vorstellen. Sie stellen sich Fragen über die Folgen der Wiedervereinigung und der damit einhergehenden rassistischen Gewalt An- fang der 1990er Jahre. Der Film wird in Anwesenheit des Regisseurs gezeigt.
20:30 bis 21:30 Uhr LesungMit: Hengameh Yaghoobifarah (freie_r Redakteur_in und Autor_in beim Missy Magazine und der taz) aus ihrem Buch: «Eure Heimat ist unser Albtraum»Zum einjährigen Bestehen des sogenannten «Heimatministeriums» sammeln Fatma Aydemir und Hengameh Yaghoobifarah schonungslose Perspektiven auf eine rassistische und antisemitische Gesellschaft. In persönlichen Essays geben sie Einblick in ihren Alltag und halten Deutschland den Spiegel vor: einem Land, das sich als vorbildliche Demokratie begreift und gleichzeitig einen Teil seiner Mitglieder als «anders» markiert, kaum schützt oder wertschätzt.
Sonntag, 07.04.2019
10:00 bis 13:00 Uhr Gesprächskreis Migration Der Rosa-Luxemburg-StiftungTitel: «Für Eine Postmigrantische Linke» Mit: Massimo Perinelli (Referent für Migration, Rosa-Luxemburg-Stiftung) Der Gesprächskreis Migration bildet eine Schnittstelle für Aktive aus anti- rassistischen Initiativen, migrantischen Selbstorganisierungen, der Migra- tionsforschung, der Solidaritätsarbeit, dem migrationspolitischen Bereich sowie der politischen Bildungsarbeit. Teilnahme nur mit Anmeldung möglich. Fahrtkosten können in begründeten Fällen erstattet werden. Anmeldung: massimo.perinelli@rosalux.org
InformationenEintritt frei. Verpflegung wird zur Verfügung gestellt.
Reise- und Übernachtungskosten werden nicht übernommen. Frühzeitiges Buchen von Übernachtungsmöglichkeiten wird empfohlen. Bitte melden Sie sich, falls Sie private Übernachtungsmöglichkeiten in Hannover zur Verfügung stellen können.
Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich. Kinderbetreuung kann angeboten werden. Bitte bei der Anmeldung angeben.
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