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Samstag, 3. Dezember 2011

Gentechnik-Seilschaften: Newsletter am 17.11.2011

************www.biotech-seilschaften.de.vu**************
DARF GERNE WEITERGELEITET WERDEN ... GANZ ODER TEXTWEISE
*************Verfasst von: Jörg Bergstedt***************

Gentechnikfilz-News vom 17.11.2011
zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor
„Monsanto auf Deutsch“)


Hallo!
Welch eine Überraschung: Der Gen-ethische Informationsdienst hat ein
Interview mit FeldbefreierInnen veröffentlicht (anonym natürlich),
die offenbar an den wirkungsvollen Attacken auf das AgroBioTechnikum
und die BioTechFarm beteiligt waren. Absolut lesenswert: GID Nr. 208
vom Oktober 2011 auf S. 50 - 53 - und im Internet unter
www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/208/interview-aktivistinnen/sand-getriebe.

Und noch eine erfreuliche Mitteilungen, diesmal in einer kleinen,
aber feinen Mail. Die will ich nicht für mich behalten, denn sie
lautete so: "am 26. Okt. war ich bei einem Vortrag zu
Agro-Gentechnik und Patentierung in Heustreu bei Bad Neustadt
(Unterfranken). In der Diskussion meldete sich ein Landwirt zu Wort
und drückte seine Hochachtung für alle Feldbefreier aus, die sich
(auch) für die Sache der Landwirte engagieren bis hin zu der
Bereitschaft sich einsperren zu lassen. Der Beifall, den er erhielt,
war überraschend stark. Offenbar haben einige der Landwirte - auch
in Unterfranken - inzwischen verstanden, worum es geht."

Freut mich. Danke. In den vergangenen Wochen war ich in Baden, der
Schweiz und zwischen Osnabrück und Düren mit dem Vortrag "Monsanto
auf Deutsch" unterwegs. Das war überwiegend sehr nett - manchmal
spektakulär nette Kontakte und engagierte Debatten (siehe z.B.
Bericht über die Jahrestagung der Coordination gegen Bayer-Gefahren:
www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17158). Ein Experiment war der
Vortrag auf der AZK in der Schweiz. Diese Konferenz der
Anti-Zensur-Koalition war geheim gehalten worden, weil sie wegen
Auftritten von und Kooperationen mit rechten Ideologen und absurden
WeltvereinfacherInnen vielfach kritisiert worden war - meines
Erachtens in vielen Punkten berechtigterweise. Ich bin der Einladung
dennoch gefolgt, weil ich immer jemand bin, der sich gerne direkt in
kritische Debatte einmischt und auch dort agiert, wo ich nicht
selbst politisch "Zuhause" bin. Das ist ja auch einer der Gründe,
warum mich so viele Gruppen und gerade deren FunktionärInnen nicht
mögen, weil ich dort, wo ich bin, auch gerade die Kritik an denen
äußere, die mich einladen oder vor Ort zu finden sind. Alles andere
finde ich auch billig.
Mein Vortrag ist inzwischen auf der Internetseite der AZK zu finden
(www.anti-zensur.info). Da ich auf der Bühne im Rampenlicht stand
(wortwörtlich gemeint), habe ich vom Publikum nicht viel
mitbekommen. Auf dem Film ist aber viel davon zu sehen - und es
bestätigt meinen Eindruck des Gesamten: Die AZK war - zumindest in
diesem Jahr - kein Skandal. Ich konnte dort überhaupt gar keine
richtig üblen Positionen wahrnehmen, weder in Vorträgen noch in
Auslagen. Aber das Meer der ca. 2000 Leute dort war erschreckend
harmlos, ja naiv bis dumm. Angeführt wird das Ganze aus
fundamentalistisch-christlichen Kreisen mit hohem Hang zur Harmonie.
Inhaltlich aber ist das Ganze erschreckend flach. Das Publikum
klatscht bei allem, lächelt und zeigt sich ansonsten aber passiv.
Das soll es auch: Diskussionen solle es nicht geben, verkündeten die
VeranstalterInnen schon zu Beginn. Nicht einmal eigene Flyer hätte
jemand verteilen dürfen. Insofern bleibt der Eindruck: Harmloser als
gedacht, aber auch langweiliger.

Ich teile das hier auch mit, weil es einige Menschen gab, die mit
Interesse zur Kenntnis nahmen, dass ich - als Kritiker vereinfachter
Welterklärungen - auf dieses Treffen fahren würde, wo solche
Vereinfachungen der Normalfall sind. Ich habe, mit meine kritische
Position zu verdeutlichen und zu begründen, eine Broschüre "Den Kopf
entlasten" verfasst, die auf der AZK auch verteilt wurde (die
ReferentInnen durften das) - Näheres unten.

Sicherlich wird dieser Auftritt eine Ausnahme bleiben. Meine Welt
ist eher die der Menschen, die sich vor Ort wehren. Die nicht nur
über eine Welt von Macht und Profit jammern (um mit dem Gejammere
wieder Wählerstimmen oder Spenden zu ergattern), sondern die auch
Betroffene sind. Ich bin auch dort oft nicht zufrieden, weil ich
finde, dass Wut, Mut und Entschlossenheit noch fehlen, dass nicht
genau genug hinter die Kulissen geschaut wird, so dass einfache
Erklärungsmodelle und Propagandamärchen gute Chancen haben. Aber ich
weiß auch, dass ich dort Menschen treffen, die aus Überzeugung
handeln - und nicht, weil es ihr Auftrag ist. In diesem Sinne freue
ich mich auf die nächsten Touren und - hoffentlich noch gesteigert -
dann ein aktionsreiches 2012!
Meine nächste und letzte 2011er-Vortragstour führt wieder nach
Bayern - ziemlich genau zwei Jahre nach der ersten Tour dort, die ja
zu vielen Kontakten und Kooperationen führte. Daran will ich gerne
anknüpfen - unten findet sich die Liste der Termine. Die dürfen wie
dieser ganze Newsletter gern weitergeleitet oder in Terminlisten
übernommen werden. Danke sehr.

Beste Grüße aus der Projektwerkstatt, in der wir endlich auch mal
wieder die bezahlten Kämpfer für Recht und Ordnung (das der
Mächtigen) begrüßen wurden ... Jörg B.

********************

NEUIGKEITEN

Kirchen-Obere pro Gentechnik? Evang. Zeitung bietet
Gentechnik-Lobbyist eine einseitige Plattform

Reinhard Szibor habe ich in den letzten Monaten immer mal wieder
erwähnt. Er ist ja InnoPlanta-Preisträger dieses Jahres und hat mit
unglaublich widerlichen Texten, z.B. dem gerade modernen Vergleich
vom Dritten Reich oder gar dem Holocaust mit Gentechnikkritik, um
sich geschlagen. Die sind auf www.biotech-seilschaften.de.vu auch in
etlichen Auszügen dokumentiert (dort auf der Seite zu Lobbyverbänden
unter dem Punkt zum InnoPlanta-Forum).
Nun hat er ein Memorandum geschrieben, um die Kirchen für die
Gentechnik zu gewinnen. Das wächst noch auf seinem Mist. Aber er
hatte damit bei Kirchenoberen schon einen ersten Erfolg. Die
gemeinsamen Kirchenzeitungen der Bundesländer Thüringen, Sachsen und
Sachsen-Anhalt boten ihm Platz. Hier hat also nicht nur Szibor
gehandelt, sondern die Kirchen haben ihm mit dem Text in der
Kirchenzeitung von sich aus den Weg bereitet - als einseitige
Pro-Gentechnik-Propaganda der Kirche. Leider sind solche Handlungen,
die oft aus eigenen wirtschaftlichen Interessen und aus der
Verflechtung von Kirchenoberen mit den gesellschaftlichen Eliten
entspringen, keineswegs selten. Unter der Tarnung von
Schöpfungsglaube und Menschenwürde geht es knallhart um Macht und
Geschäft. Die Serie der bislang bekannten Aktivitäten: Einer der
beiden Bioparks in Gatersleben, also direkt neben der wichtigsten
Saatgutbank in Deutschland, war Werk des Immobilienspekulanten der
katholischen Kirche. An der Verpachtung der Flächen für den
Schaugarten Üplingen und dem Ausbau des Hofgutes dort als
Tagungszentrum der Gentechnik-Seilschaften ist die Kirche als einer
der drei zentralen Träger der Stiftung Braunschweiger Kulturbesitz
(SBK) beteiligt. Szibor erhielt genau an diesem Ort, auch vor Augen
der SBK-Leute, am 6.9.2011 den InnoPlanta-Preis - und durfte kurz
danach seine platte Propaganda in den Kirchenzeitungen platzieren
(siehe
www.mitteldeutsche-kirchenzeitungen.de/2011/11/01/gentechnik-und-kirche/).
Einen kritischen Text gab es nicht. Die Kungelei mit der
Gentechnikecke passt zu Abgrenzungsgelüsten gegenüber
GentechnikkritikerInnen. Die Agrarreferentin der evangelischen
Kirche in Hessen-Nassau, Maren Heincke, gehört zu den Leuten, die
FeldbesetzerInnen und FeldbefreierInnen aus dem Aktionsbündnis
gentechnikfreies Hessen heraushalten - zusammen mit den Grünen um
Martin Häusling und BUND-LandesfunktionärInnen.
Was aus all dem zu lernen ist? Dasselbe, was wir schon von manchen
Umweltverbänden, Grünen usw. kennen: In den oberen Etagen all dieser
Organisationen entsteht ständig eine Eigendynamik, vor allem mit den
Mächtigen und Eliten dieser Welt klarzukommen - und dabei eigene
Ziele oder sogar die eigenen Leute zu verraten. Zu verhindern ist
das nur, wenn die Menschen an der Basis genauer hinschauen,
scharfsinnig denken und denen entschlossen auf die Finger hauen, die
immer wieder mit Macht- und Profitinteressen anbändeln, um etwas
abzubekommen vom asozial erworbenen Kuchen.

********************

Zivilprozess um Feldbefreiung in Gatersleben 2008 läuft

Am Donnerstag, 27.10., verhandelte das Landgericht Magdeburg erneut
gegen die sechs AktivistInnen, die 2008 auf dem Genweizenfeld in der
Nachbarschaft der Saatgutbank Gatersleben Pflanzen zerstört hatten.
Ein Versuch des Gerichts, einen Vergleich zwischen den Parteien
herbeizuführen, scheiterte an den weit auseinander liegenden
Vorstellungen der Parteien. Um zu erkunden, wie viele
Gentech-Weizenpflanzen der Feldbefreiungsaktion eigentlich zum Opfer
fielen, wurde erneut die Versuchsleiterin des Gaterslebener
Insti­tuts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK)
befragt. Ihre Antworten stellen nach Ansicht der Beklagten das IPK
in ein schlechtes Licht. Aktivistin Tanja Lea Hintze: "Frau Weschke
konnte kaum genaue Angaben machen, ob das Institut die zerstörten
oder die erhaltenen Pflanzen nachgezählt hatte. Weil die ganze
Versuchsanlage fehlerhaft war und die Pflanzen zu weit voneinander
entfernt ausgebracht wurden, steht in Frage, ob es überhaupt eine
Auswertung hätte geben können, auch ohne jede Aktion. Auch gegen
einen ordnungsgemäßen Versuch wäre eine Aktion notwendig gewesen,
aber die skandalösen Bedingungen in Gatersleben zeigen, wie wenig
den Versuchsdurchführenden zu vertrauen ist." Zugleich betonte sie,
dass die Feldbefreiung die Blüte der manipulierten Weizenpflanzen
verhindert und damit die Saatgutbank vor großem Schaden bewahrt
hätte. Das Gericht hat einen Verkündungstermin für den 17.11.
angesetzt, an dem entweder weitere Beweise und Gutachten angefordert
oder ein Urteil mitgeteilt werden sollen.

Strafantrag wegen Subventionsbetrug
Das intensive Aktenstudium im Zusammenhang mit dem Prozess brachte
etliche Ungereimtheiten bei der Bewilligung des Versuches und dessen
Durchführung zu Tage. Diese Erkenntnisse versetzten die
AktivistInnen in die Lage, zusammen mit ihren AnwältInnen einen
Strafantrag zu stellen wegen Subventionsbetruges, der gestern der
zuständigen Staatsanwaltschaft in Magdeburg zuging. Die Anzeige
richtet sich gegen Prof. U. Wobus, Prof. Dr. Andreas Graner und Dr.
Winfriede Weschk vom IPK Gatersleben, Dr. Ralf Schachschneider vom
Projektpartner Nordsaat Saatzucht GmbH sowie Dr. Thomas Reitmann,
den zuständigen Mitarbeiter des Kultusministeriums. Danach verstieß
die Förderung der Freisetzungen gegen § 23 LHO
(LandesHaushaltsordnung).
Unabhängig davon wurde bezüglich der Feststellung des Umfangs der
Förderung gegen Subventionsrecht durch das Kultusministerium
verstoßen. Insbesondere wurden keine konkreten Feststellungen zu der
Beteiligung des Projektpartners Nordsaat Saatzucht GmbH getroffen.
Erkannte Sparmöglichkeiten wurden ohne Begründung nicht
wahrgenommen. Bei der Antragstellung und der Abrechnung über den
tatsächlichen Anteil der Nordsaat Saatzucht GmbH an den Aufwendungen
für die Freisetzung und die anderen geförderten Arbeitspakete wurden
unrichtige und unvollständige Angaben gemacht. Dies wurde vom
Kultusministerium mit getragen. Eine Reihe von geförderten Versuchen
wurde nicht durchgeführt, ohne dass konkrete Ersparnisse ausgewiesen
wurden. Die überwiegende Zahl der geplanten Auswertungen und
Vergleiche bezüglich der Freisetzungen wurde nicht durchgeführt,
ohne dass ersparte Aufwendungen ausgewiesen wurden. Es besteht der
Verdacht, dass es sich bei dem beantragten Verbundprojekt um ein
Scheingeschäft nach § 4 Subventionsgesetz handelt.

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"Hausdurchsuchung" in der Projektwerkstatt: LKA Sachsen-Anhalt holt
BioTechFarm-Papiere ab

Am 14.11.2011 rückte das LKA Sachsen-Anhalt mit drei Personen plus
weitere, die noch an Grundstückecken wachten, in der
Projektwerkstatt ein. Sie hatten einen Durchsuchungsbeschluss dabei,
der mich auf ziemlich krude Weise zum Tatverdächtigen verschiedener
Straftaten machte: Ich hätte die Genversuchsfelder in Üplingen
zerstört "oder" illegal beschaffte Unterlagen aufbewahrt "oder" ...
Offenbar steht hinter dem Ganzen keinerlei handfestes
Ermittlungsergebnis, denn diese Verbindung mit "oder" wird äußerst
unseriös. Für einen Durchsuchungsbeschluss reichte es aber - was bei
der sachsen-anhaltinischen Justiz aber nicht überrascht. Die ist
seit Jahren nichts als eine Hilfstruppe der Gentechnik- und anderer
Seilschaften. Die Durchsuchung selbst fiel aber aus. Denn es ging,
wie erwartet, um die Unterlagen, die die unbekannten
FeldbefreierInnen im Juli bei ihrem Ritt durch die Plantagen
mitgehen liesen (siehe Bericht in der TAZ:
www.taz.de/1/zukunft/umwelt/artikel/1/die-vermummten-landfreundinnen/).
Die LKAler waren schon informiert, dass die Unterlagen auch ohne
Durchsuchungsbefehl herausgegeben werden sollten - das war ja im
Internet zu lesen. Also erhielten sie den dicken Briefumschlag und
waren dann auch zufrieden. Zumindest darüber. Allerdings hatte sie
etwas ganz anderes gestört: Die Nachfrage, ob sie sich verfahren
hätten, da zwischen Durchsuchungsbeschluss und Ankunft fast drei
Monate liegen würden, beantworteten sie mit Hinweis auf die
komplizierten Verhältnisse in Hessen. Eigentlich wäre ja die dortige
Polizei zuständig, aber die wollte gerade nichts mit der
Projektwerkstatt zu tun haben. So mussten sie aus Sachsen-Anhalt
selbst anreisen. Und wer nicht versteht, was damit gerade gemeint
sein könnte, sollte mal unter Google-News oder anderen
Presse-Suchplattformen meinen und den Namen des hessischen
Ministerpräsidenten eingeben - oder sich auf www.fiese-tricks.de.vu
umschauen. Hahahahahahaha ...

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Neue Internetseite und Veröffentlichung: Den Kopf entlasten

Auf meinen Vorträgen kommt es immer wieder vor, dass Menschen die
komplexen Zusammenhänge und Ursachen in vereinfachte Bilder packen
wollen. Die dabei vorgetragenen Anklagen gegen bestimmte Nationen,
Firmen oder kleine Personengruppen wirken zunächst attraktiv, können
sie doch vieles oder alles Böse dieser Welt schnell erklären. Doch
genau das macht sie gefährlich. Sie trainieren das skeptische Denken
ab und verführen dazu, pauschale Schuldzuweisungen zu machen. Damit
wird nicht nur der eigene Kopf entlastet und stillgelegt, sondern
auch der skeptische Blick hinter die Kulissen zugunsten simpler
Erklärungsansätze aufgegeben. Zudem ist die Sache gefährlich. Die
Geschichte, gerade die deutsche, hat mehrfach gezeigt, was
passierten kann, wenn sich die Projektion immer mehr steigert, dass
bestimmte Menschen(gruppen) für das Böse auf der Welt verantwortlich
sind.
Um ein bisschen über die Denkfehler bei gängigen Weltvereinfachungen
aufzuklären, ist die Internetseite www.kopfentlastung.de.vu und ein
kleines Heftchen über Verschwörungstheorien und vereinfachte
Welterklärungen erschienen. Woher kommen sie? Was bewirken sie? Und
was ist von ihnen zu halten? Das Heft kostet 1 Euro, hat 20 Seiten
im A5-Format und ist bestellbar unter www.aktionsversand.de.vu.

Passend mal ein kleiner Einblick in Zitate aus solchen
Weltvereinfachungen
besser leben 34/2007 (Kent-Depesche), S. 11
Zu Monsanto gehören das französische Unternehmen Limagrain, Astra
Zeneca (auch Pharmaproduzent) in Großbritannien und Schweden, Sakata
in Japan sowie die deutsche KWS AG ...
Geprüft: Keine der Firmen gehört zu Monsanto. Alles frei erfunden!

besser leben 27/2011 (Kent-Depesche)
Es läuft alles darauf hinaus, die unabhängigen Länder und Völker der
Erde zu unterwerfen, auszubeuten, zu versklaven und alle Energie,
alles Geld und die gesamte Lebensmittelproduktion der Erde unter die
Kontrolle der Supermächtigen zu bekommen. Das ist das
Monopoly-Spiel. Doch wer sind die Spieler? Waren die "Fabiane" in
früheren Zeiten noch militärische Tyrannen, die sich als Gottkaiser
auf Erden feiern ließen, wie ein Cäsar oder Napoleon, so heißen die
Finanztyrannen heutiger Tage eben Rockefeller oder Soros. ...
Darf Demokratie bedeuten, dass zwei Wölfe und ein Schaf abstimmen,
was es zu Mittag gibt? Dass eine Handvoll Schurken das Schicksal von
Milliarden Menschen diktieren darf? ...
Wenn Soros öffentlich schreibt, was als nächstes in Europa zu
geschehen habe, offenbart er nicht etwa seine Meinung, sondern
diktiert über das Medium der Financial Times seine Forderungen an
seine Lakeien und Höflingen in den europäischen Regierungen ...
Pflegt etwas der Rockefeller-Clan mit Monsanto, dem berüchtigten
multinationalen Gentechnikkonzern, eine Art Freundschaft? ...
Ohne die Rockefellers gäbe es heute keine Gentechnik.

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Urteil aus Braunschweig ist da

Am 6.10.2011 hatte das Verwaltungsgericht geurteilt, dass die BRD
(genauer: Das Landwirtschafts- und Verbraucherministerium) seine
eigenen Genversuchsfelder, die durchführenden Institute und die
Genehmigungsbehörde BVL mitsamt aller umliegenden Grundstücke zur
demofreien Zone erklären kann. Nun liegt das Urteil schriftlich vor
und befindet sich unter
www.projektwerkstatt.de/gen/2009/fal/klage/111006urteil.pdf. Es wird
in die nächste Instanz und dann vor das Bundesverfassungsgericht
gehen, um zu klären, ob sich ein Verbraucherschutzministerium so vor
den VerbraucherInnen verbarrikadieren darf.



TERMINE

Jetzt steht wieder eine Tour durch Bayern an - und zwar die bisher
längste: 13 Tage mit bislang 15 Veranstaltungen!

Di, 29.11. um 19.30 Uhr: Gaststätte "Schwenksaal", 95447 Bayreuth,
Pottensteiner Str. 12

Mi, 30.11. um 20 Uhr: Gasthaus "zur Wallfahrt", 86650 Wemding,
Wallfahrtstr.

Do, 1.12. um 19.30 Uhr: Bauernmarkt Dasing, 86453 Dasing, An der
Brandleiten 6

Fr, 2.12. um 15 Uhr: Bauernmarkt beim Biller, 84174 Weixerau,
Mühlenstr. 18

Fr, 2.12. um 20 Uhr: Gasthaus Burger, 84056 Oberhatzkofen, Hauptstr. 31

Samstag, 3.12.: Näheres folgt (siehe Terminliste auf
www.biotech-seilschaften.de.vu)

So, 4.12. um 19 Uhr: Gasthaus Forster, 84434 Burgharting, Kirchberg

Mo, 5.12. um 20 Uhr: Gasthaus "Spirklhof", 84155 Bodenkirchen,
Rothenwörth 11

Di, 6.12. um 20 Uhr: Gasthof "Alter Hof", 85591 Vaterstetten,
Fasanenstr. 4

Mi, 7.12. um 20 Uhr: Evang. Erlöserkirche Gemeindesaal, 82256
Fürstenfeldbruck, Stockmeierweg 7

Do, 8.12. um 19.30 Uhr: Gasthof "Mödl", 86633 Neuburg-Zell, Am
Zeller See 12

Fr, 9.12. um 20 Uhr: Gasthaus "zur Adelburg", 92355 Hollerstetten,
Zur Adelburg 4



Und damit erstmal wieder ein herzliches „Tschüß“ - für ein freches
Restjahr und einen schwungvollen Auftakt 2012 (dann ja gleich mit
der Grünen Woche und der dort wieder geplanten Demo "Wir haben es
satt" - siehe www.meine-landwirtschaft.de) Jörg

P.S. Wie immer das Nachwort: Von der Broschüre „Organisierte
Unveranwortlichkeit“ und dem Buch „Monsanto auf Deutsch“ sind noch
genügend Bestände vorhanden. Bestellungen über das Infoformular auf
unserer Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu, unter
www.aktionsversand.de.vu oder in der Projektwerkstatt. Da andere
Verlage – teilweise mit erstaunlich widerlichen Unhöflichkeiten –
die brisanten Botschaften nicht verlegen wollten, wird „Monsanto auf
Deutsch“ wohl erstmal die einzige Enzyklopädie der
Agrogentechnik“mafia“ bleiben.
Neu ist, dass wir eine ganz Reihe interessanter Filme zum Ausleih
anbieten für spannende Veranstaltungsabende - gern auch zusammen mit
einer Bücherkiste für einen thematisch passenden Büchertisch. Auch
hier alles Infos auf der Bestellseite www.aktionsversand.de.vu.

--
Verfasst in der
Projektwerkstatt Saasen, 06401/90328-3, Fax -5, 01522-8728353
Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen (20 km östlich Giessen)
www.projektwerkstatt.de/saasen
++ Tagungshaus ++ politische Werkstätten ++ Archive und
Bibliotheken ++ Direct-Action-Plattform ++ Bahnanschluß ++
ReferentInnenangebote ++ Sachspenden gesucht: Was gerade fehlt,
steht immer unter www.projektwerkstatt.de/gesucht ++

Montag, 12. September 2011

Gentechnik

Gentechnik-Seilschaften: Newsletter am 9.9.2011

************www.biotech-seilschaften.de.vu**************
DARF GERNE WEITERGELEITET WERDEN ... GANZ ODER TEXTWEISE
*************Verfasst von: Jörg Bergstedt***************


Hallo,
das deutsche Haupttreffen der Gentechnik-Seilschaften
(InnoPlanta-Forum) ist vorbei. Es war begleitet von recht bunten
Protesten, die aber - das bleibt ein zentrales Problem - weitgehend
"nur" von unabhängigen Aktiven und kaum bis gar nicht von Verbänden,
Parteien usw. getragen wurden. Immer noch ist da offenbar Monsanto
das Hassbild, während die deutschen Konzerne und noch mehr die
deutschen Unis und Regierungen geschont werden. Umso schöner, dass
zumindest eine Zeitlang der Zugang blockiert werden konnte - eine
Symbolik, die mehr ist als Begleitfolklore zum Unverhinderbaren.
Berichte aus dem InnoPlanta-Treffen weisen darauf hin, dass die
Stimmung dort verbissen-pessimistisch ist: Hass auf
FeldbefreierInnen (die wieder sehr effektiv die Zahl der Felder
reduziert hatten), Hass auf bayrische BäuerInnen. Wer steigt ein in
diese Runde der Hassobjekte deutscher Gentechnik-SeilschafterInnen???

Bilder und ein paar Berichte finden sich unter
http://de.indymedia.org/2011/09/315621.shtml. Keine Frage:
Widerstandskultur gibt es in diesem Land nicht so recht. Große Demos
an sonnigen Wochenenden weit ab von den Konfliktorten, lange
Unterschriftenlisten und gigantische Spendeneingänge bei Verbänden
und den emporschießenden Bewegungsagenturen sind eine Seite des
Protestes. Scheu vor Konflikten und Zurückhaltung dort, wo es
brennt, die andere. Hier bleibt Luft nach oben - und trotzdem ein
bisschen Freude über immerhin zwei gelungene Kleinblockaden am Tag
des InnoPlanta-Forums: Eine sitzend und stehend auf der Straße und
eine mit raffinierter technischer Unterstützung durch ein tragbares
Dreibein (siehe Fotos unter dem angegebenen Link). So deutete da,
was geschehen ist, an, was möglich wäre ...
Finde ich und grüße alle aus der Projektwerkstatt, Jörg B.


NEUIGKEITEN

Zitate aus dem InnoPlanta-Forum (Teil 1, Minutenangaben stammen aus
Mitschnitten)
Es gibt Tonbänder von fast allen Teilen der Tagung ... wir schreiben
die Stück für Stück ab. Hier gibt es also den ersten Schwung
ausgewählter Sprüche. Sie stammen aus der Pressekonferenz (6.9. kurz
nach Mittag) und der anschließenden Preisverleihung.
Statement von Karl-Friedrich Kaufmann, AGIL
"Mir hat heute morgen einer gesagt: "Der Pollen fliegt 25km". Ich
sage, dass ist ein Glück, dass er soweit fliegt für die Menschheit
bisher gewesen. Das soll auch in Zukunft so bleiben, das wollen wir
nicht unterbinden.
Politiker ... fordern gentechnisch freie Zonen. Die gibts nicht. ...
man kann das eigentlich von vorneherein abschminken.
Forderungen an die Politik in Brüssel und in Deutschland: ...
Fortführung der Sicherheitsforschung, aber dann eine
uneingeschränkte Akzeptanz der Ergebnisse ...
4. Einführung praktikabler Schwellenwerte für Saatgut auch im
ökologischen Landbau.
5. Zwingendes Nachdenken in den Verbänden des ökologischen Landbaus,
um auch dort alle Züchtungsmethoden hoffähig zu machen.
6. Staatliche Förderung der Pflanzenzüchtung im Interesse der
Biodiversität."

Klaus Ammann als Schlusswort: "Greenpeace und Friends of the Earth,
die einfach Quatsch erzählen und das beinflusst die Leute. Warum
beeinflusst das die Leute? Weil sie ... genetisch darauf
programmiert sind, Ängste auszustehen und durchzumachen. In unserem
Leben fehlen uns die Angst und die wirklichen Besorgnisse. Und
deshalb sind wir auch bereit, Ereignisse wie das Waldsterben und das
Global Warming usw. als derart große Besorgnis wahrzunehmen - und
insbesondere auch ... dass wir einfach besorgnisbereit sind und
jeden Quatsch glauben."

Bei der Preisverleihung
Horst Rehberger (FDP, InnoPlanta-Beirat und -Jury,
Ex-Wirtschaftsminister Sachsen-Anhalt): "Das InnoPlanta-Forum ist
etwas Phantastisches ... Ungewöhnlich war auch letzten Endes, dass
nicht ein Beitrag oder Beiträge in aktuellen Tageszeitungen oder
Journalen ausgewählt wurde, sondern seine Leserbriefe. Herr Szibor
hat sehr, sehr viele Leserbriefe verfasst und setzt sich mit den
Geschehnissen der grünen Gentechnik auseinander. ... Noch etwas, was
offensichtlich bemerkenswert war: Er hat immer den richtigen Ton
getroffen." (Anmerkung: Szibor bezeichnete Gentechnikkritik in
Leserbriefen als "terrorismusfördernden Hasskampagnen" und strickte
an den Nazivergleichen mit.
Andreas Sentker (Zeit, Preisträger): "Eine große Ehre, eine große
Freude - und den Staub vom Schaugarten noch an den Füßen, das ist
genau der richtige Ort"
Reinhard Szibor (Uni Magdeburg, Preisträger): "Ich bin stolz, zumal
der Preis in der Vergangenheit und auch heute an Persönlichkeiten
verliehen wurde, die ich sehr schätze."

Pro-Gentechnik-Demo mit null TeilnehmerInnen
Vor dem InnoPlanta-Forum veranstaltete das Forum Grüne Vernunft eine
Demo pro Gentechnik. Diesmal kauften sie keine Leute. Das Ergebnis:
Außer Veranstalter Jens Harnisch war niemand da. Und als der dann
auch noch ging, hätte die Demo eigentlich zu Ende sein müssen. Doch
Versammlungsbehörde und Polizei sahen das anders und prügelten
Menschen von der verwaisten Flächen. Es war ganz klar: Diese
Pseudo-Demo diente nur dazu, KritikerInnen auf Distanz zu halten.
Damit das nicht wieder passiert, reichte einer derer, die
verscheucht wurden, Verwaltungsklage ein. Wer sich für sowas
interessiert: Sie ist zu finden unter
www.projektwerkstatt.de/gen/2011/farm/fortsetzungsklage100909.pdf …
mal sehen – von 2010 sind da auch noch zwei andere Verfahren
anhängig, weil schon damals kritische Demonstrationen von den
Hilfstruppen der Mächtigen eingeschränkt wurden.


Verfassungsklage gegen Saarbrücker Urteil zur Kritik der
Gentechnikseilschaften
Erinnert Ihr Euch noch? Im Sommer 2009 startete das Trio Horst
Rehberger, Uwe Schrader und Kerstin Schmidt - also keine ganz
Geringen in den Netzwerken - den Versuch, meine Kritik gerichtlich
verbieten zu lassen. Dafür suchten sie sich ein Gericht aus, mit dem
offensichtlich Vorabsprachen oder eine andere Beziehung bestand, um
das Ding ohne jegliche Prüfung durchzuwinken. Das Urteil enthält
spektakuläre Absurditäten, z.B. das Verbot, Üplingen als
Propagandaprojekt zu bezeichnen, weil das Wort "Propaganda" in
Demokratien nicht gebräuchlich sei usw. Offenbar rechnete das Trio
aber nicht mit unserer Zähigkeit - und verlor auf der nächsthöheren
Instanz, und zwar komplett.
Doch Ruhe gaben sie nicht, sondern reichten jetzt Verfassungsklage
ein: Die Ehre eines Landtagsabgeordneten müsse doch höher gewertet
werden als die Meinungsfreiheit! Wer das nachlesen will, kann das
unter
www.projektwerkstatt.de/gen/filz/unterlassung/101020bverfklage.pdf,
meine Antwort auf
www.projektwerkstatt.de/gen/filz/unterlassung/stellungnahme110907bverfg.pdf


Berufungsprozess zur Gatersleben-Feldbefreiung beendet
Drei der sechs AktivistInnen waren trotz des relativ milden Urteils
des Amtsgerichts Aschersleben in Berufung gegangen, um weiter dafür
zu streiten, dass der Ge­nehmigungsbescheid für die Freisetzung in
unmittelbarer Nähe zur Genbank in Gatersleben hinterfragt wird. Die
ersten drei Verhandlungstage waren geprägt von der Zeugenvernehmung.
Die Versuchsleiterin Dr. Weschke musste einige Unregelmäßigkeiten
und Verstöße gegen einen angemessenen Umgang mit einer
Risiko­technologie zugeben.
Am 22.Juli fand nun der letzte Verhandlungstag statt. Die
Angeklagten und ihre VerteidigerInnen hatten etliche Beweisanträge
vorbereitet um dem Gericht (durch die Ladung von Sachverständigen
und Gutachtern) zu verdeutlichen, dass der Genehmigungsbescheid
nichtig und höchst gefährlich gewesen ist. Doch die Kammer ließ sich
auf eine Beschäftigung mit der Brisanz des Falles nicht ein. Fehler,
Schlampereien und die Ignoranz der Vorsorgepflicht interes­sierte
das Gericht nicht. Dies sei für die zu fällende Entscheidung der
Kammer nicht relevant: Für Sachbeschädigung reiche die
Substanzverletzung aus, auf deren Brauchbarkeit, Sinnhaftigkeit oder
gar Gefährlichkeit komme es nicht an. Der Versuch war genehmigt –
und weiter braucht niemand nachzudenken. Eini­ge Beweisanträge
wurden abgelehnt, weil die Feststellung von möglichen Ge­fahren
nicht von Belang seien. „Die Tat war (...) erkennbar nicht geeignet,
eine unterstellte konkrete Gefahr abzuwenden, da die Angeklagten
unter gewollter Einbeziehung eines das Feld ausleuchtenden
Kamerateams begangen haben, so dass von vornherein feststand, dass
die Angeklagten alsbald bei der Tat an­getroffen und eine
vollständige Zerstörung aller Pflanzen verhindert wird.“
Vor der Urteilsverkündung war es für die leider nicht sehr
zahlreichen Anwe­senden noch einmal spannend geworden, als die
Feldbefreier und ihre Verteidi­gerInnen ihre Plädoyers vor trugen.
Wie die Ablehnung der Beweisanträge wurde dann letztendlich auch das
Urteil begründet, welches den Spruch aus der 1.Instanz bestätigte
und die Berufung verwarf. Sowieso sei das Gericht nicht dazu
berufen, über die Gentechnik zu entscheiden. (Quelle:
www.gendreck-weg.de)


Gibt es Demorecht an den bundeseigenen Versuchsflächen?
Es ist schon einige Zeit her und schloss sich an eine Feldbesetzung
an. Die Stadt Braunschweig, deren Spitze selbst in die
Gentechnik-Seilschaften verflochten ist, verbot Demonstration auf
dem großen Gelände an der Bundesallee 50, wo mehrere Bundesbehörden
(z.B. vTI, JKI und BVL) sitzen und ein Genversuchsfeld geplant war.
Ein Eilantrag an das Verwaltungs- und Oberverwaltungsgericht nützte
nichts. Die Polizei baute eine absurde Barrikade vor dem Eingang auf
und so endete die Demo an der Kreuzung davor.
Nun läuft das Hauptverfahren an – und es hat Bedeutung über die eine
Fläche hinaus. Darf sich der Staat auf riesigen Flächen verschanzen
und dort das Versammlungsrecht außer Kraft setzen? Mit einiger
Sicherheit dürfte das Verfahren bis zum Verfassungsgericht gehen –
und dann wird es ähnlich spannend wie bei der Entscheidung, ob in
einem Flughafen, der überwiegend dem Staat gehört, demonstriert
werden darf. Das Verfassungsgericht bejahte das vor einigen Monaten.
Mal sehen, wie es hier ausgeht. Den Auftakt bildet jedenfalls eine
Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Braunschweig (Am Wendentor 7,
Sitzungssaal 1) am Donnerstag, den 6.10. um 11.30 Uhr.


TERMINE

Donnerstag, 29.9. um 19.30 Uhr in der WERKSTATT Mainz-Mombach,
Strunkgasse 11: Ton-Bilder-Schau "Monsanto auf Deutsch -
Seilschaften zwischen Behörden, Forschung und Gentechnikkonzernen"

Donnerstag, 6.10., im Verwaltungsgericht Braunschweig (Sitzungssaal
1): Mündliche Verhandlung zum Demonstrationsverbot auf dem Gelände
des vTI an der Bundesallee. Geklagt hat der Demoanmelder (Jörg
Bergstedt). Er will, dass das bundeseigene Gelände für
Demonstrationen betreten werden darf - sonst könnten sich ja
wichtige Bundesbehörden sowie z.B. Genversuchsfelder einem
öffentlichen Protest entziehen. Die Verhandlung ist öffentlich!


Und damit erstmal wieder ein herzliches „Tschüß“ - für ein freches
Restjahr … Jörg

P.S. Wie immer das Nachwort: Von der Broschüre „Organisierte
Unveranwortlichkeit“ und dem Buch „Monsanto auf Deutsch“ sind noch
genügend Bestände vorhanden. Bestellungen über das Infoformular auf
unserer Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu, unter
www.aktionsversand.de.vu oder in der Projektwerkstatt. Da andere
Verlage – teilweise mit erstaunlich widerlichen Unhöflichkeiten –
die brisanten Botschaften nicht verlegen wollten, wird „Monsanto auf
Deutsch“ wohl erstmal die einzige Enzyklopädie der
Agrogentechnik“mafia“ bleiben.

--
Verfasst in der
Projektwerkstatt Saasen, 06401/90328-3, Fax -5, 01522-8728353
Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen (20 km östlich Giessen)
www.projektwerkstatt.de/saasen
++ Tagungshaus ++ politische Werkstätten ++ Archive und
Bibliotheken ++ Direct-Action-Plattform ++ Bahnanschluß ++
ReferentInnenangebote ++ Sachspenden gesucht: Was gerade fehlt,
steht immer unter www.projektwerkstatt.de/gesucht ++

Sonntag, 31. Juli 2011

Gentechnik-Seilschaften: Newsletter am 28.7.2011

************www.biotech-seilschaften.de.vu**************
DARF GERNE WEITERGELEITET WERDEN ... GANZ ODER TEXTWEISE
*************Verfasst von: Jörg Bergstedt***************

Gentechnikfilz-News vom 29.7.2011
zusammengestellt in der Projektwerkstatt von Jörg Bergstedt (Autor
„Monsanto auf Deutsch“)


Hallo,
ich muss mich schon wieder melden – die Ereignisse überschlagen
sind. Schon wieder ist wohl ein Feld „befreit“ worden, diesmal das
Monsanto-Rübenfeld bei Nienburg/Saale (siehe
http://linksunten.indymedia.org/de/node/44128). Dann hat die EU eine
neue gv-Pflanze zugelassen – wieder einen Mais von Monsanto
(www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/24185.html). Nun
werden wir sehen, ob der Verdacht richtig war, dass der MON810 gar
nicht mehr die Traumpflanze des Konzerns war, er also nach
jahrelangem Nerven still und heimlich verschwinden wird (mit oder
ohne irreversible Spuren da draußen in der Natur) – so wie die
Amflora auch, bei der schon länger bekannt ist, dass BASF sie lieber
gestern als heute durch andere Zulassungen ersetzen will. Reichlich
dumm sieht da die Strategie von vielen Umweltverbänden und Parteien
aus, seit Jahren dem MON810 hinterherzulaufen. Das mag einige
Aufmerksamkeit in trägen Medien und manch Spende eingebracht haben –
politisch aber wäre es schlauer gewesen, Neuentwicklungen zu
attackieren mitsamt den AkteurInnen, die diese Entwicklungen
vorantreiben, finanzieren oder durchwinken.
Das Jahrestreffen der Gentechnik-Seilschaften steht vor der Tür!
Am 5. und 6. September 2011 findet am Gentechnikschaugarten Üplingen
(Börde) das wichtigste Treffen der deutschen
Agrogentechnik-Seilschaften statt. Nachdem der Schaugarten durch
eine gut organisierte Feldbefreiung schon entschärft wurde, wollen
GentechnikkritikerInnen nun auch das InnoPlanta-Forum stören. Es ist
seit Jahren das größte und auffälligste Treffen zwischen Konzernen,
Behörden, Lobbyverbänden und sogenannten ForscherInnen in der
Agro-Gentechnik Deutschlands. KWS-Chef von der Bussche war da,
ebenso führende MitarbeiterInnen von Bayer, BASF, Pioneer, Monsanto
und anderen. Matin Qaim, Stefan Rauschen und andere
WissenschaftlerInnen, die sich aus den Millionentöpfen der
Gentechnikförderung bedienen. Betagte und aktuelle JournalistInnen
aus ZDF, MDR und anderen puschten das Treffen. PolitikerInnen und
BehördenvertreterInnen aus zuständigen Ministerien in Sachsen-Anhalt
oder Mecklenburg-Vorpommern bis zu Thomas Leimbach, Chef des
Landesverwaltungsamtes, waren zugegen - letzterer hielt eine
flammende Rede für die Versuchsfelder, die seine Behörde eigentlich
überwachen soll. Rundherum gruppierten sich Geldgeber, LobbyistInnen
und VertreterInnen derer, die mit Grund und Boden die ganze Sache
unterstützten - vom Bürgermeister bis zur Stiftung Braunschweiger
Kulturbesitz (SBK). Anfang September 2011 soll es wieder soweit
sein: Am 5. (Montag Abend) und 6. (Dienstag tagsüber) lädt der
Lobbyverband InnoPlanta unter seinem Vorsitzenden Uwe Schrader (FDP)
zum Stell-Dich-Ein ins kleine Dorf Üplingen ein, wo mit
Fördermitteln der EU und der SBK ein Hofgut als Treffpunkt der
Seilschaften saniert wurde und wird. Wer denkt sich kreative
Aktionen aus? Wer organisiert gemeinsame Anfahrten aus den
verschiedenen Ecken des Landes? Wir suchen regionale
AnsprechpartnerInnen, die das für ihre Gegend übernehmen. Infoseite:
www.biotechfarm-schliessen.de.vu.


Berufung zur Feldbefreiung in Gatersleben abrupt zu Ende!
Welch böse Überraschung: Der Prozess ist zuende. Offenbar hat der
Richter die Angeklagten bzw. ihre VerteidigerInnen über den Tisch
gezogen und mit absurden Drohungen dazu gebracht, den Prozess zu
Ende zu bringen. Ich ärgere mich, dass ich diesen Tag wegen meiner
Veranstaltungsreise durch Österreich als Verteidiger eines der
Feldbefreier passen musste – mit meiner Erfahrung in Sachen
Strafrecht wäre vielleicht noch was zu machen gewesen. So kommt es
nun nicht zu weiteren ZeugInnenvernehmungen, die sicherlich weitere
Skandale, Schlampereien und Rechtsbrüche hervorgebracht hätten – so
wie die Vernehmung der Versuchsleiterin ja vorher auch schon. Eine
Revision werden wir nun noch versuchen, aber da mauern die Gerichte
sich meist ein. Mehr auf www.gendreck-weg.de.


Feldbefreiungen sind Terror?
Im letzten Newsletter hatte ich berichtet, dass sich
Gentechnik-Protagonisten mit immer absurderen Opferbildern
inszenieren – z.B. als vergleichbar Verfolgte wie die Juden im
Dritten Reich. Ähnlich triefend vor fundamentalistischer Ideologie
sind nun die Angriffe auf die unbekannten FeldbefreierInnen der
beiden Hochsicherheitsanlagen in Deutschland, dem AgroBioTechnikum
und der BioTechFarm. Der Ressortchef Wissen der ZEIT (seit langem
ein Hetzblatt pro Gentechnik) nannte solche Aktionen jetzt als
„Ökoterror“. Erinnert sich noch jemand, dass das genau dieselben
Leute sind, die GentechnikkritikerInnen immer Unsachlichkeit und
ideologische Ablehnung der Agrogentechnik nachsagen?
Längere Texte und Debatten zu den Attacken finden sich im übrigen
auf Indymedia (www.de.indymedia.org und
http://linksunten.indymedia.org), auf www.taz.de (gleich mehrere)
und in Freitag
(www.freitag.de/politik/1129-die-neue-militanz-der-gentech-gegner).


Sie wissen es selbst: Gentechnik unkontrollierbar und unnütz
Angesichts dieser Parolen sei daran erinnert, dass es über die
Agrogentechnik eigentlich gar keine Meinungsunterschiede gibt. Auch
die BefürworterInnen räumen in ihren eigenen Papieren ein, wie
nutzlos und unbeherrschbar die Agrogentechnik ist, z.B. Monsanto:
„Die Möglichkeiten, eine Pflanze durch gentechnische Veränderungen
zu verbessern, sind gering. Dies ist einer Reihe von Ursachen
geschuldet. So lassen sich die Effekte eines spezifischen Gens auf
das Wachstum der Pflanze, deren Entwicklung und Reaktionen auf die
Umwelt nicht genau vorhersagen. Dazu kommt die geringe Erfolgsrate
bei der gentechnischen Manipulation, der Mangel an präziser
Kontrolle über das Gen, sobald es in das Genom eingebaut worden ist,
und andere ungewollte Effekte, die mit dem Geschehen bei der
Gentransformation und dem Verfahren der Zellkultur zusammenhängen.“
Das Gleiche gilt für die Frage von Koexistenz und Auskreuzung – die
ProtagonistInnen der Agrogentechnik wissen genau, dass ihre bunten
Flyer, Sonntags- und Wahlkampfreden frei erfundener Unsinn sind:
„Ein Null-Prozent-Schwellenwert ist ebenso wie eine 100%ige
Produktreinheit unerreichbar“, schrieb der Bundesverband deutscher
Pflanzenzüchter, und einer der hochrangigsten Wissenschaftler, der
Ex-Forschungsgemeinschaftspräsident Ernst-Ludwig Winnacker,
ebenfalls Gentechnikbefürworter, fügte an: „Absurd sind auch die
Abstandsregelungen für Versuchsfelder etwa von MON810, denn der
Maispollen fliegt kilometerweit.“ Auch bei den Umweltauswirkungen
wissen die GentechnikstreiterInnen, was Sache ist: Uwe Schrader,
Chef des Lobbyverbandes InnoPlanta, beschrieb 1999 als Gründ für die
Ausbreitung von Gentechnik im landwirtschaftlichen Bereich "die
Aussicht, in dem stagnierenden Pflanzenschutzmittelmarkt durch
Anwendung der Pflanzenbiotechnologie Positionsverbesserungen zu
erzielen". Alle Quellen und mehr Zitate sind unter
www.biotech-seilschaften.de.vu genau zu finden.


Wieder illegales Feld in Graz entdeckt
Fast alle Forschungsfelder werden mit falschen Angaben beantragt und
genehmigt - sowohl bei der Genehmigungsbehörde wie auch bei der
Förderung. Reine Propagandafelder werden zu Forschungsarbeiten
umdeklariert, Methoden- und Produktentwicklung als
Umweltbegleitforschung ausgegeben, um an den wichtigen Geldtopf
"Biosicherheit" heranzukommen. Mitunter werden Felder sogar komplett
illegal, d.h. ohne Genehmigung angelegt, so 2009 ein
Reserve-Gengerstenfeld der Uni Gießen. Nun wurde ein Feld der
Universitäten Würzburg und Graz im Botanischen Garten der
österreichischen Stadt entdeckt – und damit war auch der Glaube, die
Alpenrepublik hätte kein Gentech-Feld, dahin. Mehr:
www.keine-gentechnik.de/news-gentechnik/news/de/24158.html.


Mal wieder Grüne an der Macht
Eine neue Tragödie grünen Versagens in der Realpolitik bahnt sich
an. Ulrike Hoefken, vormals im Bundestag für die Grünen mit dem
Thema Agro-Gentechnik befasst und dort bemerkenswert desinteressiert
an den als Forschungsfelder deklarierten Freisetzungen, verbunden
mit einer penetranten Missachtung von GentechnikgegnerInnen, die zu
diesen Feldern arbeiteten, wurde Umwelt- und
Landwirtschaftsministerin in Rheinland-Pfalz. Dort liegt die Firma
BASF - und so, also müsste Hoefken von Beginn an deutlich machen,
dass Grüne in der Regierung zu nichts taugen, ließ sie gleich
Garantien für die Firma von Stapel (Focus online am 23.7.2011 und
agrarheute, 27.7.2011): "Höfken will die Gentechnik-Forschung der
BASF in Rheinland-Pfalz nicht behindern. "Es gibt von unserer Seite
keinerlei Intention, die Forschung einzuschränken. Die Forschung ist
frei", betonte Höfken. Der Bereich Biotechnologie stehe nicht
infrage. Die Agro-Gentechnik sei nur ein winziger Teil davon."


Südtour der Veranstaltung „Monsanto auf Deutsch“ ist vorbei
Acht Tage lang bin ich durch Bayern und Österreich gefahren – und es
hat, neben der Anstrengung, jeden Abend eine zweistündige,
theatralische Ton-Bilder-Schau zu präsentieren, verdammt Spaß
gemacht. Immer wieder wurden auch gerade Berichte von direkten
Aktionen auf und an Feldern mit Szenenapplaus bedacht. Die Wut war
jeden Abend greifbar – und die LügnerInnen und BetrügerInnen unter
dem Deckmantel von Wissenschaft und Behörden müssen sich hoffentlich
immer wärmer anziehen.
Die nächsten Veranstaltungstouren sind vor dem InnoPlanta-Forum,
Anfang November in Nordrhein-Westfalen und zum Monatswechsel
November/Dezember wieder im Süden geplant. Wer da noch Interesse
hat, sollte sich melden (gerade Sachsen-Anhalt wäre noch schön
Anfang September). Im Oktober kann sogar noch eine ganze Tour durch
andere Regionen hinzukommen, Termine in Hessen sind auch
zwischendurch möglich, da die Anfahrt da nicht so lang sind.
Die bisherige Terminliste:
Samstag, 3.9., 19 Uhr in Braunschweig (voraussichtlich Brunsviga)
Sonntag, 4.9., 15 Uhr auf dem Hoffest des Biolandbetriebes Lindenhof
in Eilum östlich von Wolfenbüttel
5./6.9. in Üplingen (Bördekreis): InnoPlanta-Forum – hoffentlich mit
bunten Protesten
Freitag, 4.11. in Wuppertal (Näheres folgt)
Samstag, 5.11. in Düsseldorf auf der Jahresversammlung der
Coordination gegen Bayer-Gefahren
Sonntag, 6.11. in Düren
Montag, 7.11. um 19.30 Uhr in Köln (Ateliergemeinschaft "Irgendwas
mit Kunst", Leyendeckerstr. 16, 50825 Köln)


Und damit erstmal wieder ein herzliches „Tschüß“ - bleibt unruhig,
wütend und frech … Jörg


P.S. Wir überlegen, ob wir dieses Jahr noch ein Seminar zur
Einführung in die Gentechnikkritik, die Seilschaften und
Aktionsmöglichkeiten machen – falls an solch einer Art Grundkurs
genügend Menschen Interesse haben. Wer Lust drauf hat, sollte sich
deshalb melden ...

Wie immer das Nachwort: Von der Broschüre „Organisierte
Unveranwortlichkeit“ und dem Buch „Monsanto auf Deutsch“ sind noch
genügend Bestände vorhanden. Bestellungen über das Infoformular auf
unserer Internetseite www.biotech-seilschaften.de.vu, unter
www.aktionsversand.de.vu oder in der Projektwerkstatt. Da andere
Verlage – teilweise mit erstaunlich widerlichen Unhöflichkeiten –
die brisanten Botschaften nicht verlegen wollten, wird „Monsanto auf
Deutsch“ wohl erstmal die einzige Enzyklopädie der
Agrogentechnik“mafia“ bleiben.


--
Verfasst in der
Projektwerkstatt Saasen, 06401/90328-3, Fax -5, 01522-8728353
Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen (20 km östlich Giessen)
www.projektwerkstatt.de/saasen
++ Tagungshaus ++ politische Werkstätten ++ Archive und
Bibliotheken ++ Direct-Action-Plattform ++ Bahnanschluß ++
ReferentInnenangebote ++ Sachspenden gesucht: Was gerade fehlt,
steht immer unter www.projektwerkstatt.de/gesucht ++