1.) Nachrichtenvideo auf Tribuna Popular zeigt Hugo Chávez in einem Saal vor hunderten Mitglieder der PSUV:
Hugo Chávez übernahm die persönliche Verantwortung für die Verhaftung und Auslieferung von Joaquín Pérez Becerra. Er verwies darauf, dass weder der Außenminister noch ein anderes Regierungsmitglied die Anordnung zur Verhaftung von Joaquín Pérez Becerra gegeben hatte, diese Anordnung sei allein von ihm gekommen. Und wenn jemand da eine Puppe mit Name und Gesicht des Außenministers verbrennt, dann sollte er korrekterweise eine Pupe mit Name und Gesicht von ihm, Hugo Chávez, verbrennen.
Und jawohl, während des Fluges der Lufthansa-Maschine von Frankfurt nach Venezuela rief ihn Kolumbiens Präsident Santos an und informierte ihn darüber, dass eine von Interpol gesuchte und nach Kolumbien auszuliefernde Person mit dem Lufthansa-Flug in Venezuela landen würde. Und dies nahm er, Hugo Chávez, sehr wohl zur Kenntnis. Und er gab die Anordnung, jene Person - wie war doch gleich der Name? Wie? Wie bitte? Also diese Person mit dem Namen Pérez festzunehmen und an Kolumbien auszuliefern, weil dies den internationalen Regeln entspricht.
Ist denn nun er, Hugo Chávez, schuldig und verantwortlich dafür, dass jene Person auf der Fahndungsliste von Interpol steht und gerade nach Venezuela einreist? Nein, weder er, Hugo Chávez, noch die Regierung von Venezuela haben jene Person nach Venezuela eingeladen. Gegen jene Person liegt seitens Interpol eine Fahndung vor. Das Herkunftsland Schweden ließ jene Person ausreisen und kam der Fahndung von Interpol nicht nach. Das Transitland Deutschland mit dem äußerst stark gesicherten Flughafen Frankfurt kam der Fahndung von Interpol nicht nach und ließ diese Person weiter reisen. So dass Kolumbiens Präsident Santos ihn, Hugo Chávez, anruft, und darüber informiert, dass eine von Interpol gesuchte Person in Caracas landen wird.
Egal, wo diese Person landet, da lag eine Fahndung von Interpol gegen diese Person vor und muß nach internationalem Recht eine Festnahme und Auslieferung erfolgen. Wie auch eine Festnahme und Auslieferung im Fall jenes Terroristen erfolgte, nach welchem ebenfalls von Interpol auf Ersuchen Kubas gefahndet wurde, und der in Venezuela festgenommen und nach Kuba ausgeliefert wurde. Venezuela erfüllt da internationale Verpflichtungen, nichts weiter. Und er, Hugo Chávez, ist für Venezuela verantwortlich. Und jawohl, er übernimmt persönlich diese Verantwortung und wird weiterhin dafür sorgen, dass Venezuela seine internationalen Verpflichtungen erfüllt und dem internationalen Recht nachkommt.
Und wenn die Marxisten-Leninisten damit ein Problem haben, dann sollen sie damit ein Problem haben. Sie hatten damals bei Caldera auch Probleme und standen nicht zu ihm, Hugo Chávez. Und jetzt sagen sie da, dass Hugo Chávez ein Konterevolutionär ist, ein Verräter ist. Sie sollen sagen, was sie sagen wollen. Er, Hugo Chávez, hat diese Person - wie heißt diese Person? Wie ist der Name? Also diese Person namens Pérez hat er, Hugo Chávez, niemals dazu eingeladen, nach Venezuela zu kommen. Niemand weiß, wer diesen Pérez eingeladen hat. Aber Tatsache ist, dass Venezuela ihn auf ein Mal auf dem Hals hatte. Tatsache ist, dass eine Interpol-Fahndung gegen diese Person lief. Welcher Venezuela verpflichtet ist nachzukommen.
Jetzt ist diese Person in Kolumbien. Was dort mit dieser Person geschieht, wird Kolumbien entscheiden. In Kolumbien wird er strafrechtlich verfolgt. Und das läuft jetzt alles in Kolumbien weiter. Venezuela und er, Hugo Chávez, hat lediglich internationales Recht umgesetzt. Und er, Hugo Chávez, verbürgt sich als Präsident von Venezuela dafür, dass Venezuela unter seiner Präsidentschaft weiterhin internationale Rechtsnormen respektieren wird. Und war vollständig und ohne Doppelzüngigkeit, ganz gleich ob es da Kritik und Druck von ultralinks oder von ultrarechts gibt. Venezuela steht zu seinen internationalen Verpflichtungen. Und er, Hugo Chávez, als Präsident des Landes, garantiert dafür. Weil es da um die Interessen Venezuela geht.
Schweden hätte die von Interpol gesuchte Person ausliefern können und hat es nicht getan. Deutschland hätte die von Interpol gesuchte Person ausliefern können und hat es nicht getan. Und dann schaut alle Welt auf Venezuela. Was ist passiert? Venezuela hat seine internationalen Verpflichtungen erfüllt. Venezuela hat kein Problem geschaffen, das Problem der Anreise dieser Person hat andere Länder geschaffen und hat diese Person selbst zu verantworten. Dafür übernimmt weder Venezuela, noch er, Hugo Chávez, eine Verantwortung. Er, Hugo Chávez, übernimmt jedoch mit seiner Regierung und dem Volk von Venezuela die Verantwortung für die erfolgreiche Fortsetzung der Bolivarischen Revolution in Venezuela. Sollen ihn die Marxisten-Leninisten einen Konterrevolutionär oder Verräter nennen, er bleibt an der Spitze der erfolgreich sich entwickelnden Bolivarischen Revolution und als Präsident loyal dem venezolanischen Volk gegenüber.
(Stehender Beifall vom Saalpublikum einiger hunderter PSUV-Mitglieder, die sich allerdings recht schleppend nacheinander erhoben.)
2) Interview von Joaquín Pérez Becerra aus dem Gefängnis in Bogotá
Joaquín Pérez Becerra gibt an, dass er von Angehörigen der Nationalgarde Venezuelas unmittelbar beim Verlassen des Lufthansa-Flugzeuges festgenommen wurde. Dabei benahmen sich die venezolanischen Nationalgardisten sehr rüde. Sie wollten nicht mal seinen schwedischen Reisepass oder Ausweis sehen. Sie führten ihn ab wie einen Schwerstverbrecher und behandelten ihn äußerst schlecht. Er konnte niemandem von denen etwas erklären, denn sie verhielten sich taub zu allem, was er sagte. Eine ganz üble und ganz schlechte Behandlung war das dort. Niemals in seinem ganzen Leben wird er jemals wieder den Boden der Bolivarischen Republik Venezuela betreten!
Im Vergleich zu den venezolanischen Sicherheitskräften wurde er in Kolumbien geradezu gut und korrekt empfangen. Die kolumbianischen Polizisten gaben ihm sein Telefon zurück. Endlich konnte er einen Anwalt sprechen, welchem ihm der schwedische Konsul schickte. Und er konnte auch mit dem schwedischen Konsul etliche Stunden sprechen und bedankt sich vielmals für diese großartige Hilfe seitens der schwedischen Diplomaten.
Er lehnte alle Interviews mit der regierungsnahen Presse Kolumbiens ab, weil ihm deren Interviewer eh nur Fallen stellen wollen und hinterher alles so verdrehen, wie es ihnen in ihren Kram passt. Er ist total enttäuscht vom Bolivarischen Venezuela, dessen Bolivarische Revolution von ihm und seiner Nachrichtenagentur in Schweden von Anfang an vollends unterstützt worden ist. Im Moment seiner Auslieferung an Schweden war offensichtlich der Informationsminister von Venezuela zugegen. Dieses venezolanische Regierungsmitglied gehörte beim letzten reaktionären Putsch von 2002 noch zur Seite der Putschisten gegen Hugo Chávez und stieg dann zu immer höheren Ämtern in der Regierung Chávez auf. Dieser Informationsminister war bei der Auslieferung dabei, vermied aber jeden Kontakt und jedes Wort mit ihm und versteckte sich ständig vor ihm.
Warum Kolumbiens Regierung nach ihm fahnden ließ? Die kolumbianische Oligarchie ist eine einzige Verbrecherbande und fingiert da natürlich jene Computerinhalte von Reyes. 600 Mails von ihm an die FARC seien gefunden worden? Lächerlich, sie konstruieren sich da ihre Schein-Beweise zusammen. Diese Mails stammen allesamt aus der Zeit, als Reyes bereits tot war, - und in diesen Jahren konnten sie ja etliche Mails erfinden und schreiben und da in den Computer tun, um das jetzt mal eben zu benutzen. Im Grunde geht es nur darum, eine alternative Informationsquelle abzuschalten und mundtot zu machen. Vielen Dank für die weltweite Solidarität. Besonders freut ihn, dass die Zahl von ANNCOL-Zuschriften so gigantisch gestiegen ist. Er wird sich nicht brechen lassen. Er ist nie Terrorist gewesen, das Verbreiten von wahrheitsgemäßer Information hat nichts mit Terrorismus zu tun.
Quelle:
http://www.tribuna-popular.org/
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Donnerstag, 19. Mai 2011
Mittwoch, 18. August 2010
„WEGEN EXISTENZ DER FARC HAT KOLUMBIEN BISHER VENEZUELA NICHT ANGEGRIFFEN“
James Petras im Interview mit CX36 Radio Centenario / Uruguay 9.8.2010
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
„Vor zwei Wochen veröffentlichte ein sehr seriöser kolumbianischer Wissenschaftler ein Buch mit dem Titel „Der Krieg gegen die FARC und der Krieg der FARC“. Er weist darin nach, dass die FARC-Guerrillakämpfer ihren Einfluss in einem Drittel der Gesamtfläche Kolumbiens gefestigt haben. Das Regime von Uribe und Santos kontrolliert demzufolge lediglich noch das halbe Territorium Kolumbiens... Bei all dem ist völlig richtig, dass die FARC-Guerrilla 2008 ein paar herbe Rückschläge erlitten hat. Richtig ist jedoch auch, dass ab 2009 bis August 2010 mehr als 3.000 kolumbianische Militärangehörige bei Gefechten mit der FARC getötet worden sind. Die FARC ist in letzter Zeit weiter gewachsen. Und genau aus diesem Grund ist derzeit Santos geschwächt und kann nicht mal eben einen Krieg gegen Venezuela lostreten, denn die FARC hat sich ganz enorm erholt, ebenso wie die ELN. Und diese Guerilla-Organisationen werden immer stärker derzeit.
Das macht es für Santos unmöglich, an eine Aggression gegen Venezuela jetzt zu denken.“
Chury: Wir haben gerade James Petras aus den USA am Telefon. Wie geht es Dir, James?
Petras: Uns geht es gut. Es ist ziemlich heiß hier, viel Sonne. Wir haben eine gute Ernte aus unserem Garten, viele Tomaten. Das macht uns zumindest in der Selbstversorgung zufrieden.
Chury: Schön. Ich will die einleitenden Worte hier mal dazu nutzen, um Dir mitzuteilen, dass wir letztens vor unseren Mikrofonen einen Führungsmann der revolutionären Bewegung aus El Salvador hatten. Konkret handelte es sich um Wladimir, der auch Programme wie unseres mithört und mitliest und sehr schätzt, was Du so machst.
Er sprach sehr gut von Dir. Und genau darum will ich ihm eine große Umarmung schicken, von hier aus bis hin nach El Salvador. Und diese große Umarmung geht an alle Menschen dort, die hier mithören und mitlesen...
Petras: Für mich ist diese Unterstützung ganz wichtig. Ich schätze sie sehr. Denn sie kommt von aktiven Menschen, die sich in den Kampf einbringen. Mein Beitrag in diesem Kampf ist die Fortsetzung des Kampfes mit den Mitteln der Studien, der Informationen und der Konferenzen.
Chury: Schön. Wir sind auch immer ganz zufrieden zu erfahren, wie das gehört und gelesen wird, was jemand schlicht von sich gibt. Ich danke Dir recht vielmals für Deinen Beitrag dazu. Und ich frage Dich mal, was ich immer frage, wenn wir unser Gespräch miteinander beginnen: Woran arbeitest Du derzeit gerade?
Petras: Es gibt drei Schwerpunkte:
Erstens die Ereignisse in Pakistan, Russland, China, Indien, die angeblichen Überschwemmungen, die Großbrände und alles, was die Massenmedien da als Naturkatastrophen bezeichnen.
Zweitens die Beziehungen zwischen Venezuela und Kolumbien.
Drittens die Enthüllungen von Wikileaks anhand der Veröffentlichung von Dokumenten, die Bedeutung dieser Enthüllungen für die Weltpolitik und vor allem für die Informationsweitergabe an die Weltöffentlichkeit über all das, was da tatsächlich in Afghanistan und den anderen Regionen des Kriegsgeschehens vor sich geht.
In Pakistan sprechen alle Medien von den Überschwemmungen, von den Millionen und Abermillionen ihrer Dächer über dem Kopf beraubten Menschen. Und auch gibt es viele Berichte über die Vermissten und die Toten.
Aber: Es fehlt eine wesentliche Erwähnung, ob es wirklich richtig ist, dass es da riesige Mengen an Regengüssen gibt, dass es da Überschwemmungen dieses Ausmaßes gibt.
Sie erklären nicht, warum es keinen Schutz gibt, kein Kontrollsystem an den Flüssen. Es gibt keine Diskussion über vorbeugende Maßnahmen wie beispielsweise die Bewässerungssysteme, die das Wasser auffangen. Es gibt keine Maßnahmen hinsichtlich geeigneter Bauplätze für Wohnhäuser, für Städte. Und weniger als gar nicht wird von der Politik geredet, welche stets eng mit dem Geschehen der Naturgewalten verknüpft ist.
Das heißt, wenn denn niemand diese Regenwassermassen verhindern kann, wonach die Flüsse ansteigen und über die Ufer treten, wir aber zugleich wissen, dass es Schutzsysteme und Kontrollsysteme für die Fließkräfte der Flüsse gibt, die Opfer wiederum arme Bauern in heiklen gefährdeten Gebieten sind, weil sie aus gesicherteren Orten von den großen Landhaien und Immobilienspekulanten vertrieben worden sind, - warum kann die Regierung von Pakistan nicht Dämme und Kontrollsysteme errichten?
Weil Pakistan von der US-amerikanischen Regierung geführt wird. Weil all seine Mittel an die Militärs geleitet werden, die wiederum dafür verantwortlich sind, dass Menschen aus den Konfliktgebieten vertrieben werden und ihnen nur die heikelsten und gefährlichsten Lebensräume verbleiben. Wenn Pakistan all dieses Geld, all diese Millionen von Dollars nicht in den Krieg im Dienste der USA stecken würde, sondern diese großen Geldmittel und seine Truppen für den Schutz der Bevölkerung einsetzen würde, dann könnten solche menschlichen Katastrophen nicht geschehen oder würden sich zumindest viel weniger folgenschwer auswirken.
Dasselbe in China. China hatte ein System zur Kontrolle der Flüsse in seiner kommunistischen Zeit. China hatte Millionen von Bauern in den Dörfern und in den genossenschaftlichen Landgütern, die stets das Bewässerungssystem pflegten und auf die Bauten zum Schutz vor den Gewalten der Flüsse achteten.
Jetzt arbeitet dort jedermann nur noch für sich selbst. Es gibt keine kollektive Arbeit mehr, die Schutzeinrichtungen für alle bauen könnte. Jeder Ort, jedes Dorf, hängt von einer zentralistischen Staatsmacht ab. Und diese Staatsmacht interessiert nur noch das Profitscheffeln, die Steigerung der Produktion. Aber was ist das für eine Steigerung der Produktion, wenn es jedes Jahr zu Überschwemmungen kommt und hunderte Bauernfamilien vertrieben werden, Millionen Menschen ihre Ernten einbüßen?
Dasselbe in Indien. Seit 20 Jahren richtet sich die gesamte Politik auf das Wohl des Privatkapitals. Die Politik zieht sich völlig zurück aus den Bereichen, in denen die große Mehrheit immer noch in sehr prekären Lebenslagen lebt.
Obwohl Indien und China hohe Wachstumsraten haben, ist die Rate des Schutzes der Bevölkerung vor den Naturgewalten immer geringer geworden. Aus diesem Grunde sehen wir diese Erscheinungen, welche Naturkatastrophen genannt werden, die wir jedoch in ein Verhältnis zur Wirtschaftspolitik setzen müssen.
Wenn es schon so starke Regenfälle gibt, warum haben sie dann diese Folgen?
Das liegt an der Politik, am Neoliberalismus, am Kapitalismus in diesen Ländern. Der Kapitalismus misst der Infrastruktur zum Schutz der Völker vor Überschwemmungen und Regenwassermassen zuwenig Bedeutung bei. Und konkret dies müssen wir im politischen Zusammenhang sehen.
Es gibt keine große Mobilmachung für die Zivilverteidigung. Es gibt nur noch Soldaten und Polizeikräfte, um die Bevölkerungen zu unterdrücken. Sie haben dort keine Schutzsysteme mehr wie einst in der kommunistischen Zeit, als es eine funktionierende Zivilverteidigung gab.
In Russland haben sie die Ausgaben für den Schutz der Wälder gekürzt. Darum gibt es derartig riesige Flächenbrände.
Das ist eine völlige Inkompetenz dort. Das Problem liegt doch darin, wie die großen Holzverarbeitungskonzerne dazu stimuliert werden können, nicht nur die Bäume zu fällen und das Holz für sich zu verarbeiten. Das Problem kann doch nicht sein, wie wir Arbeitskräfte und Fachleute zur Kontrolle von Waldbränden mobilisieren. Jetzt brennen dort die Wälder und gerät der Flächenbrand vielerorts völlig außer Kontrolle. Sogar ein Militärstützpunkt brannte dort ab. 300 Flugzeuge und Hubschrauber brannten ab, weil die Militärs nicht wissen, wie sie gegen den Flächenbrand angehen sollen. Sie wissen nur noch, wie sich Geld ausgeben lässt.
Dies ist mir wichtig zu sagen. Und die Massenmedien reden nicht von der Politik, weil sie die Günstlinge des Liberalismus sind, weil sie in Pakistan und Russland und Indien und China die Günstlinge der Kriegspolitik sind.
Chury: Wir bleiben einfach mal beim Thema. Ich weiß nicht, ob wir gleich mal zu den Dokumenten kommen, wenn Du magst...
Petras: Bei den Dokumenten von Wikileaks beschuldigen die USA Wikileaks der Offenlegungen. Die USA beschuldigen die Offenleger, sie würden Probleme für die nationale Sicherheit schaffen.
Aber wie kann es sein, dass die Enthüllungen, welche die Morde durch US-Militärangehörige zeigen, ein Problem für die nationale Sicherheit sein können? Beweisdokumente, die klar zeigen, wie viele Zivilpersonen die USA durch ihre befohlenen militärischen Einsätze dort vor Ort töten, sollen ein Problem für die nationale Sicherheit sein? Belegdokumente, die klar aufzeigen, wie die Massenmedien von CNN bis zu all den anderen US-amerikanischen Sendern herum lügen, sollen ein Problem für die nationale Sicherheit sein?
Sie haben doch gelogen, von wegen die USA kämen dort voran im Krieg, wenn in den internen Mitteilungen auf Kommando-Ebene von Niederlagen und gescheiterten Einsätzen sowie Verlust an Einfluss in den Kriegsgebieten die Rede ist.
Und ich glaube, dass da jetzt eine Strafkampagne gegen einen der patriotischen Militärangehörigen losgetreten worden ist. Gegen einen von denen, die für die Übermittlung der Dokumente verantwortlich sind. In einem Interview sagte jener Sergeant aus, dass er es als Schande empfand, was da in Afghanistan vor sich geht, wo sie Zivilpersonen umbringen und dann sagen, dies seien Talibankämpfer oder Al-Kaidas oder sonstige Banditen gewesen.
Ich glaube, dass Wikileaks sehr wichtig ist. Alle Welt soll da mitlesen. Alle Welt soll den Kontrast zwischen dem sehen, was die Presse- und Fernsehreportagen uns vorsetzen und was wirklich vor Ort dort geschieht.
Und die Anstrengungen, um die Veröffentlichung unter Strafe zu stellen, sind einfach nur das Bestreben zu vermeiden, dass sich die Weltöffentlichkeit mit dem auseinandersetzt, was diese Kriege dort wirklich sind. Es sind nämlich keine Kriege gegen den Terrorismus. Es sind Kriege gegen ganze Völker, ganze Länder.
Und ich denke, dass im Internet alle Hörer mitlesen sollten. Die von Wikileaks veröffentlichen Dokumente sind auf Englisch geschrieben. Aber es ist wichtig, dass jemand sie ins Spanische übersetzt, zumindest die wichtigsten dieser Dokumente.
Wir beenden unser Gespräch mal mit der Diskussion zwischen Kolumbien und Venezuela. Zuerst müssen wir wissen, dass die USA Kolumbien als Trampolin benutzen, um Druck und Spannungen und psychologischen Krieg gegen Venezuela loszutreten. Denn die USA sind verzweifelt an den gescheiterten Versuchen zur Zerschlagung der Regierung von Präsident Chávez. Ihre bisherigen Maßnahmen scheiterten.
Und Kolumbien hat dafür einen gewaltigen wirtschaftlichen Preis gezahlt, denn Chávez schloss die Grenze und Kolumbien verlor dadurch ca. 4 Milliarden Dollar an Handelseinnahmen. Dies schadete vielen Herstellern in der Industrie, den Handelsfirmen und Transportunternehmen in Kolumbien.
Und jetzt kommt der neue Präsident Santos in Kolumbien daher und bietet an, die bisherige Politik zu korrigieren. Er berichtigt sie aber nur im Zusammenhang damit, dass Venezuelas Präsident Chávez die Guerrillakämpfer angreift. Und dies scheint für mich erst mal Teil der Politik Kolumbiens zu sein.
Erst beklagte Uribe Lager der FARC in Venezuela und lieferte Venezuela dafür weder Beweise noch seriöse Anhaltspunkte, was wir vorige Woche noch als üblen Scherz hier miteinander abgetan hatten. Aber jetzt benutzen sie genau dies und wissen dabei schon im Voraus, dass sie damit Chávez unter Druck gesetzt bekommen, damit er seine Kritiken an der FARC steigert. Dabei wussten sie längst, dass Venezuela kein Zufluchtsort für die FARC und die ELN ist. Sie benutzen es ganz einfach, damit du da mal eben sagst, dass du sie nicht unterstützt. Du sollst sagen, dass du sie anklagst und sie mit dem bewaffneten Kampf endlich aufhören sollen. Und sie sollen friedliche Formen suchen, um Politik zu machen.
Aber warum gibt es soviel Besorgnis wegen der FARC?
Vor zwei Wochen veröffentlichte ein sehr seriöser kolumbianischer Wissenschaftler ein Buch mit dem Titel „Der Krieg gegen die FARC und der Krieg der FARC“. Er weist darin nach, dass die FARC-Guerillakämpfer ihren Einfluss in einem Drittel der Gesamtfläche Kolumbiens gefestigt haben. Das Regime von Uribe und Santos kontrolliert demzufolge lediglich noch das halbe Territorium Kolumbiens...
Bei all dem ist völlig richtig, dass die FARC-Guerrilla 2008 ein paar herbe Rückschläge erlitten hat. Richtig ist jedoch auch, dass ab 2009 bis August 2010 mehr als 3.000 kolumbianische Militärangehörige bei Gefechten mit der FARC getötet worden sind. Die FARC ist in letzter Zeit weiter gewachsen.
Und genau aus diesem Grund ist derzeit Santos geschwächt und kann nicht mal eben einen Krieg gegen Venezuela lostreten, denn die FARC hat sich ganz enorm erholt, ebenso wie die ELN. Und diese Guerilla-Organisationen werden immer stärker derzeit.
Das macht es für Santos unmöglich, an eine Aggression gegen Venezuela jetzt zu denken, denn dafür müsste er die Truppen verlegen und würde verhindern, das Vorankommen der Guerrillakämpfer unter Kontrolle zu halten. Sie würden noch mehr Niederlagen einstecken, als sie derzeit in großem Maßstab schon seitens der Regierungstruppen erleiden.
Und das scheint mir ganz wichtig zu sein: Die Tatsache, dass die FARC existiert, ist ein Faktor, weshalb Kolumbien derzeit Venezuela nicht angreift.
Und es ist absurd, dass Präsident Chávez sagt, die Guerrillakämpfer müssten mit dem bewaffneten Kampf aufhören. Wenn jemand mal untersucht, was mit der FARC geschehen ist, als sie mal den bewaffneten Kampf ruhen ließ und sich ihre Kämpfer rein friedfertig politisch zu engagieren bemühten, - sie sollten dadurch so viele Tote zu beklagen haben, so viele Guerrillakämpfer wurden eingekerkert, so viele Menschen wurden bedroht und belästigt und eingeschüchtert.
Bevor er von Kolumbien und Außenpolitik spricht, muss Chávez mal die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) konsultieren, wo gesagt wird, dass Kolumbien der gefährlichste Platz auf diesem Planeten für öffentlich aktive Gewerkschafter ist. Wo diskutiert wird, dass die Menschenrechtsgruppen Kolumbien als weltweit gefährlichsten Platz zum Leben erklärt haben.
Wenn insofern die Bedingungen für die von Chávez da geforderte friedliche politische Integration nicht gegeben sind, warum fordert er dann von den Guerrillakämpfer, dass sie Harakiri begehen sollen, dass sie sich selbst morden sollen?
Chávez müsste erst einmal fordern, dass der Herr Santos Verhandlungen mit der FARC aufnehmen soll. Herr Santos soll Bedingungen gewährleisten, die der FARC ermöglichen, in der Politik ihren Platz zu finden.
Herr Santos soll mal von den 4,5 Millionen Bauern und Arbeitern Kolumbiens sprechen, die in den 8 Jahren des Uribe-Regimes vertrieben worden sind, um Bedingungen für deren Eingliederung in die Produktionssysteme zu schaffen.
Anstatt sich selbst in das Gesicht zu schießen und bei Santos Punkte zu sammeln, indem er, Chávez, die FARC dermaßen angreift. In dieser Form, was mir Chávez sehr verleidet.
Das ist konkret ein Ausdruck des Schwankens von Chávez. An einem Tage bricht er die Beziehungen mit Kolumbien ab. Am nächsten Tag nach zwei Wochen mal eben auf Besuch bei Santos kritisiert er die FARC.
Das ist einfach nur Instabilität der Außenpolitik von Chávez, wo wir Unabhängigen uns unsere Unabhängigkeit erhalten müssen gegenüber den großen Führungspersonen, die ihren eigenen diplomatischen Interessen dienen und dies sogar auf Kosten von Volksbewegungen in anderen Ländern in diesem konkreten Fall tun.
Chury: Verschleißen sich nicht auch Haltungen dieser Art mit der Zeit massiv? (...)
Petras: Okay, da kann der Eine sagen, dass es so ist. Jawohl, da kann jemand etwas an Misstrauen erzeugen. Aber es gibt auch eine Lehre hier, an die sich jemand aus den früheren Jahren erinnern muss.
Wir erinnern uns, dass die UdSSR und China und sogar Kuba manchmal den Internationalismus aufrecht hielten. Aber es geschah andersrum auch, dass sie ihren Einfluss auf Bewegungen im Ausland und insbesondere in Ländern mit viel Kampf der Volksbewegungen dazu nutzten, um Vorteile für ihre Staatspolitik herauszuholen.
Und dazu gibt es keinen großen Unterschied, wenn es richtig sein soll, dass Chávez das Recht hat, die Beziehungen mit Kolumbien zu verbessern, die Benutzung Kolumbiens durch die USA abzuschwächen. Aber andererseits muss er sich nicht in das einmischen, was die Volksaufstandsbewegungen in Kolumbien gegenwärtig machen, oder was Bewegungen in Ekuador tun, oder in jedem anderen Land, um so seine politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu verbessern.
Aber das ist beinahe unvermeidlich. Die Regierungskanzleien der Staaten sind nicht konkret Zentrum der internationalen Solidarität. Viele Funktionsträger dort sind aus dem alten Staatswesen. Sie denken weiterhin an das, was sie Realismus nennen. Was einfach die Suche nach kurzfristig mehr Vorteil anstelle von langfristigem Herangehen an die internationalen Belange darstellt.
Chury: Sehr schön, Petras. Wie immer danke ich Dir für diese Einschätzung. Ich schicke Dir eine Umarmung aus Montevideo, Uruguay.
Petras: Vielen Dank. Eine Umarmung an Dich und alle Hörer.
www.radio36.com.uy
Quelle: http://anncol.eu/noticias-del-
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
„Vor zwei Wochen veröffentlichte ein sehr seriöser kolumbianischer Wissenschaftler ein Buch mit dem Titel „Der Krieg gegen die FARC und der Krieg der FARC“. Er weist darin nach, dass die FARC-Guerrillakämpfer ihren Einfluss in einem Drittel der Gesamtfläche Kolumbiens gefestigt haben. Das Regime von Uribe und Santos kontrolliert demzufolge lediglich noch das halbe Territorium Kolumbiens... Bei all dem ist völlig richtig, dass die FARC-Guerrilla 2008 ein paar herbe Rückschläge erlitten hat. Richtig ist jedoch auch, dass ab 2009 bis August 2010 mehr als 3.000 kolumbianische Militärangehörige bei Gefechten mit der FARC getötet worden sind. Die FARC ist in letzter Zeit weiter gewachsen. Und genau aus diesem Grund ist derzeit Santos geschwächt und kann nicht mal eben einen Krieg gegen Venezuela lostreten, denn die FARC hat sich ganz enorm erholt, ebenso wie die ELN. Und diese Guerilla-Organisationen werden immer stärker derzeit.
Das macht es für Santos unmöglich, an eine Aggression gegen Venezuela jetzt zu denken.“
Chury: Wir haben gerade James Petras aus den USA am Telefon. Wie geht es Dir, James?
Petras: Uns geht es gut. Es ist ziemlich heiß hier, viel Sonne. Wir haben eine gute Ernte aus unserem Garten, viele Tomaten. Das macht uns zumindest in der Selbstversorgung zufrieden.
Chury: Schön. Ich will die einleitenden Worte hier mal dazu nutzen, um Dir mitzuteilen, dass wir letztens vor unseren Mikrofonen einen Führungsmann der revolutionären Bewegung aus El Salvador hatten. Konkret handelte es sich um Wladimir, der auch Programme wie unseres mithört und mitliest und sehr schätzt, was Du so machst.
Er sprach sehr gut von Dir. Und genau darum will ich ihm eine große Umarmung schicken, von hier aus bis hin nach El Salvador. Und diese große Umarmung geht an alle Menschen dort, die hier mithören und mitlesen...
Petras: Für mich ist diese Unterstützung ganz wichtig. Ich schätze sie sehr. Denn sie kommt von aktiven Menschen, die sich in den Kampf einbringen. Mein Beitrag in diesem Kampf ist die Fortsetzung des Kampfes mit den Mitteln der Studien, der Informationen und der Konferenzen.
Chury: Schön. Wir sind auch immer ganz zufrieden zu erfahren, wie das gehört und gelesen wird, was jemand schlicht von sich gibt. Ich danke Dir recht vielmals für Deinen Beitrag dazu. Und ich frage Dich mal, was ich immer frage, wenn wir unser Gespräch miteinander beginnen: Woran arbeitest Du derzeit gerade?
Petras: Es gibt drei Schwerpunkte:
Erstens die Ereignisse in Pakistan, Russland, China, Indien, die angeblichen Überschwemmungen, die Großbrände und alles, was die Massenmedien da als Naturkatastrophen bezeichnen.
Zweitens die Beziehungen zwischen Venezuela und Kolumbien.
Drittens die Enthüllungen von Wikileaks anhand der Veröffentlichung von Dokumenten, die Bedeutung dieser Enthüllungen für die Weltpolitik und vor allem für die Informationsweitergabe an die Weltöffentlichkeit über all das, was da tatsächlich in Afghanistan und den anderen Regionen des Kriegsgeschehens vor sich geht.
In Pakistan sprechen alle Medien von den Überschwemmungen, von den Millionen und Abermillionen ihrer Dächer über dem Kopf beraubten Menschen. Und auch gibt es viele Berichte über die Vermissten und die Toten.
Aber: Es fehlt eine wesentliche Erwähnung, ob es wirklich richtig ist, dass es da riesige Mengen an Regengüssen gibt, dass es da Überschwemmungen dieses Ausmaßes gibt.
Sie erklären nicht, warum es keinen Schutz gibt, kein Kontrollsystem an den Flüssen. Es gibt keine Diskussion über vorbeugende Maßnahmen wie beispielsweise die Bewässerungssysteme, die das Wasser auffangen. Es gibt keine Maßnahmen hinsichtlich geeigneter Bauplätze für Wohnhäuser, für Städte. Und weniger als gar nicht wird von der Politik geredet, welche stets eng mit dem Geschehen der Naturgewalten verknüpft ist.
Das heißt, wenn denn niemand diese Regenwassermassen verhindern kann, wonach die Flüsse ansteigen und über die Ufer treten, wir aber zugleich wissen, dass es Schutzsysteme und Kontrollsysteme für die Fließkräfte der Flüsse gibt, die Opfer wiederum arme Bauern in heiklen gefährdeten Gebieten sind, weil sie aus gesicherteren Orten von den großen Landhaien und Immobilienspekulanten vertrieben worden sind, - warum kann die Regierung von Pakistan nicht Dämme und Kontrollsysteme errichten?
Weil Pakistan von der US-amerikanischen Regierung geführt wird. Weil all seine Mittel an die Militärs geleitet werden, die wiederum dafür verantwortlich sind, dass Menschen aus den Konfliktgebieten vertrieben werden und ihnen nur die heikelsten und gefährlichsten Lebensräume verbleiben. Wenn Pakistan all dieses Geld, all diese Millionen von Dollars nicht in den Krieg im Dienste der USA stecken würde, sondern diese großen Geldmittel und seine Truppen für den Schutz der Bevölkerung einsetzen würde, dann könnten solche menschlichen Katastrophen nicht geschehen oder würden sich zumindest viel weniger folgenschwer auswirken.
Dasselbe in China. China hatte ein System zur Kontrolle der Flüsse in seiner kommunistischen Zeit. China hatte Millionen von Bauern in den Dörfern und in den genossenschaftlichen Landgütern, die stets das Bewässerungssystem pflegten und auf die Bauten zum Schutz vor den Gewalten der Flüsse achteten.
Jetzt arbeitet dort jedermann nur noch für sich selbst. Es gibt keine kollektive Arbeit mehr, die Schutzeinrichtungen für alle bauen könnte. Jeder Ort, jedes Dorf, hängt von einer zentralistischen Staatsmacht ab. Und diese Staatsmacht interessiert nur noch das Profitscheffeln, die Steigerung der Produktion. Aber was ist das für eine Steigerung der Produktion, wenn es jedes Jahr zu Überschwemmungen kommt und hunderte Bauernfamilien vertrieben werden, Millionen Menschen ihre Ernten einbüßen?
Dasselbe in Indien. Seit 20 Jahren richtet sich die gesamte Politik auf das Wohl des Privatkapitals. Die Politik zieht sich völlig zurück aus den Bereichen, in denen die große Mehrheit immer noch in sehr prekären Lebenslagen lebt.
Obwohl Indien und China hohe Wachstumsraten haben, ist die Rate des Schutzes der Bevölkerung vor den Naturgewalten immer geringer geworden. Aus diesem Grunde sehen wir diese Erscheinungen, welche Naturkatastrophen genannt werden, die wir jedoch in ein Verhältnis zur Wirtschaftspolitik setzen müssen.
Wenn es schon so starke Regenfälle gibt, warum haben sie dann diese Folgen?
Das liegt an der Politik, am Neoliberalismus, am Kapitalismus in diesen Ländern. Der Kapitalismus misst der Infrastruktur zum Schutz der Völker vor Überschwemmungen und Regenwassermassen zuwenig Bedeutung bei. Und konkret dies müssen wir im politischen Zusammenhang sehen.
Es gibt keine große Mobilmachung für die Zivilverteidigung. Es gibt nur noch Soldaten und Polizeikräfte, um die Bevölkerungen zu unterdrücken. Sie haben dort keine Schutzsysteme mehr wie einst in der kommunistischen Zeit, als es eine funktionierende Zivilverteidigung gab.
In Russland haben sie die Ausgaben für den Schutz der Wälder gekürzt. Darum gibt es derartig riesige Flächenbrände.
Das ist eine völlige Inkompetenz dort. Das Problem liegt doch darin, wie die großen Holzverarbeitungskonzerne dazu stimuliert werden können, nicht nur die Bäume zu fällen und das Holz für sich zu verarbeiten. Das Problem kann doch nicht sein, wie wir Arbeitskräfte und Fachleute zur Kontrolle von Waldbränden mobilisieren. Jetzt brennen dort die Wälder und gerät der Flächenbrand vielerorts völlig außer Kontrolle. Sogar ein Militärstützpunkt brannte dort ab. 300 Flugzeuge und Hubschrauber brannten ab, weil die Militärs nicht wissen, wie sie gegen den Flächenbrand angehen sollen. Sie wissen nur noch, wie sich Geld ausgeben lässt.
Dies ist mir wichtig zu sagen. Und die Massenmedien reden nicht von der Politik, weil sie die Günstlinge des Liberalismus sind, weil sie in Pakistan und Russland und Indien und China die Günstlinge der Kriegspolitik sind.
Chury: Wir bleiben einfach mal beim Thema. Ich weiß nicht, ob wir gleich mal zu den Dokumenten kommen, wenn Du magst...
Petras: Bei den Dokumenten von Wikileaks beschuldigen die USA Wikileaks der Offenlegungen. Die USA beschuldigen die Offenleger, sie würden Probleme für die nationale Sicherheit schaffen.
Aber wie kann es sein, dass die Enthüllungen, welche die Morde durch US-Militärangehörige zeigen, ein Problem für die nationale Sicherheit sein können? Beweisdokumente, die klar zeigen, wie viele Zivilpersonen die USA durch ihre befohlenen militärischen Einsätze dort vor Ort töten, sollen ein Problem für die nationale Sicherheit sein? Belegdokumente, die klar aufzeigen, wie die Massenmedien von CNN bis zu all den anderen US-amerikanischen Sendern herum lügen, sollen ein Problem für die nationale Sicherheit sein?
Sie haben doch gelogen, von wegen die USA kämen dort voran im Krieg, wenn in den internen Mitteilungen auf Kommando-Ebene von Niederlagen und gescheiterten Einsätzen sowie Verlust an Einfluss in den Kriegsgebieten die Rede ist.
Und ich glaube, dass da jetzt eine Strafkampagne gegen einen der patriotischen Militärangehörigen losgetreten worden ist. Gegen einen von denen, die für die Übermittlung der Dokumente verantwortlich sind. In einem Interview sagte jener Sergeant aus, dass er es als Schande empfand, was da in Afghanistan vor sich geht, wo sie Zivilpersonen umbringen und dann sagen, dies seien Talibankämpfer oder Al-Kaidas oder sonstige Banditen gewesen.
Ich glaube, dass Wikileaks sehr wichtig ist. Alle Welt soll da mitlesen. Alle Welt soll den Kontrast zwischen dem sehen, was die Presse- und Fernsehreportagen uns vorsetzen und was wirklich vor Ort dort geschieht.
Und die Anstrengungen, um die Veröffentlichung unter Strafe zu stellen, sind einfach nur das Bestreben zu vermeiden, dass sich die Weltöffentlichkeit mit dem auseinandersetzt, was diese Kriege dort wirklich sind. Es sind nämlich keine Kriege gegen den Terrorismus. Es sind Kriege gegen ganze Völker, ganze Länder.
Und ich denke, dass im Internet alle Hörer mitlesen sollten. Die von Wikileaks veröffentlichen Dokumente sind auf Englisch geschrieben. Aber es ist wichtig, dass jemand sie ins Spanische übersetzt, zumindest die wichtigsten dieser Dokumente.
Wir beenden unser Gespräch mal mit der Diskussion zwischen Kolumbien und Venezuela. Zuerst müssen wir wissen, dass die USA Kolumbien als Trampolin benutzen, um Druck und Spannungen und psychologischen Krieg gegen Venezuela loszutreten. Denn die USA sind verzweifelt an den gescheiterten Versuchen zur Zerschlagung der Regierung von Präsident Chávez. Ihre bisherigen Maßnahmen scheiterten.
Und Kolumbien hat dafür einen gewaltigen wirtschaftlichen Preis gezahlt, denn Chávez schloss die Grenze und Kolumbien verlor dadurch ca. 4 Milliarden Dollar an Handelseinnahmen. Dies schadete vielen Herstellern in der Industrie, den Handelsfirmen und Transportunternehmen in Kolumbien.
Und jetzt kommt der neue Präsident Santos in Kolumbien daher und bietet an, die bisherige Politik zu korrigieren. Er berichtigt sie aber nur im Zusammenhang damit, dass Venezuelas Präsident Chávez die Guerrillakämpfer angreift. Und dies scheint für mich erst mal Teil der Politik Kolumbiens zu sein.
Erst beklagte Uribe Lager der FARC in Venezuela und lieferte Venezuela dafür weder Beweise noch seriöse Anhaltspunkte, was wir vorige Woche noch als üblen Scherz hier miteinander abgetan hatten. Aber jetzt benutzen sie genau dies und wissen dabei schon im Voraus, dass sie damit Chávez unter Druck gesetzt bekommen, damit er seine Kritiken an der FARC steigert. Dabei wussten sie längst, dass Venezuela kein Zufluchtsort für die FARC und die ELN ist. Sie benutzen es ganz einfach, damit du da mal eben sagst, dass du sie nicht unterstützt. Du sollst sagen, dass du sie anklagst und sie mit dem bewaffneten Kampf endlich aufhören sollen. Und sie sollen friedliche Formen suchen, um Politik zu machen.
Aber warum gibt es soviel Besorgnis wegen der FARC?
Vor zwei Wochen veröffentlichte ein sehr seriöser kolumbianischer Wissenschaftler ein Buch mit dem Titel „Der Krieg gegen die FARC und der Krieg der FARC“. Er weist darin nach, dass die FARC-Guerillakämpfer ihren Einfluss in einem Drittel der Gesamtfläche Kolumbiens gefestigt haben. Das Regime von Uribe und Santos kontrolliert demzufolge lediglich noch das halbe Territorium Kolumbiens...
Bei all dem ist völlig richtig, dass die FARC-Guerrilla 2008 ein paar herbe Rückschläge erlitten hat. Richtig ist jedoch auch, dass ab 2009 bis August 2010 mehr als 3.000 kolumbianische Militärangehörige bei Gefechten mit der FARC getötet worden sind. Die FARC ist in letzter Zeit weiter gewachsen.
Und genau aus diesem Grund ist derzeit Santos geschwächt und kann nicht mal eben einen Krieg gegen Venezuela lostreten, denn die FARC hat sich ganz enorm erholt, ebenso wie die ELN. Und diese Guerilla-Organisationen werden immer stärker derzeit.
Das macht es für Santos unmöglich, an eine Aggression gegen Venezuela jetzt zu denken, denn dafür müsste er die Truppen verlegen und würde verhindern, das Vorankommen der Guerrillakämpfer unter Kontrolle zu halten. Sie würden noch mehr Niederlagen einstecken, als sie derzeit in großem Maßstab schon seitens der Regierungstruppen erleiden.
Und das scheint mir ganz wichtig zu sein: Die Tatsache, dass die FARC existiert, ist ein Faktor, weshalb Kolumbien derzeit Venezuela nicht angreift.
Und es ist absurd, dass Präsident Chávez sagt, die Guerrillakämpfer müssten mit dem bewaffneten Kampf aufhören. Wenn jemand mal untersucht, was mit der FARC geschehen ist, als sie mal den bewaffneten Kampf ruhen ließ und sich ihre Kämpfer rein friedfertig politisch zu engagieren bemühten, - sie sollten dadurch so viele Tote zu beklagen haben, so viele Guerrillakämpfer wurden eingekerkert, so viele Menschen wurden bedroht und belästigt und eingeschüchtert.
Bevor er von Kolumbien und Außenpolitik spricht, muss Chávez mal die Internationale Arbeitsorganisation (IAO) konsultieren, wo gesagt wird, dass Kolumbien der gefährlichste Platz auf diesem Planeten für öffentlich aktive Gewerkschafter ist. Wo diskutiert wird, dass die Menschenrechtsgruppen Kolumbien als weltweit gefährlichsten Platz zum Leben erklärt haben.
Wenn insofern die Bedingungen für die von Chávez da geforderte friedliche politische Integration nicht gegeben sind, warum fordert er dann von den Guerrillakämpfer, dass sie Harakiri begehen sollen, dass sie sich selbst morden sollen?
Chávez müsste erst einmal fordern, dass der Herr Santos Verhandlungen mit der FARC aufnehmen soll. Herr Santos soll Bedingungen gewährleisten, die der FARC ermöglichen, in der Politik ihren Platz zu finden.
Herr Santos soll mal von den 4,5 Millionen Bauern und Arbeitern Kolumbiens sprechen, die in den 8 Jahren des Uribe-Regimes vertrieben worden sind, um Bedingungen für deren Eingliederung in die Produktionssysteme zu schaffen.
Anstatt sich selbst in das Gesicht zu schießen und bei Santos Punkte zu sammeln, indem er, Chávez, die FARC dermaßen angreift. In dieser Form, was mir Chávez sehr verleidet.
Das ist konkret ein Ausdruck des Schwankens von Chávez. An einem Tage bricht er die Beziehungen mit Kolumbien ab. Am nächsten Tag nach zwei Wochen mal eben auf Besuch bei Santos kritisiert er die FARC.
Das ist einfach nur Instabilität der Außenpolitik von Chávez, wo wir Unabhängigen uns unsere Unabhängigkeit erhalten müssen gegenüber den großen Führungspersonen, die ihren eigenen diplomatischen Interessen dienen und dies sogar auf Kosten von Volksbewegungen in anderen Ländern in diesem konkreten Fall tun.
Chury: Verschleißen sich nicht auch Haltungen dieser Art mit der Zeit massiv? (...)
Petras: Okay, da kann der Eine sagen, dass es so ist. Jawohl, da kann jemand etwas an Misstrauen erzeugen. Aber es gibt auch eine Lehre hier, an die sich jemand aus den früheren Jahren erinnern muss.
Wir erinnern uns, dass die UdSSR und China und sogar Kuba manchmal den Internationalismus aufrecht hielten. Aber es geschah andersrum auch, dass sie ihren Einfluss auf Bewegungen im Ausland und insbesondere in Ländern mit viel Kampf der Volksbewegungen dazu nutzten, um Vorteile für ihre Staatspolitik herauszuholen.
Und dazu gibt es keinen großen Unterschied, wenn es richtig sein soll, dass Chávez das Recht hat, die Beziehungen mit Kolumbien zu verbessern, die Benutzung Kolumbiens durch die USA abzuschwächen. Aber andererseits muss er sich nicht in das einmischen, was die Volksaufstandsbewegungen in Kolumbien gegenwärtig machen, oder was Bewegungen in Ekuador tun, oder in jedem anderen Land, um so seine politischen, wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen zu verbessern.
Aber das ist beinahe unvermeidlich. Die Regierungskanzleien der Staaten sind nicht konkret Zentrum der internationalen Solidarität. Viele Funktionsträger dort sind aus dem alten Staatswesen. Sie denken weiterhin an das, was sie Realismus nennen. Was einfach die Suche nach kurzfristig mehr Vorteil anstelle von langfristigem Herangehen an die internationalen Belange darstellt.
Chury: Sehr schön, Petras. Wie immer danke ich Dir für diese Einschätzung. Ich schicke Dir eine Umarmung aus Montevideo, Uruguay.
Petras: Vielen Dank. Eine Umarmung an Dich und alle Hörer.
www.radio36.com.uy
Quelle: http://anncol.eu/noticias-del-
Mittwoch, 21. Juli 2010
KIRCHENFÜHRUNG GEGEN VENEZUELAS KOMMUNISTEN
Oscar Figuera, Generalsekretär der KP Venezuelas, vor dem Parlament am 13. Juli 2010
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Auf Kommunisten-online am 18. Juli 2010 - ier der Wortlaut der Rede des Genossen Oscar Figuera:
Guten Abend, Genossen Abgeordnete.
Vielen Dank Genossin Parlamentspräsidentin.
Ich dachte, dass mir kein Rederecht mehr gewährt wird, denn die Aussprache ist recht lang gewesen.
An allererster Stelle wollen wir als Mitglieder der Kommunistischen Partei Venezuelas UNSEREN TIEFEN RESPEKT VOR JEDER RELIGIÖSITÄT DES VENEZOLANISCHEN VOLKES UNABHÄNGIG IHRER FORM UND ERSCHEINUNG bekunden. Wir verstehen, dass die Religion ein Zustand oder eine Ebene des kollektiven Bewusstseins ist. Folglich ist es notwendig, dass wir in unserer Arbeit zur Veränderung der Gesellschaft dies berücksichtigen und daran arbeiten.
Ich selbst in meinem Fall und in meiner Eigenschaft als Mitglied der Kommunistischen Partei bin nicht religiös und brauche keine Religion. Aber ich respektiere sie. Das ist die erste Feststellung, die wir hier treffen wollen.
Die zweite Feststellung besteht darin, dass die ganze Debatte für uns in ihrem Wesen nicht religiös, sondern politisch ist.
Ich habe hier ganz richtig viel Gerede von der Geschichte der Religion und so weiter gehört ... und ich respektiere viel von diesen Redebeiträgen, in denen es darum ging, was die Priester tun und was sie nicht tun. Aber für uns in der Kommunistischen Partei geht es bei dieser Debatte um was ganz anderes. Wir sehen im internationalen Maßstab den Aufmarsch der US-Streitkräfte, die Eröffnung eines weiteren US-Militärstützpunktes in Kostarika. Und ganz konkret vor diesem Hintergrund IST DAS HANDELN DER KIRCHENFÜHRUNG DARAUF GERICHTET, DIE PROZESSE DER DESTABILISIERUNG UND DER AGGRESSION GEGEN UNSER VOLK ZU FÖRDERN. Darin liegt für uns in der Kommunistischen Partei der politische Kern dieser Debatte.
Den Rest können wir verwenden, aber damit reden wir um den heißen Brei herum. Denn dieser ganze Rest würde einschließen, dass wir anfangen aufzuzeigen: Was ist die Religion? Und was ist die Kirche? Das ist eine sehr viel tiefgründigere Debatte. Oder wie wäre es damit: Welchem Denksystem verschreibt sich die Kirche? Dem idealistischen oder dem materialistischen, und welchem bedienen wir uns von der einen oder anderen Blickrichtung aus? Das ist die politische Diskussion, die heute und hier geführt wird.
Vom Standpunkt der Kommunisten aus besteht der Kern der Diskussion darin, dass es den bolivarischen revolutionären Prozess unter Führung des Comandante der Revolution Hugo Rafael Chávez Frías gibt. IN DIESEM PROZEß ENTWICKELT SICH EINE TIEFE EINHEIT IN DER VERSCHIEDENHEIT, WO IN REVOLUTIONÄRER EINHEIT WIR CHRISTEN UND NICHTCHRISTEN, GLÄUBIGE UND UNGLÄUBIGE, ZIVILPERSONEN UND MILITÄRANGEHÖRIGE TEILNEHMEN UND HANDELN. DIE HALTUNG DER KIRCHENFÜHRUNG IST DARAUF GERICHTET, DIESE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DES VOLKES ZU SPRENGEN. Für uns ist ganz richtig dies der eigentliche Kern des Problems.
Was da der Bürger sagt, der im Namen der Kirchenführung redet, ist einerseits der Vorwurf, dass wir die Verfassung missachten würden, wenn wir die revolutionären Gesetze einzubringen vorhaben, welche die Inhalte der Bolivarischen Verfassung bilden. Wenn wir in der Nationalversammlung uns bemühen und daran arbeiten, damit der Artikel 2 der Verfassung entwickelt wird und zum Ausdruck gebracht wird. Dieser Artikel 2 spricht von Gerechtigkeit, von Solidarität, von Gleichheit. Offenkundig wird er sich nicht in einer kapitalistischen Gesellschaft umsetzen lassen. Er muss sich in einer sozialistischen Gesellschaft umsetzen. Denn DIE SOLIDARITÄT, DIE GLEICHHEIT, DIE SOZIALE GERECHTIGKEIT, DIE TEILNAHME, DIE SELBSTVERWIRKLICHUNG, DIE VERTEIDIGUNG DER SOUVERÄNITÄT, DIE BEFREIUNG UNSERES VOLKES, DER AUFBAU EINER NEUEN PRODUKTIONSWEISE OHNE AUSGEBEUTETE UND AUSBEUTER IST NUR MÖGLICH IN EINER SOZIALISTISCHEN GESELLSCHAFT. Offenkundig ist der Bürger Abgeordnete der Kirchenführung mit seinem Vorwurf, wir würden die Verfassung missachten, darauf aus, die Rechtmäßigkeit und die Gesetzlichkeit dessen zu sprengen, was wir gerade machen. ES IST NOTWENDIG, Dass DIESE NATIONALVERSAMMLUNG UND ALLE ÖFFENTLICHEN GREMIEN AUFSTEHEN IN DIESER AUSEINANDERSETZUNG ANGESICHTS EINER KAMPAGNE, DIE DAS REVOLUTIONÄRE VORHABEN IN DISKREDITIEREN WILL. Daher ist die Diskussion grundsätzlich politisch. Das venezolanische Volk muss wissen, dass diese Diskussion grundlegend POLITISCH ist, dass sie nicht RELIGIÖS ist. Dass hier nicht mit der Kirche gesprochen wird. Dass hier mit den Sprachrohren der Kirchenführung gerade diskutiert wird, die ihr ganzes Leben lang im Verlauf der Geschichte die Interessen der herrschenden Klasse zum Ausdruck gebracht haben. Darum muss man hier mal schnell auf die Geschichte zurückgreifen.
Mit welchen Gruppierungen der Gesellschaft sind die Kirchenführungen historisch stets verflochten gewesen? Im Mittelalter, zu Beginn der kapitalistischen Gesellschaft? IN DEN VERSCHIEDENEN FORMEN DER GESELLSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG, WO DIE AUSBEUTUNG VORHERRSCHT, DA IST DIE KIRCHENFÜHRUNG STETS AUF SEITE DER MACHTHABER GEWESEN: Aus ganz einfachem Grunde, Genossen, was gestern unser Genosse Yul Jabour als Sprecher der Kommunistischen Partei Venezuelas sagte: WEIL AUCH INMITTEN DER KIRCHE DER KLASSENKAMPF STATTFINDET. Es findet der Kampf der Ideen statt. Es findet der Kampf der Interessen statt.
Weil die Kirche keine Organisation am Rande der gesellschaftlichen Wirklichkeit, am Rande der vorhandenen Widersprüche in der venezolanischen Gesellschaft ist. Die Kirche ist auch erfaßt von der Auseinandersetzung der verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Vorhaben, die sich in der Gesellschaft miteinander auseinandersetzen. Und die Mehrheit der Kultur dieser Einrichtung, bitte hören Sie, was ich sagte, DIE MEHRHEIT, denn schon immer hat es Ausnahmen gegeben, die Mehrheit hat sich immer den Interessen der Machthaber angepasst.
Das ist Teil der Diskussion. Wir verstehen, dass dies in dieser Nationalversammlung vonstatten geht, weil es uns vor dem Volk ermöglicht, DAS WESEN UND DIE NATUR DES VERHALTENS DIESER BÜRGER ZU ENTLARVEN.
Gemäß ihrer Rolle in der in Klassen gespaltenen Gesellschaft liegt mit einem religiös verbrämten Ansatz ihre Absicht darin, die Entfremdung des kollektiven Bewusstseins zu manipulieren und zu vertiefen, um das kollektive Bewusstsein den Interessen der Herrschaftsblöcke unterworfen zu halten, beim kapitalistischen Block, beim imperialistischen Block. Diese Zielstellung lässt uns hier in dieser Diskussion das Wort ergreifen.
Vieles ist gesagt worden, worauf wir uns beziehen könnten. Der Abgeordnete Saúl Ortega gab auf einige jener Anwürfe eine Antwort auf ganz eigene Art, wonach vieles davon nicht den historischen Tatsachen entspricht.
Von wegen „die Bourgeoise ist das Problem der Frauen und Kinder, was Lenin sagte“, den historischen Bezug sagte Marx, nicht Lenin, - zuerst sagte es Marx, nicht um die Bourgeoisie zu bewerten, sondern um darzustellen, was das Beste und Bewahrenswerteste an dieser Produktionsweise der Ausbeuter war, nicht um die Bourgeoisie zu bewerten zu versuchen.
Weil DIE BOURGEOISIE, GENOSSEN, SICH ALS GESELLSCHAFTLICHE KLASSE DEFINIERT, EINE GESELLSCHAFTLICHE KLASSE IM BESITZ DER PRODUKTIONSMITTEL. UND ALS BESITZERIN DIESER PRODUKTIONSMITTEL KAUFT SIE DIE LOHNARBEITSKRAFT UND BEUTET SIE AUS. UND AM ENDE EIGNET SIE SICH DEN MEHRWERT AN, DEN DIE ARBEITSKRAFT BEI IHREM EINSATZ AN DER VERGEGENSTÄNDLICHTEN ARBEIT ERZEUGT, UND SIE MACHT DEN ARBEITER FOLGLICH ALS JENE ARBEITSKRAFT ZUR WARE. Dies ist die Definition der Bourgeoisie.
Das Andere ist eine ergänzende Bemerkung, die seinerzeit von Marx gebraucht wurde. Wichtig ist für diese Diskussion, Genosse, und das unterstreiche ich, dass wir immer wieder bei den Klassikern nachlesen: Die Heilige Familie. Die Familie, das Privateigentum und der Staat, wo uns gesagt wird, wie die Religion entstand. Wie das religiöse Denken sich in der Menschheit entwickelte, welches infolge der Unmöglichkeit für die primitiven Menschen entstand, sich die Gründe für die Sonnenstrahlen, den Mond, den Regen, die vier Jahreszeiten zu erklären. Aber ich wiederhole, dass dies eine andere Diskussion ist, wie sie nicht heute hier aufgeworfen worden ist, weil sie mit anderen Dingen zu tun hat.
(Noch eine Minute, Abgeordneter.)
Verflixt, Präsidentin, wenn Sie das sagen. Sie wissen es, Sie sind die schlagende Uhrzeit.
Gut, Genossen ... Es gibt noch viel Wichtiges zu erklären ... Nur eines davon will ich in dieser Minute fordern.
ICH WERDE DEN KOMMUNISMUS FORDERN.
Wir verteidigen uns angesichts des Angriffs der Barbaren, wie Chávez sie nannte. Die Barbaren sind Höhlenmenschen, daher verbleiben sie in der Vergangenheit. Den Kommunismus ihnen gegenüber zu verteidigen und zu sagen „Nein, Bürger, wir gehen nicht zum Kommunismus“ hieße, dass wir Zugeständnisse an die Reaktion machen, an den Stammtisch der Ultrareaktionäre. Und wir sind nicht bereit zu Zugeständnissen an den Ultrareaktionären in diesem Land. Weil DER SOZIALISMUS DIE HÖCHSTE ENTWICKLUNGSPHASE DER MENSCHHEIT IST.
Der Kommunismus ist nicht das Rückständigste, er ist das Fortschrittlichste. (Beifall)
Den Kommunismus aufzubauen heißt eine Gesellschaft ohne gesellschaftliche Klassen aufzubauen, wo keine gesellschaftlichen Klassen die anderen gesellschaftlichen Klassen ausbeuten. Den Kommunismus aufzubauen heißt Abschaffung des Staates als Machtinstrument einer Klasse gegen eine andere Klasse. Den Kommunismus aufzubauen heißt eine Gesellschaft aufzubauen, wo die Entwicklung der Produktivkräfte so gewaltig ist, dass jeder nach seinen Bedürfnissen befriedigt wird, und zwar unabhängig davon, ob er es produzieren kann. DER KOMMUNISMUS IST DIE GESELLSCHAFT HÖCHSTER SOZIALER GERECHTIGKEIT. Darum, in diesem Saal, FORDERN WIR, von der Kommunistischen Partei aus, DEN KOMMUNISMUS ALS HÖCHSTE ORGANISATIONSFORM DER MENSCHHEIT.
Vielen Dank, Genossin Präsidentin.
Quelle: http://www.tribuna-popular.org/
Anmerkung: Titel von Jens-Torsten Bohlke hinzugefügt
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Auf Kommunisten-online am 18. Juli 2010 - ier der Wortlaut der Rede des Genossen Oscar Figuera:
Guten Abend, Genossen Abgeordnete.
Vielen Dank Genossin Parlamentspräsidentin.
Ich dachte, dass mir kein Rederecht mehr gewährt wird, denn die Aussprache ist recht lang gewesen.
An allererster Stelle wollen wir als Mitglieder der Kommunistischen Partei Venezuelas UNSEREN TIEFEN RESPEKT VOR JEDER RELIGIÖSITÄT DES VENEZOLANISCHEN VOLKES UNABHÄNGIG IHRER FORM UND ERSCHEINUNG bekunden. Wir verstehen, dass die Religion ein Zustand oder eine Ebene des kollektiven Bewusstseins ist. Folglich ist es notwendig, dass wir in unserer Arbeit zur Veränderung der Gesellschaft dies berücksichtigen und daran arbeiten.
Ich selbst in meinem Fall und in meiner Eigenschaft als Mitglied der Kommunistischen Partei bin nicht religiös und brauche keine Religion. Aber ich respektiere sie. Das ist die erste Feststellung, die wir hier treffen wollen.
Die zweite Feststellung besteht darin, dass die ganze Debatte für uns in ihrem Wesen nicht religiös, sondern politisch ist.
Ich habe hier ganz richtig viel Gerede von der Geschichte der Religion und so weiter gehört ... und ich respektiere viel von diesen Redebeiträgen, in denen es darum ging, was die Priester tun und was sie nicht tun. Aber für uns in der Kommunistischen Partei geht es bei dieser Debatte um was ganz anderes. Wir sehen im internationalen Maßstab den Aufmarsch der US-Streitkräfte, die Eröffnung eines weiteren US-Militärstützpunktes in Kostarika. Und ganz konkret vor diesem Hintergrund IST DAS HANDELN DER KIRCHENFÜHRUNG DARAUF GERICHTET, DIE PROZESSE DER DESTABILISIERUNG UND DER AGGRESSION GEGEN UNSER VOLK ZU FÖRDERN. Darin liegt für uns in der Kommunistischen Partei der politische Kern dieser Debatte.
Den Rest können wir verwenden, aber damit reden wir um den heißen Brei herum. Denn dieser ganze Rest würde einschließen, dass wir anfangen aufzuzeigen: Was ist die Religion? Und was ist die Kirche? Das ist eine sehr viel tiefgründigere Debatte. Oder wie wäre es damit: Welchem Denksystem verschreibt sich die Kirche? Dem idealistischen oder dem materialistischen, und welchem bedienen wir uns von der einen oder anderen Blickrichtung aus? Das ist die politische Diskussion, die heute und hier geführt wird.
Vom Standpunkt der Kommunisten aus besteht der Kern der Diskussion darin, dass es den bolivarischen revolutionären Prozess unter Führung des Comandante der Revolution Hugo Rafael Chávez Frías gibt. IN DIESEM PROZEß ENTWICKELT SICH EINE TIEFE EINHEIT IN DER VERSCHIEDENHEIT, WO IN REVOLUTIONÄRER EINHEIT WIR CHRISTEN UND NICHTCHRISTEN, GLÄUBIGE UND UNGLÄUBIGE, ZIVILPERSONEN UND MILITÄRANGEHÖRIGE TEILNEHMEN UND HANDELN. DIE HALTUNG DER KIRCHENFÜHRUNG IST DARAUF GERICHTET, DIESE REVOLUTIONÄRE EINHEIT DES VOLKES ZU SPRENGEN. Für uns ist ganz richtig dies der eigentliche Kern des Problems.
Was da der Bürger sagt, der im Namen der Kirchenführung redet, ist einerseits der Vorwurf, dass wir die Verfassung missachten würden, wenn wir die revolutionären Gesetze einzubringen vorhaben, welche die Inhalte der Bolivarischen Verfassung bilden. Wenn wir in der Nationalversammlung uns bemühen und daran arbeiten, damit der Artikel 2 der Verfassung entwickelt wird und zum Ausdruck gebracht wird. Dieser Artikel 2 spricht von Gerechtigkeit, von Solidarität, von Gleichheit. Offenkundig wird er sich nicht in einer kapitalistischen Gesellschaft umsetzen lassen. Er muss sich in einer sozialistischen Gesellschaft umsetzen. Denn DIE SOLIDARITÄT, DIE GLEICHHEIT, DIE SOZIALE GERECHTIGKEIT, DIE TEILNAHME, DIE SELBSTVERWIRKLICHUNG, DIE VERTEIDIGUNG DER SOUVERÄNITÄT, DIE BEFREIUNG UNSERES VOLKES, DER AUFBAU EINER NEUEN PRODUKTIONSWEISE OHNE AUSGEBEUTETE UND AUSBEUTER IST NUR MÖGLICH IN EINER SOZIALISTISCHEN GESELLSCHAFT. Offenkundig ist der Bürger Abgeordnete der Kirchenführung mit seinem Vorwurf, wir würden die Verfassung missachten, darauf aus, die Rechtmäßigkeit und die Gesetzlichkeit dessen zu sprengen, was wir gerade machen. ES IST NOTWENDIG, Dass DIESE NATIONALVERSAMMLUNG UND ALLE ÖFFENTLICHEN GREMIEN AUFSTEHEN IN DIESER AUSEINANDERSETZUNG ANGESICHTS EINER KAMPAGNE, DIE DAS REVOLUTIONÄRE VORHABEN IN DISKREDITIEREN WILL. Daher ist die Diskussion grundsätzlich politisch. Das venezolanische Volk muss wissen, dass diese Diskussion grundlegend POLITISCH ist, dass sie nicht RELIGIÖS ist. Dass hier nicht mit der Kirche gesprochen wird. Dass hier mit den Sprachrohren der Kirchenführung gerade diskutiert wird, die ihr ganzes Leben lang im Verlauf der Geschichte die Interessen der herrschenden Klasse zum Ausdruck gebracht haben. Darum muss man hier mal schnell auf die Geschichte zurückgreifen.
Mit welchen Gruppierungen der Gesellschaft sind die Kirchenführungen historisch stets verflochten gewesen? Im Mittelalter, zu Beginn der kapitalistischen Gesellschaft? IN DEN VERSCHIEDENEN FORMEN DER GESELLSCHAFTLICHEN ENTWICKLUNG, WO DIE AUSBEUTUNG VORHERRSCHT, DA IST DIE KIRCHENFÜHRUNG STETS AUF SEITE DER MACHTHABER GEWESEN: Aus ganz einfachem Grunde, Genossen, was gestern unser Genosse Yul Jabour als Sprecher der Kommunistischen Partei Venezuelas sagte: WEIL AUCH INMITTEN DER KIRCHE DER KLASSENKAMPF STATTFINDET. Es findet der Kampf der Ideen statt. Es findet der Kampf der Interessen statt.
Weil die Kirche keine Organisation am Rande der gesellschaftlichen Wirklichkeit, am Rande der vorhandenen Widersprüche in der venezolanischen Gesellschaft ist. Die Kirche ist auch erfaßt von der Auseinandersetzung der verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Vorhaben, die sich in der Gesellschaft miteinander auseinandersetzen. Und die Mehrheit der Kultur dieser Einrichtung, bitte hören Sie, was ich sagte, DIE MEHRHEIT, denn schon immer hat es Ausnahmen gegeben, die Mehrheit hat sich immer den Interessen der Machthaber angepasst.
Das ist Teil der Diskussion. Wir verstehen, dass dies in dieser Nationalversammlung vonstatten geht, weil es uns vor dem Volk ermöglicht, DAS WESEN UND DIE NATUR DES VERHALTENS DIESER BÜRGER ZU ENTLARVEN.
Gemäß ihrer Rolle in der in Klassen gespaltenen Gesellschaft liegt mit einem religiös verbrämten Ansatz ihre Absicht darin, die Entfremdung des kollektiven Bewusstseins zu manipulieren und zu vertiefen, um das kollektive Bewusstsein den Interessen der Herrschaftsblöcke unterworfen zu halten, beim kapitalistischen Block, beim imperialistischen Block. Diese Zielstellung lässt uns hier in dieser Diskussion das Wort ergreifen.
Vieles ist gesagt worden, worauf wir uns beziehen könnten. Der Abgeordnete Saúl Ortega gab auf einige jener Anwürfe eine Antwort auf ganz eigene Art, wonach vieles davon nicht den historischen Tatsachen entspricht.
Von wegen „die Bourgeoise ist das Problem der Frauen und Kinder, was Lenin sagte“, den historischen Bezug sagte Marx, nicht Lenin, - zuerst sagte es Marx, nicht um die Bourgeoisie zu bewerten, sondern um darzustellen, was das Beste und Bewahrenswerteste an dieser Produktionsweise der Ausbeuter war, nicht um die Bourgeoisie zu bewerten zu versuchen.
Weil DIE BOURGEOISIE, GENOSSEN, SICH ALS GESELLSCHAFTLICHE KLASSE DEFINIERT, EINE GESELLSCHAFTLICHE KLASSE IM BESITZ DER PRODUKTIONSMITTEL. UND ALS BESITZERIN DIESER PRODUKTIONSMITTEL KAUFT SIE DIE LOHNARBEITSKRAFT UND BEUTET SIE AUS. UND AM ENDE EIGNET SIE SICH DEN MEHRWERT AN, DEN DIE ARBEITSKRAFT BEI IHREM EINSATZ AN DER VERGEGENSTÄNDLICHTEN ARBEIT ERZEUGT, UND SIE MACHT DEN ARBEITER FOLGLICH ALS JENE ARBEITSKRAFT ZUR WARE. Dies ist die Definition der Bourgeoisie.
Das Andere ist eine ergänzende Bemerkung, die seinerzeit von Marx gebraucht wurde. Wichtig ist für diese Diskussion, Genosse, und das unterstreiche ich, dass wir immer wieder bei den Klassikern nachlesen: Die Heilige Familie. Die Familie, das Privateigentum und der Staat, wo uns gesagt wird, wie die Religion entstand. Wie das religiöse Denken sich in der Menschheit entwickelte, welches infolge der Unmöglichkeit für die primitiven Menschen entstand, sich die Gründe für die Sonnenstrahlen, den Mond, den Regen, die vier Jahreszeiten zu erklären. Aber ich wiederhole, dass dies eine andere Diskussion ist, wie sie nicht heute hier aufgeworfen worden ist, weil sie mit anderen Dingen zu tun hat.
(Noch eine Minute, Abgeordneter.)
Verflixt, Präsidentin, wenn Sie das sagen. Sie wissen es, Sie sind die schlagende Uhrzeit.
Gut, Genossen ... Es gibt noch viel Wichtiges zu erklären ... Nur eines davon will ich in dieser Minute fordern.
ICH WERDE DEN KOMMUNISMUS FORDERN.
Wir verteidigen uns angesichts des Angriffs der Barbaren, wie Chávez sie nannte. Die Barbaren sind Höhlenmenschen, daher verbleiben sie in der Vergangenheit. Den Kommunismus ihnen gegenüber zu verteidigen und zu sagen „Nein, Bürger, wir gehen nicht zum Kommunismus“ hieße, dass wir Zugeständnisse an die Reaktion machen, an den Stammtisch der Ultrareaktionäre. Und wir sind nicht bereit zu Zugeständnissen an den Ultrareaktionären in diesem Land. Weil DER SOZIALISMUS DIE HÖCHSTE ENTWICKLUNGSPHASE DER MENSCHHEIT IST.
Der Kommunismus ist nicht das Rückständigste, er ist das Fortschrittlichste. (Beifall)
Den Kommunismus aufzubauen heißt eine Gesellschaft ohne gesellschaftliche Klassen aufzubauen, wo keine gesellschaftlichen Klassen die anderen gesellschaftlichen Klassen ausbeuten. Den Kommunismus aufzubauen heißt Abschaffung des Staates als Machtinstrument einer Klasse gegen eine andere Klasse. Den Kommunismus aufzubauen heißt eine Gesellschaft aufzubauen, wo die Entwicklung der Produktivkräfte so gewaltig ist, dass jeder nach seinen Bedürfnissen befriedigt wird, und zwar unabhängig davon, ob er es produzieren kann. DER KOMMUNISMUS IST DIE GESELLSCHAFT HÖCHSTER SOZIALER GERECHTIGKEIT. Darum, in diesem Saal, FORDERN WIR, von der Kommunistischen Partei aus, DEN KOMMUNISMUS ALS HÖCHSTE ORGANISATIONSFORM DER MENSCHHEIT.
Vielen Dank, Genossin Präsidentin.
Quelle: http://www.tribuna-popular.org/
Anmerkung: Titel von Jens-Torsten Bohlke hinzugefügt
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Jens-Torsten Bohlke,
Oscar Figuera,
Tribuna Popular,
Venezuela
Montag, 5. Juli 2010
Counterinsurgency
Gefasst in Venezuela
FRANCISCO CHAVEZ ABARCA,
RECHTE HAND VON POSADA CARRILES
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna, 2. Juli 2010, Cubadebate. (K-online vom 5. Juli 2010) – Der venezolanische Präsident Hugo Chávez Frías gab in einer Ansprache aus dem Regierungssitz Miraflores am Freitag die Ergreifung des salvadoranischen konterrevolutionären Diversanten Francisco Chávez Abarca bekannt. Er beschuldigte ihn, die rechte Hand des berüchtigten kubanischen Konterrevolutionärs Luis Posada Carriles zu sein.
Abarca ist auch Urheber einiger Sprengstoffanschläge in Kuba. Seine Ergreifung erfolgte im Rahmen eines Einsatzes des venezolanischen Geheimdienstes im Flughafen Maiquetía am vergangenen Donnerstagabend, als Abarca nach Venezuela einzureisen versuchte. Abarca wurde festgenommen und zum Sitz des Bolivarischen Geheimdienstes (SEBIN) überstellt, wo er verhört wird. Abarca, Spitzname „der Wanst“, steht auf der roten Interpol-Liste gesuchter Terroristen, weil er in den neunziger Jahren in einige Sprengstoffanschläge in Kuba verwickelt war.
Angesichts der Ergreifung dieses berüchtigten Verbrechers fragte sich der venezolanische Präsident öffentlich, welche Absicht bei dem Salvadoraner vorhanden gewesen ist, um nach Venezuela zu reisen. Er ordnete an herauszufinden, wer ihn erwartet hat:
„Was will Chávez Abarca in Venezuela? Wer erwartete ihn gerade?“ Hugo Chávez gab dann bekannt, dass der Festgenommene an Interpol ausgeliefert werden wird, damit er nach Kuba überführt wird, welches um seine Festnahme gebeten hat.
Hugo Chávez ist sich sicher: „Dieser Herr kam hierher, um mich umzubringen (...) das sagt mir mein Herz“. Und er fordert Abarca dazu auf auszusagen und zu erklären, „welchen Sonderauftrag er in Venezuela erfüllen sollte“.
Hugo Chávez sagte, dass inmitten des Voranschreitens der Revolution und in unmittelbarer Nähe der Parlamentswahlen im September es „sehr merkwürdig ist, dass ein Terrorist dieses Kalibers herkommt (...) Posada Carriles muß ganz schön nervös geworden sein, weil wir einem der Seinen die Handschellen angelegt haben“.
Chávez Abarca war in El Salvador zwei Jahre lang im Gefängnis, weil er dort Anführer einer Bande war, die sich auf Autodiebstahl in jenem Land spezialisiert hatte. Aber die Justiz verurteilte ihn dort nicht für die ebenfalls zur Anklage gebrachten anderen internationalen Verbrechen. Abarca und 21 Mitglieder seiner Bande wurden wegen Autodiebstahl und Betrug zu Haftstrafen verurteilt. Die Behörden stellten damals klar, dass es sich da um „eine der Hauptstrukturen des organisierten Verbrechens beim internationalen und mittelamerikanischen Autodiebstahl“ handelte.
Am 28. Oktober 2007 sprach ein nachsichtiger Richter Chávez Abarca von seinen kriminellen Handlungen frei. Er mußte sich in El Salvador nie für seine Rolle als wichtigster Komplize von Luis Posada Carriles verantworten, trotz wiederholter Anzeigen.
In den 90er Jahren widmete er sich erwiesenermaßen dem Drogenschmuggel und Waffengeschäften sowie der Geldfälschung in Guatemala. Er bediente sich der falschen Namen Manuel González, Roberto Solórzano und William González.
Er bereiste dreimal kurz Kuba im April und Mai 1997, um einige Anschläge durchzuführen. Am 12. April 1997 legte er eine 600-Gramm-Bombe voller C4-Sprengstoff, die schweren materiellen Schaden in den Toiletten der Diskothek Aché des Hotels Melía Cohiba anrichtete. Am 30. April 1997 wurde ein Sprengkörper mit 401 Gramm C4 entschärft, welchen der salvadoranische Diversant in einem Blumentopf auf der 15. Etage desselben Hotels in Havanna deponiert hatte. Und am 24. Mai 1997, als Chávez Abarca sich in Mexiko befand, explodierte eine Bombe am Eingang der Büroräume der kubanischen Firma Cubanacán in der mexikanischen Hauptstadt.
Der Präsident Venezuelas erinnerte in seiner Rede daran, dass fünf Jahre vergangen sind, seit die venezolanische Regierung formell Washington ersuchte, Posada Carriles auszuliefern, welcher ein ehemaliger CIA-Agent ist. Dieser 82-jährige Diversant ist verantwortlich u.a. für die Sprengstoffanschläge vom 6. Oktober 1976 gegen den Flug 455 der Fluggesellschaft Cubana de Aviación, wodurch 73 Menschen umgebracht worden waren. Posada Carriles lebt auf freiem Fuß in den USA. Er wurde lediglich für Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen angeklagt. Auf den Auslieferungsantrag erhielt Venezuela von den USA nicht mal eine Antwort.
Sein Schüler legte die Bombe, die Fabio di Celmo umbrachte
Mit Anleitung von Posada Carriles nahm „der Wanst“ Chávez Abarca 1997 den Söldner Ernesto Cruz León unter Vertrag und beauftragte ihn mit der Durchführung terroristischer Aufträge in Kuba. Er erzählte ihm, dass er selbst dies schon getan hatte. Und er bildete ihn in der Handhabung von Sprengkörpern aus.
So kam es dazu, dass Cruz León zwei Reisen nach Kuba unternahm und dort Bomben in Hotels in Havanna legte. Eine dieser Bomben brachte den jungen italienischen Touristen Fabio di Celmo um. Dies geschah am 4. September 1997 und war der tragischste Moment der verbrecherischen Terrorkampagne von Posada Carriles im Auftrag der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung, eines Ablegers der CIA.
(Mit Information von Telesur)
Quelle: http://www.cubadebate.cu/
FRANCISCO CHAVEZ ABARCA,
RECHTE HAND VON POSADA CARRILES
übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel
Havanna, 2. Juli 2010, Cubadebate. (K-online vom 5. Juli 2010) – Der venezolanische Präsident Hugo Chávez Frías gab in einer Ansprache aus dem Regierungssitz Miraflores am Freitag die Ergreifung des salvadoranischen konterrevolutionären Diversanten Francisco Chávez Abarca bekannt. Er beschuldigte ihn, die rechte Hand des berüchtigten kubanischen Konterrevolutionärs Luis Posada Carriles zu sein.
Abarca ist auch Urheber einiger Sprengstoffanschläge in Kuba. Seine Ergreifung erfolgte im Rahmen eines Einsatzes des venezolanischen Geheimdienstes im Flughafen Maiquetía am vergangenen Donnerstagabend, als Abarca nach Venezuela einzureisen versuchte. Abarca wurde festgenommen und zum Sitz des Bolivarischen Geheimdienstes (SEBIN) überstellt, wo er verhört wird. Abarca, Spitzname „der Wanst“, steht auf der roten Interpol-Liste gesuchter Terroristen, weil er in den neunziger Jahren in einige Sprengstoffanschläge in Kuba verwickelt war.
Angesichts der Ergreifung dieses berüchtigten Verbrechers fragte sich der venezolanische Präsident öffentlich, welche Absicht bei dem Salvadoraner vorhanden gewesen ist, um nach Venezuela zu reisen. Er ordnete an herauszufinden, wer ihn erwartet hat:
„Was will Chávez Abarca in Venezuela? Wer erwartete ihn gerade?“ Hugo Chávez gab dann bekannt, dass der Festgenommene an Interpol ausgeliefert werden wird, damit er nach Kuba überführt wird, welches um seine Festnahme gebeten hat.
Hugo Chávez ist sich sicher: „Dieser Herr kam hierher, um mich umzubringen (...) das sagt mir mein Herz“. Und er fordert Abarca dazu auf auszusagen und zu erklären, „welchen Sonderauftrag er in Venezuela erfüllen sollte“.
Hugo Chávez sagte, dass inmitten des Voranschreitens der Revolution und in unmittelbarer Nähe der Parlamentswahlen im September es „sehr merkwürdig ist, dass ein Terrorist dieses Kalibers herkommt (...) Posada Carriles muß ganz schön nervös geworden sein, weil wir einem der Seinen die Handschellen angelegt haben“.
Chávez Abarca war in El Salvador zwei Jahre lang im Gefängnis, weil er dort Anführer einer Bande war, die sich auf Autodiebstahl in jenem Land spezialisiert hatte. Aber die Justiz verurteilte ihn dort nicht für die ebenfalls zur Anklage gebrachten anderen internationalen Verbrechen. Abarca und 21 Mitglieder seiner Bande wurden wegen Autodiebstahl und Betrug zu Haftstrafen verurteilt. Die Behörden stellten damals klar, dass es sich da um „eine der Hauptstrukturen des organisierten Verbrechens beim internationalen und mittelamerikanischen Autodiebstahl“ handelte.
Am 28. Oktober 2007 sprach ein nachsichtiger Richter Chávez Abarca von seinen kriminellen Handlungen frei. Er mußte sich in El Salvador nie für seine Rolle als wichtigster Komplize von Luis Posada Carriles verantworten, trotz wiederholter Anzeigen.
In den 90er Jahren widmete er sich erwiesenermaßen dem Drogenschmuggel und Waffengeschäften sowie der Geldfälschung in Guatemala. Er bediente sich der falschen Namen Manuel González, Roberto Solórzano und William González.
Er bereiste dreimal kurz Kuba im April und Mai 1997, um einige Anschläge durchzuführen. Am 12. April 1997 legte er eine 600-Gramm-Bombe voller C4-Sprengstoff, die schweren materiellen Schaden in den Toiletten der Diskothek Aché des Hotels Melía Cohiba anrichtete. Am 30. April 1997 wurde ein Sprengkörper mit 401 Gramm C4 entschärft, welchen der salvadoranische Diversant in einem Blumentopf auf der 15. Etage desselben Hotels in Havanna deponiert hatte. Und am 24. Mai 1997, als Chávez Abarca sich in Mexiko befand, explodierte eine Bombe am Eingang der Büroräume der kubanischen Firma Cubanacán in der mexikanischen Hauptstadt.
Der Präsident Venezuelas erinnerte in seiner Rede daran, dass fünf Jahre vergangen sind, seit die venezolanische Regierung formell Washington ersuchte, Posada Carriles auszuliefern, welcher ein ehemaliger CIA-Agent ist. Dieser 82-jährige Diversant ist verantwortlich u.a. für die Sprengstoffanschläge vom 6. Oktober 1976 gegen den Flug 455 der Fluggesellschaft Cubana de Aviación, wodurch 73 Menschen umgebracht worden waren. Posada Carriles lebt auf freiem Fuß in den USA. Er wurde lediglich für Verstöße gegen die Einwanderungsbestimmungen angeklagt. Auf den Auslieferungsantrag erhielt Venezuela von den USA nicht mal eine Antwort.
Sein Schüler legte die Bombe, die Fabio di Celmo umbrachte
Mit Anleitung von Posada Carriles nahm „der Wanst“ Chávez Abarca 1997 den Söldner Ernesto Cruz León unter Vertrag und beauftragte ihn mit der Durchführung terroristischer Aufträge in Kuba. Er erzählte ihm, dass er selbst dies schon getan hatte. Und er bildete ihn in der Handhabung von Sprengkörpern aus.
So kam es dazu, dass Cruz León zwei Reisen nach Kuba unternahm und dort Bomben in Hotels in Havanna legte. Eine dieser Bomben brachte den jungen italienischen Touristen Fabio di Celmo um. Dies geschah am 4. September 1997 und war der tragischste Moment der verbrecherischen Terrorkampagne von Posada Carriles im Auftrag der Kubanisch-Amerikanischen Nationalstiftung, eines Ablegers der CIA.
(Mit Information von Telesur)
Quelle: http://www.cubadebate.cu/
Mittwoch, 9. Juni 2010
Hetze gegen Venezuela überflüssig...
Amerika21.de vom 08.06.2010
Stockholmer Friedensinstitut: Venezuela führendes lateinamerikanisches Land bei Senkung der Militärausgaben.
Von James Suggett, venezuelanalysis.com/ Übersetzung: Peter Djordjevic
amerika21.de
Caracas. Laut dem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Institutes für Friedensforschung (SIPRI) hat Venezuela seine Militärausgaben im lateinamerikanischen Vergleich im Jahre 2009 am stärksten reduziert. Gegenüber dem Vorjahr gingen diese Ausgaben demnach um gut 25 Prozent zurück.
Vergleicht man die militärischen Gesamtausgaben der Staaten Lateinamerikas in absoluten Zahlen, rangiert "Venezuela an fünfter Stelle mit 3,254 Milliarde US-Dollar, einem Viertel weniger der im Jahre 2008 dafür verwendeten Mittel", berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Bezugnahme auf den SIPRI-Bericht.
Brasilien erhöhte mit einem Gesamtvolumen von 27,1 Milliarden US-Dollar die Militärausgaben mehr als jedes andere lateinamerikanische Land. Der Zuwachs entspricht hier 16 Prozent.
Auf Brasilien folgte im gleichen Zeitraum Kolumbien mit einem Zuwachs von elf Prozent.
In Relation zum Bruttosozialprodukt hat Kolumbien mit 3,7 Prozent die höchsten Militärausgaben von allen Ländern der Region, so SIPRI.
Kolumbien liegt damit um zwei Zehntelprozent vor dem an zweiter Stelle platzierten Chile, gefolgt von Ecuador mit 1,5 Prozent, Venezuela mit 1,4 Prozent, und Uruguay mit 1,3 Prozent. Der amerikanische Doppelkontinent wies die höchsten Rüstungsausgaben für 2009 auf, vor allem aufgrund der USA, die mit enormen 661 Milliarden US-Dollar rund 43 Prozent des weltweiten Gesamtvolumens ausmacht.
Die von SIPRI veröffentlichten Daten widersprechen der durch rechte Medienkonzernen geschürten Meinung, der zufolge sich Venezuela in einem "Rüstungswettlauf" befindet.
Kürzlich erst hatte der US Staatssekretär im US-Außenministerium, Arturo Valenzuela, geäußert, sein Land – der größte Käufer und Verkäufer von Waffen weltweit – sei "besorgt, ob des aggressiven Diskurses und Rüstungswettlaufs seitens der venezolanischen Regierung".
Etwaige "Kriegsgefahren oder Einmischungen von Ländern, möglicherweise Unterstützer für terroristische Gruppierungen sind, können von uns nicht toleriert werden", so Valenzuela in einem Universitätshörsaal in Kolumbien, dem Land also, das insgesamt sieben Militärstützpunkte Washingtons beherbergt. Letzteres aufgrund eines Abkommens, das von vielen regionalen Akteuren als Verletzung der nationalen Souveränität Kolumbiens erachtet wird.
URL: http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jun/waffen-726272-la/
Stockholmer Friedensinstitut: Venezuela führendes lateinamerikanisches Land bei Senkung der Militärausgaben.
Von James Suggett, venezuelanalysis.com/ Übersetzung: Peter Djordjevic
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Caracas. Laut dem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht des Stockholmer Institutes für Friedensforschung (SIPRI) hat Venezuela seine Militärausgaben im lateinamerikanischen Vergleich im Jahre 2009 am stärksten reduziert. Gegenüber dem Vorjahr gingen diese Ausgaben demnach um gut 25 Prozent zurück.
Vergleicht man die militärischen Gesamtausgaben der Staaten Lateinamerikas in absoluten Zahlen, rangiert "Venezuela an fünfter Stelle mit 3,254 Milliarde US-Dollar, einem Viertel weniger der im Jahre 2008 dafür verwendeten Mittel", berichtete die spanische Nachrichtenagentur EFE unter Bezugnahme auf den SIPRI-Bericht.
Brasilien erhöhte mit einem Gesamtvolumen von 27,1 Milliarden US-Dollar die Militärausgaben mehr als jedes andere lateinamerikanische Land. Der Zuwachs entspricht hier 16 Prozent.
Auf Brasilien folgte im gleichen Zeitraum Kolumbien mit einem Zuwachs von elf Prozent.
In Relation zum Bruttosozialprodukt hat Kolumbien mit 3,7 Prozent die höchsten Militärausgaben von allen Ländern der Region, so SIPRI.
Kolumbien liegt damit um zwei Zehntelprozent vor dem an zweiter Stelle platzierten Chile, gefolgt von Ecuador mit 1,5 Prozent, Venezuela mit 1,4 Prozent, und Uruguay mit 1,3 Prozent. Der amerikanische Doppelkontinent wies die höchsten Rüstungsausgaben für 2009 auf, vor allem aufgrund der USA, die mit enormen 661 Milliarden US-Dollar rund 43 Prozent des weltweiten Gesamtvolumens ausmacht.
Die von SIPRI veröffentlichten Daten widersprechen der durch rechte Medienkonzernen geschürten Meinung, der zufolge sich Venezuela in einem "Rüstungswettlauf" befindet.
Kürzlich erst hatte der US Staatssekretär im US-Außenministerium, Arturo Valenzuela, geäußert, sein Land – der größte Käufer und Verkäufer von Waffen weltweit – sei "besorgt, ob des aggressiven Diskurses und Rüstungswettlaufs seitens der venezolanischen Regierung".
Etwaige "Kriegsgefahren oder Einmischungen von Ländern, möglicherweise Unterstützer für terroristische Gruppierungen sind, können von uns nicht toleriert werden", so Valenzuela in einem Universitätshörsaal in Kolumbien, dem Land also, das insgesamt sieben Militärstützpunkte Washingtons beherbergt. Letzteres aufgrund eines Abkommens, das von vielen regionalen Akteuren als Verletzung der nationalen Souveränität Kolumbiens erachtet wird.
URL: http://www.amerika21.de/nachrichten/inhalt/2010/jun/waffen-726272-la/
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