Samstag, 29. Juli 2017
Hamburg: Polizeigewalt gegen Pressefreiheit
Journalisten werden offenbar seit zehn Jahren beobachtet
"Politische Gipfeltreffen in Deutschland bedeuten Arbeit auch für
Tausende Journalisten, egal ob die G 7, die G 20 oder die EU-Spitzen
rufen. Seit mehr als zehn Jahren werden bestimmte Journalisten dabei
durch deutsche Polizeibeamte beaufsichtigt, heißt es aus
Sicherheitskreisen. Das sei nichts Ungewöhnliches, sagt ein Beamter.
Sondern schon häufiger vorgekommen. "Mindestens seit Heiligendamm",
also seit dem G-8-Gipfel in dem Ostsee-Badeort im Juni 2007. Das ist
eine Neuigkeit. (…) Die 32 Journalisten hätten zu jenen gezählt, die
sich bei diesem Gipfeltreffen ohnehin nur in "Begleitung" durch
BKA-Beamte in Sicherheitsbereichen bewegen durften. Von vornherein. So
wie es gängige Praxis sei. Und der Sprecher des
Bundesinnenministeriums ergänzte: Nein, neue Erkenntnisse über diese
32 Journalisten habe man dann nicht plötzlich erhalten, "sondern über
die Verhältnisse". Das heißt, nur über die organisatorischen Abläufe.
Die Räume etwa. Die BKA-Sicherheitsleute hätten einsehen müssen, dass
sie die Eins-zu-eins-Überwachung verdächtiger Journalisten nicht
würden leisten können, also schloss man diese eben ganz aus. Die
Erklärung wirft ihrerseits eher neue Fragen auf. Man habe über die
Akkreditierungen "im Sinne eines größtmöglichen Zugangs" entschieden,
erklärte Seibert zur Begründung. Die größte Härte für Journalisten,
nämlich keine Akkreditierung zu bekommen, sollte vermieden werden.
Deshalb die "Begleitung" durch BKA-Beamte..." Artikel von Cerstin
Gammelin und Ronen Steinke vom 12. Juli 2017 bei der Süddeutschen
Zeitung online
http://www.sueddeutsche.de/medien/pressefreiheit-journalisten-werden-offenbar-seit-zehn-jahren-beobachtet-1.3584288
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