Donnerstag, 19. Mai 2022

Razzia bei Kinderpsychiater Winterhoff

Der in vielen Talkshows als „Experte“ gefeierte Kinderpsychiater Michael Winterhoff erpresste Eltern, keine zweite Meinung einzuholen. Über viele weitere üble Repressionsmaßnahmen und schiere Machtdemonstrationen wurde am 9.8.2021 in einem Film in der ARD berichtet. Darauf wiesen wir hier schon einmal hin. Letzten Freitag den 13.5., hatte nun Herrn Winterhoff das Pech, dass die Polizei aufgrund der Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung in einer Razzia nicht nur die ehemaligen Bonner Praxis des Kinderpsychiaters, sondern auch15 Jugendhilfeeinrichtungen in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, durchsuchte. Über diese Razzia wurde wiederum in der Tagesschau unter dem Titel: Verdacht der Körperverletzung – Razzia bei Kinderpsychiater Winterhoff und in der Süddeutschen Zeitung ausführlich berichtet. So einen Aufwand betreibt die Staatsanwaltschaft eigentlich nur, wenn sie sich sicher ist, Anklage erheben zu können. Über den Prozess dürfte dann wieder ausführlich berichtet werden. Wie über den Fall wohl beim Kongress der Kinder- und Jugendpsychiatrie diskutiert wird, der noch bis zum Samstag 20.5. in Magdeburg tagt? --------------------------------------------------------- Literaturempfehlung: Über Schuld und Strafe auf deterministischer Grundlage: Mit einem abolitionistischen Epilog von Gunnar Spilgies Insbesondere unter dem Aspekt, dass wir die Abschaffung der Forensik fordern, was inzwischen auch von der DGSP vertreten wird, ist dieses Buch mit seiner Kritik am Bestrafungssystem bemerkenswert. Aus der Beschreibung des Buches: ...In diesem Lichte sind die zentralen strafrechtsdogmatischen Begriffe der Schuld, der Entschuldigung, der Schuldfähigkeit, der Vermeidbarkeit des Verbotsirrtums und der Freiwilligkeit des Rücktritts vom Versuch neu zu bestimmen. Die grundsätzliche Begrenzung der strafrechtlichen Sanktion auf die Vergeltungsstrafe erscheint geeignet, die Freiheit der Bürger vor übermäßigen präventiven Eingriffen größtmöglich zu schützen. Zugleich tritt der Autor der herrschenden Ansicht entgegen, Strafe zu verhängen sei „eine bittere Notwendigkeit in einer Gemeinschaft unvollkommener Wesen, wie sie die Menschen nun einmal sind“ (Alternativ-Entwurf, 1966). Strafe muss nicht sein. Die Utopie einer abolitionistischen Gesellschaft ist keine Illusion. Das Buch ist teuer, aber dagegen hilft der Gang zur nächsten Bibliothek und dort den Wunsch anmelden, es für den Bestand zu besorgen - dann haben noch mehr Menschen was von diesen wichtigen Buch :-) --------------------------------------------------------- Der Dokumentarfilm: Verwahrt und vergessen? Psychiatrie in der DDR ist in der Mediathek der ARD bis zum 27.4.2023 hier abzurufen Der Film dokumentiert die Besonderheiten der DDR-Psychiatrie und beleuchtet überraschende Ähnlichkeiten und Verbindungen, die es mit der „Seelenarbeit“ in der Bundesrepublik gab. Sie fragt auch danach, wie sich dreißig Jahre nach dem Bericht der Kommission des Bundesgesundheitsministeriums von 1991 die Psychiatrie im Osten Deutschlands heute darstellt? --------------------------------------------------------- Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß-Zentrums Vorbergstr. 9a, 10823 Berlin http://www.psychiatrie-erfahrene.de Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung! Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de Bitte daran denken: Bei der Koalition gegen Zwangspsychiatrie – gewaltfreie Psychiatrie jetzt unterschreiben, siehe: www.tinyurl.com/gegenZwang

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