Dienstag, 26. Juli 2016

Mehr Schutz für bedrohte Journalisten in Mexiko

19.07.2016

 

Übersetzung:
Poonal

Quelle:
snn.imer.gob.mx [2]
Mexiko-Stadt. Der Bürgermeister von Mexiko-Stadt, Miguel Ángel Mancera Espinosa, überreichte in einem symbolischen Akt die Schlüssel an die Initiative "Haus der Rechte von Journalisten". Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Obdach für Medienschaffende zu bieten, die verfolgt oder bedroht werden und auf der Suche nach Schutz aus anderen Landesteilen Mexikos in die Hauptstadt kommen.
Gemeinsam mit der Innenministerin von Mexiko-Stadt, Patricia Mercado Castro und der Arbeitsministerin Amalia García Medina, bekräftigte der Regierungschef seine Verpflichtung für die Sicherheit und das Leben der mexikanischen Journalisten.
Im Rahmen des Tages der Pressefreiheit und in Anwesenheit von Judith Calderón Gómez, der Vorsitzenden des "Hauses der Rechte von Journalisten" sowie weiterer Vorstandsmitglieder dieser Initiative verkündete Mancera zudem die Schaffung einer Arbeitslosenversicherung für Journalisten, die für eine gewisse Zeit Schutz in Mexiko-Stadt suchen müssen, ohne dort einen Wohnsitz zu haben. Außerdem sollten die Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhöht und eine Krankenversicherung geboten werden. Damit komme die Regierung einer der zentralen Forderungen derjenigen nach, die die mexikanische Gesellschaft informieren, so die Innenministerin.
Calderón betonte dass ihre 2010 gegründete Organisation dafür kämpfe, "dass die Gewalt, der in Mexiko 120 Medienarbeitende zum Opfer gefallen sind, enden wird." Nach Angaben der Nationalen Menschenrechtskommission und der Sonderstaatsanwaltschaft für Verbrechen gegen die Meinungsfreiheit sind in diesem Jahr schon vier Opfer zu beklagen. Calderón, die auch Gewerkschaftsvorsitzende der Mitarbeiter der linken Tageszeitung La Jornada ist, sagte weiter, in einer demokratischen Gesellschaft dürfe es keine bedrohten oder verfolgten Medienarbeiter geben. Sie bezog sich zudem auf die zusätzlichen Nachteile von Journalistinnen und deren Verletzbarkeit, falls man ihnen drohe, ihre Kinder oder ihre Familie anzugreifen.
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Zwei Jahre nach Flusskontamierung durch Kupfermine: Bleibende Schäden für Menschen und Natur

 

Von Gerold Schmidt
(Mexiko-Stadt, 20. Juli 2016, npl).- Am 6. August 2014 ergossen sich im nördlichen Bundesstaat Sonora 40 Millionen Liter Sulfatsäure und mehrere hundert Tonnen Schwermetalle aus einem Rückhaltebecken der Kupfermine des mexikanischen Bergbau-Unternehmens Buenavista del Cobre direkt in den Sonora-Fluss. Dutzende Kilometer verseuchter Flussläufe, Hautverätzungen bei Menschen, die mit dem Wasser in Berührung kamen und zahlreiche geschlossene Trinkwasserbrunnen waren die unmittelbare Folge. Der Mutterkonzern Grupo México im Besitz des mexikanischen Milliardärs Germán Larrea versprach umfassende Wiedergutmachung – gegenüber den Menschen und der Natur.
Nur eine Trinkwasseraufbereitungsanlage in Betrieb
Knapp zwei Jahre nach der Umweltkatastrophe sieht die Realität anders aus. Grupo México kommt seinen Verpflichtungen gegenüber den Flussanwohner*innen nicht nach. Die Umwelt in der Nähe des Río Sonora und des Río Bacanuchi ist immer noch stark geschädigt. Die seit September 2015 amtierende PRI-Gouverneurin Claudia Pavlovich forderte vor wenigen Wochen ein Eingreifen der Bundesregierung, um den Bergbaukonzern zu mehr Leistungen zu bewegen. Nach der Katastrophe startete Grupo México eine groß angelangte Werbekampagne in den landesweiten Kinoketten über die Sanierungsarbeiten im Uferbereich und die Trinkwasserversorgung. Doch die Versprechen einer medizinischen Überwachung und Versorgung der betroffenen Anwohner*innen sowie die Installation von 28 Trinkwasseraufbereitungsanlagen erfüllte das Unternehmen nie wirklich.
Immer noch kämpfen viele Anrainer*innen mit Augen-, Haut- und Magenkrankheiten, als deren Ursprung die Vergiftung vor zwei Jahren angesehen wird. Eine provisorische Klinik, die 360 Menschen behandelte, wurde am 30. Juni ohne weitere Erklärung von Grupo México geschlossen. Der vorgesehene Klinikneubau ist kaum zu einem Drittel vorangekommen, eine Fertigstellung steht in den Sternen. Von den 28 Trinkwasseraufbereitungsanlagen ist nur eine in Betrieb. Der Rest funktioniert nicht, weil wegen fehlender Zahlung der Stromrechnungen die Stromzufuhr gesperrt ist. Weder der Bergbaukonzern noch die staatlichen Behörden sehen sich offenbar in der Verantwortung.
Umweltministerium nimmt Studie der UNAM wieder aus dem Netz
Eine jüngst fertiggestellte umfassende Studie des Ökologie-Institutes der Autonomen Nationaluniversität Mexikos (UNAM) belegt eine bleibende Schädigung der Ökosysteme im Umfeld des Rio Sonora sowie mehrerer Nebenflüsse und hohe Schadstoffkonzentrationen im Flusswasser. Die Untersuchungsergebnisse wurden am 23. Juni auf das Webportal des Treuhandfonds für den Río Sonora eingestellt. Doch nach drei Wochen löschte das nach Angaben der Tageszeitung La Jornada für die Seite zuständige Personal des mexikanischen Umweltministeriums die Informationen. Der Hilferuf der Gouverneurin an ihre Parteifreunde in Mexiko-Stadt scheint keinen durchschlagenden Erfolg gehabt zu haben.

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Konz steht auf für Respekt und Menschenwürde

 
- Rassismus und Faschismus sind keine Alternativen!

Demonstration am 30.07.2016,
Auftaktkundgebung um 15 Uhr am Rathausplatz

Identitäre Bewegung in Konz? Läuft nicht!


Es gibt weltweit und auch in Deutschland viele komplexe Probleme und gute Gründe sich Sorgen zu machen: Soziale Kälte, Diskriminierung, Menschen leiden unter Krieg, Terror, Verfolgung, Ausbeutung, Armut, Hunger und die Zerstörung der Umwelt. Gegen all das müssen wir gemeinsam aufstehen!

Die sich europaweit ausbreitende „Identitäre Bewegung“ hingegen kennt keine Lösung für auch nur ein einziges dieser Probleme, aber sie ist sich ganz sicher wer Schuld hat: Menschen, die sie als "Fremde" ansehen, weil sie zufällig nicht hier geboren sind, und die unsere Partner*innen, Freund*innen, Verwandten, Nachbar*innen oder Kolleg*innen sind!

2013 von Konz ausgehend, versucht die Identitäre Bewegung in der Region rund um Trier immer wieder ihre Propaganda zu verbreiten. Es scheint Menschen zu geben, die sich von den hetzerischen rechtspopulistischen Parolen, die die IB hauptsächlich durch Banner und Graffitis an öffentlichen Plätzen in Konz und Umgebung verbreitet, ansprechen lassen. Dabei sind die Faschisten sich nicht zu schade, ihre menschenverachtenden Parolen auch vor einer Grundschule zu platzieren.

In Konz leben seit Jahrzehnten verschiedenste Kulturen Tür an Tür, was Konz zu einer bunten und weltoffenen Stadt macht. Die Identitären versuchen, eine völlig unbegründete „Angst vor Überfremdung“ zu schüren und damit die Gesellschaft zu spalten. Wir lassen sie damit nicht durch kommen! Es ist an der Zeit, ein Zeichen zu setzen gegen Rassismus, Intoleranz und Diskriminierung, für Zusammenhalt und Vielfältigkeit, für ein buntes Konz. Wir halten zusammen, stehen füreinander ein und lassen uns nicht von rassistischer Hetze auseinander treiben.

Kein Fußbreit den Rassist*innen und Faschist*innen, egal unter welchen Fahnen sie laufen.
Lasst uns gemeinsam unüberhörbar Position beziehen für eine vielseitige, weltoffene Gesellschaft, Solidarität und Gleichberechtigung aller Menschen. Seid kraftvoll, kreativ, laut und wunderbar!

Montag, 25. Juli 2016

EU: Sagt Erdoğan, es reicht!

 


  • Gewaltsame Antwort auf Lehrerproteste im mexikanischen Chiapas

    22.07.2016

     

    Paramilitärische Truppe und Polizei attackieren Protestcamp streikender Lehrer in San Cristóbal. Zivilgesellschaft reagiert entschlossen auf die Räumung
    San Cristóbal de las Casas, Chiapas. Die friedliche Straßenblockade und das Protestcamp auf der Autobahn San Cristobal – Tuxtla durch die Lehrergewerkschaft CNTE und Teile der Zivilgesellschaft ist in den Mittagsstunden des 20. Juli gewaltsam geräumt worden. Die Attacke wurde laut Berichten des Menschenrechtszentrums Fray Bartolomé de las Casas von einer Gruppe maskierter und bewaffneter Zivilisten in Koordination mit Landes- und bundesstaatlichen Polizeieinheiten durchgeführt.
    Die Aggressoren, die unter anderem Schusswaffen einsetzten, verletzten mehrere Personen und zerstörten das Protestcamp. Ein Lehrer befindet sich mit einer Schussverletzung im Krankenhaus, eine Journalistin wurde während der Dokumentation der Vorfälle bedroht und geschlagen. Zudem wurde das naheliegende Krankenhaus der Kulturen von dem Tränengaseinsatz während der Räumung betroffen.
    Die chiapanekische Regierung erklärte, Polizeieinheiten zur Straßenblockade geschickt zu haben um mögliche Auseinandersetzen zwischen Bewohnern des Landkreises San Juan Chamula und der CNTE zu verhindern. Der Bürgermeister von San Cristobal, Marco Antonio Cancino González, wies jegliche Verantwortung für die Räumung zurück. Augenzeugen und die Lehrergewerkschaft widerlegen diese Aussagen und sprechen von einer koordinierten Aktion zwischen staatlichen Sicherheitskräften und einer dem Bürgermeister nahestehenden Schlägertruppe. Auf Fotos und Videos [3] ist zu sehen, wie die gewalttätigen Personen in Zivil gemeinsam mit Polizeieinheiten in das Protestcamp eindringen und beginnen, dieses zu zerstören.
    Als Reaktion auf die Räumung besetzten Lehrer und solidarische Personen das Camp wenige Stunden nach der Attacke erneut. Während die CNTE und soziale Organisationen eine Demonstration vom Zentrum zum Protestcamp durchführten, zerstörte eine unbekannte Personengruppe im Stadtzentrum das Rathaus und verschiedene Geschäfte. Mehrere Stunden danach und mit dem Einbruch der Dunkelheit umstellten Polizeieinheiten das Rathaus und den zentralen Platz der Stadt.
    Die Straßenblockade und das Camp am Rande von San Cristobal wurden am 27. Juni von Mitgliedern der Lehrergewerkschaft CNTE im Zuge der landesweiten Proteste gegen die Bildungsreform errichtet. Dem Protest schlossen sich Studenten, Eltern und soziale Organisationen an. Einen Tag vor der Räumung fanden im Vorfeld des Festivals CompArte kulturelle Aktivitäten im Protestcamp statt.
    Die Gewerkschaft fordert bereits seit dem Jahr 2013 einen "Runden Tisch" mit Regierungsvertretern, um die Bildungsreform zu diskutieren. Sie kritisiert, dass die Reform die Privatisierung des Bildungssystems vorantreibt und sich damit die Arbeitsbedingungen des Lehrpersonals verschlechtern. Seit Mai dieses Jahres verstärkte die CNTE ihre Proteste, unter anderem mit einem Protestcamp in Mexiko-Stadt und Straßenblockaden im ganzen Land. Ihre Aktionen finden zunehmend Unterstützung in der Bevölkerung.
    Am 19. Juni eskalierte der Konflikt, als die Polizei versuchte, eine Straßensperre in Nochixtlán im Bundesstaat Oaxaca zu räumen. Mindestens zehn Menschen starben durch Schussverletzungen, 60 wurden verletzt.
    Zugleich finden immer wieder Gespräche zwischen Gewerkschafts- und Regierungsvertretern statt. Eine Lösung des Konfliks ist jedoch nicht in Sicht. Die Regierung verlangt [4] eine grundsätzliche Akzeptanz der Bildungsreform. Die CNTE fordert die Rücknahme und eine landesweite Debatte über die Bildung, an der sich Eltern, Lehrkräfte, Akademiker, Schüler, Pädagogen und Intellektuelle beteiligen.
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    Indigene in Mexiko stoppen Bauprojekte

    23.07.2016

     

    Von

    Mexiko-Stadt.
    Weil sie die Umwelt schädigen und ihre Landrechte verletzen, gehen indigene Gemeinschaften in Mexiko gegen verschiedene Projekte aus dem Energie- und Infrastruktursektor vor – und haben damit durchaus Erfolg. In 15 Fällen verfügten die Gerichte eine vorläufige Suspendierung der jeweiligen Projekte.
    Wie die kubanische Nachrichtenagentur Prensa Latina berichtet, zählt zu den gestoppten Projekten der Bau einer riesigen Windkraftanlage im Istmo de Tehuantepec im Bundesstaat Oaxaca im Süden Mexikos. Hier klagte die Gemeinschaft auf Nichteinhaltung der Umweltgesetze und Verletzung der Menschenrechte der indigenen Bewohner. Aufgrund ihrer Einsprüche liegt das Projekt seit vier Jahren auf Eis. Mit der selben Argumentation stoppten die Bundesrichter zwei Wasserkraftwerke in Veracruz und Puebla. Eine ähnliche Beschwerde blockiert den Bau der Autobahn zwischen Toluca und Naucalpan. Die Mehrheit der 15.000 Indigenen aus zwei betroffenen ansässigen Gemeinden spricht sich gegen den Bau aus.
    Die Summe der Investitionen der gestoppten Projekte wird laut dem Fernsehsender ConceptoTV3 auf über 22 Milliarden Pesos, mehr als eine Milliarde Euro, geschätzt.
    Indigene Rechte würden die Gerichte in den nächsten Jahren weiter massiv beschäftigen, zeigte sich José Antonio Lara Duque vom Menschenrechtszentrum "Zeferino Ladrillero" gegenüber Prensa Latina überzeugt. Er berät gemeinsam mit anderen Nichtregierungsorganisationen die autochthone Bevölkerung in verschiedenen mexikanischen Bundestaaten in Rechtsfragen rund um Energie-, Infrastruktur,- oder Kommunikationsprojekte. Kollektive und individuelle Rechte der indigenen Gemeinschaften stünden wirtschaftlichen Interessen der Unternehmer und Investitionen in Millionenhöhe gegenüber. Die Megaprojekte als Bestandteil der Energiereform der Regierung seien hauptsächlich auf indigenen Ländereien geplant, führte Lara aus. Bundesregierung und Projektbetreiber wären nach Artikel 169 [3] der internationalen Arbeitsorganisation ILO verpflichtet, in einem Konsultationsprozess um Zustimmung der betroffenen Gemeinden zu ersuchen.
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    [Hoppetosse] Sommer-Newsletter 2016: Am Mittwoch nächstes Vernetzungstreffen ++ Containerprozess

    Ein wunderschönes Hallo aus der Projektwerkstatt ...
    ich will gleich anfangen mit dem wichtigsten Anlass dieser aktuellen Rundmail in und um Gießen: Das nächste Aktionsvernetzungstreffen - nämlich am nächsten Mittwoch, den 27.7. um 18 Uhr im Aktionsraum c/o Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26 in Gießen - bis 19 Uhr Zugang einfach durch den Laden, dann in den ersten Stock; danach durch Kellereingang).
    Ich finde, wir brauchen eine grundsätzliche Debatte und Ideenfindung, wie wir mehr Kooperation in Gang bekommen.
    • Wie schaffen wir es, dass mehr Informationen zwischen Gruppen fließen, Ressourcen gemeinsam genutzt/geteilt werden und statt Nebeneinander mehr Kooperationen und verknüpfte Aktionen gelingen?
    • Wie kann der Terminkalender auf www.giessener-landbote.de zu einem gruppenübergreifenden Kalender und dann auch auf anderen Internetseiten verknüpft werden? Interessieren solche Gemeinschaftsprojekte überhaupt oder sind alle Gruppen mit sich selbst zufrieden?
    • Was machen wir aus dem Aktionsraum in der Bahnhofstr. weiter? Wer will den noch nutzen und wie bauen wir dort weiter ein für alle jederzeit erreichbares Lager an Aktionsmaterialien auf?
    • Wo können konkrete Kooperationen und Verknüpfungen entstehen - z.B. Lebensmittelverteilung auch in anderen Projekten, gemeinsame Veranstaltungen (einige Vorschläge waren ein gemeinsames politisches Sommerfest in der Innenstadt, ein inhaltlicher Kongress im Winter, eine Beteiligung im Rahmen der Filmabende des Globale Filmfestivals in Mittelhessen sowie Filmabende mit Publikumsgespräch im Kinocenter)?
    Der bisherige Eindruck der Aktionsvernetzung ist eher nicht so toll. Es gab einzelne Versuche und Aktionen, aber alles bröckelte schnell wieder. Vor allem aber machen alle Gruppen den Eindruck, als wären sie mit sich selbst zufrieden und gar nicht daran interessiert, sich gegenseitig zu helfen und Ressourcen gemeinsam zu nutzen. Das wäre schade, wenn es so bliebe ...


    Containerprozess - die nächste Runde
    Es ist zwar kaum zu glauben angesichts des absurden, frei erfundenen und zusätzlich noch lächerlich unbedeutenden Vorwurfs - aber der tegut-Containerprozess ist immer noch nicht zuende. Nach einem langweiligen zweiten Verhandlungstag geht es am 10.8. um 13.30 Uhr im Amtsgericht weiter.
    In der Zwischenzeit gab es übrigens weitere Prozesse, wo Projektwerkstättler als Laienverteidiger unterstützen. Spannend könnte einer in Bad Salzungen sein, wo die Mutter eines in der forensischen Psychiatrie umgekommenen Patienten angeklagt ist für die Beleidigung deutscher Psychiater. Der Chef der Gießener Vitos-Forensik, Rüdiger Müller-Isberner, hat da Strafantrag gestellt. Er wird sich jetzt seinem Kritiker als Verteidiger gegenübersehen, der ihn unter Zwang zur wahren Antworten befragen kann. Mal sehen, ob der das wagt oder kleinlaut den Strafantrag zurückzieht ...


    Neuer Vortrag als Film im Internet
    Jetzt ist auch "Konsumkritik-Kritik" auf Youtube - ein Mitschnitt am 11.7.2016 in Fulda macht es möglich - unterlegt mit passenden Bildern und Filmsequenzen. Angucken unter https://youtu.be/Ub5dlYJywP8.



    News aus der Projektwerkstatt
    Die liegt zwar nicht in Gießen, ist aber per Zug (Vogelsbergbahn, 20-25min Fahrzeit von Gießen Richtung Grünberg/Alsfeld/Fulda) oder Fahrrad (R7 von Gießen entlang der Wieseck bis Saasen) super zu erreichen - und die Bibliotheken, Seminarräume, Aktionsmaterialien und Werkstätten lohnen. Im Moment wird die Bibliothek räumlich erweitert, was einige Umbauarbeiten erfordert (wir brauchen noch Dachisolationsmaterial - vielleicht gibt es irgendwo Reste oder Spenden für uns?). Der Heizholzraum ist wieder neu gefüllt, den warmen Tagen sei dank. Weitere Neuigkeiten:

    • Johannisbeeren und die ersten Weintrauben sind reif ... wer sich was holen will, darf ernten :-)
    • Teil der Filmwerkstatt ist jetzt auch eine Full-HD-Kamera mit Mikrofonanschluss. Kleine Ansteckmikrofone (am besten mit Sender) werden noch gesucht. Nach dem oben genannten Film "Konsumkritik-Kritik" soll ein Film über den Ablauf von Gerichtsverfahren entstehen (an einem konkreten Beispiel, welches mitgeschnitten wurde). Danach steht der neue "große" Film an - es wäre der zweite aus dem Filmstudio der Projektwerkstatt nach "Aufstieg und Fall einer Patentlösung" (http://www.youtube.com/watch?v=VVmIgMy10NQ). Thema sind die Verschwörungstheorien, ihre Herkunft, Zugkraft und ihre Widerlegung. Einen abgefilmten Vortrag mit unterlegten Bildern gibt es dazu schon (https://www.youtube.com/watch?v=qG45bWS_EkA&feature=youtu.be).
    • Interessante Erfahrungen haben wir mit der Unterstützung von Flüchtlingen hier in der Provinz gemacht. Einiges klappte ziemlich gut, z.B. die Unterstützung von der ersten Stunde an durch direkten Kontakt, gemeinsame Veranstaltungen und die Nutzung der Projektwerkstatt. Außerdem konnten fremdenfeindliche Stimmungen der verschiedenen Nationalitäten untereinander überwunden werden. Deutliche Probleme hatten wir mit großen Teilen der deutschen Helfer_innengruppen. Zum Teil wurden wir direkt als unerwünscht abgelehnt, immer aber war ein tiefer Graben in der Art des Kontaktes. Während wir vor allem Hilfe zur Selbsthilfe versuchten, ist Flüchtlingsunterstützung sonst eher eine behütende Art der Deutschen für Nicht-Deutsche. Gleichberechtigt ist das nicht. Erschreckend aber ist, dass die Flüchtlinge genau das wollen und schließlich den Kontakt zu uns abbrachen, weil sie gar keine Lust hatten, sich selbst zu kümmern. Damit gaben sie überwiegend das gleiche Bild ab wie auch in der deutschen Gesellschaft, wo fast alles durch hauptamtliche Dienstleistungsangebote geregelt wird und die Menschen in ihrem eigenen Leben eine immer geringere Rolle spielen. AfD & Co. brauchen also keine Angst zu haben: Die meisten Refugees sind von Anfang an ziemlich nah dran am bürgerlich-eigentumsorientiert-kapitalistischen Deutschland. Wir sagen eher: Leider!
    • Das Seminarhaus, die Gruppenräume und Werkstätten der Projektwerkstatt sind zur Zeit wenig genutzt - da wäre also Platz für Eure Treffen und Seminare (siehe www.projektwerkstatt.de/seminare).
    • Zur Ergänzung der Ausstattung und für weitere Ausbauten suchen wir immer Materialien. Wenn jemensch etwas davon übrig hat oder organisieren kann, freuen wir uns. Liste auf www.projektwerkstatt.de/gesucht.
    Es gab übrigens inzwischen den Prozess gegen einen der Saasener Dorf-Nazis wegen der Attacke auf die Projektwerkstatt vor einem Jahr. Es gab einige Artikel in Zeitungen, z.B. in der FR (http://www.fr-online.de/rhein-main/angriff-auf-wohnprojekt-junger-rechter-zu-geldstrafe-verurteilt,1472796,34496412.html).


    Gießener Landbote
    Zur Zeit ist die Sommer-Ausgabe gültig, die in und um Gießen ausliegt. Dazu nochmal der Hinweis auf die Seite www.giessener-landbote.de, die ja inzwischen schon eine Weile im Internet ist und wo der aktuelle Landbote auch zu lesen ist. Es ist dort möglich für alle Gruppen und Projekte, sich anzumelden und dann eigene Termine und Projektbeschreibungen einzutragen, d.h. die Seite ist nicht davon abhängig, ob gerade jemensch die Seite pflegt oder eine_n mag. Das könnte also ein wichtiges zusätzliches Vernetzungselement werden, da andere Terminkalender so nicht mehr funktionieren.
    Spannend wäre jetzt noch, wie sich die Daten mit anderen digitalen und sonstigen Vernetzungen verknüpfen lassen - also: wer kann wie solche Daten auch in alle möglichen sozialen Netzwerke des Internets einschleusen? Und umgekehrt ...



    Die nächsten Termine im Überblick:
    • Mi, 27.7. ab 18 Uhr im Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26, Gießen): Aktionsvernetzungstreffen für Gießen
    • Mi, 10.8. um 13.30 Uhr vor dem Amtsgericht Gießen (Gutfleischstr. 1, Raum 200A): Prozess wegen Containers bei tegut - 3. Verhandlungstag ++ Bericht "Viel Prozess um weggeworfene Lebensmittel" vom ersten Tag, in: Gießener Anzeiger, 30.6.2016), der zweite Tag war eher langweilig.
      Worum geht es? Das ist kaum noch zu erkennen. Ursprung war eine Auseinandersetzung an den Müllcontainern bei tegut Gießen (Neustädter Tor): Wer Lebensmittel aus dem Müll rettet, soll in diesem Land bestraf! werden. Doch das ist längst vom Tisch, verhandelt wird trotzdem noch ...
    • Do, 4.8., 19 Uhr in Gießen (Start am Uni-Hauptgebäude in der Ludwigstr.): Critical Mass
    • Sa, 27.8. ab 18 Uhr im Antiquariat Guthschrift (Bahnhofstr. 26, Gießen): Aktionsvernetzungstreffen für Gießen
    • danach: Layouten und Drucken der Landbote-September-Ausgabe in der Projektwerkstatt ... und: Verteilen - wer macht mit?
    • Do, 1.9., 19 Uhr in Gießen (Start am Uni-Hauptgebäude in der Ludwigstr.): Critical Mass
    • So, 4.9., ab 14 Uhr in der Projektwerkstatt in Saasen (Ludwigstr. 11): Bunter Aktionstag, wahrscheinlich mit Umsonstmarkt, politischen Diskussionen, Hausführungen und um 18 Uhr das Planungstreffen für das September-Programm


    Aktionscamps im Sommer

    Per Kleinbus fahren ein paar Menschen von Gießen zu vier der Camps:
    Wenn Du mitkommen möchtest, melde Dich bei Erik unter 06441-782 367.
    Insbesondere zum Klimacamp haben wir viel vor. Wir werden mit einer ziemlich umfangreichen Aktionsausstattung aus der Projektwerkstatt zum Camp-Gelände fahren und dort zusammen mit anderen ein Aktionsmaterialzelt aufbauen. Außerdem wollen wir ein Aktionstheaterzelt organisieren: Kleine Beiträge den ganzen Tag über von einer kleinen Bühne sollen zu Aktionen animieren oder gelaufene reflektieren. Genauere Beschreibung und die Infos auf www.projektwerkstatt.de/termin.html. Wer kommt mit? Mitfahrgelegenheiten gibt es am Tag vorher und am Samstag - Zug und Trampen geht aber auch ...


    So long ... Gruß aus der Projektwerkstatt


    -- 
    (Bitte bei Antworten lange Mailzitate wegschneiden ... spart Daten, Zeit und Unübersichtlichkeit :-)
    
    Projektwerkstatt Saasen, 06401/903283, Fax 03212-1434654
    Ludwigstr. 11, 35447 Reiskirchen-Saasen (20 km östlich Giessen)
    www.projektwerkstatt.de/saasen 
    PGP unter www.projektwerkstatt.de/feedback.html
     - Seminarhaus und politische Aktionswerkstätten
     - Archive, Bibliotheken und Gruppenräume (mit Bahnanschluss)
    Spannende Bücher und DVDs unter www.aktionsversand.de.vu!
    Angebote für Aktionstrainings, Workshops und Vorträge: www.vortragsangebote.de.vu und www.projektwerkstatt.de/termine.
    Die Projektwerkstatt lebt davon, was anderswo übrig ist, z.B.: Audio-Aufnahmegerät, Obstpresse, Sitzwürfel, Ansteckmikrofone (mit oder ohne Kabel) und viele Verbrauchsmaterialien (Gesamtliste unter www.projektwerkstatt.de/gesucht).

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    Mailingliste von Hoppetosse - Netzwerk für kreativen Widerstand. Alle Infos und Formular für Aus-/Eintragen sowie Archiv: www.projektwerkstatt.de/ovu.
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