Dienstag, 29. September 2015

Anti-Psychiatrie-Preisausschreiben

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener sucht für eine Kampagne gegen den Weltkongress der Psychiatrie in Berlin 2017 einen bezeichnenden Titel. Wir halten es für eine Provokation, dass nach der Nichtabsage des Weltkongresses 1999 in Hamburg nun noch einmal zur Geschichtsrevision und Vertuschung der Verbrechen der deutschen Psychiatrie durch deren internationale Kollegen ein Weltkongress abgehalten wird. Eine Provokation umso mehr, da 1939 die Ärzte-Nazis von Berlin aus ein Massen-Mordprogramm in den Psychiatrien organisierten, das anschließend in den Vernichtungslagern im besetzen Polen multipliziert fortgesetzt wurde. Dass die deutsche Psychiatrie nach 1949 völlig unreflektiert an ihren verbrecherischen Folterpraktiken festgehalten hat, zeigt ihr Aufschrei als im Sommer 2012 psychiatrische Zwangsbehandlung von den beiden höchsten Gerichten endlich als noch nie mit dem Grundgesetz vereinbar erkannt wurde. 2013 hat der Sonderberichterstatter über Folter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte, Juan E. Méndez, gefordert, dass "alle Staaten ein absolutes Verbot aller medizinischen nicht einvernehmlichen bzw. Zwangsbehandlungen von Personen mit Behinderungen verhängen sollten, einschließlich nicht-einvernehmlicher Psychochirurgie, Elektroschocks und Verabreichung bewusstseinsverändernder Drogen, sowohl in lang- wie kurzfristiger Anwendung. Die Verpflichtung, erzwungene psychiatrische Behandlung wegen einer Behinderung zu beenden, ist sofort zu verwirklichen und auch knappe finanzielle Ressourcen können keinen Aufschub der Umsetzung rechtfertigen."* Wir suchen einen Titel der möglichst knapp und prägnant diesen Kongress bezeichnet und möglichst auch in Englische gut klingen sollte. Er sollte noch ätzender sein (z.B. mit Hilfe der Ironie), als der von uns oft verwendete Slogan: „Psychiater - staatlich geschützte Verbrecher“ Bitte Titelvorschläge per E-Mail senden an: die-bpe@gmx.de Bitte vermerken, falls die Autorenschaft anonym bleiben soll, welches Pseudonym gegebenenfalls bei der öffentlichen Abstimmung verwendet werden soll. Einsendeschluss ist der 22.11.2015 um 24 Uhr Von der Mitgliederversammlung am 24.11. werden die Titelvorschläge, die als nicht gut genug bewertet werden, aussortiert. Unter alle anderen werden in einer öffentlichen Abstimmung im Internet der erste, zweite und dritte Preis ermittelt. 1. Preis: 100,- € 2. Preis: 50,- € 3. Preis: 30,- € Mit der Einreichung eines Vorschlags für das Preisausschreiben wird als Bedingung akzeptiert, dass a) die Entscheidungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener e.V. endgültig sind und nicht gerichtlich überprüft werden können. b) Copyrights an den jeweils eingereichten Titeln an die-BPE übergehen und es dafür keinerlei Bezahlung oder Abfindung gibt. Beschluß der Mitgliedversammlung von die-BPE vom 22.9.2015 - veröffentlicht in deren Homepage: http://www.die-bpe.de -------------------------------------------- Gerichtshof für Menschenrechte Österreich in Sachen Maßnahmenvollzug verurteilt Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in Straßburg hat Österreich wegen überlanger Dauer der Überprüfung der Einkerkerung in einer Anstalt für sog. "geistig abnorme Rechtsbrecher" verurteilt. Zitat aus dem Bericht: Kritik an mehreren Punkten Der EGMR übte in Zusammenhang mit diesem Fall in mehreren Punkten Kritik am österreichischen System des Maßnahmenvollzugs. Unter anderem wurde bemängelt, dass immer mehr Einweisungen in Anstalten für geistig abnormen Rechtsbrecher aufgrund bloßer Vergehen erfolgen und das Prinzip "Therapie statt Strafe" faktisch in sein Gegenteil verkehrt werde. Der "Etikettenschwindel" der Einstufung von Straftätern als geistig abnorm diene dazu, die restriktiven gesetzlichen Anforderungen an die Unterbringung als gefährliche Rückfalltäter zu umgehen und potenziell lebenslänglich einzuweisen. Graupner wies zugleich darauf hin, dass die von Justizminister Wolfgang Brandstetter eingesetzte Arbeitsgruppe Maßnahmenvollzug in ihrem im Jänner präsentierten Bericht festhält, dass zumindest vier von fünf Personen zu Unrecht in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen würden. [fett von uns] Vollständig nachzulesen hier: http://www.kleinezeitung.at/k/chronik/oesterreich/4818390/Gerichtshof-fur-Menschenrechte_Osterreich-in-Sachen -------------------------------------------- Demonstration am 25.9.2015 beim Gesundheitsminister Keinen Cent für die Zwangspsychiatrie! Dreht ihr den Geldhahn zu! Bitte mitdemonstrieren am 25.9. ab 14.00 Uhr vor dem Eingang des Bundesministeriums für Gesundheit, Friedrichstraße 108, 10117 Berlin. Der Demonstrationsaufruf der Mitgliederversammlung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener, ist hier veröffentlicht: http://www.zwangspsychiatrie.de/2015/07/demonstration-am-31-7-2015-beim-gesundheitsminister ------------------------------------------- Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß�-Zentrum im Haus der Demokratie und Menschenrechte Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin http://www.psychiatrie-erfahrene.de Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung! Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de Nachrichten aus dem Werner-Fuß�-Zentrum jetzt auch auf Twitter und Facebook (und weiterhin per RSS-Feed): Twitter: https://twitter.com/wernerfuss Facebook: https://www.facebook.com/patverfue RSS: http://www.zwangspsychiatrie.de/feed

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