Donnerstag, 28. Juni 2018

Krieg beginnt hier' protestiert am 30. Juni / 1. Juli in Büchel: "Atomare Abrüstung auf die Tagesordnung setzen!"

Einladung der Kampagne Krieg beginnt hier - eine gemeinsame Kampagne von Friedensnetz Saar, Pax Christi Saar, Friedens­initiative West­pfalz, AG Frieden, Military Counseling Network e.V., DFG-VK Mainz und Trier
              



Wir die AGF als Teil der regionale Friedensgruppen aus Rheinland Pfalz und dem Saarland rufen dazu auf am Wochenende an der Protestaktion der Kampagne "Krieg beginnt hier" vor dem Bundeswehr-Fliegerhorst und Atomwaffen­lager Büchel zu beteiligen.
Wir treffen uns Samstag um 10 Uhr beim Friedenscamp, das ist gegenüber vom Haupttor den Weg rein. Dort gibt es auch Versorgungszelte, bitte bringt trotzdem was zu essen und trinken mit. Abends wollen wir dort grillen und wer will kann im Zelt auf Sonntag übernachten, Sonntag beenden wir kurz vor 12h die Aktion.
„Die aktuelle Eskalation um das Abkommen mit dem Iran zeigt, wie notwendig ein Verzicht auf Atomwaffen durch alle Beteiligten in der Region und weltweit ist“ so die Kampagne ‚Krieg beginnt hier‘. Die Friedensgruppen unterstützen die laufende Aktionspräsens ‚Büchel ist überall- atomwaffenfrei jetzt‘ 2018: "20 Wochen gegen 20 Bomben in Büchel".
"Wir unterstützen die Forderungen nach einem Verzicht auf die Modernisierung bzw Aufrüstung der dort stationierten Atomwaffen und nach einem Abzug dieser Massenvernichtungswaffen." so Markus Pflüger von der AG Frieden Trier, die neben Pax Christi und Friedensnetz Saar sowie Friedensinitiative Westpfalz und der Deutschen Friedensgesellschaft - Vereinigte Kriegsdienst­gegnerInnen Gruppen Trier und Mainz sowie Military Counseling Network e.V. zu den Protesten nach Büchel in die Eifel aufrufen.
"Wir fordern die Bundesregierung auf, dem Beispiel vieler Staaten zu folgen und das UN-Atom­waffen-Verbot zu unterzeichnen. Beteiligt Euch an den laufenden Protestaktionen in Büchel!" so Waltraut Andruet vom Friedensnetz Saar. „Es ist unerträglich dass Bundeswehrsoldaten üben auf US-Befehl die Atombomben abzuwerfen. Diese nukleare Teilhabe Deutschlands widerspricht dem Atomwaffensperrvertrag und dem 2+4-Vertrag, sie muss endlich beendet werden.“ ergänzt Markus Pflüger für die Kampagne Krieg beginnt hier.
Die Friedensgruppen treffen sich am Samstag 30. Juni um 10 Uhr am Friedenscamp nahe dem Fliegerhorst in Büchel, sie wollen den ganzen Tag für eine atomwaffenfreie Welt protestieren und mit Informationen, Rede- und Musikbeiträgen für Abrüstung werben. Interessierte können von Samstag auf Sonntag im Zelt übernachten, Abschluss ist Sonntag um 2 Minuten vor 12 Uhr - das ist der aktuelle Stand der Doomsday-Clock, diese symbolische Uhr der Atomwissenschaftler verdeutlicht das derzeitige Risiko eines Atomkrieges.


Sehen wir uns?

-- 
Arbeitsgemeinschaft Frieden e.V. Trier
Pfützenstraße 1 - D - 54290 Trier

Telefon AGF-Büro: 0651 9941017
Weltladen: 9941016  Fax: 0651 9941018
Email: buero@agf-trier.de
www.agf-trier.de Facebook: AG Frieden Trier

Une centaine de personnes à Toulouse pour exiger l'annulation de Tel Aviv Fever et de la Saison France-Israël !


Crédit photo : Patrick Batard
Crédit photo : Patrick Batard
Le vendredi 22 juin à Toulouse, plus de 100 personnes ont manifesté devant le Théâtre Garonne, exigeant l'annulation de Tel-Aviv Fever (premier spectacle de la Saison France Israël) et le boycott culturel d'Israël. Ce rassemblement s'inscrivait dans une large campagne unitaire d'une dizaines d'organisations de la région qui appelaient depuis plusieurs jours à l'annulation de la représentation.
Slogans, sifflets, cornes de brumes et casseroles ont permis pendant plus d'une heure de rappeler notre désaccord de voir accueillir à Toulouse une opération de communication et de promotion de l'Etat colonial et raciste israélien !
Nous répondions aux Palestiniens qui ont appelé à un boycott culturel d'Israël et des institutions israéliennes, y compris des projets et des événements sponsorisés par l'Etat israélien et ses campagnes de propagande. Ce ne sont pas de simples manifestations culturelles, mais une tentative publique de dissimuler les crimes israéliens en cours en promouvant la «Marque Israël» à travers l'art, la culture et la musique. Loin d'être indépendants des confiscations de terres en cours, des démolitions de maisons, des tueries, du blocus de Gaza et de l'emprisonnement en masse, ces projets sont financés et soutenus par l'appareil d'Etat colonial israélien. L'art n'est pas neutre ! Le spectacle Tel Aviv Fever, le Théâtre Garonne et le Ballet du Capitole en s'inscrivant dans la Saison France-Israël se rendent complices de Netanyahu, de Macron et de leur minable campagne de promotion ! Ils peuvent se dire "ouverts d'esprit", "pacifistes" ou "apolitiques", il n'en demeure pas moins que les faits sont là.
C'est pour cela que nous soutenons le boycott culturel comme l'une de nos armes contre le colonialisme et le racisme, au même titre que le boycott économique, sportif et universitaire ! Nous devons lutter partout contre la normalisation des relations avec l’État israélien !
En ce sens, nous réaffirmons de manière nette et précise : les troupes de théâtre, de danse, les groupes de musique, les équipes de cinéma qui collaborent avec l’État israélien se rendent complices et doivent être dénoncés et boycottés !
Une centaine de personnes à Toulouse pour exiger l'annulation de Tel Aviv Fever et de la Saison France-Israël !
Une centaine de personnes à Toulouse pour exiger l'annulation de Tel Aviv Fever et de la Saison France-Israël !
Une centaine de personnes à Toulouse pour exiger l'annulation de Tel Aviv Fever et de la Saison France-Israël !
Une forte présence policière a encadré le rassemblement, bouclant la rue qui donnait accès au Théâtre Garonne. Pendant ce temps, le théâtre utilisait une sécurité privée, fouillait tous les spectateurs, utilisait des détecteurs de métaux et la préfecture apposait des barrières métalliques tout autour du théâtre avec des affichettes «risque attentat». 
Mais c'était largement insuffisant pour nous intimider ! Tout comme les minables menaces de nervis et officines sionistes contre notre collectif depuis plusieurs semaines. Nous voudrions leur répondre... nous ne lâcherons rien ! Et plus que jamais, intensifions notre soutien la Résistance palestinienne pour la libération de la Palestine, de toute la Palestine, de la mer au Jourdain !
Annulation de la Saison France-Israël !
Boycott culturel, sportif, académique
et économique de l'Etat sioniste !
Soutien à la Résistance palestinienne
et à ses combattants emprisonnés !

Compte rendu en anglais : Samidoun
Album FlickR de Patrick Batard
Crédit photo : Patrick Batard
Crédit photo : Patrick Batard

Stopp Ramstein, 30.06. Dresden Goldener Reiter 15 Uhr


Rede zur Pride Parade 2018

Letzten Samstag fand in Berlin die "Pride Parade" 2018 statt. Wir waren dabei und haben diese Rede gehalten:

Rede zur Pride Parade 2018

Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,
nun kommt der Beitrag der Irren-Offensive, des Landesverbandes Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburg und der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrener.
Diese drei Organisationen haben dasselbe Ziel, nämlich:
Die Beendigung von jeglichem psychiatrischen Zwang und Diskriminierung.
Stattdessen sollen die Menschenrechte wirklich für alle Menschen gelten.
Wir sind heute hier, um zu informieren und anzuregen, gemeinsam politisch aktiv zu werden und unser aller Recht auf Selbstbestimmung zu verteidigen!
Selbstbestimmung ist, wenn eine Person selber für sich entscheidet, wer sie ist und was gut für sie ist und wie sie ihr Leben gestaltet.
Die politische Lage ist:
Staatliche Gesetze ‚erlauben’, dass Menschen fremdbestimmt und bevormundet werden.
Wenn ihnen dazu eine psychiatrische Diagnose verpasst wird.
Das heißt, Psychiater_innen behaupten, Betreffende seien „psychisch krank“ und schreiben das in ihre Gutachten.
Wir meinen, sie behaupten das, denn was als „krank“ bezeichnet wird, sind die Gedanken und die Gefühle von Menschen, die sich vielleicht in sonderbarem, unangepasstem Verhalten äußern.
Niemand ist ‚seelisch behindert’. Wir werden durch Gesetze behindert!
Andere wegen einer psychiatrischen Diagnose ihrer Grundrechte zu berauben, ist Diskriminierung!
Denn mit den Gutachten werden Zwangsmaßnahmen erwirkt:
Menschen werden in geschlossene psychiatrische Stationen zwangs-eingewiesen und gegen ihren Willen eingesperrt.
Sie werden dort mit psychiatrischen Drogen und Elektroschocks zwangsbehandelt.
Sie werden ans Bett gefesselt.
Besuch wird verboten. Telefongespräche und Briefe werden überwacht.
Die Psychiatrie behauptet, das sei medizinisch notwendig.
Nein, es ist Menschenrechts-Verletzung: Freiheitsberaubung und Körperverletzung, sogar Folter!
So sind auch mehr als eine Millionen Menschen in Deutschland durch sogenannte ‚rechtliche Betreuung’ mittels einer psychiatrischen Diagnose entmündigt.
Vielen von ihnen wurde die ‚Betreuung’ aufgezwungen.
Die Betreuerinnen und Betreuer können ‚stellvertretend’, also anstelle der Betroffenen und gegen deren Willen, in deren wichtigen Angelegenheiten entscheiden.
Zum Beispiel, dass die Betreuten in ein Wohnheim umziehen und da bleiben müssen, egal, ob sie sich dort wohlfühlen oder nicht.
Seit 2017 erlaubt ein Gesetz Betreuer_innen nicht allein Einweisungen und Behandlungen in Psychiatrien zwangsweise durchzusetzen, sondern jegliche ärztliche Behandlung.
So können die ‚Betreuten’ auch gefesselt in einen Operationssaal gebracht und ihnen gegen ihren Willen sogar ein Körperteil amputiert werden.

Jedem und jeder kann das alles passieren!
Daher empfehlen wir jeder erwachsenen Person, sich mit der Patientenverfügung PatVerfü davor zu schützen und damit ihr Recht auf Selbst-Bestimmung durchsetzen!

Die PatVerfü ist rechtswirksam aufgrund vom Patientenverfügungsgesetz.
Das PatVerfü-Formular kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen und genutzt werden.
Mit Vorzeigen der PatVerfü wird bereits psychiatrische Untersuchung und somit das Stellen einer psychiatrischen Diagnose verboten. Wer also nicht mehr als „psychisch krank“ bezeichnet werden will, kann das mit PatVerfü verbieten. Und dann können keine Gutachten geschrieben werden, die zu Zwangs-Maßnahmen führen. Mit der PatVerfü können Menschen sich vor Zwangs-Einweisung in eine Psychiatrie und vor psychiatrischen und sämtlichen ärztlichen Zwangs-Behandlungen schützen und Zwangs-‚Betreuung’ verhindern.
Die PatVerfü enthält eine Vorsorgevollmacht, in der Vorsorgebevollmächtigte benannt werden.
Das sind selbst gewählte Vertrauenspersonen. Sie sichern die PatVerfü zusätzlich ab.

Diese Möglichkeit zur Selbstbestimmung muss jetzt jedoch auch politisch verteidigt werden, damit sie uns nicht wieder genommen wird!
Die Regierung, bestehend aus der großen Koalition (GroKo), plant laut Koalitionsvertrag, zugunsten der Lobby der Betreuer_innen, rechtliche Betreuung zu 'professionalisieren’ und damit PatVerfü und Vorsorgevollmacht hintenrum auszuhebeln: Eignungs-Kriterien sollen als Bedingung für Berufs-Betreuer_innen festgelegt werden. Richter_innen könnten dann Vorsorgebevollmächtigten die ‚Eignung’ absprechen und sie absetzen. An Stelle der Vorsorgebevollmächtigten würden den Betroffenen Berufs-Betreuer_innen aufgezwungen werden.

Die GroKo täuscht Verbesserung vor, doch sie verheimlicht damit nur, dass sie die Zwangs-Psychiatrie nicht nur beibehalten, sondern sogar verschärfen will.
Im Jahr 2015 wurde die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erstmalig in Deutschland geprüft. Im Ergebnis kritisierte der zuständige UN-Fach-Ausschuss, dass die psychiatrischen Zwangsgesetze mit der UN-Behindertenrechtskonvention unvereinbar sind. 
Der deutsche Staat wurde ermahnt, zum Beispiel bei der Betreuung alle stellvertretende Entscheidungsfindung zu beseitigen und durch unterstützte Entscheidungsfindung zu ersetzen, also: ‚Unterstützen anstatt Vertreten’.
Um das Betreuungsrecht zu „verbessern“, behauptet die Große Koalition nun, das Selbstbestimmungs-Recht der Betroffenen stärken zu wollen. Das ist eine Lüge.
Denn im Koalitionsvertrag steht lediglich „Unterstützen vor Vertreten“.

Wenn Selbstbestimmung gesagt wird, muss auch Selbstbestimmung gemeint sein!
Verbesserung des Betreuungs-Rechts wäre die Änderung des Paragraphen 1896 BGB, Absatz 1a, dass er dann so lautet:
’Gegen den erklärten [oder ‚natürlichen’] Willen des Volljährigen darf eine Betreuung weder eingerichtet noch aufrechterhalten werden.’  Das fordern wir seit mehr als 10 Jahren.
Wir wissen aber, dass leider keine der GroKo-Parteien gewillt ist, diese Forderung zu erfüllen.
Daher: Wenn die GroKo nicht mehr Selbst-Bestimmung zulassen will, dann soll sie die Hände weg vom Betreuungs-Recht lassen!
So hat immer die Vorsorgevollmacht Vorrang, wie es bisher gesetzlich geregelt ist.
So lange Menschen nicht bestimmen können, ob sie überhaupt betreut werden wollen, dürfen keine Eignungs-Kriterien für Betreuer_innen eingeführt werden!

Gesetzgebung zur ‚Professionalisierung der Betreuung’ verhindern!
Macht mit, informiert Euch weiter auf den Internetseiten: www.zwangspsychiatrie.de
und www.patverfue.de

Vielen Dank!
[Unsere Rede ist hier dokumentiert: https://pride-parade.de/die-parade/parade-2018/redebeitraege-2018/redebeitrag-von-menschenrechts-organisationen-der-psychiatrie-erfahrenen, die anderen Redebeiträge hier: https://www.pride-parade.de/die-parade/parade-2018/redebeitraege-2018]

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Wir hoffen auf eine gute Entscheidung bei der Urteilsverkündung des Bundesverfassungsgericht über „Fixierung im Rahmen der öffentlich-rechtlichen Unterbringung “ am Dienstag, 24. Juli 2018, 10.00 Uhr. Hier die Bekanntmachung des BVerfG und wie man sich dazu anmelden kann: https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2018/bvg18-051.html
Es ist eine breite Berichterstattung in den Medien zu erwarten, auch wir werden berichten.
Rechtsanwalt Dr. Schneider-Addae-Mensah hat über die mündliche Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht
am 30. und 31.01.2018 ausführlich berichtet: https://www.zwangspsychiatrie.de/2018/03/dr-david-schneider-addae-mensah-berichtet

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Letzte Erinnerung: Wir feiern das 10 jährige Jubiläum der PatVerfü am kommenden Samstag, 30. Juni ab 14 Uhr mit Grillen und kleinem Programm - das Wetter wird gut - auf dem kleinen Bunkerberg im Friedrichshain. (Bitte alkoholische Getränke selber mitbringen).

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Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß-Zentrums
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
http://www.psychiatrie-erfahrene.de

Unser Solidaritätsfonds zur Verteidigung notariell beurkundeter PatVerfü®, die beim LPE B-B in Kopie hinterlegt wurde, wird ausschließlich durch einseitige Unterstützungszahlungen gespeist. Um ihn zu unterstützen, bitte hier einzahlen:
    RA Dr. Eckart Wähner, Treuhandkonto
    bei der Deutschen Kreditbank
  IBAN:  DE09 1203 0000 1059 9283 80

15- Die Auswanderung

Als die Mekkaner hörten, dass die Muslime in Medina Gefährten gefunden hatten und dort in Sicherheit und Frieden lebten, bekamen sie es mit der Angst zu tun. Sie kannten diesen Mann, der unbeirrt an der Botschaft des Einzigen Gottes festhielt, der weder nachgab noch sich verstellte und dabei weder Schaden noch Tod fürchtete. Sie hatten auch erlebt, dass seine Geduld und Nachsicht beispiellos waren.
Den Quraisch wurde bewusst, welche Tragweite ihre Verbrechen der letzten dreizehn Jahre hatten. Durch die Auswanderungen nach Medina bestand nun die Möglichkeit, dass die Muslime sich irgendwann rächen würden. Ihnen war in Medina eine Tür der Hoffnung auf Freiheit geöffnet worden, und die Herrscher von Mekka hatten in ganz Arabien ihr Gesicht verloren.
Nach einer längeren, streng geheimen Beratung im Haus der Ratsversammlung [190] erneuerten die Quraisch ihren Entschluss, den Propheten umzubringen. Nur über die Art und Weise, wie dies geschehen sollte, waren sie sich noch uneinig. Ein Vorschlag war, ihn einzusperren, bis er starb. Andere fanden es ausreichend, ihn zu vertreiben.
Einigen reichten diese Vorschläge nicht, denn wenn man Muhammad einsperrte, würden seine Gefährten ihn gewiss befreien, und wenn man ihn vertriebe, würde seine Botschaft bald ganz Arabien erreichen. „Habt ihr denn die Süße seiner Worte vergessen, und wie schnell er die Herzen der Menschen von seiner Botschaft überzeugt?“, fragte einer.

Schließlich hatte Abu Dschahl die Idee, aus jedem Stamm einen kräftigen jungen Mann zu wählen und jedem von ihnen ein Schwert zu geben, damit sie den Propheten gemeinsam töteten. So würde sein Blut sich auf alle Sippen verteilen, und die Abd Manaf, Muhammads Sippe, könnten nicht alle zugleich bekämpfen; sie müssten dann ein Blutgeld akzeptieren, und die Sache wäre erledigt. Der grausame Mordplan fand Zustimmung.
Wenn er früh am Morgen, so wie er es immer tat, sein Haus verließ, sollten die Männer ihn mit ihren Schwertern erschlagen. [191]
Eigentlich besuchte der Prophet immer vormittags oder nachmittags seinen Freund Abu Bakr, aber nicht um die Mittagszeit so wie heute, während auch seine Töchter Aischa und Asma’ bei ihm waren. Da ahnte Abu Bakr, dass etwas passiert sein musste.
„Allah hat mir erlaubt, auszuwandern“, sagte er.
„In Begleitung?“, fragte Abu Bakr schnell.
„In Begleitung“, antwortete der Prophet. Aischa erzählte später immer wieder: „Bei Allah, ich hatte nicht gewusst, dass jemand auch vor Freude weinen kann, bis ich an diesem Tag meinen Vater weinen sah!“
„O Prophet Allahs, ich habe dafür zwei Kamele vorbereitet.“
Der Prophet war wieder zu Hause, wo er Ali bat, so lange in Mekka zu bleiben, bis alle Wertsachen, die er für die Leute aufbewahrte, an ihre Besitzer zurückgegeben worden seien. Da Muhammad von allen als vertrauenswürdig angesehen wurde, hatten auch Götzendiener ihm immer wieder Wertsachen zur Aufbewahrung gebracht.

Die Männer, die von den Quraisch mit der Ermordung des Propheten beauftragt worden waren, umschlichen in jener Nacht sein Haus. Sie fürchteten, dass er nach Medina entfliehen könnte und damit in Sicherheit wäre.
Abu Dschahl war sich sicher, dass er ihn nun endlich töten würde. Spöttisch rief er: „Muhammad behauptet, wenn ihr ihm folgt, werdet ihr die Könige der Araber und Nichtaraber werden, und nach eurem Tod werdet ihr wieder erweckt werden und in Gärten leben, so schön wie die Gärten am Jordan! Weiter sagt er, dass es ein Blutvergießen unter euch geben wird, und wenn ihr dann nach dem Tod wieder erweckt werdet, brennt ihr im Höllenfeuer!“ [192]
In diesem Moment trat der Prophet vor sein Haus und sprach: „Ja, das sage ich und du bist einer von ihnen!“ Dann begann er, die ersten neun Verse der Sure YaSin [193] zu rezitieren, nahm eine Handvoll Sand vom Boden und warf ihn auf die Männer. Als er dies tat, verdunkelte Allah ihre Blicke, so dass sie ihn nicht sehen konnten – obwohl er direkt vor ihnen stand.
Ein Mann kam vorüber und fragte: „Worauf wartet ihr hier?“
„Auf Muhammad“, antworteten die Männer.
„Aber Muhammad ist doch schon an euch vorbeigegangen! Er hat Sand auf euch geworfen, und dann ist er weggegangen!“
Die Männer fassten sich an den Kopf, fühlten den Sand und waren ratlos. Was sollten sie nun machen? Sie warteten weiter bis zum Morgen.
Als Ali bei Tagesanbruch aufstand und aus dem Haus kam, stellten sie verblüfft und enttäuscht fest, dass der Unbekannte recht gehabt hatte. Sie fuhren Ali an, ob er wisse, wo Muhammad sei. Doch Ali wusste es nicht. Damit war der Anschlag fehlgeschlagen. [194]
Dem Propheten wurde später offenbart, dass Allah die Intrigen der Ungläubigen niemals gelingen lässt. [195]
Abu Bakr hatte bereits vor Einbruch der Nacht Vorbereitungen für den Aufbruch getroffen. Sobald der Prophet ankam, kletterten beide durch ein Fenster auf der Rückseite des Hauses.
Als sie Mekka verließen, drehte er sich noch einmal um und warf einen letzten Blick auf seine geliebte Stadt. Dabei sprach er: „Auf Allahs Erde bist du Allah und mir der am meisten geliebte Ort. Hätte mein Volk mich nicht verbannt, hätte ich dich nicht verlassen!“ [196]
Inzwischen hatten Abu Dschahl und seine Männer Abu Bakrs Haus erreicht. Als Asma’ ihnen die Tür öffnete, fragten sie, wo ihr Vater sei.
Sie antwortete, dass sie es nicht wisse. Da versetzte Abu Dschahl ihr eine solch starke Ohrfeige, dass ihr Ohrring sich löste und zu Boden fiel. [197]
‘Amir war ein Schäfer, der für die Mekkaner Schafe hütete. Er war ein ehemaliger Sklave, der, wie viele andere Sklaven auch, von Abu Bakr gekauft und freigelassen worden war. Er folgte ihnen mit seinen Schafen und verwischte so ihre Spuren, bis der Prophet und Abu Bakr eine Höhle im Berg Thaur, südlich von Mekka, erreicht hatten.
Nachdem Abu Dschahl wieder gegangen war, machte sich Asma’ mit ihrem Bruder Abdullah auf den Weg zur Höhle, um ihrem Vater und dem Propheten Essen zu bringen, und um ihnen zu berichten, dass die Quraisch eine Belohnung von hundert Kamelen für denjenigen ausgesetzt hätten, der den Propheten tot oder lebendig fände und nach Mekka zurückbrächte. [198] Die meisten Verfolger suchten im Norden nach dem Propheten, weil das die Richtung war, in der Medina lag. Einige wenige kamen aber auch auf die Idee, dass er einen Umweg genommen haben könnte, und suchten im Süden.
Abu Bakr und der Prophet versteckten sich in der Höhle, wo sie drei Tage blieben. Einmal während dieser Zeit drangen Stimmen zu ihnen, die immer näher kamen. Es waren Männer aus Mekka. Sie blieben vor der Höhle stehen und unterhielten sich miteinander. Abu Bakr machte sich Sorgen und flüsterte: „Wenn einer von ihnen zu seinen Füßen blickt, dann sieht er uns!“ Der Prophet beruhigte ihn: „Was, Abu Bakr, hältst du von Zweien, bei denen Allah der Dritte ist?“ Er meinte Abu Bakr und sich selbst. [199]
Die Verfolger waren erschöpft und hatten die Hoffnung, den Propheten zu finden, längst aufgegeben. Sie entdeckten ihn und Abu Bakr nicht.
Zur vereinbarten Zeit erschien Asma’ mit ihrem Bruder Abdullah. ‘Amir war auch gekommen, diesmal aber ohne seine Schafe, denn er sollte den Propheten und Abu Bakr auf ihrer Hidschra – ihrer Auswanderung nach Medina – begleiten. Er brachte Abdullah Bin Arqat mit, dem Abu Bakr zuvor die zwei Kamele anvertraut hatte, welcher dieser für die lange Reise gut gefüttert hatte.
Asma’ nahm ihren Gürtel ab und schnitt ihn in zwei Teile. Den einen behielt sie für sich, und mit dem anderen befestigte sie das Essen am Sattel ihres Vaters. Deshalb wird sie auch „Dhat An-Nitaqain – die mit den zwei Gürteln“ genannt.
Ibn Arqat führte die kleine Gruppe nach Westen bis zum Roten Meer, an dessen Ufer sie eine Weile entlangritten, um dann den Weg nach Norden einzuschlagen.
Über die weitere Verfolgung des Propheten berichtet Suraqa Bin Malik: „Die Boten der Quraisch kamen zu uns und gaben den Preis bekannt, der demjenigen gezahlt werden sollte, der den Gesandten Allahs und Abu Bakr tötete oder gefangen nahm. Ich war gerade in einer der Versammlungen meines Stammes, der Bani Mudladsch, als einer unserer Männer hereinkam, sich vor uns stellte und sagte: ‚O Suraqa, ich habe soeben ein paar Leute gesehen, die an der Küste entlangzogen. Ich glaube bestimmt, dass es Muhammad und seine Gefährten sind!‘
Ich dachte zwar dasselbe, aber gab ihm ein Zeichen zu schweigen und sagte: ‚Nein, das sind sie nicht; du sahst nur den Soundso und den von der Sippe Soundso. Wir haben gesehen, dass sie losgezogen sind.‘
Ich blieb noch eine Weile in der Versammlung, stand dann aber auf und ging nach Haus. Ich befahl meiner Sklavin, meine Stute zu holen, die hinter einem Hügel stand, und sie für mich bereitzuhalten. Dann nahm ich meinen Speer und verließ das Haus durch die Hintertür. Als ich mein Pferd erreichte, stieg ich auf und setzte es in Galopp. Ich ritt sehr schnell, bis ich ihnen immer näher kam. Da strauchelte die Stute, und ich fiel hinunter. Schnell stand ich wieder auf und zog aus meinem Köcher Lospfeile, die ich auslegte, um eine Weisung von ihnen zu erhalten, ob ich dem Propheten und seinem Begleiter Schaden zufügen sollte oder nicht. Das Zeichen, das ich erhielt, stimmte ganz und gar nicht mit meinem Wunsch überein. Deshalb handelte ich entgegen dem Vorzeichen der Lospfeile und verfolgte sie weiter.
Abu Bakr schien etwas zu hören, denn er sah sich häufig um. Plötzlich sanken die Vorderbeine meiner Stute bis zu den Knien ein und ich fiel wieder runter. Ich schimpfte sie aus und sie erhob sich, konnte aber ihre Beine kaum aus dem Sand befreien. Als sie dann endlich aufrecht stand, sah ich aus den Löchern, in denen ihre Vorderbeine gesteckt hatten, eine Staubwolke wie eine Rauchsäule bis zum Himmel hinaufsteigen. Ich nahm die Lospfeile wieder zu Hilfe, und das Zeichen, welches sie mir gaben, entsprach wieder nicht meinem Wunsch. So rief ich den Männern, die ich verfolgte, zu, sie mögen anhalten, ich sei für sie keine Gefahr mehr. Sie blieben stehen, und ich ritt zu ihnen. Aufgrund der Hindernisse, die zwischen mir und ihnen überwunden worden waren, hegte ich inzwischen die Vermutung, dass die Botschaft des Gesandten Allahs doch wahr war und seine Sache Erfolg haben würde. Ich sagte zu ihm: ‚Deine Leute haben ein Blutgeld für dich ausgesetzt!‘
Ich erzählte, was die Mekkaner mit ihnen vorhatten. Auch bot ich ihnen Reiseproviant und andere Gegenstände an, die sie jedoch nicht annahmen. Sie baten nur: ‚Halte unsere Sache geheim!‘
Darauf fragte ich den Propheten, ob er mir ein Schriftstück mit der Zusage über meine Sicherheit schreiben könne, und er ließ es für mich von ‘Amir auf ein Stück Leder schreiben. [200]
Während seiner Flucht empfing der Prophet eine Offenbarung, in der Allah ihm versprach: „Siehe! Er, der dir den Koran auferlegte, wird dich wieder zurückbringen!“ [201]
Unterwegs trafen sie auf Abu Bakrs Cousin Talha. Dieser war in Medina und hatte die Ruhelosigkeit und Freude der Leute erlebt, die dort auf den Propheten warteten. Denn sie hatten gehört, dass er von Mekka aufgebrochen sei. Sie pflegten täglich vormittags ins Freie zu gehen und auf ihn zu warten. Sie blieben so lange, bis die Mittagshitze sie in ihre Häuser zwang. Eines Tages, als sie schon wieder in ihre Häuser gegangen waren, stieg ein Jude auf das Dach eines hohen Gebäudes, um Ausschau zu halten. Da erblickte er in der Ferne den Gesandten Allahs und seine Gefährten. Er rief so laut er konnte: „Ihr Araber! Da kommt euer Oberhaupt, auf das ihr wartet!“ [202]
Auf diesen Ruf hin strömten die Männer, Frauen und Kinder jubelnd hinaus. Sie empfingen den Gesandten Allahs, als er noch weit entfernt war. Er hielt zuerst beim Stamm der Bani ‘Amr Bin Awf im Dorf Quba an.
Die neuen Muslime aus Medina, die weder den Propheten noch Abu Bakr je zuvor gesehen hatten, schätzten Muhammad viel jünger als sein tatsächliches Alter. Deshalb begrüßten sie zuerst Abu Bakr, der zwar auch noch sehr gut aussah, aber wesentlich älter wirkte, denn sie glaubten, er sei der Prophet.
Erst als die Sonne höher stieg und Abu Bakr sich zu Muhammad begab, um ihn mit seinem Gewand zu schützen, klärte sich der Irrtum auf und alle erkannten den Gesandten Allahs. [203]
Er erhob sich und sprach zu ihnen: „Ihr Leute, grüßt einander mit dem Friedensgruß, gebt den Hungernden zu essen, ehrt eure Familien und betet in der Nacht, wenn die Menschen schlafen! Dann werdet ihr das Paradies in Frieden betreten!“[204]
Auch der Rabbi Hussain war zu der Menge gekommen und hatte die Worte Muhammads gehört. Später sagte er: „Als ich das Gesicht des Propheten sah, wusste ich, dass dies nicht das Gesicht eines Lügners ist.“ [205]
Viele Menschen kamen nach Quba, um den Propheten zu begrüßen; unter ihnen auch ein Perser namens Salman. Dieser war schon als junger Mann nach Syrien und in den Irak gereist, wo er bei christlichen Gelehrten studiert und den christlichen Glauben angenommen hatte. Sein letzter Lehrer hatte auf dem Sterbebett zu ihm gesagt, dass die Zeit des erwarteten Propheten nahe sei, der mit der Religion Abrahams kommen und in Arabien aus seiner Heimat vertrieben werden würde. Seine Zeichen seien nicht zu übersehen: Von Geschenken würde er essen, aber nicht von Almosen, und zwischen seinen Schultern sei das Siegel der Prophetenschaft.
Salman erzählt seine Geschichte weiter: „Ich hatte Händler mit meinen Kühen und meinem restlichen Geld dafür bezahlt, dass sie mich nach Arabien bringen. Doch sie betrogen mich und verkauften mich als Sklaven an einen jüdischen Händler. Nach einer Weile wurde ich an den jüdischen Stamm der Bani Quraida verkauft, die in Medina lebten. So kam ich am Ende doch noch nach Arabien. Mein Besitzer hatte einen Verwandten in Quba. Dieser kam nach Medina und berichtete, dass der Prophet in Quba angekommen sei. Bei Allah, ich war gerade oben auf einer Palme und arbeitete für meinen Besitzer, während dieser darunter saß. Ich hörte, dass sie sich über die Chazradsch wunderten, weil diese sich um einen Propheten scharten, der aus Mekka gekommen war und sich gerade in Quba befand.
Als ich das hörte, begann ich am ganzen Körper zu zittern, so dass ich fürchtete, ich würde vom Baum fallen. Ich stieg von der Palme hinab und ging zu dem Mann, um ihn zu befragen.
Darüber ärgerte sich mein Besitzer, schlug mir heftig ins Gesicht und schickte mich wieder an die Arbeit. Es gelang mir aber, noch am selben Abend mit etwas Essen, das ich aufgespart hatte, zum Propheten nach Quba zu laufen.
Als ich bei ihm ankam, sagte ich ihm, ich hätte gehört, dass er ein rechtschaffener Mensch sei und auch mittellose Gefährten bei sich habe, die mit ihm von dem, was ich als Almosen anbot, essen sollten. Der Prophet sagte zu seinen Gefährten: ‚Esst davon‘; er selber aber nahm nichts.“
Nun war Salman gespannt, ob er auch die anderen Zeichen zu sehen bekommen würde. Er stellte einige Dinge zusammen, die er später, als der Prophet in Medina war, zu ihm brachte. Er sagte: „Ich habe gesehen, dass du nicht von Almosen isst, dies ist aber etwas, das ich dir schenken möchte!“ Als der Prophet Muhammad davon aß und zugleich seinen Gefährten etwas abgab, hatte Salman ein weiteres Zeichen. Schließlich sah er ihn auf dem Friedhof von Baqi‘ in Medina bei einer Beerdigung. Er grüßte ihn und beugte sich neugierig nach hinten, um seinen Rücken zu sehen.
Da der Prophet wusste, was Salman so interessierte, nahm er sein Obergewand ab, und Salman erblickte das Siegel der Prophetenschaft, das ihm sein Lehrer einst beschrieben hatte. Betroffen und weinend küsste er das Siegel auf Muhammads Rücken und verkündete seinen Islam.
Der Prophet blieb einige Tage beim Stamm der Bani ‘Amr Bin Awf. Während dieser Zeit legte er in Quba das Fundament der ersten islamischen Moschee.
Auch Ali, der drei Tage gebraucht hatte, um alle Wertsachen, die dem Propheten anvertraut worden waren, an ihre Besitzer zurückzugeben, war inzwischen aus Mekka eingetroffen.
Salman blieb zunächst in seinem Status als Sklave der Juden. Wie er davon freikam, berichtet er selbst: „Schließlich teilte der Gesandte mir mit, dass ich mit meinem Herrn einen Freilassungsvertrag abschließen solle! So forderte ich dies so oft von meinem Herrn, bis er endlich einwilligte und mit mir einen Vertrag auf Freilassung unter der Bedingung abschloss, dass ich ihm als Gegenleistung dreihundert junge Dattelpalmen pflanze und vierzig Unzen Silber zahle.
Als der Gesandte von diesen schweren Bedingungen erfuhr, sagte er zu seinen Gefährten:
‚Helft eurem Bruder beim Beschaffen der jungen Palmen!‘ So half jeder nach seinen Kräften mit. Darauf sagte der Prophet: ‚Salman, geh hin und grabe Löcher für die Palmen! Und wenn du fertig bist, benachrichtige mich, so werde ich sie dann mit meinen eigenen Händen setzen.‘ Da machte ich mich also an die Arbeit, wobei mir einige Gefährten des Propheten halfen, bis wir dreihundert Löcher vorbereitet hatten. Der Gesandte begann dann, die Palmen mit seiner Hand zu setzen, die Erde über den Wurzeln zu glätten und für sie den Segenswunsch zu sprechen, bis er mit allen fertig war. Danach blieben nur noch die vierzig Unzen Silber zu zahlen. Als der Gesandte eines Tages mit seinen Gefährten zusammen war, brachte ihm jemand ein Goldstück in der Größe eines Hühnereis, das er dem Propheten als Almosen gab. Der Prophet sagte: ‚Was macht eigentlich der arme Perser mit seinem Freilassungsvertrag? Er soll zu mir kommen!‘ Als ich mich bei ihm einfand, sagte er zu mir: ‚Geh mit diesem Goldstück und bezahle damit, was du an Schulden noch zu zahlen hast!‘“ [206]


[190] Es handelt sich um das Haus Dar An-Nadwa, das Qusai Bin Kilab gehörte und in dem die Quraisch alle politischen und militärischen Angelegenheiten berieten. (Ibn Hischam, S. 221).
[191] Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 153; Ibn Hischam, S. 221–222.
[192] Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 154; Ibn Hischam, S. 222.
[193] „YaSin! Beim weisen Koran! Du bist wahrlich einer der Gesandten, auf einem geraden Weg. (Er ist) die Offenbarung des Allmächtigen und Barmherzigen, damit du ein Volk warnst, dessen Väter nicht gewarnt wurden, so dass sie (gegenüber allem) unachtsam sind. Das Wort ist ja gegen die meisten von ihnen unvermeidlich fällig geworden, so glauben sie nicht. Gewiss, Wir haben um ihre Hälse Fesseln gelegt. Sie reichen bis zum Kinn, so dass sie den Kopf hochhalten (müssen). Und Wir haben vor ihnen eine Sperrmauer errichtet und (ebenso) hinter ihnen eine Sperrmauer und sie so überdeckt, dass sie nichts sehen (können).“ (Koran 36:1–9).
[194] At-Tabari II/S. 374; Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 156.
[195] Koran 8: 30, 3: 54, 27: 50, 52: 30–31; Ibn Hischam, S. 223.
[196] Tafsir Ibn Kathir Bd. 4
[197] Ibn Hischam, S. 225.
[198] Sahih Buchari 554; Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 156.
[199] Sahih Buchari 516, 558; Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 156.
[200] Ibn Hischam, S. 226; Baghawi in Sharhus Sunna 7/106; Sahih Buchari 3906, Addurra Almudhi’a von Al-Maqdisi
[201] Koran 28: 85.
[202] Ibn Hischam, S. 227: Dies geschah an einem Montag, dem 24. oder 27. September 622. Auch der Geburts- und Sterbetag Muhammads war ein Montag. Zudem pflegte der Prophet montags zu fasten.
Hassan Bin Thabit sagte, er sei 7 Jahre alt gewesen, als ein Jude in Medina von seinem Dach lautstark verkündete, dass in jener Nacht der Stern des Ahmad, des „Hochgepriesenen“, erschienen sei.
Ibn Ishaq schreibt, er habe seinen Enkelsohn Said Bin Abdurrahman Bin Hassan Bin Thabit gefragt, wie alt Hassan gewesen sei, als der Prophet nach Medina auswanderte. Er sagte, er sei 60 gewesen. Muhammad war mit 53 Jahren ausgewandert. (Ibn Hischam, S. 77).
[203] Baghawi in Sharhus Sunna 7/106
[204] At-Tabaqat Al-Kubra von Ibn Saad und Abdullah Bin ‘Amr berichtet: „Ein Mann fragte den Propheten: ‚In welcher Weise kann man den Islam am besten leben?‘ Der Prophet sagte: ‚Indem du andere speist und jeden mit dem Friedensgruß (Salam) grüßt; den du kennst, und den du nicht kennst!‘“ (Sahih Buchari, Hadith 6236).
[205] Berichtet von Tirmidhi, Ibn Madscha und Ad-Darimi, Mischkat Al-Masabih 1, S. 168; Ar-Rahiq Al-Machtum, S. 177.
[206] Al-Wada'i in Sahihu Dala´il An-Nubuwwa 84; Ibn Kathir in Albidaya Wannihaya 2/292; Ibn Hischam S. 100–104; At-Tabaqat Al-Kubra IV/S. 75–80; Albani in Assilsila Assahiha 2/556.

CDU beschließt Kopftuch-Verbot auf ihrem Parteitag

Auf ihrem umstrittener Parteitag stimmte die Hamburger CDU am Samstag für ein Kopftuch-Verbot für Schülerinnen unter 14 Jahren.
Die Hamburger CDU stimmte am Samstag auf ihrem Landesparteitag ein Kopftuch-Verbot an Schulen für Schülerinnen unter 14 Jahren einführen zu wollen.
Die Entscheidung über den Antrag der Frauenunion fiel mit sehr großer Mehrheit nach einer rund einstündigen differenzierten, kontroversen und zum Teil auch emotionalen Debatte.
„Es ist Zeit, klar Position zu beziehen. Es geht um die Grundlagen des gesellschaftlichen Miteinanders“, sagte Franziska Hoppermann, die Vorsitzende der Frauen Union.
 Die Anzahl der Mädchen und Schülerinnen unter 14 Jahren in Hamburg, die das Kopftuch tragen, sei überhaupt unbekannt. Begründet wird dies damit, dass Kinder erst ab 14 Jahren religionsmündig seien. Auch die Antragsteller gestanden ein, dass es vermutlich nicht viele Mädchen seien.

Der Abstimmung ging eine sehr kontroverse Debatte im Parteitag voran. Der Bundestagsabgeordnete Marcus Weinberg stimmte gegen ein solches Verbot. Kopftuchverbote seien nicht „verfassungsgemäß“, meint der Politiker. Der Staat sei zur religiösen Neutralität verpflichtet.
Die Befürworter des Kopftuchverbotes argumentieren damit, dass das Tragen eines Kopftuches in so jungen Jahren die freie Entfaltung behindere. Außerdem stünde das Kopftuch für eine „strenge Sexualmoral“ meint Freya Gräfin Kerssenbrock vom Ortsverband Winterhude.

Montag, 25. Juni 2018

NATO untergräbt friedliches Zusammenleben in Europa. Friedensbewegte rufen zum Protest auf

Im Nebel des Militarismus


Von Bernhard Trautvetter und Jana Frielinghaus
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Bereits 2016 wurde unter dem Motto »Stopp Ramstein« vor der US-Airbase im rheinland-pfälzischen Ramstein protestiert
Am Samstag hat am US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein die diesjährige Aktionswoche der Initiative »Stopp Airbase Ramstein« mit einem Friedenscamp begonnen. Alljährlich versammeln sich Kriegsgegner vor den Toren des Militärflugplatzes in Rheinland-Pfalz, um einerseits gegen die von dort gesteuerten US-Drohneneinsätze und andererseits gegen die dort koordinierten Aktivitäten der NATO zu protestieren. Denn auf dem Gelände ist auch die Kommandozentrale des Militärbündnisses zur Führung der Luftstreitkräfte ansässig. Die Initiative sieht in dem Standort ein »zentrales Drehkreuz für die Vorbereitung und Durchführung völkerrechtwidriger Angriffskriege«. Mittels Drohnen seien im Auftrag der US-Regierung in Afghanistan, Pakistan, in Syrien und Libyen, Jemen und Somalia Zehntausende Menschen »außergerichtlich getötet« worden, wie es in einer Petition der Initiative an Bundesregierung und Bundestag heißt. Bis zum Sonntag hatten bereits 16.000 Personen die Eingabe unterzeichnet. Parlament und Kabinett werden darin aufgefordert, »den USA die Nutzung von Ramstein als Basis zur Drohnenkriegführung zu verbieten«. Seit Jahren setzt der Nordatlantikpakt auf Konfrontation, insbesondere gegenüber Russland, und der Einsatz von Atomwaffen wird längst wieder erwogen – auch von der deutschen Regierung. Wie Reuters vergangenen Mittwoch berichtete, hat das Bundesverteidigungsministerium die USA bereits im April in einem Schreiben um Klärung gebeten, ob Eurofighter-Kampfjets künftig Atomwaffen tragen dürfen. Am Freitag forderten die Friedensorganisationen ICAN und IPPNW vor diesem Hintergrund erneut den Abzug der im rheinland-pfälzischen Büchel lagernden US-Atombomben und eine Beendigung der »völkerrechtswidrigen Praxis« der »nuklearen Teilhabe« der BRD.
Vom 9. bis 11. Oktober wird derweil in Essen wieder die Jahrestagung der NATO-Strategieschmiede »Joint Air Power Competence Centre« (JAPCC) stattfinden. Gesponsert wird sie nach aktuellem Informationsstand vom US-Rüstungskonzern General Atomics, unter anderem Hersteller der Kampfdrohe »Reaper« (zu deutsch: »Sensenmann«). Im JAPCC mit Sitz im nordrhein-westfälischen Kalkar werden Strategien zur Führung und zum Einsatz von »Luftkriegsmitteln aller Teilstreitkräfte« entwickelt. Der Titel der diesjährigen Konferenz des Kompetenzzentrums der gemeinsamen Luftstreitkräfte ist vielsagend: »The Fog of Day Zero – Air and Space in the Vanguard« (»Der Nebel von Tag Null – Luft- und Weltraumkräfte in der Vorhut«).
LPG-Genossenschaft
Das Tagungsprogramm wurde Anfang vergangener Woche auf der JAPCC-Webseite veröffentlicht. Im ersten Forum geht es demnach um Kriegführung im Cyberspace. Das zweite Forum soll sich der »Härtung und Widerstandsfähigkeit der NATO-Befehls- und Streitkräftestrukturen in Europa« befassen. In Forum drei geht es um die Frage, ob das Militärbündnis die nötige »geistige Haltung« angesichts neuer »Herausforderungen« hat. Offenbar ist man besorgt, weil man in den letzten 20 Jahren nur mit »militärisch unterlegenen« Gegnern zu tun hatte. Das dadurch entstandene »übermäßige Selbstvertrauen« wird ebenso als Pro­blem angesehen wie die Aussetzung der Wehrpflicht in vielen Mitgliedsstaaten. Forum vier wird sich unter anderem mit der Verbesserung der Kooperation zwischen NATO und EU befassen. Es wird in der Einladung bezeichnenderweise mit Spielzeugsoldaten auf einer Landkarte illustriert. Sie stehen einander auf den Territorien der osteuropäischen Staaten und Russlands in Kampfhaltung gegenüber. Die Friedensbewegung mobilisiert vor der Konferenz zu zwei Demonstrationen. Die erste findet am 3. Oktober in Kalkar statt, die zweite am 6. Oktober am Konferenzort Essen.