Samstag, 29. Juli 2017
Moderne Lohnsklaven in Deutschland: Ackern im Akkord
"Kein Vertrag, kaum Geld, Arbeiten auf Abruf - unter dem
verharmlosenden Begriff "mobile Beschäftigte" arbeiten tausende
Lohnsklaven in Deutschland. Meist sind es Menschen aus Osteuropa, die
gnadenlos ausgebeutet werden. (...) Auch wenn Sklaverei und
Menschenhandel inzwischen international verboten sind - nach
Schätzungen der internationalen Arbeitsorganisation gibt es
zigmillionen Menschen, die in modernen Formen der Sklaverei ihr Leben
fristen. Viele davon in Deutschland. Man sieht sie nur nicht. Sie sind
im Behördendeutsch "Mobile Beschäftigte". (...) Die Arbeiter landen
dann oft auf dem sogenannten "Arbeiterstrich", so sagen es die
Insider. In Kleinbussen werden sie vom Subsubunternehmer zum
Treffpunkt beim Subunternehmer gefahren, der sie dann weiterfährt zur
Arbeitsstelle. Nach Feierabend leben sie auf engstem Raum, haben kein
soziales Leben, ihre Unwissenheit wird ausgenutzt. (...) Offiziell
arbeiten viele dieser Menschen bei Subunternehmern, deswegen behaupten
die Konzerne, nicht zuständig zu sein, die Verhältnisse nicht zu
kennen, unter denen gearbeitet und gelebt wird. Aber haben
Arbeitgeber nicht auch so etwas wie eine Fürsorgepflicht?..."
Reportage von Almuth Knigge vom 07.07.2017 beim Deutschlandfunk Kultur
http://www.deutschlandfunkkultur.de/moderne-lohnsklaven-in-deutschland-ackern-im-akkord.1001.de.html?dram:article_id=390475
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