Freitag, 14. Mai 2010

BP-Ölpest: nicht 5000 sondern 70.000 Barrel täglich

Warum der Konzern Unterwasseraufnahmen geheim hielt

Die Oelpest, verursacht durch die Bohrplattform "Deepwater Horizon" ist aller Wahrscheinlichkeit nach sehr viel schwerwiegender, als angenommen. Erst nach mehr als 3 Wochen wurde ein Unterwasservideo von der Leckage veroeffentlicht, nachdem BP von US-Regierung und Medien unter Druck gesetzt wurde. Anhand dieser Aufnahme kalkulieren Wissenschaftler den Ausstoß auf bis zu 100.000 Barrel taeglich. Der von Steven Merely, Professor an der Prudoe Universitaet fuer Ingenieurswissenschaften, als Mittelwert errechnete Umfang der Leckage entspricht etwa 13 Millionen Liter taeglich.

Verschiedene Wissenschaftler haben unabhaengig voneinander auf Grundlage des Unterwasservideos Berechnungen angestellt und schaetzen den Umfang des Ausstoßes auf das 4 bis 20-fache, der bisher behaupteten 5000 Barrel am Tag. Ein Umfang von 70.000 Barrel bedeutete, dass innerhalb von vier Tagen die Oelmenge erreicht waere, die bei der bisher groeßten Oelpest in den USA bei der Havarie der Exxon Valdez das Meer und die Kuesten verschmutzen.

BP: geringfuegige Verschmutzung

Von verschiedener Seite wird darauf gedrungen, die Menge des auslaufenden Oels und damit den Schaden festzustellen, unter anderem mithilfe bewaehrter Methoden und Geraeten, die hierfuer im Unterwasserbereich eingesetzt werden. Zwei Experten fuer ozeanografische Messungen vom Institut fuer Ozeanografie in Massachussetts hatten bereits angeboten, solche Messungen durchzufuehren. Sie wurden jedoch vom BP-Konzern abgewiesen. Man erklaerte seitens der BP, man wolle das Oel nicht messen, sondern das Leck stoppen.

BP-Chef Hayward wiederum erklaerte nun, der Umfang der Verschmutzung sei recht geringfuegig, gemessen an der Groeße des Ozeans.

Raetselraten ueber Verbleib des Oels

Da der Oelteppich auf der Wasseroberflaeche dies Ausmass nicht erkennen laesst, wird vermutet, dass ein großer Teil des Oels in einer umfangreichen Wolke unterhalb der Oberflaeche haengt, zwischen dem Meeresboden in 1500 Meter Tiefe und nun in unkalkulierbare Richtungen treibt, da sich der Stroemungsverlauf in groeßeren Wassertiefen von dem der Oberflaeche unterscheidet. Damit herrscht Raetselraten ueber den Verbleib des Oels, das damit unvorhergesehen an einer Kueste anlanden kann, die bisher nicht ins Kalkuel einbezogen wurde, oder mit dem Golfstrom in den Atlantik spuelen.

Bisher ist nicht bekannt, dass Bemuehungen unternommen werden, den Weg des Oels im unterseeischen Bereich zu verfolgen. Nur ein Forschungs-U-Boot ist bisher im Bereich der Unfallstelle im Einsatz

http://www.huffingtonpost.com/2010/05/14/gulf-oil-spill-may-be-far_n_576127.html

http://www.msnbc.msn.com/id/37125240/ns/gulf_oil_spill/

http://www.msnbc.msn.com/id/37141752/ns/us_news-the_new_york_times/

http://www.huffingtonpost.com/2010/05/14/bp-ceo-gulf-oil-spill-rel_n_576215.html

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