Bundesentwicklungsminister
Gerd Müller ist auf dem Weg nach Mexiko. Im Gepäck hat er die
Themen Klimaschutz und Fluchtursachen.
Frankfurter
Rundschau v. 3.3.2019
Bundesentwicklungsminister
Gerd Müller (CSU) ist nach Mexiko gereist. Dort stehen ab Montag
Gespräche mit Präsident Andres Manuel Lopez Obrador und Kardinal
Aguiar Retes auf dem Programm, wie das Ministerium am Sonntag in
Berlin mitteilte. Müller würdigte das mittelamerikanische Land
als einen Vorreiter beim Klimaschutz.
Der Minister besucht auch die
südliche Region Chiapas, um sich über soziale Probleme und die
Bedingungen beim Anbau von Bananen und Kaffee zu informieren.
Ziel sei es, „faire globale Lieferketten aufzubauen, die den
Bauern ein existenzsicherndes Einkommen ermöglichen“, so der
Minister. „Es kann nicht länger sein, dass wir Kinderarbeit und
Hungerlöhne hinnehmen, nur damit wir Bananen, Kaffee oder
Avocados möglichst billig kaufen können.“ Nachhaltigkeit müsse
Standard in den Supermärkten werden.
An der Grenze zwischen Mexiko
und Guatemala wolle sich Müller in einem von Deutschland
unterstützten Menschenrechtszentrum informieren und mit den
Menschen über die Motive ihrer Flucht sprechen. Mexiko ist
Transit- und Zielland für Hunderttausende Migranten und
Flüchtlinge. Müller sagte, viele Gemeinden leisteten Großartiges
bei der Versorgung: „Wir müssen aber an den Ursachen ansetzen:
an der Gewalt, der Straflosigkeit der ausufernden Kriminalität,
den großen sozialen Ungerechtigkeiten und zunehmend auch an den
Folgen des Klimawandels. Nur so können wir die Lage in
Mittelamerika stabilisieren.“ Nach den USA und China ist
Deutschland für Mexiko der drittgrößte Handelspartner. (kna)
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