Samstag, 8. Juli 2017

Online-Zeitschrift "IMI-List"

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Nummer 0491 .......... 20. Jahrgang ........ ISSN 1611-2563
Hrsg.:...... Informationsstelle Militarisierung (IMI) e.V.
Red.: IMI / Jürgen Wagner / Christoph Marischka
Abo (kostenlos).. https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/imi-list
Archiv: ....... http://www.imi-online.de/mailingliste.php3
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Liebe Freundinnen und Freunde,

in dieser IMI-List finden sich

1.) der Hinweis auf die soeben erschienene Broschüre „Militärstützpunkte 
am Mittelmeer“;

2.) die Hinweise auf zwei neue Artikel zum AWACS-Einsatz in Syrien und 
zum geplanten EU-Rüstungshaushalt.


1.) Broschüre: „Militärstützpunkte am Mittelmeer“

Die Broschüre „Militärstützpunkte am Mittelmeer: Kriegslogistik, 
Machtpolitik und Widerstand“ aus der Reihe „Informationen zu Politik und 
Gesellschaft“ (Nr. 13, Juni 2017) ist in Kooperation mit der 
Europaabgeordneten Sabine Lösing erschienen und kann hier 
heruntergeladen werden:
http://www.imi-online.de/download/Nr.13_2017_Militaerstuetzpunkte_am_Mittelmeer.pdf 


Durch diese Zusammenarbeit kann die Printversion – gerne auch in 
größerer Stückzahl – kostenlos im Europabüro in Hannover via E-Mail 
bestellt werden: hannover@sabine-loesing.de oder postalisch bei 
Europabüro Sabine Lösing; Goseriede 8; 30159 Hannover.


INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort
1. Einleitung
2. Militärbasen – Ein kurzer historischer Abriss
3. Die Zwecke von Militärstützpunkten
3.1 Kontrolle geostrategischer Punkte
3.2 Abschreckung und Eindämmung
3.3 Weltweite Einsatzfähigkeit
3.4 Kommunikation und Aufklärung
4. Militärlogistik und -infrastruktur im Mittelmeer
4.1 Lajes Air Base
4.2 Naval Station Rota
4.3 Naval Air Station Sigonella
4.4 Naval Support Activity Souda Bay
5. Widerstand gegen Militärstrukturen
5.1 Andalusien
5.2 Sizilien
5.3 Kreta
5.4 Vernetzter Widerstand gegen Militärnetzwerke?
5.5 Krieg beginnt hier!

Die weltweiten Militäreinsätze der NATO und ihrer Mitgliedsstaaten 
erfordern eine komplexe Infrastruktur, um die notwendige Logistik und 
vernetzten Kommunikationssysteme zu ermöglichen und damit die Distanz zu 
den Kriegsschauplätzen überbrücken. Mit der Entwicklung der Technologie 
weiten sich die Funktionen und technischen Komponenten der Stützpunkte 
immer weiter aus. Im Laufe der letzten Jahrhunderte passten sich die 
zunächst auf Segelschiffe zugeschnittenen Marinestützpunkte an die 
Erfordernisse von Flugzeugträgern und U-Booten an. Mit der Ausweitung 
der zunächst hauptsächlich durch Bodentruppen und maritim geprägten 
Kriegsführung auf den Luft-, Welt- und Cyberraum entstanden neue 
Infrastrukturen und Funktionen. Heute haben komplexe 
Satellitenkommunikationssysteme die simpel anmutenden Telegraphen des 
20. Jahrhunderts abgelöst und beschleunigen die Kommunikation und 
Interaktion von weltweit verteilten US- und NATO-Militäreinheiten, die 
weltweit einsatzbereit sind. Zu diesem hohen Grad an Vernetzung und zu 
ihrer schnellen Einsatzfähigkeit verhelfen den Truppen zahlreiche 
Militärstützpunkte weltweit, die vielfältige Funktionen erfüllen. Anhand 
von vier der größeren Militärstützpunkte in der Mittelmeerregion (Lajes, 
Rota, Sigonella und Souda Bay) sollen dieses Zusammenspiel und die 
unterschiedlichen Funktionen von Militärbasen allgemein und ihre 
Konsequenzen für das zivile Umfeld herausgearbeitet werden. Die 
Militärstützpunkte trennen sich von ihrer Umgebung nur durch 
Stacheldrahtzäune und Überwachungskameras ab, aber sie üben einen 
tiefgreifenden Einfluss auf die lokalen sozio-kulturellen, politischen, 
ökologischen und ökonomischen Gefüge aus. Anschließend sollen 
unterschiedliche Formen des Widerstands gegen die erläuterten 
Militärstrukturen beschrieben werden. Die Beispiele verdeutlichen auch, 
dass die Trennlinie zwischen US- und NATO-Stützpunkten schwer zu ziehen 
ist. Darüber hinaus spiegeln sie die steigende Nutzung von 
Militärstützpunkten durch die EU wieder, um ihre ausbeuterische 
Wirtschaftspolitik und tödliche Migrationspolitik durchzusetzen. Die 
USA, NATO und die EU sichern zunehmend – wenn auch nicht immer – 
gemeinsam ihr neoliberales Wirtschaftssystem und ihre westliche 
Vorherrschaft durch Militärstützpunkte ab. Die in dieser Untersuchung 
erstellte Analyse ist somit ebenfalls anwendbar auf Einrichtungen der 
NATO und der EU.

Broschüre zum download: 
http://www.imi-online.de/download/Nr.13_2017_Militaerstuetzpunkte_am_Mittelmeer.pdf 



2.) Artikel: AWACS und EU-Rüstungshaushalt

IMI-Standpunkt 2017/16
Der Einsatz der AWACS und die Informationsräume im Syrienkrieg
http://www.imi-online.de/2017/06/15/der-einsatz-der-awacs-und-die-informationsraeume-im-syrienkrieg/ 

Christoph Marischka (15. Juni 2017)

IMI-Standpunkt 2017/15
EUropas Rüstungshaushalt
Kommission legt detaillierten Fahrplan vor
http://www.imi-online.de/2017/06/09/europas-ruestungsfonds/
Jürgen Wagner (9. Juni 2017)

IMI-List - Der Infoverteiler der
Informationsstelle Militarisierung
Hechingerstr. 203
72072 Tübingen
imi@imi-online.de

Sie können die IMI durch Spenden unterstützen oder indem Sie Mitglied werden (http://www.imi-online.de/mitglied-werden/).
Spendenkonto:
IMI e.V.
DE64 6415 0020 0001 6628 32 (IBAN)
bei der KSK Tübingen (BIC: SOLADES1TUB)

Presseerklärung zum neuen Gesetz der Zulässigkeitsvoraussetzungen

Nie war die PatVerfü® so wertvoll wie heute!

Mit Entsetzen und Wut haben wir zur Kenntnis genommen, dass alle Verfassungsorgane in Deutschland, Bundestag und -Rat, die Bundesregierung und das Bundesverfassungsgericht, wie gleichgeschaltet einen Unterschied ums Ganze zwischen Menschen und sog. Geisteskranken machen. Wenn als angeblich oder tatsächlich "geisteskrank" Entmündigte einer ärztlich für notwendig gehaltenen Duldung der Verletzung ihres Körpers widersprechen, können sie mit dem heute verabschiedeten Gesetz über die Zulässigkeitsvoraussetzungen von ärztlichen Zwangsmaßnahmen zu einem Stück Fleisch entwürdigt, also sowohl ihrer Würde, als auch ihrer Menschenrechte beraubt werden, weil ein geäußertes „Nein“ völlig ignoriert werden kann.
Mit diesem Gesetz wird Richtern nun die Macht zugesprochen, Menschen, die zu ihrem angeblichen "Wohl" entmündigt wurden, in jeder beliebigen Station jedes beliebigen Krankenhauses zwangsbehandeln zu lassen. Z.B. könnten Betroffene an allen 4 Extremitäten gefesselt in einen Operationssaal überführt werden und dort – gegen ihren Willen – zwangsnarkotisiert und verstümmelt werden, um dann mit beispielsweise amputierter Brust aufzuwachen. In dem dieser Gesetzgebung zugrunde liegenden Fall hätte außerdem zur weiteren Diagnostik mit Zwang eine Knochenmarkspunktion durchgeführt und die Brust zusätzlich zwangsweise bestrahlt werden sollen.

Solchen Horrorvorstellungen muss man einen Riegel vorschieben. Deshalb sollte jede/r Erwachsene unbedingt eine Patientenverfügung mit eingebauter Vorsorgevollmacht vom Typ PatVerfü haben. Damit wird verhindert, dass man entmündigt werden kann, weil die dafür notwendige psychiatrische Untersuchung und Diagnose von vornherein rechtswirksam untersagt wird. Um jedes Risiko auszuschließen empfehlen wir außerdem, grundsätzlich jedes Gespräch mit einer/m PsychiaterIn oder einem sozialpsychiatrischen Dienst (SpD) zu verweigern. Wenn man in eine Psychiatrie verbracht oder zu einem Gespräch zu einem sozialpsychiatrischen Dienst geladen werden sollte, immer nur stumm die eigene PatVerfü vorzuzeigen bzw. kommentarlos in Kopie dem SpD zuschicken.

Um jedem Richter von vornherein den Wind aus den Segeln zu nehmen, empfehlen wir die notarielle Beurkundung der PatVerfü.
Alle Informationen mit Tipps und vielen Hinweisen, das Formular und ein Handbuch ist hier zu finden: www.Patverfü.de
Dieses Gesetz wird am Tag nach dessen Verkündigung, also noch diesen Sommer, in Kraft treten. 
Wenn man noch keine PatVerfü hat, ist es also höchste Zeit, sich mit der PatVerfü zu beschäftigen.
Wenn man schon eine hat, diese besser noch zusätzlich durch eine notarielle Beurkundung absichern.

Dies ist eine Presseerklärung der Bundesarbeitsgemeinschaft Psychiatrie-Erfahrenerdie-bpe.deIrren-Offensiveantipsychiatrie.de,Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Berlin-Brandenburgpsychiatrie-erfahren.deWerner-Fuß-Zentrumpsychiatrie-erfahrene.de

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Beweis: Forensik-Psychiater wissen gar nix

Wie lächerlich und absurd die Vortäuschung ist, es gäbe psychiatrisches Wissen, wurde am Dienstag dieser Woche in der ZDF Dokumentation 37°eindrucksvoll bewiesen: Gert Postel als "Psychiater" ist kein Einzelfall mehr, sondern kann zum Regelfall erklärt werden.
Alexandra Beek war "falsche" Psychiaterin in Wuppertal (2 Jahre) und bleib in Berlin sogar im "Wilhelm-Sander-Haus", im hoch gesicherten Forensik-Knast in der nach dem Nazi-Verbrechens-Arzt Karl Bonhoeffer benannten "Nervenklink", unentdeckt, siehe: die-bpe.de/fiktive_wissenschaft/missing_link.htm
Hier die bemerkenswerte Stelle bei Youtube: https://youtu.be/rOtyKj9FLV8  und daraus ein Ausschnitt transcripiert:
ZDF: "Wie es zur Anstellung von Alexandra B. kam, dazu schweigt das Krankenhaus. Damals, im Dezember 2015 gibt es etliche Bewerber für die ausgeschriebene Facharztstelle. Ein Gremium aus Oberärzten und der Klinikleitung führt die Bewerbungsgespräche. Dabei geht es vor allem um Alexandras Doktorarbeit."
Alexandra Beek: "Die haben gefragt: "Worüber haben Sie denn promoviert? Wie hieß denn das Thema?" Dann habe ich gesagt: "Grenzen und Möglichkeiten moderner Psychopharmakotherapie am Beispiel schizophrenen Residiums"."
ZDF: "Alexandra schildert Versuche, die sie sich nur ausgedacht hat. Die Reaktion des Fachgremiums überrascht Alexandra selbst."
Alexandra Beek: "Dann wollten sie wissen, wie das Ergebnis war, dann habe ich gesagt: "Bei Menschenen, die so lange hoch dosiert diese Medikamente genommen haben, hätte sich an deren Befinden nichts verändert. Auch ohne Medikamente nicht."  Da wären sie ganz begeistert davon – das wäre ein wissenschaftlicher Durchbruch gewesen und interessant wohl."
ZDF fragt: "Wollten sie die Doktorarbeit sehen?"
Alexandra Beek: "Nein - die gab's ja auch nicht!"
ZDF: "Sie ist offenbar sehr überzeugend: die Klinik stellt sie ein."
Wer die ganze Dokumentation sehen will, findet sie in der ZDF-Mediathek hier.

Bitte merken: alle PsychiaterInnen immer nur konsequent mit Herr Postel bzw. Frau Beek ansprechen.

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Dies sind Nachrichten des Werner-Fuß-Zentrums
im Haus der Demokratie und Menschenrechte
Greifswalder Str. 4, 10405 Berlin
http://www.psychiatrie-erfahrene.de

Geisteskrank? Ihre eigene Entscheidung!
Informieren Sie sich: http://www.patverfue.de

Bitte vormerken: 
8.-12. Oktober Protest gegen den Weltkongress der Psychiatrie in Berlin. 
Erklärungen und Details siehe Flyer-Zeitung: http://www.die-bpe.de/fiktive_wissenschaft

Afrika im Fadenkreuz der G20

Von Samuel Decker und Thomas Sablowski
   


Die von der Bundesregierung angestoßene »Partnerschaft mit Afrika« markiert eine neue Etappe der kapitalistischen Ausbeutung des Kontinents


In diesen Tagen findet wieder eine Afrikakonferenz in Berlin statt. Diesmal treffen sich Regierungsvertreter der G20-Staaten, um über eine »Partnerschaft mit Afrika« zu beraten. Die Bundesregierung hält in diesem Jahr den Vorsitz in der G20 und hat Afrika ganz oben auf ihre Agenda gesetzt. Die »Partnerschaft« mit afrikanischen Staaten soll offiziell zu Wirtschaftswachstum und Stabilität über die Grenzen der G20 hinaus beitragen. Durch die Kooperation mit interessierten afrikanischen Staaten sollen die Rahmenbedingungen für private Investitionen und Investitionen in die Infrastruktur verbessert werden. Die Bundesregierung will damit Arbeitsplätze für die Bevölkerung in Afrika schaffen – und so einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten. Soweit die offizielle Darstellung. Die Ministerien übertreffen sich gegenseitig mit Konzeptpapieren, wie Afrika geholfen werden soll. Das Finanzministerium plädiert für einen »Vertrag mit Afrika« (Compact with Africa), das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) hat einen »Marshallplan mit Afrika« konzipiert und das Wirtschaftsministerium eine Initiative »Pro! Afrika«.
Die Konzepte haben allerdings nicht alle den gleichen Stellenwert. Das Finanzministerium hat neben dem Bundeskanzleramt in dem gesamten G20-Prozess eine Schlüsselrolle. Das wird daran deutlich, dass dieser in einen »Finance track« und einen »Sherpa track« gegliedert ist. Im »Finance track« wird unter Führung der Finanzministerien über die »harten« Themen wie Finanzmarktregulierung, Wirtschafts- und Finanzpolitik diskutiert. Im »Sherpa track« bereiten von den Staats- und Regierungschefs beauftragte »Sherpas« die Diskussion über die weiteren Themen wie Entwicklungspolitik, Klimapolitik, Arbeits- und Sozialpolitik oder Korruptionsbekämpfung vor. Den unter der Ägide des Finanzministeriums diskutierten »Compact with Africa« haben sich bereits Institutionen wie die Afrikanische Entwicklungsbank, der IWF und die Weltbank zu Eigen gemacht. Er dürfte von größerer Bedeutung sein als der alleine vom BMZ ins Spiel gebrachte »Marshallplan mit Afrika«.

Warum eine Afrikakonferenz gerade jetzt?

Doch warum Afrika? Warum jetzt? Diese Frage lässt sich nur vor dem Hintergrund der ökonomischen Entwicklung der letzten Jahrzehnte beantworten. In der Globalisierung des Kapitalismus unter der Ägide neoliberaler Wirtschaftspolitik war Afrika zunächst an den Rand gedrängt worden. Seit den 1970er Jahren spielte sich die Internationalisierung der Eigentums- und Investitionsstrukturen vor allem zwischen den Triade-Zentren USA, Westeuropa und Japan ab. Nach dem Zusammenbruch des »real existierenden Sozialismus« wurden Osteuropa, Russland und insbesondere China asymmetrisch in die globale Arbeitsteilung integriert. Der Anteil Afrikas am globalen Sozialprodukt und den internationalen Investitionsströmen nahm dagegen lange Zeit ab.
Das wiedererwachte Interesse an Afrika hat zum einen mit neuen Rivalitäten zu tun, die sich durch den Aufstieg Chinas und anderer »BRICS«-Staaten während der neoliberalen Globalisierung entwickelt haben. Zwischen den alten kapitalistischen Zentren in Nordamerika, Westeuropa und Japan auf der einen Seite und den aufstrebenden »Schwellenländern« auf der anderen Seite ist ein Kampf um die Sicherung des langfristigen Zugangs zu Ressourcen und Absatzmärkten entbrannt. China, Indien, Brasilien und Südafrika betreiben längst ihre eigene Afrikapolitik. Konzerne aus diesen Ländern investieren in beachtlichem Umfang in Afrika, kaufen in großem Stil Land und Rohstoffe auf und machen westlichen Konzernen zunehmend Konkurrenz.
Zum anderen hängt der neue Wettlauf um Afrika mit den verschlechterten Verwertungsbedingungen des Kapitals zusammen, das seit dem Ausbruch der jüngsten globalen Finanz- und Wirtschaftskrise dringend nach neuen Anlagesphären sucht. So gewinnt auch die Verbesserung der Rahmenbedingungen für private Investitionen in Afrika an Bedeutung. Hinzu kommt noch der wachsende Druck durch die Migration, der die politischen Verhältnisse in der EU zunehmend zum Tanzen bringt. Die Bekämpfung der Fluchtursachen in Afrika wird zur notwendigen Bedingung für politische Stabilität in der EU. Es sind also eher die ökonomischen und politischen Probleme in Europa und im globalen Norden als die Zustände in Afrika, die das neue Interesse der Bundesregierung an diesem Kontinent erklären.

Afrika hat von der G20 wenig Gutes zu erwarten

Bei der von der Bundesregierung und der G20 ausgerufenen »Fluchtursachenbekämpfung« ist daher Vorsicht geboten. Das Konzept für den »Compact with Africa«, das die Afrikanische Entwicklungsbank, die Weltbank und der IWF kürzlich beim Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten in Baden-Baden vorgelegt haben, lässt wenig Gutes für die Masse der Bevölkerung in Afrika erwarten. Es geht nicht etwa um mehr Entwicklungshilfe oder um die Bereitstellung besonders begünstigter Kredite für afrikanische Staaten, sondern vor allem um die Förderung privater Investitionen und Kredite zu marktüblichen Bedingungen. Statt für konkrete Projekte sollen öffentliche Gelder primär zur Auslösung und Absicherung privater Investitionen eingesetzt werden. Dabei zielen die Urheber des Konzepts vor allem auf Investitionen in die Infrastruktur.
Gegen Investitionen in die soziale Infrastruktur in afrikanischen Staaten wäre zunächst nichts einzuwenden. Viele Länder Afrikas sind überschuldet. Investitionen in das Gesundheits- und Bildungswesen, in die Wasser- und Stromversorgung oder in die Transportsysteme bleiben aus. Doch die Investitionsförderung à la G20 entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Sammelsurium neoliberaler Politikrezepte. So sollen Einnahmen für öffentliche Investitionen vor allem über die Mehrwertsteuer erhöht werden, die vor allem die Massen trifft, deren Nachfrage senkt und die soziale Ungleichheit verstärkt.
Mithilfe Öffentlich-privater Partnerschaften (ÖPP) soll die Infrastruktur afrikanischer Länder als Anlagesphäre für privates Kapital erschlossen werden. Dabei plädieren die Autoren des »Compact« für eine internationale Standardisierung von ÖPP-Verträgen, um den Abschluss solcher Verträge zu beschleunigen und die Investitionsrisiken ein für alle Mal auf die Öffentlichkeit abzuschieben. Die öffentlichen Haushalte sollen so zur Absicherung der privaten Kapitalakkumulation langfristig in Dienst genommen werden.
Wie alle neueren Freihandels- und Investitionsschutzabkommen, wie TTIP, CETA und TISA sieht der »Compact« vor, Investoren zu schützen. Dabei geht es nicht nur um das vielfach kritisch diskutierte Recht privater Investoren und Unternehmen, Staaten vor internationalen Schiedsgerichten zu verklagen, wenn sie glauben, dass ihr »Recht auf Profit« durch irgendwelche staatlichen Maßnahmen und Gesetze eingeschränkt wird. Der »Compact« soll noch einen Schritt weitergehen: Bevor es überhaupt zu zeitaufwändigen und kostspieligen gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt, sollen Gesetzesinitiativen, die schlecht fürs Geschäft sind, verhindert werden. Als positives Beispiel gilt hier die Einrichtung einer Ombudsperson in Georgien, die die Interessen der Unternehmen vertritt und unmittelbaren Zugang zum Ministerpräsidenten hat. Es geht um eine Art »Frühwarnsystem«, um internationale Kapitalinteressen noch unmittelbarer in staatlicher Politik zu verankern.

Vor einer neuen Welle neoliberaler Strukturpolitik?

Anstatt um »Fluchtursachenbekämpfung« geht es also vor allem um eines: eine neue Welle neoliberaler Strukturpolitik zur kapitalistischen Durchdringung des afrikanischen Kontinents unter der Dominanz transnationaler Konzerne. Die politischen Formen und Verwertungsbedingungen des Kapitalismus haben sich seit der Berliner Afrikakonferenz von 1884-85 zweifelsohne gewandelt. Von einer uneigennützigen Afrikapolitik Europas und der USA kann aber auch heute keine Rede sein. Die Privatisierung der Infrastruktur und der Abbau von Handelsschranken werden letztlich neue Fluchtursachen schaffen. Daher ist es auch unvorsichtig seitens der organisierten Zivilgesellschaft, sich vor den Karren der deutschen Ministerien und der Berliner Afrikakonferenz der G20 spannen zu lassen.

IM ND-SHOP

Die Notwendigkeit, politische Alternativen und Allianzen jenseits der G20 zu suchen, ergibt sich auch vor dem Hintergrund der politischen Fragmentierung der G20. Die konfrontative Haltung der US-Regierung in Flucht-, Entwicklungs- und Klimafragen legt offen, was sich schon seit vielen Jahren abzeichnet: Multilaterale Regierungsforen, die seit dem Rio-Gipfel von 1992 von einem Hauch aufklärerischer Gestaltungsabsichten umweht wurden, sind kaum noch ein Vehikel progressiver Politik. Dagegen gilt es Kräfte zu stärken, welche grundsätzliche Alternativen zur Politik der G20 von unten entwickeln können.
Samuel Decker ist Ökonom und bei der Organisation von Protesten gegen den G20 Gipfel im Juli in Hamburg beteiligt. Thomas Sablowski ist Referent für Politische Ökonomie der Globalisierung im Institut für Gesellschaftsanalyse der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Beide Autoren haben vor kurzem die Studie »Die G20 und die Krise des globalen Kapitalismus« publiziert (Reihe »Studien« der Rosa-Luxemburg-Stiftung). Die Studie ist bereits vergriffen und wird derzeit gerade nachgedruckt. Beide Autoren sind zurzeit auch an der Vorbereitung des »Gipfels für globale Solidarität« beteiligt, der am 5.-6. Juli als Alternativprogramm zum G20-Gipfel in Hamburg stattfindet.

Neues auf marx200.org


Liebe Marx-Freunde und –Freundinnen,

in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung schrieb jüngst der Autor Philipp Plickert anlässlich des Jubiläums 150 Jahre Kapital: „Die millionenfache Ausrottung von ‚Klassenfeinden‘, beginnend 1917 nach der Russischen Revolution, …war in der Tendenz zumindest in Marx schon angelegt.“ Eine Replik auf marx200.org kommentierte 
der Autor auf Twitter folgend: „Statt Marx-Verklärung oder Verharmlosung sprechen wir Marx‘ dunkle Seite schonungslos an. Gefällt den Marx-Freunden nicht“. Richtig, gefällt uns nicht. Was uns gefällt sind kritische, informierte Auseinandersetzungen mit Marx. In diesem Sinne möchten wir auf einige Neuheiten im marx200-Universum aufmerksam machen.
Call for Conference PapersMARX200: POLITIK - THEORIE – SOZIALISMUSVom 3. – 6. Mai 2018 veranstaltet die Rosa-Luxemburg-Stiftung anlässlich 200 Jahre Karl Marx eine Konferenz und lädt zum Mitmachen ein. [EN]  
Mediathek:Video-Interview mit Gesine Schwan"Marx hilft, die Dinge scharf zu sehen"
Silvia Federici:
Geschlechterverhältnisse und Reproduktion in Marx' Kapital
Audio-Aufzeichnung der Luxemburg Lecture vom 12. Juni 2017
Debatte:
"Wissenschaftlich fehlerhaft und auf die moderne Welt nicht anwendbar"
Michael Roberts, Londoner Finanzökonom, erläutert auf marx200.org, warum Marx doch näher an der Wahrheit gewesen ist als Keynes. [EN]
Was heißt Kritik in der “Kritik der Politischen Ökonomie”?Anne-Kathrin Krug, Rechtsanwältin und Kapitalkurs-Teamerin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung,geht dem Begriff „Kritik“ im Untertitel des „Kapital“ auf den Grund und erklärt auf marx200.org, wieso Kritik bei Marx nicht einfach heißt, etwas schlecht zu finden. [EN]
Coming Soon:
Video-InterviewsDGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach spricht über die Rolle der Gewerkschaften, den Kampf gegen Ausbeutung heute und wie sich Solidarität organisieren lässt.
Die feministische Theoretikerin Silvia Federici, Autorin von „Caliban und die Hexe“ erläutert die Rolle von Frauen und Körpern und warum Marx all das übersehen hat.



Ach - und wenn Sie wissen wollen, wie man Marx und die russische Revolution auch ins Verhältnis setzen kann, werfen Sie doch einen Blick auf den Blogbeitrag von marx200.org-Autor Lutz Brangsch: Warum Marx- und Revolutionsjubiläen zusammen gehören.
Viel Spaß beim Lesen, Hören, Gucken!
Das marx200.org-Projektteam
Antonella Muzzupappa
Sabine Nuss
Frank Engster
Kontakt:
info@marx200.org






ROSA LUXEMBURG STIFTUNGFranz-Mehring- Platz 1
10243 Berlin
Telefon: +49-(0)30-44310-0
Web: http://www.rosalux.de

Demokrasi Nasıl Kazanılacak?


Bugün Türkiye’de demokrasinin olmadığı, demokrasiyi kazanmak için mücadele gerekliliği hemen herkesçe kabul ediliyor. O kadar ki, faşizmin andaki uygulayıcısı AKP bile programında ve yer yer söyleminde “demokrasi eksikliği”ni kabul ediyor. Bu konuda atılacak adımlar olduğunu yer yer dile getiriyor! Egemenlerin muhalif partileri ise “demokrasi savunuculuğu” konusunda gayet iddialılar.  
Burjuva Demokrasisi…
Burada tabii herkesin demokrasiden anladığı bir ve aynı değil. Biz karmaşaya yer vermemek için burada sözünü ettiğimiz demokrasinin, burjuvazinin egemenliği şartlarında bir demokrasi olduğunun altını çizmek istiyoruz. Yani burjuvazinin sınıf iktidarı, burjuvazinin diktatörlüğü şartlarında bir demokrasi sözünü ettiğimiz, burjuva demokrasisi. Emperyalizm çağında, sınıf olarak ­gelişmiş kapitalist ülkelerde devrimci barutunu çoktan tüketmiş olan bir sınıfın,“bütün çizgi boyunca gericileşmiş” olan “demokrasi”si. Bu tip bir demokrasinin radikal devrim sonucu gelmiş olduğu Fransa gibi “en ileri” ülkesinde bile faşist tedbirlerle, edimlerle  iç içe olan gerici burjuva demokrasisi.
İdeal biçiminde nedir bunun temel özelliklerinden öne çıkanları?
*Devlet erkinin üç temel unsuru olan Yasama/Yürütme/ve Yargılama’nın birbirleri üzerinde kesin egemenlik kurmadığı, birbirlerini karşılıklı olarak dengeleyip, denetleyebildikleri bir yönetim sistemi. Bu son dönemde yürüyen tartışmalarda çokça ileri sürüldüğü gibi yalnızca  parlamenter yönetim sisteminde değil, başkanlık yönetimi sisteminde de olabilir bir şeydir.
 *Hukukun üstün olduğu, yasalar karşısında herkesin eşit olduğu bir sistem. Hukukun üstünlüğü, yürütmenin yasamaya egemen olduğu şartlarda mümkün değildir, fakat “yargı bürokrasisinin egemenliği”de değildir.
*Çok uluslu  bir devlette, çoğunluğu  oluşturan ulus dışındaki ulus ve azınlıkların ulusal haklarının, ulusun ayrılma hakkı da dahil, tanınması.
*Yöneticilerin serbest, tek dereceli, eşit oyla ve gizli-oy açık sayım ilkesi temelinde yapılan seçimlerle iş başına gelmesi, meşruiyetin temelinin seçimler olması.
Kuzey Kürdistan/Türkiye’de bugüne dek böyle bir demokrasi bile yaşanmadı. Evet belli dönemlerde kimi burjuva demokratik hakların kırıntıları yaşandı ve yaşanıyor, fakat burjuvazinin ülkemizdeki iktidarının temel yönetim yöntemi hep açık terör olageldi. Demokratik sistem adına hep şu veya bu tonda ve yoğunlukta faşizmi yaşadık, yaşıyoruz. Toplumun genelinde burjuva demokrasisi bilinci değil, onun adına yaşadığımız faşizmin bilinci egemen. Ülkelerimizde egemen bilincin köşe taşlarını saldırgan-şoven milliyetçilik ve dincilik oluşturuyor. En sol ve en devrimci çevrelerde bile egemen faşist bilinç, söylem ve edimler şu veya bu ölçüde kendini gösterebiliyor. Hal bu olduğu için, demokrasinin burjuva anlamda da olsa demokrasinin kazanılması mücadelesi gerçekten de önümüzdeki en acil ve en temel görev olarak dayatıyor kendini.
Halk Demokrasisi ve Sosyalist Demokrasi…
Fakat, demokrasi yalnızca burjuva diktatörlüğünün yönetim biçimlerinden biri değil. Burjuvazinin sınıf egemenliğinin devrimle parçalandığı, halk diktatörlüğünün kurulduğu şartlarda halk demokrasisi, proletarya diktatörlüğünün gerçekleştirildiği şartlarda sosyalist demokrasi olarak yaşanan demokrasi de var. Bu demokrasinin burjuva demokrasisinden temel farkı, işçiler ve emekçiler açısından en geniş demokratik hakların, yalnızca kâğıt üzerinde varlığı değil, pratikte alttan üste doğrudan yaşanır, kullanılır olmasıdır. Devlet iktidarı doğrudan halkın, işçilerin, köylülerin, emekçilerin elindedir. Bundan dolayı, siyasi iktidar ve devlet kurumları işçilerin ve emekçilerin bu hakları kullanmasının önünde engel değil, tersine bunların sonuna kadar kullanılabilmesinin şartlarını yaratan araçlar konumundadır. Ve biz komünistler halk için, ezilen ve sömürülenler için gerçek demokrasinin ancak halkın ve proletaryanın kendi iktidarları şartlarında mümkün olduğunu bildiğimizden, demokrasi mücadelesinde de halkları öncelikle kendi sınıf iktidarları için mücadeleye çağırıyoruz. Bu mücadele için aydınlatma ve örgütleme çalışması yürütüyoruz. Komünistlerin ve tüm devrimcilerin demokrasi mücadelesi devrim mücadelesi olarak yürütülmek  zorundadır. Burjuvazinin sınıf iktidarını devirme, halkın ve proletaryanın sınıfsal iktidarını kurma mücadelesi ne kadar güçlü olursa, burjuvazinin iktidarını korumak için belli tavizler vermek zorunda kalması, burjuva demokrasisinin sınırlarının genişletilmesi de o ölçüde  mümkün olur.
Tabii diyalektik olarak bir başka şey de mümkündür: Burjuvazi sınıfsal iktidarını tehdit altında gördüğünde, burjuva demokrasisinden, açık faşizme yönelebilir. Bu işçi sınıfı ve emekçi yığınların sınıf mücadelesinin burjuvazinin iktidarını ciddi bir biçimde tehdit edecek güçte olması ve fakat henüz onu yıkacak güçte olmaması şartlarında olabilir ve örneğin 1920’li1930’lu yıllarda Almanya, İtalya ve Japonya’da yaşanmış olan budur.
Bizim demokrasi mücadelesini öncelikle devrim mücadelesi, işçi sınıfının, emekçi halkın iktidar mücadelesi olarak yürütmemiz, hiçbir şekilde burjuva diktatörlüğü şartlarında burjuva demokratik hakların savunulması, bunların uygulanması ve genişletilmesi için reform talepleri  için de mücadelenin engeli  değildir. Biz komünistler burjuva demokrasisinde işçiler ve emekçiler için kâğıt üzerinde var olan hakların kullanılması için de en ön saflarda mücadele ederiz. Bunu iktidarın sınıf niteliği hakkında, burjuva demokrasisinin sınırları hakkında hayaller yaymadan, işçi ve emekçilere hep gerçekleri anlatarak yaparız.  Demokratik reform mücadelesini, devrim mücadelesinin ayrılmaz bir parçası haline getirerek yürütürüz bu  mücadeleyi. Kuzey Kürdistan/Türkiye’de bugün bunun ne anlama geldiğine bakalım kısaca.
Demokrasi Mücadelesi “Hayır Cephesi”ni Koruma ve Genişletme Mücadelesi midir?
Şimdilerde Kuzey Kürdistan/Türkiye’de demokrasi mücadelesi ‘Sol’un büyük kesimi açısından 16 Nisan Referandum’undaki “Hayır Cephesi”ni koruma ve genişletme mücadelesi  olarak görülüyor.
Bu yaklaşım bütünüyle yanlış, reformist ve bu görüşü savunan ‘Sol’un egemen sınıflar içindeki iktidar mücadelesinde bir kesimin kuyruğu haline gelmesi tavrını sürdüren bir yaklaşımdır.
16 Nisan Referandum’unda halka Olağanüstü Hâl şartlarında ve burjuva demokrasisinin kendi kuralları açısından da ele alındığında, demokrasi ile uzaktan yakından ilgisi olmayan şartlarda, iki faşist anayasadan hangisini tercih ediyorsunuz sorusu soruldu. Bu oylamada verilen geçerli her Hayır oyu, objektif olarak, 1982 faşist anayasasının 16 Nisan 2017’ye kadar geçerli olan biçimiyle kalmasını savunmak anlamına geliyordu. Bu oylamada kullanılan her geçerli Evet oyu ise, objektif olarak 2014 Cumhurbaşkanlığı seçiminden bu yana fiili olarak – ve yer yer geçerli anayasanın belli hükümleri yok sayılarak– uygulanan başkanlık sisteminin anayasal hale getirilmesine onay vermek anlamına geliyordu. Bırakalım devrimciliği, sosyalistliği, komünistliği bir yana, burjuva anlamda demokrasiyi savunan bir kişi bile, eğer bu savunusunda ciddi ise, faşizmin biçimleri arasında tercih olarak önüne sürülen bu referandum sahtekârlığına  hayır derdi, demek zorunda idi. Fakat ne yazık ki, biz Bolşevikler, birkaç küçük anarşist grup ve TKP (ML) MK adına tavır takınanlar dışında boykotu savunan ve uygulayan olmadı. Nerden geliyor bu? Neden kaynaklanıyor? Kuzey Kürdistan/Türkiye’de devrimci ‘Sol’un büyük kesimi de gelinen yerde, demokrasi umudunu egemen sınıflar içindeki iktidar dalaşında, egemen sınıf temsilcilerinin demokrasiyi savunur olarak gördükleri kesiminin “mücadelesine” bağlamış durumdadır. Kendini onun eklentisi, kuyruğu haline getirmiştir. Lafta çok radikal devrimci laflar edilse, mücadele biçimleri açısından çok radikal görünüşlü biçimler öne alınsa bile, pratik siyasette izlenen çizgi reformisttir, düzen sınırları dışına çıkan bir perspektif yoktur. Öyle ki gelinen yerde umutlar pratikte yer yer AKP’nin içindeki “muhalifler”e bağlanmaya kadar varmıştır.
Somut olarak bugün içine devrimci sol grupların büyük çoğunluğunun da yer aldığı ‘Sol’un demokrasi ve hatta devrim mücadelesinden anladığı şey anda faşizmin uygulayıcısı olan AKP/Erdoğan yönetimini nasıl olursa olsun devirme mücadelesidir. Sonrasına deyim yerinde ise sonra bakılır. Önce AKP/Erdoğan, hatta AKP de değil, Erdoğan iktidarı devrilmelidir. Türkiye’ye demokrasi ve özgürlüğün gelmesinin yolu budur.
İlginç olan “demokrasi” mücadelesinin böyle darlaştırılması siyasetinin egemen sınıfların anti Tayyipçi kesiminin orijinal siyaseti olduğu gerçeğidir. Bu siyaset aynı zamanda Erdoğan’ın kontrol dışına çıkmış olmasından rahatsız emperyalist güçlerin de siyasetidir. Bu  siyaset  temelinde,  güya Türkiye’de  insan  hakları, demokrasi vs. isteyen emperyalist AB’den, Kuzey Kürdistan/Türkiye’de AKP iktidarının egemen sınıflar içindeki “ana muhalefet” alternatifi olan  CHP’ye, silahlı mücadele yürüten PKK’ye, MHP’nin anti Tayyip’çi bir bölümüne, Saadet Partisi’ne ,Vatan Partisi’ne, emperyalistlerin koruyuculuğundaki Gülencilere,”K”P’ye, Haziran Hareketi’ne, kendine ML ve Maoist  diyen bir dizi küçük devrimci  gruba vs. uzanan  geniş bir cephe çıkmaktadır ortaya. Bu cephenin asgari müştereği gerçekte demokrasi değil, Tayyip düşmanlığıdır. Bundan – burjuva anlamda bile  demokrasi çıkmaz. Başarılı olması halinde, bu cephenin mücadelesinden çıksa çıksa egemen sınıfların başka bir partisinin önderliğinde bir faşizm, belki bir askeri darbe, belki bir iç savaş çıkar.
Bu cephe 16 Nisan Anayasa Değişikliği Referandum’unda “Hayır Cephesi” olarak çıktı ortaya. Sonuçta fark açık olmasa da AKP/Erdoğan istediğini aldı. Türkiye’de yönetim sistemini değiştiren, başkanlık sistemine resmen geçmeyi öngören anayasa değişiklikleri Referandum’da geçerli oy kullananların çoğunluğu tarafından onaylandı. Referandum sonrasında “Hayır Cephesi” seçimlerin gerçek galibinin “Hayır Cephesi” olduğunu, eşitsiz şartlarda ve oyunun kuralları oyun sürerken değiştirilen referandum sonuçlarını tanımadıklarını, gayrı meşru gördüklerini ilan etti. “Hayır Bitmedi, Mücadele Sürüyor” şiarı altında cephe sürdürülmeye çalışılıyor. Devrimci sol güçlerin büyük bölümü de bu cephenin en aktif unsuru olarak, Kuzey Kürdistan/Türkiye’de demokrasi ve özgürlüğün “Hayır Cephesi’nin korunması ve güçlendirilmesi” ile kazanılacağı masallarına kendini ve halkı ikna etmeye çalışıyor. Yapılan devrimci enerjinin çarçur edilmesi, halkın kandırılmasından başka bir şey değildir.
Hayır Cephesi Değil, Demokrasi İçin Mücadele Cephesi!
Kuzey Kürdistan/Türkiye’de AKP/Erdoğan yönetiminden rahatsız olan  batılı emperyalist güçlerle, Vatan Partisi gibi Turancı-faşist partilerle, CHP gibi Kemalist faşist partilerle, Saadet Partisi gibi başkanı Sivas katliamının baş sorumlularından biri olan parti ile, MHP’nin Gülenci kesimi ile, Gülencilerle birlikte, el ele demokrasi mücadelesi olmaz! Kendileri demokrat olmayanların demokrasi adına mücadelesi sahtekârlıktan başka bir şey değildir. Devrimci sol, eğer gerçekten demokrat ve devrimci ise, bu “Hayır Cephe”sinin sahte demokrat unsurlarını teşhir etme, onlardan kendini kesin çizgilerle ayırma, gerçekte “Tayyip’e Hayır” cephesinden kendini kurtararak, gerçek anlamda bir “demokrasi cephesi”nin yaratılmasına yönelmek zorundadır.
Böyle bir demokrasi cephesinin anayasa konusunda temel talebi, 1982 faşist anayasasının ve bu anayasaya dayalı tüm kurumların bütünüyle tasfiyesi, yeni demokratik bir anayasa olmak zorundadır.
Çok uluslu T.C. de, Türk ulusunun egemenliğine dayalı hiçbir anayasa demokratik değildir.
Çok uluslu T.C. de, etnik parçalı büyük bir coğrafyayı tek merkezden yönetmeyi temel alan, merkezci bir anayasa; tekçi “Tek vatan, tek millet, tek bayrak, tek devlet” anayasası demokratik değildir. Bireysel demokratik hakları merkeze koymayan bir anayasa demokratik değildir.
“Demokrasi cephesi” demokrasi konusunda asgari müşterekleri temel alan güçlerin oluşturduğu bir cephe olmalıdır. Asgari müşterek “Anti Tayyip”cilik değil burjuva  demokrasisidir. Tayyip iktidarı anda öne çıkan güç olsa da, Kuzey Kürdistan/Türkiye’de demokrasi mücadelesinin hedeflerinden yalnızca biridir.
Kuzey Kürdistan/Türkiye’de bunu kavramayan bir demokrasi mücadelesi, pratikte, faşizmin biçimlerinden biri için mücadele sınırları dışına çıkmaz, çıkamaz!
Denilebilir ki, söyledikleriniz iyi, güzel de, gerçek bir demokrasi programı ile bugünkü  şartlarda Kuzey Kürdistan/Türkiye toplumunda çoğunluğu sağlamak, çoğunluğun desteğini almak mümkün değildir. Böyle bir itiraz gerçekçi bir durum değerlendirmesidir.
Her ne kadar devrimci gruplar bu görüşte değillerse de, onların çoğuna göre, Kuzey Kürdistan/Türkiye’de devrimci durum varsa, halklarımız aslında devrime hazırsa da, gerçek durum Kuzey Kürdistan/Türkiye’de halkın büyük çoğunluğu anda devrimci düşünceler temelinde örgütlenmeye ve harekete hazır değildir.
Peki ama devrimciler açısından bundan çıkarılacak sonuç nedir, ne olmalıdır?
 Devrimci grupların büyük çoğunluğu, bundan tüm radikal laflara rağmen, egemenlerin bir bölümünün kuyruğuna takılma anlamına gelen siyasi sonuçlar çıkarıyor. “Demokrasi için  Hayır cephesini koruma ve genişletme” böyle bir siyasettir. Taktik adına yürütülen böyle uzlaşmacı, sınıf işbirlikçisi, kuyrukçu bir siyasetle, “Sol” Kuzey Kürdistan/Türkiye’de yalnızca bugün değil hiçbir zaman gerçek bir alternatif olamaz!
Bu durumdan devrimci güçlerin çıkarması gereken sonuç şudur: Egemenlerin arasındaki iktidar dalaşanın parçası olmayı ret ederek, kendi demokrat devrimci programı ile halkın karşısına çıkmak, sahte demokrasi cephesinden kendini ayırarak, gerçek bir demokrasi cephesinin inşasına bugünden başlamak. Evet bugün böyle bir program çoğunluğun desteğini almaz. Fakat uzun vadede devrimci sol burjuva iktidarının karşısında halk iktidarının yaratılmasının yolunu açan güç olmak istiyorsa, bugün yapması gereken budur.
Bu anlayışla
Bütün devrimci güçlere çağrımızdır:
Ne idügü belirsiz “Hayır Cephesi”ni korumak, geliştirmek, büyütmek sevdasından vaz geçin!
Emperyalizm yanlısı, açık faşist ve gerici güçlerle ittifak arama siyasetinden vaz geçin!
Gelin gerçek anlamda bir “Demokrasi Cephesi”ni inşa edelim!
Bugünkü yalnızlık, yarın doğru temelde çokluğun ön şartıdır!
Yoldaşlar,
Son Referandum sırasında, bütünü ile doğru olan boykot siyasetimizle devrimci sol çevrede oldukça yalnız kaldık. Hayır tavırlarıyla CHP, MHP’nin bir bölümü, SP vb. ile, hayırcı emperyalist güçlerle birlikte daha doğrusu onların kuyruğunda hareket etmeyi içlerine sindirenler, bizim boykot tavrımızla “Hayır” cephesini zayıflattığımız, böylece AKP/Erdoğan’a yardımcı olduğumuz vb. suçlamalarını getirdiler. Bu gibi suçlamalar, egemenlerin dayattığı siyasete kuyruk olmayı yüksek siyaset, akıllı taktik vb. olarak gören, egemenlerin çizdiği siyaset sınırları dışına çıkmayı düşünmeyecek kadar dar görüşlü olan tavırlardır. Bu somutta bir kez daha gördük ki, kimi zaman yalnızlığı göze almadan gerçek anlamda doğruyu savunmak mümkün değildir. Doğruyu söyleyen dokuz köyden kovulmayı göze almak zorundadır. Biz komünistler 10. köyün insanları olmayı bilmeli, doğruları  savunmaktan bir an bile vaz geçmemeli, bu konuda taviz vermemeliyiz. Bize ne olursa olsun çoğunluk değil, doğru, devrimci temelde çoğunluk gereklidir. Bunun yolu ise, devrimci  olmayan dönemlerde yalnızlığı göze almaktır.
Haziran 2017

Protestdemonstration in Gelsenkirchen, 10.07., 17.30 Uhr Preuteplatz

3. JULI 2017 — Aufruhr gegen Abschiebepolitik und Diskriminierung von Flüchtlingen! Für eine demokratische Asyl- und Flüchtlingspolitik - kommt zur Protestdemonstration am Montag nach Gelsenkirchen!

Montag, 3. Juli 2017

Wahnfried Records:

     


        - Ulrikes Dream „Anarchie in Leuven“ (new album from belgian Metal Punks)LP
 10E

        - Profit and Murder „Mother Nature Afterbirth“ (sehr direkter HC/Punk von 
          alten Kollegen aus Bremen, noch mal 10 St reinbekommen) 9E  
         
        - Schrammel „Best Of“ Do LP (Witziger und cooler Punkliedermacher/ Songwriter
          aus Leipzig) 10/ 15E
        
- Die Satansengel Von Nevada „S/T“ two cassettes 200min !
           Great Doom/Stoner/Grind/Punk/Dresden !!! 5/ 7E

- EBOLA “Last Drop” LP (unreleased stuff from last years, greatest brutal Crustcore with female vocal and members of M.V.D & Autoritär) red vinyl in mailorder 6/9E

          - Racak  “complete Noise” 
  Berlin Crustcore with members of M.V.D., SM-70 and Pink Flamingos  MC  2E

- Todschicker, S/T” LP 
  genialer HC/Punk/Crust/D-Punk von 2003 aus Dresden  im farbigen Klappcover 
 6/ 8E
Future :
- Active Minds new LP !
- Moderne Krüppel LP (Ripp of Legendary political HC/Punk with members of Autoritär, Ebola, MVD, Avverkad) great recordings 2014 !

I` m looking for other labels in cooperation!
Write for the complete list!
D.I.Y. Punk/HC Label,Distribution and D.I.Y. shows
gedresche@yahoo.de

Listen to some bands :
- Ebola: https://wahnfriedrecords.bandcamp.com/album/ebola-last-drop-2
- Die Satansengel von Nevada  https://diesatansengelvonnevada1.bandcamp.com/
- Todschicker, : https://todschicker.bandcamp.com/
- Moderne Krüppel : modernekrüppel.bandcamp.com
- Ulrikes Dream: http://www.ulrikesdream.net/
- Active Minds : https://activeminds1.bandcamp.com/

wahnfriedrecords.blogspot.com 

Tapes:
- Racak “Complete noise” 2E
- Los Rezios Live beim Arscholio 2013 2E

LP`S
- Active Minds “The Crack Starts Appearing” (Anarchopunk, UK) 9E
- Active Minds “Turn Back The Tide Of Bigoty” 9E
- Mundo Muerte “S/T” (Anarchopunk, Mexico) 9E
- Left For Dead (UK, Punkrock) 9E
- Social Crisis (pol, Crustpunk, vem Voc.) 9E
- Suicide Blitz “S/T” (US,Punkrock) 9E

Singles:
- Alien Placenta (schneller Punkrock mit weibl. Gesang Leipzig) 3E
- Gewaltbereit / Bronco Libre “Split” (Leipzig Punkrock) 3E
- Disturbance Project / Rabies “Split” 3E
- Split “S/T” (Swiss HC, 99) 2E
- Sick Terror /Migra Violenta “Split” 3E

SPEZIAL!!!
    Knoblauchvodka! 0,75L 15E !!!
 Guter Vodka, 40%, 5 fach gebrannt  und spanischer Bioknoblauch !!!
Wahlweise mit Chilli und Ingwer !!!

T-Shirts XL

- Paranoyafest 10 6E