Mittwoch, 4. Juli 2012
Willi Gerns: Die Imperialismustheorie Lenins und der heutige Kapitalismus
Vortrag von Willi Gerns bei der MASCH Bremen,
10.Januar 2012
Wir sind Zeitzeugen imperialistischer Kriege im Irak, in Afghanistan, in
Libyen. Ein weiterer Krieg wird gegen den Iran vorbereitet. Wie in den
imperialistischen Kriegen des 20. Jahrhunderts geht es um die Beherrschung
von Rohstoffquellen, heute konkret um das Öl als den nur begrenzt
vorhandenen Lebenssaft der Wirtschaft und der Militärapparate, um die
Kolonisierung von Ländern und Regionen, um das Streben nach Vor- und
Weltherrschaft.
Diese Kriege stellen – wie schon in den Debatten Anfang des letzten
Jahrhunderts – die Frage nach den strukturellen ökonomischen Wurzeln
imperialistischer Kriegs- und Eroberungspolitik. Diese hat vor allem Lenin in
seiner Imperialismustheorie herausgearbeitet. Sich damit zu beschäftigen ist
also brennend aktuell. Die besondere Aktualität dieser Thematik hat aber auch
noch einen anderen Grund. Seit einigen Jahren gibt es in der marxistischen
Linken eine heftige Debatte über die häufig mit den Begriffen
„Globalisierung“ und „Neoliberalismus“ verbundenen neuen Entwicklungen
im heutigen Kapitalismus. Dabei nimmt die Frage, ob und wieweit diese mit
der Imperialismustheorie Lenins zu erfassen sind, einen zentralen Platz ein.
Lenins Arbeit "Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus"
wurde während des ersten imperialistischen Weltkrieges 1916 geschrieben
und 1917 als Broschüre veröffentlicht. Seit dieser Zeit sind beinahe hundert
Jahre vergangen. Ein zweiter, noch verheerenderer Weltkrieg hat
stattgefunden. Mit der russischen Oktoberrevolution im Gefolge des ersten
und der Herausbildung eines sozialistischen Weltsystems im Gefolge des
zweiten Weltkrieges wurde die Fortexistenz des Kapitalismus ernsthaft
infrage gestellt, das alte imperialistische Kolonialsystem ist
zusammengebrochen, im Interesse der Erhaltung der kapitalistischen
Ausbeuterordnung wurden die Herrschenden in den Metropolen gezwungen
weitgehende soziale Zugeständnisse an die Arbeiterklasse ihrer Länder zu
machen, mit der wissenschaftlich-technischen Revolution hat ein neuer
qualitativer Schub in der Produktivkraftentwicklung eingesetzt, Struktur und
Lebensweise der Arbeiterklasse haben sich tiefgehend verändert. Schließlich
bedeutet die Niederlage der Sowjetunion und der sozialistischen Länder
Europas in der Systemauseinandersetzung mit dem Imperialismus einen tiefen
Einschnitt in der geschichtlichen Entwicklung, der gravierende Auswirkungen
auf die Prozesse im heutigen Kapitalismus hat.
Es liegt auf der Hand, dass nach alledem in Lenins Schrift über den
Imperialismus manches nicht mehr mit der heutigen Wirklichkeit
übereinstimmen kann. Darum ist es notwendig, bei deren Studium zwischen
konkreten, der damaligen Zeit entnommenen Daten und Fakten und dem
Wesen dieses Entwicklungsstadiums des Kapitalismus zu unterscheiden.
Lasst uns darum zunächst noch einmal die grundlegenden von Lenin
herausgearbeiteten Merkmale des Imperialismus benennen, um daran im
Weiteren die Entwicklungen im heutigen Kapitalismus zu messen.
Als ökonomisches Grundmerkmal benennt Lenin die Herausbildung der
Monopole, also der die Produktion und den Markt in den jeweiligen
Wirtschaftsbereichen weitgehend beherrschenden Zusammenschlüsse und
Großunternehmen. Lenin schreibt: "Würde eine möglichst kurze Definition
des Imperialismus verlangt, so müsste man sagen, dass der Imperialismus das
monopolistische Stadium des Kapitalismus ist."
Seine ausführlichere, weitere ökonomische und politische Zusammenhänge
erfassende Definition lautet: "1. Konzentration der Produktion und des
Kapitals, die eine so hohe Entwicklungsstufe erreicht hat, dass sie Monopole
schafft, die im Wirtschaftsleben die entscheidende Rolle spielen; 2.
Verschmelzung des Bankkapitals mit dem Industriekapital und Entstehung
einer Finanzoligarchie auf der Basis dieses 'Finanzkapitals'; 3. der
Kapitalexport, zum Unterschied vom Warenexport, gewinnt besonders
wichtige Bedeutung; 4. es bilden sich internationale monopolistische
Kapitalistenverbände, die die Welt unter sich teilen, und 5. die territoriale
Aufteilung der Erde unter die kapitalistischen Großmächte ist beendet." (LW
22,270271)
Lenin verweist auf die vom Monopol ausgehende unvermeidliche Tendenz
zur Stagnation und Fäulnis" (281). Entgegen früheren vulgären Auslegungen
dieser Feststellung sagt er aber zugleich: "Es wäre ein Fehler, zu glauben,
dass diese Fäulnistendenz ein rasches Wachstum des Kapitalismus
ausschließt; durchaus nicht, einzelne Industriezweige, einzelne Schichten der
Bourgeoisie und einzelne Länder offenbaren in der Epoche des Imperialismus
mehr oder minder stark bald die eine, bald die andere dieser Tendenzen. Im
großen und ganzen wächst der Kapitalismus bedeutend schneller als früher,
aber dieses Wachstum wird nicht nur im allgemeinen immer ungleichmäßiger,
sondern die Ungleichmäßigkeit äußert sich auch im besonderen in der Fäulnis
der kapitalkräftigsten Länder. Als das typische Beispiel für die damalige Zeit
nennt er England.von (305/306)
Als Erscheinungsformen der Fäulnistendenz werden u.a. "das
außergewöhnliche Anwachsen der Klasse oder, richtiger, der Schicht der
Rentner, d.h. von Personen, die vom 'Kuponabschneiden' leben“, (281) und
die Herausbildung von ganzen "Rentner- oder Wucherstaaten" (282 ff.),
genannt. Als weiteren Ausdruck der Fäulnis wird auf die aus der
Ausplünderung der kolonialen und abhängigen Länder für eine Handvoll der
reichsten Länder erwachsende "ökonomische Möglichkeit zur Bestechung der
Oberschichten des Proletariats verwiesen, mit der der Opportunismus in der
Arbeiterbewegung genährt, geformt und gefestigt wird. (286)
Weiter arbeitet Lenin heraus, dass der Imperialismus ausgehend von seinem
ökonomischen Grundmerkmal, der Herrschaft allmächtiger Monopole,
unvermeidlich die Tendenz zur Aggression nach außen und zur Reaktion nach
innen hervorbringt. Er schreibt: "Der Imperialismus ist die Epoche des
Finanzkapitals und der Monopole, die Überallhin den Drang nach Herrschaft
und nicht nach Freiheit tragen. Reaktion auf der ganzen Linie, gleichviel unter
welchem politischen System, äußerste Zuspitzung der Gegensätze auch auf
diesem Gebiet - das ist das Ergebnis dieser Tendenzen. Insbesondere
verschärfen sich auch die nationale Unterdrückung und der Drang nach
Annexionen ..." (302) Und im Vorwort zur französischen und deutschen
Ausgabe seiner Schrift wird betont, dass auf der Grundlage des
Monopolkapitalismus "imperialistische Kriege absolut unvermeidlich sind“.
(194)
Schließlich kommt Lenin im Ergebnis seiner Studien zu dem Schluss, dass
der Platz des Imperialismus in der Geschichte infolge seines ökonomischen
Wesens, der Herausbildung der Monopole und der damit verbundenen Stufe
der Vergesellschaftung, "als Übergangskapitalismus oder, richtiger, als
sterbender Kapitalismus" (307) charakterisiert werden muss. Von daher auch
der Titel seiner Schrift: "Der Imperialismus als höchstes Stadium des
Kapitalismus".
Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen!
Wenden wir uns nach dieser knappen Charakterisierung des Wesens der
Imperialismustheorie Lenins den aktuellen Entwicklungen im Kapitalismus
zu. Sie werden häufig unter dem Begriff "Globalisierung" zusammengefasst.
Dabei geht es um eine neue Stufe der kapitalistischen Internationalisierung.
Sie vollzieht sich auf dem Hintergrund revolutionärer Veränderungen in den
Produktivkräften.
Seit Mitte der siebziger Jahre mehrten sich die Krisenerscheinungen in den
kapitalistischen Ländern, die nun in der gegenwärtigen Weltfinanz- und –
Wirtschaftskrise mit eruptiver Gewalt zum Ausbruch gekommen sind.
Großkapital und Staat versuchten dadurch einen Ausweg zu finden, dass im
Akkumulationsmodell die Bedeutung der Binnennachfrage zurückgedrängt
und ein Wechsel zum absoluten Vorrang der Weltmarktorientierung
vollzogen wurde. Die letzten Schranken der nationalen Märkte wurden
geschleift. Der Weltmarkt wurde immer mehr zu einem einheitlichen, den
ganzen Globus erfassenden Feld kapitalistischer Konkurrenz. Bei der neuen
Stufe der Internationalisierung geht es nicht mehr nur um die weltweite
Verflechtung des Handels und der Märkte. Die neuen
Kommunikationstechnologien ermöglichen heute die blitzschnelle
Vernetzung des Produktionsprozesses und der Finanzströme über den ganzen
Globus.
Die Globalisierung treibt die Tendenz der Konzentration und Zentralisation
der Produktion und des Kapitals auf die Spitze. Sie führt mit immer neuen
Länder und Kontinente übergreifenden Fusionen zu Elefantenhochzeiten von
bis dahin nicht gekannten Ausmaßen. Im Zentrum der Konzentrations- und
Zentralisationsprozesse stehen die Transnationalen Konzerne (TNK).
Die Transnationalen Konzerne sind zu den beherrschenden Kapitalien auf
dem Weltmarkt geworden. Sie verflechten den Produktionsprozess in
weltweiten Netzen nach den für sie günstigsten Verwertungsbedingungen.
Die UNSTAD zählte 2008 79.000 TNKs mit 790.000 Filialen in aller Welt.
Nach einer Studie der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich
bilden allerdings nur 147 TNKs das eigentliche Machtzentrum des
internationalen Kapitals. Sie kontrollieren mehr als 40 Prozent der von den
Forschern unter die Lupe genommenen größten internationalen Unternehmen.
Das macht deutlich: Die Transnationalen Konzerne haben eine Macht erlangt,
von der Lenin zu seiner Zeit nicht einmal träumen konnte. Umsatz und Profite
transnationaler Konzerne übersteigen heute das Bruttosozialprodukt oder
zumindest die Haushalte ganzer Staaten. Sie können die Wirtschaftspolitik
von Staaten durchkreuzen und diese erpressen. Die Staaten werden in einen
erbarmungslosen Konkurrenzkampf um die für die transnationalen Konzerne
profitabelsten Konditionen verstrickt.
Im Ergebnis der heutigen Konzentrations- und Zentralisationsprozesse bildet
sich eine neue, noch höhere Stufe der Monopolisierung und der damit
verbundenen Vergesellschaftung heraus. Noch mehr als zu Lenins Zeiten gilt,
dass damit die materiellen Voraussetzungen für die Ablösung des
Kapitalismus durch eine höhere Gesellschaftsformation, den Sozialismus
geschaffen werden, dass der Imperialismus das "höchste Stadium des
Kapitalismus", "Übergangskapitalismus" ist.
Die transnationalen Konzerne treiben die Transnationalisierung der Arbeit
voran. Bei der Jagd nach Höchstprofiten sucht das Kapital weltweit die
billigste Arbeitskraft. So wird Druck auf die besserbezahlte, geschützte und
organisierte Arbeit in den Metropolen ausgeübt. Die jeweiligen nationalen
Abteilungen der Arbeiterklasse sollen miteinander konkurrieren, die
schlechtesten sozialen Bedingungen sollen zum Maßstab, weltweites Lohn-
und Sozialdumping soll durchgesetzt werden.
Mit den sich im Zuge der Globalisierung im Banken- und
Versicherungsbereich vollziehenden Großfusionen, mit dem enorm
gewachsenen Einfluss der daraus hervorgehenden Finanzgiganten auf alle
Bereiche des Wirtschaftslebens, mit der infolge der enormen Staatsschuld
gewachsenen Abhängigkeit der Staaten von den Banken, mit der Vernetzung
der internationalen Finanzströme, und der Finanzspekulation hat das
Finanzkapital eine neue Stufe seiner Macht erreicht. Ausdruck dafür ist auch,
dass nach der genannten Studie der schweizer Forscher drei Viertel der 50
einflussreichsten Konzerne in der Welt Banken, Fondsgesellschaften und
Versicherungen sind.
Täglich wird heute die unvorstellbare Summe von rund 1,5 bis 2 Billionen
Dollar auf den Finanzmärkten hin- und hergeschoben. Höchstens 5 Prozent
dieser Transaktionen gehen dabei auf die Abrechnung des Waren- und
Dienstleistungsumschlags. Alles andere ist rein spekulativ. Dabei geht es
nicht nur um Währungs- und Aktienspekulationen. Vielmehr ist ein immer
umfangreicher werdendes Arsenal von ausschließlich spekulativer Zockerei
dienenden neuen Finanzprodukten entstanden. Wohin das führt, hat die
gegenwärtige kapitalistische Weltwirtschaftskrise deutlich gemacht.
Schließlich hat sie als Krise des Weltfinanzsystems begonnen.
Die heutige Macht des Finanzkapitals wird uns täglich in den Medien vor
Augen geführt. Geradezu gebetsmühlenartig verkünden Politiker und sog.
Wirtschaftsexperten dass es darum gehe, die „Finanzmärkte“ – sprich die
Spekulanten – zu beruhigen, dass es darum gehe zu beachten, wie die
Finanzmärkte auf diese oder jene politische Entscheidung reagieren usw. Das
heißt, nicht die gewählten Parlamente und Regierungen entscheiden letztlich
über die Politik, sondern sie richten ihre Politik an dem aus was die
Spekulanten von ihnen erwarten.
Die von Lenin beschriebene Bedeutung des Kapitalexports hat mit der
Globalisierung und der neuen Stufe der Konzentration und Zentralisation auf
transnationaler Ebene ein noch größeres Gewicht erlangt. Allerdings haben
wir es auch dabei mit gewissen neuen Tendenzen zu tun. Ein immer größerer
Teil der Auslandsinvestitionen dient nicht mehr dem Aufbau neuer
Produktionsanlagen, Finanz-, Dienstleistungs- und Handelsunternehmen,
sondern dem Aufkauf bzw. der Beteiligung an bereits existierenden.
Eine andere neue Tendenz betrifft die Richtung der Kapitalströme. Die
Ausländischen Direktinvestitionen kommen zum weit überwiegenden Teil aus
den entwickelten kapitalistischen Ländern der sog. Triade, d.h. USA, EU und
Japan und sie gehen auch weit überwiegend in diese Länder. Zugleich wächst
der Anteil der Schwellenländer. So sind 2007 zwei Drittel des 1,8 Billionen
Dollar betragenden Zuwachses Ausländischer Direktinvestitionen in die
entwickelten Industrieländer und ein Drittel in die Schwellen- und
Entwicklungsländer gegangen.
Wenn Lenin die von der Herrschaft der Monopole ausgehende Fäulnistendenz
des Kapitalismus mit der Entstehung einer Schicht von "Kuponabschneidern",
sowie der Bestechung einer Arbeiteraristokratie verdeutlicht, so haben wir es
auch hier mit der Fortsetzung dieser Tendenzen auf höherem Niveau zu tun.
Die Schicht der Kuponabschneider, d.h. derjenigen, die die Profite aus ihrem
Geld-, Aktien- und Fondbesitz abschöpfen, ist seit Lenins Zeiten nicht nur
enorm gewachsen, vor allem hat sie vermittelt über Banken, Fonds und
andere sog. institutionelle Anleger eine weit größere Macht erlangt. Im
heutigen Shareholder-Value-Kapitalismus bestimmt die Höhe der Aktienkurse
und Dividenden über Zufluss oder Abfluss von Kapital, über
Produktionserweiterungen oder Betriebsschließungen, über Wohl und Wehe
von zehn- und Hunderttausenden Arbeitern und Angestellten, ja ganzer
Staaten.
Wurde zu Lenins Zeiten mit Brosamen vom reichgedeckten Tisch der
Kolonialprofite nur ein privilegierter Teil der Arbeiterklasse in den sog.
Mutterländern bestochen, so hat heute praktisch die ganze Arbeiterklasse in
den imperialistischen Metropolen mehr oder weniger Anteil an der
Ausplünderung der weniger entwickelten Länder. Der hohe materielle
Lebensstandard der arbeitenden Menschen in den Metropolen beruht zu
einem beträchtlichen Teil auf der besonders brutalen Ausbeutung ihrer
Klassengenossen in den Ländern der Peripherie, die für Hungerlöhne schuften
müssen damit die dort erzeugten Produkte trotz Superprofite der Konzerne zu
äußerst niedrigen Preisen in den Metropolen auf die Märkte geworfen werden
können.
Die Basis für den Opportunismus in der Arbeiterbewegung der Metropolen
wurde bedeutend ausgeweitet. Wenn Lenin feststellt: "Der Imperialismus hat
die Tendenz, auch unter den Arbeitern privilegierte Kategorien auszusondern
und sie von der großen Masse des Proletariats abzuspalten" (288), so muss
dies heute auf eine Welt bezogen werden, in der die große Masse des
Proletariats in den weniger entwickelten Ländern lebt und arbeitet, bzw. von
Arbeitslosigkeit betroffen ist. Einen Nährboden für den Opportunismus bildet
auch der Besitz von Aktien und Fondsanteilen bei einer größer werdenden
Schicht gut verdienender Arbeiter und Angestellten in den Metropolen.
Dort wo Lenin über den Zusammenhang von Imperialismus und
Opportunismus spricht, ist auch von der Arbeiterbürokratie die Rede.
Gemeint sind damit von der Arbeiterklasse abgehobene opportunistische
Funktionäre der Arbeiterbewegung. Auch das dazu ausgeführte findet im
heutigen Kapitalismus in neuer Dimension seine Bestätigung. So haben wir es
in der Bundesrepublik heute mit einer breiten Schicht von
sozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Funktionsträgern zu tun, die
auf den verschiedenen Ebenen politisch und materiell in den kapitalistischen
Staat integriert und vielfach auch über Aufsichtsratstantiemen, Dividenden
aus Aktienbesitz, Fondsgewinnen u.a. durch ökonomische Fäden mit dem
Monopolkapital verbunden sind.
Lenin schreibt: "Der Opportunismus kann jetzt nicht mehr in der
Arbeiterbewegung irgendeines Landes auf eine lange Reihe von Jahrzehnten
hinaus völlig Sieger bleiben, so wie er in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhunderts in England gesiegt hatte; in einer Reihe von Ländern ist der
Opportunismus vielmehr reif, überreif geworden und in Fäulnis
übergegangen, da er sich als Sozialchauvinismus mit der bürgerlichen Politik
restlos verschmolzen hat." (290)
Völlig zutreffend ist die Feststellung, dass der Opportunismus in Fäulnis
übergegangen und sich restlos mit der bürgerlichen Politik verschmolzen hat.
Wenn es dazu noch eines Beweises bedurft hätte, dann würde er durch die
"neoliberale", unsoziale, auf die Profit- und Machtinteressen der
Monopolbourgeoisie ausgerichtete Politikkonzeption der Sozialdemokratie
erbracht, wie sie von der Schröder-Regierung mit der Agenda 2010, Harz IV
usw. praktiziert und dann in der Großen Koalition mit der Rente mit 67 und
anderen Maßnahmen fortgesetzt wurde. Mit der Teilnahme am Überfall der
NATO auf Jugoslawien, der mittelbaren Unterstützung der US-Aggression
gegen den Irak und ihrer Rolle im Afghanistan-Krieg ist die SPD zugleich zu
einer imperialistischen Kriegspartei verkommen.
Die Aussage, der Opportunismus kann jetzt nicht mehr in der
Arbeiterbewegung irgendeines Landes auf eine lange Reihe von Jahrzehnten
hinaus völlig Sieger bleiben, hat die Geschichte dagegen nicht bestätigt. Der
Einfluss des Opportunismus ist heute größer als jemals zuvor. Es ist dies ein
wesentlicher Grund dafür, dass sich auch Lenins These vom Imperialismus
als Vorabend der proletarischen Revolution in dem Sinne verstanden, dass die
proletarische Revolution als Weltrevolution innerhalb kurzer Frist
bevorstünde – und so haben die Kommunisten sie damals verstanden – nicht
bestätigt hat. Gesiegt hat damals die russische Oktoberrevolution. Nach dem
zweiten Weltkrieg kamen einige Länder in Europa und Asien hinzu, später
auch die kubanische Revolution. Die Weltrevolution ist jedoch ausgeblieben.
Neben dem Sieg des Opportunismus spielt dabei sowohl der Umstand eine
Rolle, dass der Sieg der Oktoberrevolution wie die sozialistischen
Umwälzungen nach dem zweiten Weltkrieg die imperialistischen Metropolen
zu weitgehenden sozialen Zugeständnissen an die Arbeiterklasse dieser
Länder gezwungen hat wie auch die Unterdrückung revolutionärer
Bewegungen mit militärischer Gewalt oder der drohenden militärischen
Gewalt des Imperialismus.
Zutreffend bleibt dagegen, dass der Imperialismus als Monopolkapitalismus
das höchste Stadium des Kapitalismus ist. Innerhalb dieses Stadiums
vollziehen sich gewichtige Veränderungen, ein Kapitalismus der über das
Monopol hinausgeht, ist jedoch nicht vorstellbar. Jenseits des kapitalistischen
Monopols liegen sozialistische Produktionsverhältnisse und die müssen durch
die proletarische Revolution durchgesetzt werden.
Schließlich hat Lenin die sich mit der Macht der Monopole entfaltende
Tendenz des Imperialismus zur Aggression nach außen und zur Reaktion nach
innen herausgearbeitet. Mit der Globalisierung ist nicht nur die Macht der
Monopole mit den transnationalen Konzernen unermesslich gewachsen, auch
die Tendenz zur Aggression und Reaktion hat sich verstärkt.
Durch die von der Herausbildung eines sozialistischen Weltsystems und dem
Zusammenbruch des imperialistischen Kolonialsystems nach dem zweiten
Weltkrieg ausgehenden Gefahren für den Fortbestand der kapitalistischen
Ausbeuterordnung sind die zwischenimperialistischen Widersprüche
zeitweilig hinter die gemeinsamen Interessen gegenüber dem Weltsozialismus
und den nationalen Befreiungsbewegungen zurückgetreten. Nach dem
Zusammenbruch und der Zerschlagung des Sozialismus in der Sowjetunion
und den anderen sozialistischen Ländern in Europa treten sie wieder
deutlicher hervor.
Allerdings gibt es nach wie vor verbindende Interessen. So besteht für die
imperialistischen Metropolen heute eine gemeinsame Hauptaufgabe der
Außenpolitik darin, die letzten Hindernisse für die totale Beherrschung des
Weltmarktes und der wichtigsten Rohstoffressourcen durch die
transnationalen Konzerne aus dem Wege zu räumen. Wo ökonomische Hebel
nicht die gewünschte Wirkung bringen, wird die imperialistische
Militärmaschine in Bewegung gesetzt. Der von den USA dominierte
aggressive Militärpakt NATO setzt sich rigoros über das Völkerrecht hinweg,
souveräne Staaten, die sich nicht dem Diktat der NATO beugen, werden
bombardiert oder okkupiert. An den letztlich dahinter stehenden Interessen
lässt die Militärdoktrin der Bundeswehr keinen Zweifel: Mit schnellen
Eingreiftruppen, Krisenreaktionskräften und der Umrüstung auf weltweite
Einsätze soll der "freie Zugang zu den Märkten und Rohstoffquellen
gesichert" werden. Nach der Souveränität der Staaten, um deren Märkte und
Rohstoffquellen es geht, wird nicht gefragt.
Besonders deutlich wird das aggressive Wesen des Imperialismus in der
Politik des US-Imperialismus. Schon Anfang der 90er Jahre hat der damalige
US-Präsident Bush sen. bekanntlich auf dem Hintergrund der Niederlage des
Sozialismus die Forderung nach einer USA-dominierten „neuen
Weltordnung“ erhoben.
Dies bedeutet, wie Ernst Woit im Sonderheft der Marxistischen Blätter zum
Irakkrieg schrieb, „die Infragestellung der bestehenden oder ́Alten
Weltordnung ́, und das ist jene, die im Ergebnis des Zweiten Weltkrieges auf
der Grundlage der Charta der Vereinten Nationen errichtet wurde.
Entsprechend Artikel 2 der UN-Charta beruht diese Weltordnung ́auf dem
Grundsatz der souveränen Gleichheit aller ihrer Mitglieder ́ und darauf, dass
alle diese Mitglieder ́in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die
territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates
gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare
Androhung oder Anwendung von Gewalt ́ unterlassen.
Wie der Autor feststellt, hatten die USA nie ein positives Verhältnis zu diesen
grundlegenden Verpflichtungen der UN-Charta. Sie haben sie wiederholt
gebrochen, unter anderem in dem von der UNO nicht sanktionierten Überfall
auf Jugoslawien. Wenn dieser noch von ihren Verbündeten in der NATO
unterstützt wurde, so bestand die neue Qualität der Aggression gegen den Irak
darin, dass diese nicht nur ohne UN-Mandat, sondern auch gegen den Willen
so wichtiger Verbündeter wie Frankreich, Deutschland u.a. erfolgte. In
Afghanistan ziehen die wichtigsten imperialistischen Staaten allerdings
wieder eindeutiger an einem Strang, während im Libyenkrieg wieder
Differenzen deutlicher wurden.
Die Widersprüche und Rivalitäten zwischen den imperialistischen Metropolen
werden weiter zunehmen. Allerdings wird der mit der Ungleichmäßigkeit der
Entwicklung im Imperialismus zusammenhängende Kampf um die
Neuaufteilung der Welt und der Einflusssphären heute noch in erster Linie
mit ökonomischen und politischen Waffen oder aber mit
"Stellvertreterkriegen" ausgetragen, die von anderen Ländern gegeneinander
geführt bzw. in Bürgerkriegen ausgefochten werden.
Mit einem Weltkrieg zwischen den imperialistischen Metropolen ist meiner
Überzeugung nach in der absehbar nächsten Zeit nicht zu rechnen. Dafür sehe
ich vor allem drei Gründe: erstens die heute noch bestehende absolute
militärische Überlegenheit der USA gegenüber den anderen Metropolen und
imperialistischen Zentren; zweitens die Gefahr, dass ein solcher Krieg zum
alles vernichtenden Atomkrieg werden könnte; und drittens den Umstand,
dass die Transnationalen Konzerne in ihren Interessen heute häufig mit
mehreren Staaten und Staatengruppen direkt verbunden sind, was dem
Austragen von Konflikten zwischen diesen Staaten mit Hilfe eines
Weltkrieges in einem gewissen Maße entgegenwirkt.
Das alles heißt allerdings nicht, dass in der weiteren Perspektive mit der
Veränderung der ökonomischen und militärischen Kräfteverhältnisse, mit der
Zuspitzung des Kampfes um die immer begrenzter werdenden
Rohstoffquellen und um Vorherrschaft in der Welt, nicht auch die Gefahr
eines Krieges zwischen den imperialistischen Metropolen wieder akut werden
kann. Auf diese Möglichkeit wurde bereits 1992 in einer als "No-Rivals-Plan"
bekannt geworden Studie des Pentagon hingewiesen, die als Begründung für
die weitere forcierte Rüstung der USA nach dem Ende des kalten Krieges
diente. Dort heißt es: "Wir müssen versuchen zu verhüten, dass irgendeine
feindliche Macht eine Region dominiert, deren Ressourcen - unter gefestigter
Kontrolle - ausreichen würden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Solche
Kontrolle - ausreichen würden, eine Weltmachtposition zu schaffen. Solche
Regionen sind Westeuropa, Ostasien, das Gebiet der früheren Sowjetunion
und Südwestasien... Wir müssen unsere Strategie jetzt darauf konzentrieren,
dem Aufstieg jedes möglichen Konkurrenten globaler Dimension
zuvorzukommen." (Zitiert nach isw-Report Nr.40, Welt-Sheriff NATO, S.22)
Und die "Quadrenial Defense Review" kommt zu dem Ergebnis, dass man
sich in der Zeit nach 2015 auf Großmachtkonflikte einzustellen habe, "falls
regionale Großmächte mit den USA in Konkurrenz um den Vorrang in der
Weltpolitik eintreten". Als mögliche globale Konkurrenten werden Russland
und China aufgeführt. (Zitiert nach ebenda, S.23) Und in der Tat sehe ich für
die absehbar nächste Zeit eine besonders große Bedrohung für den Frieden in
der militärischen Einkreisungspolitik der NATO gegen Russland und China.
Was China betrifft, so machen US-Militärs und –Politiker im Zusammenhang
mit den aktuellen Plänen zur Umgruppierung der US-Streitkräfte in aller Welt
keinen Hehl daraus, dass sie in China den Hauptgegner des US-Imperialismus
sehen.
Für die weitere Entwicklung ist allerdings auch ein militärischer Konflikt
zwischen den USA und den anderen beiden imperialistischen Zentren nicht
auszuschließen. Wie wir gesehen haben wird insbesondere Westeuropa im
"No-Rivals-Plan" ausdrücklich als ein potentieller Rivale der USA im Kampf
um die Weltherrschaft genannt.
Globalisierung bedeutet also keineswegs, dass der Imperialismus friedlicher,
und die von ihm ausgehende Kriegsgefahr geringer wird. Ganz im Gegenteil!
Machen US-Politiker doch in ihrer zynischen Offenheit aus dem
Zusammenhang zwischen imperialistischer Globalisierung, neuer
Weltordnung und Krieg keinen Hehl. So schrieb der ehemalige Staatssekretär
und Berater Madeleine Albrights am Tag, an dem die NATO unter Führung
der USA ihren Angriffskrieg gegen Jugoslawien begann, in der New York
Times: - Zitat - „Damit die Globalisierung funktioniert, darf Amerika sich
nicht scheuen, als die allmächtige Supermacht zu handeln, die es ist. Die
unsichtbare Hand des Marktes wird nie ohne den F-15-Konstrukteur
McDonnel-Douglas funktionieren. Und die unsichtbare Faust, die dafür sorgt,
dass die Welt für McDonalds Niederlassungen und Silicon-Valley-
Technologien sicher ist, heißt US-Army, Navy, Air Force und Marine
Corps.“(NYT, 28.3.99) Mit Illusionen, dass der Imperialismus im Zuge der
weiteren Entwicklung friedlicher werden könne, wie sie seinerzeit von
Kautsky mit der Theorie des "Ultra-Imperialismus" verbreitet wurden, hat
sich Lenin schon in seiner Schrift zum Imperialismus auseinandergesetzt. Es
gibt keinen Grund, sich heute solchen Illusionen hinzugeben.
Die Tendenz des Imperialismus zur Reaktion im Innern, die Lenin
herausarbeitet, findet in der Bundesrepublik ihren Ausdruck in den Angriffen
auf die sozialen und demokratischen Errungenschaften. Mit Lohndruck,
Deregulierung und Flexibilisierung, dem Schleifen der Sozialsysteme soll der
"Standort Deutschland" für den mit der Globalisierung verbundenen
verschärften Konkurrenzkampf fittgemacht werden. Mit dem Ausbau des
Polizeistaates, mit Maßnahmen wie der Übergabe von immer mehr
Vollmachten an die Bundespolizei, der Computer- und Datenbespitzelung und
der immer beharrlicher vorgetragenen Forderung nach einem Einsatz der
Bundeswehr im Innern sollen Voraussetzungen dafür geschaffen werden,
jeden ernsthaften Widerstand gegen die sozialreaktionäre und die
Kriegspolitik zu unterdrücken. Und für alle Fälle liegen die Notstandsgesetze
in der Schublade. Zur Reaktion im Innern gehört nicht zuletzt die
Abschottung der "Festung Europa" gegen die Folgen der imperialistischen
Globalisierung in Gestalt wachsender Kriegs- und Elendsflüchtlingsströme.
Das es sich bei alledem um Entwicklungen im Rahmen des Imperialismus
handelt, sollte auf dem Hintergrund der eingangs angeführten Grundaussagen
der Imperialismustheorie Lenins außer Zweifel stehen. Gilt das aber auch für
die auf die Imperialismustheorie Lenins gründende Theorie des
staatsmonopolistischen Kapitalismus? Von einigen linken Autoren wird dies
infrage gestellt. Sie verweisen darauf, dass wir es unter der Devise des
"Neoliberalismus" doch mit einer Rücknahme des Staates aus dem
Wirtschaftsprozess zu tun hätten. Lasst mich dazu abschließend noch eine
kurze Bemerkung machen.
Kern der Theorie des Stamokap ist die Vereinigung der Macht der Monopole
mit der Macht des Staates. Die konkreten Mechanismen mit denen der Staat
im Interesse der Monopole tätig wird, können sich dabei verändern, und sie
verändern sich im Zusammenhang mit der Entwicklung der Produktivkräfte,
mit Veränderungen in den Verwertungsbedingungen des Kapitals, mit den
Anforderungen des internationalen Konkurrenzkampfes, der Stärke und
Einflussnahme (oder Schwäche!) der Arbeiterbewegung auf staatliche
Entscheidungen und anderen Faktoren. So hat in der Geschichte der
Bundesrepublik mehrere Male ein Variantenwechsel im Regulierungsmodell
des staatsmonopolistischen Kapitalismus stattgefunden. Dabei gehen
staatliche Eingriffe in die Wirtschaft dann auf manchen Gebieten zurück, auf
anderen werden sie stärker.
Gretchen Binus schreibt in der Zeitschrift "Z": "Nach wie vor kann der
heutige Kapitalismus ohne staatliche Monopolisierung nicht funktionieren.
Angesichts der durch die Monopolisierung fortschreitenden
Vergesellschaftung der Produktion übernimmt der Staat wichtige Funktionen
der Kapitalmobilisierung, zu denen die Konzerne aufgrund der Grenzen des
kapitalistischen Eigentums nicht mehr in der Lage sind. Die
Staatsintervention zugunsten der Kapitalverwertung ist äußerst vielgestaltig.
Sie vollzieht sich zum einen teilweise in klassischen Formen, z.B. durch die
Steuerpolitik zugunsten der großen Industrie oder über die Subventionen...
Zum anderen passt sich auch der Staat den neuen Anforderungen der
Kapitalverwertung an, indem er in erster Linie solche Maßnahmen staatlicher
Intervention in die Wege leitet, die die Konkurrenzfähigkeit und Expansion
der Konzerne fördern und stützen. Der viel propagierte und Teilweise reale
`Rückzug des Staates aus der wirtschaftlichen Tätigkeit` wird durch die
verschiedenartigen Eingriffe in die Monopolisierung wettgemacht.“ Die
Autorin verweist insbesondere auf die Technologiepolitik, die in allen
Industriestaaten mehr oder weniger ausgeprägt zu einem Instrument der
Förderung der transnationalen Expansion ihrer Monopole geworden ist.
Neu ist auch, dass immer mehr Regulierungsfunktionen an die sich jeglicher
demokratischen Kontrolle entziehende EU-Bürokratie übertragen werden. Im
Rahmen der EU haben wir es heute mit einem zentralistischen
staatsmonopolistischen Dirigismus zu tun, der auf vielen Feldern weit über
das hinausgeht, was wir zur Zeit der sog. Globalsteuerung unter dem
sozialdemokratischen Wirtschaftsminister Schiller erlebt haben. Als neues
Moment zeichnen sich schließlich im Zusammenhang mit der Globalisierung
Keimformen eines quasi globalen staatsmonopolistischen
Regulierungssystems im Interesse der transnationalen Konzerne ab. Eine
zentrale Rolle dabei spielen der IWF, die Weltbank, WTO, GAT, G-7 bzw G-
8 und in gewissem Maße auch die G-20.
Das alles bedeutet, dass sich zwar am Wesen des staatsmonopolistischen
Kapitalismus, an der Vereinigung der Macht der Monopole mit der Macht des
Staates nichts geändert hat, dass der heutige Stamokap sich im Konkreten
jedoch von dem der fünfziger und sechziger Jahre in manchem unterscheidet.
Dazu gehört nicht zuletzt, dass sich im Verhältnis von Monopolen und Staat
die Gewichte zugunsten der Monopole, vor allem zugunsten der
Transnationalen Konzerne verschoben haben. Sie sind gegenüber den Staaten
stärker, die Staaten im Verhältnis zu ihnen schwächer geworden. Die relative
Selbständigkeit des Staates in der Vereinigung von Monopol- und
Staatsmacht ist noch mehr relativiert worden.
Wenn es im Übrigen noch eines Beweises für die Vereinigung der Macht der
Monopole mit der Macht des Staates, für die unverzichtbare Rolle des
kapitalistischen Staates für das Funktionieren des kapitalistischen
Wirtschaftssystems bedurft hätte, dann wurde er durch die gegenwärtige Krise
und die Maßnahmen der kapitalistischen Staaten geliefert. Viele hunderte
Milliarden wurden den Banken und Konzernen in den Rachen geworfen und
selbst die Verstaatlichung von Banken und Konzernen war plötzlich kein
Schreckgespenst mehr. Sobald die wieder laufen, werden die mit
Steuergeldern geretteten Unternehmen dann allerdings wieder für Appel und
Ei in die Hände des privaten Kapitals übergehen.
http://www.neue-impulse-verlag.de/veroeffentlichungen/masch-skripte/52-die-imperialismustheorie-lenins-und-der-heutige-kapitalismus.html
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