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Auch 2019 gibt es wieder vielfältige Aktivitäten rund um den 18. März, den Internationalen Tag der politischen Gefangenen. In zahlreichen Städten finden Vorträge, Infoabende und Demonstrationen zum Thema statt, von denen unten viele aufgelistet sind. Anfang März erscheint die jährliche 16-seitige Sonderzeitung der Roten Hilfe e.V., die auch mehreren Tages- und Monatszeitungen beiliegt. Der Schwerpunkt widmet sich in diesem Jahr der politischen Prozessführung aus der (Untersuchungs-)Haft. Daneben gibt es Artikel zur Situation politischer Gefangener in der BRD und international: Außerdem gibt es wie immer Plakate und Aufkleber zum Tag der politischen Gefangenen. Alle Materialien können ab sofort bestellt werden bei literaturvertrieb@rote-hilfe.de“ – so die
Ankündigung der „Sonderzeitung zum Tag der politischen Gefangenen am 18.3“ des Bundesvorstandes der Roten Hilfe vom 27. Februar 2019 
– worin eben auch, wie angekündigt, auf zahlreiche Veranstaltungen zum Thema politische Gefangene quer durch die BRD im ganzen Monat März hingewiesen wird. Siehe dazu auch zwei Beiträge über politische Prozesse in der Türkei und der BRD, die ausgerechnet an diesem Tag beginnen, einen Demonstrationsaufruf aus Hamburg, sowie einen Bericht über die Aktionen letztes Jahr:
- Hamburg: „18.März: Kundgebung für die Freiheit der 5 revolutionären Anwält*innen aus der Türkei!“ am 14. März 2019 beim Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen
ruft zu Solidaritätsaktionen vor türkischen Einrichtungen in der BRD auf: „Am 18.März 2019, dem internationalen Tag der politischen Gefangenen, beginnt der erneute Prozess gegen die Anwält*innen des Volkes. Am 12.Juli 2017 wurden 15 Anwält*innen der HHB (Anwaltsbüro des Volkes/Volksfront) verhaftet, als sie sich auf einen Prozess gegen die damals inhaftierten Akademiker*innen im Hungerstreik vorbereiteten. Nach mehr als einem Jahr der Inhaftierung wurden die Anwält*innen auch durch die Unterstützung einer international angelegten Freiheitskampagne, zwar freigelassen, nur 24 Stunden später erging jedoch ein neuer Haftbefehl gegen 5 von ihnen…“ Konkret: Protest vor dem dem türkischen Generalkonsulat Tesdorpfstraße 18, 20148 Hamburg, Nähe S-Bahnhof Dammtor am 18.März von 14- 15 Uhr
- München: Solidarität mit den 10 angeklagten ATIK-Aktivisten in München! Aufruf zur Kundgebung
am Montag, 18. März 2019, 12.30 – 14 Uhr, vor dem OLG München, Nymphenburgerstr. 16, 80335 München bei infopartisan
- Hamburg: „[Demo 16.3.19 HH] Gemeinsam gegen Repressionen! Heraus zum Tag der politischen Gefangenen!“ am 07. März 2019 bei de.indymedia
ist ein Hamburger Demonstrationsaufruf, in dem es unter anderem heißt: „Wegweisend für die autoritäre Formierung der Hansestadt wird auch der Prozess gegen fünf – teils minderjährige – Angeklagte aus Hessen und Frankreich sein, der aktuell am Hamburger Landgericht geführt wird. Denn dort will die Staatsanwaltschaft selbst entscheiden, für wen die Versammlungsfreiheit gilt: Die Anklageschrift beruft sich ausschließlich darauf, dass sich die fünf an einer nicht angemeldeten Demonstration beteiligt haben sollen, aus der Sachschaden hervorgegangen sei. Allein durch ihre Anwesenheit hätten sie ‘psychische Beihilfe’ geleistet. Ihnen soll so jede einzelne der aus der Menge begangenen Sachbeschädigungen – die insgesamt mehr als eine Million Euro Schaden verursacht haben sollen – strafrechtlich zuzuordnen sein. Damit geht es in den aktuellen Verfahren auch um die konkrete Einschränkung der Versammlungsfreiheit von uns allen, welche die Hamburger Staatsanwaltschaft bereits im Prozess gegen Fabio durchsetzen wollte. Sollten sie mit ihrem Wahnsinn durchkommen, hätte dies zur Folge, dass eine bloße Teilnahme an einer Demonstration künftig als Grund ausreichen könnte, um Menschen zu Gefängnisstrafen zu verurteilen. Die Repression gegen Linke im Zuge von G20 ordnet sich so in eine Tendenz der autoritären Formierung von Staat und Gesellschaft insgesamt ein, welche sich seit Jahren schrittweise vollzieht. Während der braune Mob in Chemnitz und Köthen tobt und die AfD in immer krasseren Tönen hetzt, setzen die regierenden Parteien von Bund und Ländern die rechten Forderungen ganz praktisch um. Kein Zufall, dass Heimatminister Horst Seehofer ein Verbot der Roten Hilfe plant, die schon 1933 verboten wurde: Die Feindin* steht – nicht nur für die CSU – links…“
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