Montag, 21. Dezember 2009
Tarifabschluss Kino Babylon Berlin
Filmkunst-Kino mit einem Programm, dass deutlich von dem anderer
"kommerzieller" Filmtheater abweicht. Die Hauptgründe für den Abschluss
dieses Anerkennungstarifvertrages sind: Anlehnung an den Flächentarif,
deutliche Lohnerhöhungen und damit ein Herausführen aus dem Bereich unter
7,50 €...“ Ein Vergleich der bisherigen und zukünftigen Löhne findet sich
bei ver.di Medien, Kunst und Industrie Berlin-Brandenburg
http://medien-kunst-industrie.bb.verdi.de/aktuelles/tarifabschluss-kino-babylon
Siehe dazu:
a) Dumping-Haustarifvertrag im Berliner Kino Babylon Mitte abgeschlossen
Die FAU dokumentiert die Pressemitteilung des Babylon-Betriebsrats vom
17.12.09
http://www.fau.org/artikel/art_091217-152016
Aus dem Text: „...Einem erfahrenen Filmvorführer, der nach 23 Uhr zwei
Projektionen betreut, stünden nach Verdi-Bundestarifvertrag ab Juli
nächsten Jahres rund 18 Euro zu. Es sei denn er arbeitet im Babylon Mitte.
Hier, im einzigen vom Berliner rot-roten Senat mitfinanzierten Kino, ist
dieselbe Arbeit laut Verdi-Haustarifvertrag nur die Hälfte, gut 9 Euro,
wert. Monatlich verdient ein Filmvorführer mit mehr als 5 Jahren
Berufserfahrung laut regulärem Verdi-Bundestarif ab Januar 1900 Euro.
Hinzu kommen üppige Zuschläge. Nicht so im Babylon. Hier hat er sich mit
1490 Euro zu begnügen, die Zuschläge wurden hier gestrichen oder deutlich
gekürzt...“
b) kinosklavin
„Ich arbeite seit mehreren Jahren im Kino Babylon Mitte und ich bin sauer.
Richtig sauer. Der Grund dafür ist ein Tarifvertrag, der mir von ver.di
und der Geschäftsleitung aufgezwungen wurde. Ich erzähle euch, wie es dazu
kam und was gestern passiert ist...“ Artikel von burn_baby_burn auf
Indymedia vom 17.12.2009
http://de.indymedia.org/2009/12/269186.shtml
Babylohn in Berlin...
Tarifvertrag im Kino Babylon Mitte
a) Der goldene Vorhang
Das Babylon in Mitte wird besonders stark vom Senat gefördert - trotzdem
klagt das Personal über schlechte Bezahlung. Jetzt setzt der Senat dem
Streit ein Ende und bewilligt mehr Geld. Die Off-Kinos sind sauer. Artikel
von Gereon Asmuth in der Taz-Berlin vom 12.12.2009
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ba&dig=2009%2F12%2F12%2Fa0226&cHash=e039fb4b2b
Aus dem Text: „…Damit dort nichtkommerzielle Filme gezeigt werden können,
bekam das Babylon vom Land bisher jährlich 320.000 Euro. Doch auch die
Löhne in dem Haus waren wenig kommerziell. Die FAU, eine kleine
anarchistische Gewerkschaft, hatte den Betreiber seit über einem Jahr
angeprangert, weil er zum Teil nur 5,50 Euro Stundenlohn zahlt. Der
rot-rote Senat setzt sich für einen Mindestlohn von 7,50 Euro ein. (…) Im
Sommer schaltete sich die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di ein.
Mittlerweile haben sich Ver.di und Geschäftsleitung auf einen
Haustarifvertrag geeinigt. Er soll ab Januar gelten und orientiert sich am
Flächentarifvertrag. Künftig sollen Servicekräfte 7,74 Euro, Filmvorführer
9,03 Euro pro Stunde bekommen - eine Lohnsteigerung um bis zu 40 Prozent.
Auch Wochenarbeitszeit und Praktikantenvergütung wurden geregelt…“
b) 2. Tarifinformation für die Mitarbeiter der Neuen Babylon Berlin GmbH
„Am 26. November 2009 fand die zweite Tarifverhandlung zwischen ver.di und
der Geschäftsleitung der Neuen Babylon Berlin GmbH statt. Zwischen ver.di
und Geschäftsleitung wurden folgende Veränderungen der Ergebnisse der
ersten Verhandlungsrunde besprochen:...“ 2. Tarifinfo von ver.di (pdf)
http://www.labournet.de/branchen/medien-it/babylon_tarif2.pdf
c) Basisgewerkschaft: Verboten! FAU Berlin darf sich nicht mehr
Gewerkschaft nennen.
„Der Freien ArbeiterInnen Union Berlin (FAU) wurde am 11.12.2009 per
einstweiliger Verfügung vom Landgericht Berlin verboten, sich als
Gewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu bezeichnen. Dies ist der Höhepunkt
einer Reihe von Versuchen der Neuen Babylon Berlin GmbH juristisch gegen
die stärkste und aktivste Arbeitnehmervereinigung im Betrieb
vorzugehen...“ Presseerklärung der FAU vom 12.12.09
http://www.fau.org/artikel/art_091212-141820
d) Siehe dazu auch den Artikel „Gewerkschaftsverbot gegen die FAU Berlin:
Dringender Aufruf zur Solidarität“ unter Diskussion >
Gewerkschaftsstrategien > Debatten der real existierenden Gewerkschaften
in Deutschland: FAU
http://www.labournet.de/diskussion/gewerkschaft/real/index.html
Montag, 14. Dezember 2009
Boykottiert Kino Babylon Berlin Mitte!
Berlin, den 12.12.2009 Basisgewerkschaft: Verboten!
FAU Berlin darf sich nicht mehr Gewerkschaft nennen
Der Freien ArbeiterInnen Union Berlin (FAU) wurde am 11.12.2009 per einstweiliger Verfügung vom Landgericht Berlin verboten, sich alsG ewerkschaft oder Basisgewerkschaft zu bezeichnen. Dies ist der Höhepunkt einer Reihe von Versuchen der Neuen Babylon Berlin GmbH juristisch gegen die stärkste und aktivste Arbeitnehmervereinigung im Betrieb vorzugehen. Ohne mündliche Verhandlung folgte das Landgericht der Argumentation der Gegenseite, der FAU Berlin sei bereits im Oktober vom Arbeitsgericht der Gewerkschaftsstatus aberkannt worden. In diesem Urteil wurde der FAU Berlin zwar der Boykott des Kinos untersagt, die Gewerkschaftseigenschaft stand indes nicht zur Disposition. Es ist ein Novum in der deutschen Rechtsprechung, dass einer Organisation verboten wird sich als Gewerkschaft zu bezeichnen. Umso absurder ist es , wenn es sich dabei um eine Organisation handelt, die seit gut einem Jahr einen Arbeitskampf geführt hat, der letztlich Tarifverhandlungen erzwang. "Dieser Angriff auf das Grundrecht der Koalitionsfreiheit kommt einem Gewerkschaftsverbot gleich. Nach unserem Verständnis sind es immer noch die Beschäftigten selbst, die sich entscheiden wie sie sich organisieren. Sollte dieser Beschluss Bestand haben, ist das nicht nur ein Angriff gegen die FAU Berlin, sondern gegen jede Form der unabhängigen Basisorganisierung." so Lars Röhm, Sekretär der FAU Berlin. Die FAU Berlin kündigt indes an, gegen diesen Beschluss vorzugehen.
FAU Berlin
Weitere Infos: http://www.fau.org/berlin http://prekba.blogsport.de
Pressekontakt:Lars Röhmfaub5@fau.org01577
8491072 Allgemeines Syndikat der FAU Berlin
Straßburger Str.38 / 10405 Berlinfon: +49 (0) 30 287 00804
fax: +49 (0) 30 287 008 13
mail: faub(a)fau.org
Freitag, 4. Dezember 2009
Free the Belgrade Six!
On Saturday, Sept. 4, five* political activists were arrested in Belgrade on trumped up charges. The five, Tadej Kurepa, Ivan Vulović, Sanja Dojkić, Ratibor Trivunac and Nikola Mitrovic, are activists in or associates of the Anarcho-Syndicalist Initiative, the Serbian section of the International Workers’ Association (IWA). (* The sixth person sought by police, Ivan Savic, was also arrested some days later.)
The arrests are allegedly related to a direct action which took place at the Greek Embassy on Aug. 25. Negligible damage was done; a crack in one window, a tiny burn mark on the facade and a circled A graffiti on the embassy as a act of symbolic solidarity with Thodoros Iliopoulos. The prosecutor however imagines this as an act of “international terrorism” and would like to charge our comrades with such. If the state allows such charges to be pressed, they could be facing 3-15 years in prison.
As of today (Oct.11), no charges have been pressed yet against the comrades. Yet they have been in remand over one month and may be kept as long as six months still without charges. In the meanwhile, they are not allowed contact with the outside world.
In the first week of Oct., the prosecutor asked the judge for permission to keep the Belgrade six locked up for 2 more months during the investigative phase. The judge agreed to one more month. It is not clear whether this may be extended. Charges must be pressed within 7 days of closing the investigation but it is not clear when this should happen.
Members of ASI have clearly and publically declared that they knew nothing of the action, which was claimed by a group nobody has heard of, Crni Ilja.
It is quite clear that the main reason the activists from ASI have been arrested in political. In addition, we may see that the government is quite hypocritical and selective about who they repress; as members of ASI pointed out, when a much more serious incident occurred at the American Embassy a year earlier, the government did not bother to start a campaign of repression.
Since the arrest of the comrades, protests have taken play in many parts of the world. Thousands of people have sent letters of protest to the Serbian government. Everybody is united in demanding their release.
Please send us information about your demos, protests or articles on the case!
FREE THE BELGRADE SIX NOW!
Freitag, 16. Oktober 2009
Boykottaufruf: Arbeitsgericht Berlin greift Gewerkschaftsfreiheit an
Verfügung gegen den Boykottaufruf der FAU für das Kino Babylon Mitte
statt. Grund für dieses Urteil war laut Angaben der Richterin die
angeblich fehlende Tariffähigkeit der Basisgewerkschaft Freie
ArbeiterInnen-Union (FAU): die Gewerkschaft sei zu klein. Damit war
ausdrücklich nicht der Organisierungsgrad im Kino selbst gemeint, wo über
ein Drittel der Belegschaft einen FAU-Ausweis besitzt, sondern die
betriebsübergreifende Mitgliederzahl…“ Presseerklärung der FAU vom
13.10.09
http://www.fau.org/artikel/art_091013-075030
Zum Hintergrund siehe im LabourNet: Branchen > Medien u. IT > Bild und
Ton: Rundfunk / Fernsehen / Kino allgemein > Babylon
http://www.labournet.de/branchen/medien-it/babylon.html
Babylon Berlin Mitte: Kino mit Trouble...
Die anarchistische Gewerkschaft FAU darf laut Arbeitsgericht nicht zum
Boykott aufrufen. Tarifverträge dürfen nur mit Ver.di geschlossen werden.
Das sieht auch Kinochef Thomas Grossmann so…“ Artikel von Peter Nowak in
der Taz vom 10.10.2009
http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=ba&dig=2009%2F10%2F10%2Fa0229&cHash=13ff6bdf16