Posts mit dem Label Havana werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Havana werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 24. September 2010

Immer mehr Pleitegeier am Himmel der Banken in den USA

ZAHL INSOLVENZ-BEDROHTER US-BANKEN AUF 840 GESTIEGEN

übersetzt und ergänzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 31. August 2010, Cubadebate. (auf Kommunisten-online am 23. September 2010) – Auch wenn sich im gerade endenden Sommer die Aufmerksamkeit zumeist auf die Banken in Europa richtete, steigt gerade in den USA derzeit die Zahl der vom Bankrott bedrohten Banken laut einer Liste der staatlichen Einlagensicherung Federal Deposit Insurance Corp. (FDIC) weiter an. So schätzt diese Einrichtung auf ihrer Website CalculatedRisk trotz Ausstehens amtlicher Angaben für den Monat Juli 2010 ein, dass die Zahl der auf der schwarzen Liste von Konkurs bedrohten US-amerikanischen Banken im 2. Quartal 2010 von 775 auf 829 bis 840 angestiegen ist. (1)

Die FDIC rechnet für 2010 weiter mit einem Anstieg der Bankpleiten gegenüber dem Vorjahr, wo 140 Institute zusammen brachen. Im bisherigen Jahresverlauf stellten sich bereits 118 Pleiten ein. (3)

Faktisch zeigt diese Auflistung außerhalb amtlicher Statistiken, dass die in ihrer Existenz bedrohten Banken 410,3 Milliarden Dollar an Aktiv-Vermögen verwalten und offenbart die Untat in den Händen von Sheila Bair, der FDIC-Vorsitzenden. In einem Bericht des bekannten Analysten Richard Bove von Rochdale Securities bestätigt dieser Fachmann, dass die FDIC „ihrer Fehler nie anerkannt hat“ und zeigt mit dem Finger direkt auf Bair mit den Worten: „Sie weiß, dass da etwas nicht funktioniert, aber sie kann es nicht lösen.“ (1)

Die Figur Bair ist seit Juli 2006 auf ihrem Posten. Sie ist immer am Abschusshebel gewesen und wurde von ihren Fachkollegen wie dem Staatssekretär für Finanzen Tim Geithner als eine politische Figur anstelle einer Geschäftsführerin gesehen, die damit betraut ist, sich mit den tausenden regionalen und örtlichen Banken in ihrem Arbeitsbereich herumzuschlagen. Sogar das Buch „Too Big To Fail“ („Zu Groß Zum Scheitern“) des Journalisten Andrew Ross Sorkin von der New York Times enthüllt die Kontroversen zwischen dem damaligen US-Finanzministers Henry Paulson (2) und der FDIV-Vorsitzenden. (1)

118 Banken gerettet

Bis heute hat die FDIC schon insgesamt 118 Banken gerettet. Allein am vergangenen Freitag musste bei insgesamt 8 Banken durch US-Bundesbehörden interveniert werden. Was zu Spott führte, weil viele darauf verweisen, dass die FDIC durchschnittlich pro Woche bei 8 Banken interveniert. (1)

Das Problem in dieser ganzen Sache besteht nun darin, dass bei diesem hohen Tempo an Konkurskrisen die FDIC selbst derzeit ohne Mittel da steht. Allein die letzte Woche an Bankenrettungen kostete die FDIC insgesamt 473,5 Millionen Dollar. Und man muss sich daran erinnern, dass sie das letzte Quartal 2009 mit roten Zahlen beendete: fast 20,9 Milliarden Dollar Verlust wurden ausgewiesen. (1)

Forderungen an die Banken

Um diese Lage zu korrigieren, entschied Blair, von den Banken im Bereich der FDIC Erhöhungen für die Gebühren zu verlangen, welche die Banken zahlen, um von der Regierung rückversichert zu sein. Das heißt, dass sie es schaffte, ca. 45 Milliarden Dollar an Gebühren einzutreiben. Diese besagte Summe muss die Rettungskosten für die nächsten 36 Monate abdecken und darüber hinaus die Löcher im Haushalt der FDIC stopfen. (1)

Mit diesem Tempo von 8 Interventionen pro Woche und einem langen Weg nach vorn glauben viele, dass Bair bald einen Kassensturz machen muss. Unterstellt wird dabei, dass die Zahl der gefährdeten Banken nicht weiter ansteigt. Einer von 10 US-Amerikanern jedoch kann seine Hypothekenschulden nicht mehr bedienen. Dies berichtet die Vereinigung der Hypothekenbanken, die Pfändungen steigen also weiterhin an. Und den Hypothekenbanken bleibt weiterhin immer mehr Hinterlassenschaft an schwerverkäuflichen Häusern. (1)

Quellen:

(1) http://www.cubadebate.cu/

(2) http://de.wikipedia.org/wiki/Henry_Paulson

(3) http://www.finanznachrichten.de/

Montag, 5. Juli 2010

USA VERHAFTEN 10 ANGEBLICHE „RUSSISCHE SPIONE“, DARUNTER EINE JOURNALISTIN

verfasst von Eva Golinger, USA/Venezuela

übersetzt von Jens-Torsten Bohlke, Brüssel

Havanna, 28. Juni 2010, Cubadebate.- In der vergangenen Woche speiste US-Präsident Obama „typisch amerikanisch“ mit dem Präsidenten der Russischen Föderation Medwedjew. Zwischen Hamburgern und Coca Cola lächelten die zwei Staatschefs sich an und verkündeten sie ihre „stabile“ und „besser denn je“ Beziehung. Medwedjew versandte sogar die Fotos seines netten Essens mit seinem US-Amtskollegen via Twitter. Er rechnete nicht damit, dass schon wenige Tage später der Kalte Krieg wieder angestiftet werden würde.

Das Justizministerium der USA verkündete heute die Festnahme von 10 angeblichen „russischen Spionen“. Die Mehrheit dieser Personen sind US-Amerikaner. Sie werden beschuldigt, Gelder der russischen Regierung zu erhalten, um „Spionage“-Handlungen auszuführen. Ihre hauptsächliche Rechtsverletzung besteht in der Verletzung des Foreign Agent Registration Act. Dieses Gesetz der Meldepflicht für Ausländische Agenten überwacht jeden US-Bürger oder Einwohner der USA, welcher Gelder einer ausländischen Regierung für politische oder propagandistische Zwecke erhält.

Bis zu diesem Augenblick sind die 10 Inhaftierten nicht wegen Spionage angeklagt worden. Stattdessen heißt es, sie hätten „konspiriert, um als ausländische Agenten zu handeln, ohne entsprechend dem Gesetz registriert zu sein“.

Unter den Inhaftierten ist eine Journalistin aus New York. Vicky Peláez ist peruanischer Herkunft. Sie schrieb für El Diario / La Prensa, die in New York meistgelesene Zeitung in spanischer Sprache. Sie ist eine der wenigen hispanischen Journalisten, die die Lateinamerika-Politik Washingtons kritisieren. Und sie bemüht sich um Ausgewogenheit in ihren Reportagen über Venezuela und andere Länder der Region, die normal sehr kritisch in der US-Presse bewertet werden.

Bis heute hat keine internationale Organisation, die die Journalisten und die Meinungsfreiheit verteidigen, wie das Komitee zum Schutz der Journalisten (KSJ), die Interamerikanische Gesellschaft für Presse (SIP) oder Reporter ohne Grenzen (ROG) über die Festnahme von Vicky Peláez eine Erklärung abgegeben.

Vicky Peláez wurde zusammen mit ihrem in Uruguay geborenen Ehemann Juan Lázaro am Sonntag in ihrem Haus in Yonkers in den Außenbezirken der Stadt New York festgenommen. Laut Justizministerium wird Vicky Peláez beschuldigt, Geld von einem Vertreter der russischen Regierung am 14. Januar 2000 erhalten zu haben, als sie in einem südamerikanischen Land war. Angeblich erhielt ihr Ehemann ein anderes Geldpäckchen von einem russischen Agenten am 25. August 2007. Laut der Mitteilung „zahlte er gleich nach seiner Rückkehr nach New York fast 8.000 Dollar Steuerschulden“ an die US-Regierung.

Somit: Erhielt er Geld aus Russland, um seine Steuern in den USA zu zahlen?

Agenten des FBI nahmen Richard Murphy und Cynthia Murphy in ihrem Haus in Montclair, New Jersey, am vergangenen Sonntag fest. Auch festgenommen wurde Anna Chapman in Manhattan, Michael Zottoli und Patricia Mills in Arlington, Virginia, Michail Semenko in Alexandria, Virginia, und Donald Howard Heathfield und Tracey Lee Ann Foley in ihrem Haus in Boston. Derzeit suchen sie noch nach einem weiteren Verdächtigen, R. Metsos, der entwischt zu sein scheint.

Die vom Justizministerium herausgebrachte Mitteilung offenbart, dass der Sitz des russischen Geheimdienstes in Moskau an zwei der Festgenommenen eine Nachricht geschickt hatte. Diese Nachricht besagte, dass ihr Hauptauftrag ist, „Kontakte mit politischen Kreisen in den USA herzustellen und zu entwickeln“, und anschließend „Berichte zu liefern“. Landeshochverrat?

Neun der zehn Verhafteten wurden auch der „Geldwäsche“ bezichtigt.

In der vergangenen Woche enthüllte ein von der US-Agentur National Endownment for Democracy (NED) veröffentlichtes Dokument die Zahl von 40 bis 50 Millionen Dollar für die Finanzierung von politischen Gruppen in Venezuela, die sich der Regierung von Präsident Hugo Chávez entgegenstellen. Laut Berichten haben verschiedene US-Agenturen und europäische Behörden wie die USAID, NED, Freedom House, US-Außenministerium, die Europäische Kommission und so weiter politische Parteien und Gruppierungen in Venezuela finanziert, um „aus der Regierung von Chávez rauszukommen“, wozu auch ein versuchter Staatsstreich von April 2002 gehörte.

Bei all dem passiert stets folgendes: Immer wenn die venezolanische Regierung jene Gruppen und Einzelpersonen anklagt (und nicht festnimmt), welche Gelder erhalten und „ausländische Agenten“ sind, dann klagen die US-Regierung und die internationalen „Schutzorganisationen“ für Menschenrechte die venezolanische Regierung an, „diktatorisch“, „unterdrückerisch“ und „verletzend“ bei den Grundrechten zu sein.

In der vergangenen Woche beschuldigte der bolivianische Staatspräsident Evo Morales die USAID der Finanzierung von Destabilisierungshandlungen in seinem Land und warnte Washington, dass seine staatliche Einrichtung aus dem Andenland ausgewiesen werden könnte.

In Kuba wurde Alan Gross, ein Angestellter einer Vertragsfirma der USAID namens Development Alternatives Inc (DAI) im Dezember 2009 festgenommen und wegen Spionage und Subversion angeklagt. Er führte satellitengestützte hochtechnologische Ausrüstung mit sich in das karibische Land, welche den Gruppen der Konterrevolution in Kuba übergeben werden sollte.

In Venezuela scheinen die internationalen Einrichtungen in die großen Netzwerke der Geldwäsche zusammen mit ihren venezolanischen „Partnern“ verwickelt zu sein. Sie verbringen die Millionensummen an Dollars in das Land, ohne da etwas zu versteuern, um die Kontrolle über den Tausch ausländischer Währung zu unterlaufen, welche in Venezuela existiert, um rechtswidrige Handlungen und Kapitalflucht zu verhindern. Die Wahlgesetze in Venezuela verbieten die Finanzierung von politischen Kampagnen im Lande durch das Ausland. Nichtsdestotrotz verletzt Washington dieselben Gesetze, die es auf seinem eigenen Territorium respektieren lässt.

Quelle: http://www.cubadebate.cu/