Samstag, 29. Juli 2017
Demonstrationsbeobachtung in Hamburg vom 2. – 8. Juli 2017
"Mit insgesamt 43 Demonstrationsbeobachter*innen hat das Komitee für
Grundrechte und Demokratie viele Versammlungen in der Zeit vom 2. bis
8. Juli 2017 in Hamburg begleitet. Wir wollen den einseitigen
Polizeiberichten genaue Darstellungen der Abläufe entgegenstellen.
(...) Wir haben beobachtet, in welchem Maße die Polizei in diesen
Tagen die Macht über das Geschehen in der Stadt übernommen hat. Sie
hat eskaliert, Bürger- und Menschenrechte ignoriert, sie informierte
die Öffentlichkeit falsch und ging mit großer Gewalt gegen die
Menschen vor. Schon seit Monaten warnen wir vor dem Ausnahmezustand,
der anlässlich des G20 in Hamburg produziert wird. Das, was wir in
dieser Woche vorgefunden haben, geht sogar über das, was wir
befürchtet haben, noch hinaus. Nicht nur wurden die Grund- und
Menschenrechte auf Versammlungs- und Meinungsfreiheit durch die
Allgemeinverfügung außer Kraft gesetzt. Die Polizei hat, gedeckt von
der Hamburgischen Regierung und vermutlich auch im Sinne der
Interessen der/des Innminister/-senators und der Sicherheitsbehörden
den Ausnahmezustand geprobt. Die Versammlungsfreiheit als Grund- und
Menschenrecht galt in Hamburg nicht..." Erklärung von und beim
Grundrechtekomitee vom 9.7.2017
http://www.grundrechtekomitee.de/node/873
Siehe weitere neue Beiträge im Dossier, darunter auch die Erklärung
des Anwaltlichen Notdienst beim RAV e.V. vom 09.07.2017: Festival der
Grundrechtsverletzungen: Hamburg im Zustand polizeilicher Belagerung
http://www.labournet.de/?p=107814
Und eines unserer Lieblingskommentare: Brennende Autos beim G20:
Nationalfetisch Auto
"Es gibt für Deutsche keine schlimmere Kränkung, als wenn man ihre
Autos angreift. In den Kommentaren zu den G20-Protesten jedenfalls
werden »brennende Autos« regelmäßig vor zertrümmerten Ladenfenstern
und verletzten Personen erwähnt; letztere sind ersetzbar, aber der
Nationalfetisch Auto ist mehr noch als Hymne und Flagge unabdingbar –
als ein symbolisches Zentrum kleinbürgerlicher Aufstiegsideologie. Wer
Autos anzündet, stellt exakt die Lebensentwürfe in Frage, in denen der
Besitz des Autos eins ist mit Erfolg, Dazugehören und Glück im Winkel;
eben deshalb gelten solche Angriffe fast schlimmer als versuchter
Mord..." Kommentar von Leo Fischer bei neues Deutschland vom 7. Juli
2017
https://www.neues-deutschland.de/artikel/1056668.brennende-autos-beim-g-nationalfetisch-auto.html
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