
„…
Trotz
großer Proteste hat die türkische Regierung mit der Füllung des
Ilisu-Stausees am Oberlauf des Tigris im kurdisch besiedelten Osten des
Landes begonnen. Auf Satellitenaufnahmen ist zu erkennen, dass sich der
Stausee bereits über eine Fläche von mehreren Kilometern im Tigristal
sowie seinen Nebentälern erstreckt. Gegen den Bau, der Teil des eine
Vielzahl von Dämmen und Wasserkraftwerken umfassenden
Südostanatolienprojektes ist, gibt es seit Jahrzehnten Widerstand. Denn
in den Fluten des 313 Quadratkilometer großen Stausees würden die 12.000
Jahre alte Felsenstadt Hasankeyf mit ihren einzigartigen historischen
Monumenten aus Jahrtausenden der Menschheitsgeschichte ebenso wie 199
Dörfer untergehen. Bis zu 80.000 vor allem von der Landwirtschaft
lebende Menschen müssten ihr Land weitgehend entschädigungslos
verlassen. Da ein Großteil von ihnen die linksoppositionelle
Demokratische Partei der Völker (HDP) oder gar die in der Türkei
verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) unterstützt, ist ihre
Vertreibung kein »Kollateralschaden«, sondern im Rahmen von der
Aufstandsbekämpfungsstrategie der türkischen Regierung offensichtlich
gewollt…“ – aus dem
Beitrag „Wehre geschlossen“ von Nick Brauns am 03. August 2019 in der jungen Welt 
,
worin die Aussichten des weitergehenden Widerstands gegen dieses
Großprojekt eher positiv beurteilt werden… Siehe dazu zuletzt:
Einmal mehr versucht die türkische Regierung, den Protest gegen ihren Groß-Staudamm zu unterdrücken
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