- YouTuber und IG Metall setzen YouTube Frist für Verhandlungen
“Die Kampagne FairTube fordert Transparenz, unabhängige Schlichtungen und Mitsprache für YouTuber. Dahinter stehen die Organisation YouTubers Union und die Gewerkschaft IG Metall. Falls der Konzern in einem Monat keine Verhandlungen begonnen hat, will FairTube ihn verklagen – wegen Scheinselbstständigkeit und DSGVO-Verstößen. (…) Die YouTubers Union wurde im Frühjahr 2018 als Antwort auf die „Adpocalypse“ gegründet: Änderungen an der Art, wie YouTube Werbung auf Videos verteilte, führte für viele YouTuber zu starken Einbrüchen ihrer Einkünfte. Die YouTubers Union ist bisher als öffentliche Facebook-Gruppe organisiert
und hat aktuell fast 17.000 Mitglieder. Beitreten können YouTuber und Zuschauer. Eine Umwandlung in eine formale Organisation sei derzeit nicht geplant, sagte eine Sprecherin der IG Metall auf Anfrage von netzpolitik.org. „Es ist und bleibt eine Internet-Bewegung“. Gegründet hat die Organisation Jörg Sprave, Betreiber des „Slingshot Channels“
, auf dem er selbstgebaute Schleudern präsentiert. Auch seine Videos wurden schon ohne Angaben von Gründen demonetarisiert
. Er traf sich bereits mehrere Male mit Vertretern von YouTube. „Viel ändern konnten wir bisher allerdings nicht“, sagt er im Ankündigungsvideo von FairTube. „Aber genau das ändert sich jetzt.“ Die erste Forderung von FairTube ist die volle Transparenz von YouTube. „Veröffentlicht alles, Regeln, Kategorien, Verfahren“, fordert Christiane Benner, zweite Vorsitzende der IG Metall, im Ankündigungsvideo der Kampagne. YouTuber müssten zum Beispiel nachvollziehen können, aus welchen Gründen ihre Videos in bestimmte Kategorien eingeteilt wurden. (…) FairTube fordert eine neutrale Schlichtungsstelle, die bei Konflikten zwischen Arbeiterinnen und YouTube vermitteln soll. „YouTube nennt die YouTuber Partner. Aber das ist keine Partnerschaft auf Augenhöhe. Die ganze Macht gehört YouTube“, sagt Benner. „Und das kann so nicht weitergehen.“ Als Beispiel verweist sie auf die von der IG Metall eingerichtete Ombudsstelle für sogenannten Crowdworker
. Diese vermittelt zwischen Arbeitern und Plattformen, die einfache Online-Jobs wie zum Beispiel die Suche nach Bugs oder das Schreiben kleiner Texte anbieten. Vorher müssen die Plattformen allerdings dem „Crowdsourcing Code of Conduct“
beitreten. Die YouTuber wollen allerdings nicht bis zu einer Ombudsstelle gehen müssen, sondern schon vorher mit Menschen sprechen, wenn sie sich mit Anliegen oder Beschwerden an YouTube wenden…” Artikel von Maximilian Henning vom 30.07.2019 bei Netzpolitik
- Und darin auch was wir bereits ahnten: “… Bevor diese Klagen jedoch eingereicht werden, gibt die Kampagne YouTube bis zum 23. August Zeit, um Verhandlungen zu beginnen. In dieser Zeit seien noch keine konkreten Aktionen vorgesehen, teilte IG Metall auf Anfrage mit. FairTube ruft auch alle YouTuber dazu auf, der IG Metall beizutreten. „Mit der IG Metall im Rücken sind wir richtig schlagkräftig, und die Hilfslosigkeit, die ist vorbei“, sagte Sprave…”
Montag, 5. August 2019
„FairTube“: IG Metall und YouTubers Union vereinbaren Zusammenarbeit. Gemeinschaftsprojekt für faire Arbeitsbedingungen im Bereich Video-Crowdworking
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