Dienstag, 3. Dezember 2019

Bielefeld: EINLADUNG ZUM PROZESS VON AHMET DÜZGÜN YÜKSEL


30.11.19
ahmetSehr geehrte Mitmenschen,
der Ursprünglich auf den 11.11.2019 angesetzte Strafprozess musste auf den 16.12.2019 vertagt werden, weil sich der Strafverteidiger einen schwerwiegenden grippalen Infekt zugezogen hatte. Es geht um den Fall von Ahmet Düzgün Yüksel, der in der Türkisch-Istanbuler Anwaltskammer als Rechtsanwalt eingetragen ist.
Herr Yüksel wird in Bielefeld vor Gericht gestellt. Da es sich um einen politischen Prozess handelt, bitten wir Sie aus Solidarität an der ersten Sitzung des Gerichtsprozesses teilzunehmen. Ihm wird vorgeworfen seine Meldeauflage nicht nachgekommen zu sein.
Datum und Uhrzeit der Gerichtsverhandlung: Montag der 16.12.2019 um 12:00 Uhr
Ort: Amtsgericht Bielefeld 0. Etage-Sitzungssaal 16. Gerichtsstraße 6, 33602 Bielefeld
Gegenstand des Falles: Der Rechtsanwalt Ahmet Yüksel wurde nach § 129b StGB am Oberlandesgericht (OLG) in Stuttgart vor Gericht gestellt und verurteilt. Drei Jahre und neun Monate wurde er in StuttgartStammheim im Hochsicherheitsgefängnis zu einer verschärften Isolationshaft ausgesetzt. Insgesamt wurde er zu sechs Jahren und 7 Monaten Haft verurteilt und das ohne Aussicht auf Minderung der Haftstrafe. Nachdem er 2016 die volle Strafe verbüßt hatte, ließ er sich bei Verwandten in Bielefeld nieder. Allerdings wurden ihm seine sozialen Grundrechte, sowie das Aufenthaltsrecht in Deutschland eingeschränkt. Darüber hinaus wird ihm sein Recht als Anwalt und türkische Rechtsberatung tätig zu sein, ebenfalls verwehrt. Trotz seiner „Freilassung“ darf er Bielefeld bis 2021 nicht verlassen und muss sich alle zwei Tage bei der Bielefelder Polizeiwache persönlich melden bzw. zeigen. Da Herrn Yüksel solch strenge Auflagen aufgesetzt wurden, fragt man sich natürlich nach den Gründen für seine Verurteilung.
Herr Yüksel wurde nie wegen gewalttätiger Anschuldigungen oder anderer Strafdelikte angeklagt. Die Verurteilung basiert lediglich auf den folgenden Behauptungen:
1. Er habe die Rechtsberatung der türkischen sozialistischen und revolutionären Organisation DHKP-C übernommen.
2. Er habe in Deutschland Konzerte, Demonstrationen und ähnliche legale Veranstaltungen arrangiert, die angeblich den „Terrorismus“ gegen den türkischen Staat unterstützen.
Diese zwei Behauptungen waren die Gründe für seine Verurteilung und die anschließenden Auflagen nach seiner Entlassung.
Die im Dezember 2006 eingeleitete Verhaftung und anschließende Aufsetzung der Auflagen wird mindestens bis 2021 andauern oder sogar noch verlängert werden. Die Tatsache, dass Herr Yüksel Gebrauch von seinen demokratischen Rechten gemacht hat, führte von 1998 bis 2021 zu einer 23-jährigen Verfolgung (sieben Jahre davon in Haft). Diese Verfolgung bzw. Überwachung wird nach allem Anschein weiterhin bestehen bleiben…
In dem aktuellen Prozess wird Herrn Yüksel vorgeworfen gegen die Meldeauflage verstoßen zu haben. Dieser muss er wie schon erwähnt alle zwei Tage nachkommen. Angeblich soll er insgesamt vier Mal, davon im Jahr 2017 drei- und 2018 einmal, nicht seiner Meldepflicht nachgekommen sein. Ist das wirklich so passiert!?… Natürlich NICHT!... Herr Yüksel ist seit drei Jahren regelmäßig jeden zweiten Tag zum Polizeipräsidium am Kesselbrink in Bielefeld gegangen, um sich dort persönlich zu melden. Allerdings wurden diese erzwungenen Besuche seitens der Polizei nicht protokolliert
D. h. er musste weder irgendein Formular unterschreiben, noch wurde ihm ein Bestätigungsformular von der Polizei ausgehändigt. Herr Yüksel hat akribisch die Besuchszeiten bei der Polizei in seinem eigenen Handkalender notiert. Seltsamerweise stimmen diese nicht mit den Angaben der Polizei überein. So wurden manche Tage falsch datiert und andere wiederum überhaupt nicht angegeben. Anscheinend sind die Differenzen auf eine hohe Arbeitsintensität oder auf andere Fahrlässigkeiten der Beamten zu verschulden. Da es sich vermeintlich um einen „Terrorfall“ handelt, fürchten sie sich davor in Verantwortung gezogen zu werden. Daher sind sie uneinsichtig und akzeptieren ihren Fehler nicht. Mit Ausreden versuchen sie ihren Fehler loszuwerden bzw. zu vertuschen und argumentieren, dass sie „niemals etwas vergessen! Es existieren keine Kameraaufnahmen bei der Polizei! Die Kameraaufzeichnungen in den Bussen wurden gelöscht!... usw. Somit stimmen die Angaben der Polizei“.
Sehr geehrte/r Mitbürger/Innen, die Erdogan Regierung erpresst und droht der gesamten EU, darunter auch Deutschland. Durch diese Drohungen hat er es geschafft, die jeweiligen Nationen dazu zu bewegen, gegen seine im Ausland lebenden Gegner vorzugehen. In diesem willkürlich erfundenen Fall stehen alle Staatsanwälte, Richter sowie Polizisten unter Druck. Für einen fairen Prozess und eine gerechte Entscheidung, ist die öffentliche Unterstützung der Bevölkerung wichtig und obligatorisch. Ja, wir befinden uns zwar in Deutschland, aber in politischen Fällen – zumindest dem Anschein nach – haben aus welchen Gründen auch immer, die verantwortlichen Personen und Institutionen
Angst voreinander. Sie verhalten sich so, als gäbe es ein „geheimes schriftliches“ Gesetz/Statut, an das es sich zu halten gilt. …
Verfolgen sie unbedingt diesen interessanten Fall! …
Wenn sie diesem einfachen, aber wichtigen politischen Fall Verfolgen und Beistand leisten, dann erreichen sie somit folgende zwei Punkte:
1. Sie unterstützen die Gewährleistung eines fairen Gerichtsprozesses und somit ein gerechtes Urteil.
2. Sie unterstützen durch ihre Anwesenheit den Richter eine Entscheidung zu treffen, die nicht irgendeinem Druck ausgesetzt ist.

Solidarische Grüße
Der Solidaritätsausschuss für Rechtsanwalt Ahmet Düzgün Yüksel Kontakt: aduzgunyuksel@gmail.com

Knastkundgebung am 14.12.19


30.11.19
solidaritätKnastkundgebung am 14.12.19 von 16.00 bis 18.00 Uhr
hinterm Knast auf der Jungiusbrücke
mit Konzert der Gruppe Sokugayu
Freiheit für Loic, für die drei von der Parkbank und die § 129b –
Gefangenen
Freiheit für Loic!
Unser Freund und Genosse Loic aus Frankreich sitzt nun schon nahezu 16
Monate im Knast. Er ist neben 4 Genossen aus Frankfurt Angeklagter im
Elbchaussee-Prozess, der weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit
stattfindet und noch bis zum 24.4.2020 andauern soll. Loic wird immer
noch daran gehindert, eine öffentliche Prozesserklärung abzugeben. Am
26.6. hat das Gericht entschieden, dass Loic weiter in Haft bleiben
muss. Er habe mit einer mehrjährigen Haftstrafe zu rechnen und es
bestehe Fluchtgefahr. Er habe keine Einlassung gemacht, die sich
strafmildernd auswirken könnte. Trotz WG-Zimmer in Hamburg, Angebot
einer Kautionszahlung und Meldeauflagen bestehe ein starker
Fluchtanreiz, da er Teil einer internationalen Vernetzung der radikalen
Linken in Europa sei. Das ist nichts anderes als Feindstrafrecht und
Klassenjustiz. An einem ausländischen Genossen soll nun ein Exempel
statuiert werden. Loic ist stellvertretend für alle, die gegen den G20
gekämpft haben, immer noch im Knast.
Loic muss raus! Liberte pour Loic !
Freiheit für die drei von der Parkbank!
In der Nacht vom 7. auf den 8.Juli wurden drei Gefährt_innen nachts auf
einer Parkbank sitzend kontrolliert und festgenommen. Laut Presse
besteht der Verdacht der Vorbereitung und Planung einer Brandstiftung
anlässlich des zweiten Jahrestages des G20-Gipfels 2017 in Hamburg. Nach
der Festnahme kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen. Zwei Gefährten
befinden sich seit der Festnahme in Untersuchungshaft. Mittlerweile
liegt die Anklageschrift vor. Allen drei Personen wird die Verabredung
zu einer schweren Brandstiftung vorgeworfen. Wegen der besonderen
Bedeutung des Falles soll der Prozess vor dem Landgericht Hamburg
stattfinden. Mit einem baldigen Prozesstermin Anfang nächsten Jahres ist
zu rechnen.
Alle von der Parkbank müssen raus aus dem Knast! Sofort!
Freiheit für die §129b-Gefangenen Musa Asoglu und Erdal Gökuglu!
Sie wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt! Musa wurde zu 6
Jahren 9 Monaten verurteilt, seit nahezu 3 Jahren ist er isoliert, 23
Stunden allein in seiner Zelle. Erdal wurde Ende Juni zu 5 Jahren
verurteilt. Bei beiden finden Besuche nur mit Trennscheibe und
LKA-Überwachung statt. Trotz der drakonischen Haftbedingungen sind Musa
und Erdal ungebrochen !
Auch Musa und Erdal müssen raus aus dem Knast!
Unsere Solidarität gilt allen von Repression Betroffenen. Es ist dabei
völlig egal, ob jemand an einer Aktion beteiligt war oder nicht, ob
aktiv oder lediglich anwesend. Wir denken nicht in den Kategorien Schuld
oder Unschuld des bürgerlich-kapitalistischen Rechtsstaats.
Unsere Solidarität ist unteilbar!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
Unsere Solidarität gegen ihre Repression!
Solidarisch Kämpfen – United We Stand!
* *
Diskussionsveranstaltung am 17.12.19 um 20.00 Uhr – Rote Flora
mit Loics Angehörigen, seinem Anwalt Lukas Theune aus Berlin, u.a.
vorher ab 19.00 Uhr vegane VoKü
https://unitedwestand.blackblogs.org/knastkundgebung-am-14-12-19/

Zwei Mitglieder der Grup Yorum im Hungerstreik wurden nach einer Gerichtsverhandlung in Istanbul freigelassen.


29.11.19
grupyorum freiZwei Mitglieder der linken Musikgruppe GrupYorum wurden nach einer Anhörung im Fall gegen sie am 20. November (Mittwoch) im Gerichtsgebäude in Istanbul freigelassen. So wurden nach 2 langen Jahren im Gefängnis die Musiker Bahar Kurt und Helin Bolek, die sich seit Juni 2019 im Hungerstreik befinden, freigelassen. Zusammen mit Kurt und Bolek wurden die Revolutionäre Fikret Akar, Yeliz Kilic und Dilan Uludag freigelassen, sie wurden im gleichen Fall angeklagt, basierend auf der falschen Aussage des Polizeiinformanten und Verräters Berk Ercan.
In der vergangenen Woche entlassen, wurden Musiker und Revolutionäre vor etwa 2 Jahren inhaftiert, nachdem ein Fall gegen sie eröffnet wurde, der auf den Lügen und falschen Berichten des Polizeiinformanten Berk Ercan basierte. Ercans falsche "Zeugnisse" wurden von der politischen Polizei, dem faschistischen Gericht und der Staatsanwaltschaft in der Türkei benutzt, um mehr als 200 Menschen ins Gefängnis zu stecken, darunter Anwälte, Lehrer, Beamte, Musiker, Studenten, Gymnasiasten, Arbeiter wegen ihres Kampfes gegen die faschistische Macht in der Türkei.
Der Prozess gegen die Angeklagten Bahar Kurt und Helin Bolek wurde für sieben Anhörungen fortgesetzt, wobei das Gericht am 20. November die Freilassung aller Angeklagten anordnete.
Die Mitglieder der Grup Yorum schwiegen nicht über diese Handlung, die von den faschistischen Behörden mit Hilfe des Informanten Berk Ercan organisiert wurde, für dessen falsche Aussage viele Mitglieder der Gruppe ins Gefängnis geworfen wurden, sowie Mitarbeiter des Ayce Idil Erkmen Cultural Center, in dem die Aktivitäten der Grup Yorum seit vielen Jahren stattfinden. Um gegen diese Handlung zu protestieren, begannen die Bandmitglieder Mitte Mai dieses Jahres einen Hungerstreik. Es gibt zwei Formen - Relais und Unbefristet, wobei sich die Mitglieder der Gruppe außerhalb des Gefängnisses über einen bestimmten Zeitraum abwechseln und die noch inhaftierten Personen seit Juni einen unbefristeten Hungerstreik durchführen.
Derzeit befinden sich die Mitglieder der Grup Yorum in einem unbefristeten Hungerstreik: Bahar Kurt, Helin Bolek, Baris Yuksel, Ibrahim Gökçek und Ali Araci. Am Tag seiner Entlassung befanden sich Bahar und Helin in den 161 bzw. 153 Tagen des Hungerstreiks.
Trotz aller schriftlichen Aufforderungen der beiden Musiker an die Gefängnisverwaltungen und das türkische Justizministerium, sie unter sicheren und gesundheitlichen Bedingungen vor Gericht zu bringen, wurde ihrem Wunsch nicht entsprochen, und sie wurden am vergangenen Mittwoch in einem gepanzerten Van der Gendarmerie, der von Natur aus ein mobiles Folterfahrzeug ist, vor Gericht gebracht.
Der kleine Gerichtssaal konnte nicht alle aufnehmen, die Bahar und Helin ihre Unterstützung zeigen.
Die Anhörung fand erneut in ihrem kleinen Gerichtssaal im Gerichtsgebäude in Istanbul statt. Aus diesem Grund kamen viele Menschen, um ihre Solidarität mit den Mitgliedern der Grup Yorum zum Ausdruck zu bringen und ihre Unterstützung für ihren Protest Hungerstreik gegen Ungerechtigkeit zu zeigen, waren gezwungen, sich aus dem Gerichtssaal zurückzuziehen.
An dem Fall nahmen Bahar Kurts Mutter Nagehan Kurt, die sich seit Wochen in einem Hungerstreik befindet, Helin Bieleks Mutter Aygul Bilgi, Anwälte des People's Law Bureau und der Progressive Lawyers Association, Universitätslektorin Nuriye Gulmen und Lehrerin Acun Karadag teil, die seit drei Jahren gegen Säuberungen im öffentlichen Sektor kämpfen, Intellektuelle, Jugendliche aus der Organisation der wichtigsten oppositionellen Republikanischen Volkspartei (Cumhuriyet Halk Partisi) in Istanbul, Vertreter der Volksräte der ärmeren Viertel der türkischen Metropole, progressive Studenten und Mitglieder der Association for Solidarity and Mutual Aid of the Families of Political Prisoners (TAYAD).
Der Staatsanwalt legte Berufung gegen die Entscheidung des Gerichts ein, die Angeklagten freizulassen.
In dem von der 35. juristischen Jury des Strafgerichtshofs Istanbul angehörten Fall haben die Mitglieder der Grup Yorum und die anderen drei revolutionären Angeklagten im Fall in ihren Verteidigungsreden erneut gezeigt, dass es sich bei diesem Gerichtsverfahren um nichts anderes als um eine Verschwörung zur Niederschlagung des Volkskampfes handelte. Sie verurteilten erneut Ungerechtigkeiten. Während des Prozesses waren nur Helin Bielek, Fikret Akar und Yeliz Kilic im Gerichtssaal anwesend, während Bahar Kurt und Dilyan Uludag über das Videokonferenzsystem der Gefängnisse, in denen sie sich befanden, an der Anhörung teilnahmen.
In seiner Verteidigungsrede erklärte Bahar Kurt folgendes:
"Ich möchte diese Rede nicht per Videokonferenz halten. Ich sehe und höre nicht, was im Gerichtssaal passiert. Von Anfang an wollte ich im Gerichtssaal anwesend sein. Um mein Recht auf Verteidigung auszuüben, bin ich bereit, dorthin zu kommen, allerdings mit dem Preis der Folter, die auf mich ausgeübt wird. "
In seiner Rede teilte Kurt auch Informationen über seine Gesundheit mit.
"Meine Rippen durchbohren mich wie Messer, ich habe Sehstörungen. Ich mache das alles bewusst. Warum sollte eine Person dies freiwillig tun? Ist es das wert? Natürlich ist es das wert. Der Mensch ist kein Wesen, das nur seine physiologischen Bedürfnisse befriedigt. Der Mensch ist ein Wesen, das Werte schafft, Kunst schafft, Musik schafft, ein Wesen, das die Welt schöner macht. "
Das Gericht wies den Antrag der Verteidiger auf eine eingehende Untersuchung zurück. Schließlich kam die Jury auf die Idee, alle Angeklagten freizulassen. Der Staatsanwalt des Falles wiederum sagte, er werde gegen die Entscheidung des Gerichts Berufung einlegen.
Die nächste Anhörung war auf den 12. Februar 2020 geplant.
"Diejenigen, die Lieder machen, können sterben, eingesperrt werden, aber die Lieder sterben nicht."
In seiner Verteidigungsrede bei der Anhörung erwähnte Bahar Kurt noch einmal die Geschichte und erklärte Folgendes:
"Diejenigen, die Lieder machen, können sterben, werden eingesperrt, aber die Lieder sterben nicht. Heute klingen in den Straßen Chiles wieder die Lieder von Victor Jara, die Lieder von Jara, die von der Diktatur von Augusto Pinochet getötet wurden. Victor Jara ist gestorben, aber seine Lieder sind noch am Leben. "
Bahar Kurt und Helin Bolek, wurden von ihren Kameraden mit der folgenden Botschaft begrüßt:
"Willkommen, Sänger unseres Kampfes, unsere Blumen des Widerstands. Du bist mit deinen schmelzenden Körpern und deinen Hoffnungen gekommen. Unser Widerstand wächst in den Gefängnissen. Wir werden unsere Rechte einzeln gewinnen. Grup Yorum kann nicht hinter Gitter gebracht werden. "
Bahar und Helin setzen den Hungerstreik fort
Bahar Kurt und Helin Bielek, die nach der Gerichtsverhandlung vom vergangenen Mittwoch freigelassen wurden, setzen den Hungerstreik fort. Bis heute (28. November) ist Bahar 170 Tage entfernt, und Helin ist 161 Tage vom Hungerstreik entfernt.
Am Dienstag besuchten die beiden Musiker ihre Kameraden im Ayce Idil Erkmen Cultural Center im Istanbuler Stadtteil Okmeydani. Sie wurden dort begrüßt, woraufhin Kurt und Bolek die Bedingungen beschrieben, unter denen ihr Widerstand stattfand, und betonten, dass sie den Hungerstreik fortsetzen würden.
Quelle: Gercek Nachrichtenagentur / gercekhaberajansi.org

Aktionen und Mahnwachen "Endlich Gerechtigkeit für Bhopal!"

[ethecon ExpressInfo]
35 Jahre Barbarei in Bhopal!
Endlich Gerechtigkeit!
Aufruf zu Soli-Aktionen.
Werdet in den nächsten Tagen in ganz Deutschland aktiv.
Mit Mahnwachen und Demonstrationen.
Hier zwei bereits feststehende Termine:
Mahnwache
02.12.2019, 18 Uhr
US-Generalkonsulat
Willi-Becker-Allee
Düsseldorf
Mahnwache
02.12.2019, 19 Uhr
US Generalkonsulat
Brandenburger Tor
Pariser Platz
Berlin
Guten Tag,
am bevorstehenden 35. Jahrestag der weltgrößten Chemie-Katastrophe von Bhopal rufen Überlebende und Umwelt-Gruppen zu Solidaritäts-Aktionen auf. Der Umgang mit den Opfern und den Folgen des Chemie-GAUs ist pure kapitalistische Barbarei.
Und natürlich erbitten wir auch finanzielle Unterstützung – unter dem Spendenstichwort „Endlich Gerechtigkeit für Bhopal!“ an:
EthikBank
IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
BIC GENO DEF1 ETK
Mit solidarischen Grüßen
Niklas Hoves
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomiewww.ethecon.org / info@ethecon.org

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In der Nacht vom 2. auf den 3. Dezember 1984 traten im indischen Bhopal aus einer Fabrik des Pestizid-Herstellers UNION CARBIDE etwa 27 Tonnen giftiger Chemikalien aus. Die Katastrophe forderte innerhalb weniger Tage Tausende Menschenleben. Hunderttausende wurden vergiftet. Noch heute sterben täglich Menschen an den Folgen der Katastrophe.
Eine halbe Millionen Überlebende leiden auch heute unter einem großen Krebs-Risiko, einer siebenmal höheren Rate von Fehlbildungen und anderen schweren gesundheitlichen Einschränkungen.
UNION CARBIDE gehört zu DOW DUPONT. Der US-amerikanische Chemie-Konzern verweigert seit Anbeginn 1984 den Überlebenden und ihren Familien angemessene Entschädigungen.
Und schlimmer noch: DOW DUPONT weigert sich bis heute, das zerstörte Firmengelände, die weithin vergifteten Böden sowie die verseuchten Grund- und Oberflächengewässer zu dekontaminieren. So vergiften sich noch heute täglich neu Menschen in Bhopal.
Die Verantwortlichen bei DOW DUPONT entziehen sich gar den indischen Gerichten. Übrigens mit Hilfe der US-amerikanischen Regierung.
Für diese Barbarei im Namen der Konzern-Profite wurden die Großaktionäre und Vorstände des Mutterkonzerns DOW DUPONT (ehemals DOW CHEMICAL) 2015 mit dem ethecon Schmähpreis, dem Black Planet Award, an den internationalen Pranger gestellt.
Eine der Aktivist*innen der ersten Stunde, Rachna Dhingra, die unter anderem die Sambhavna Trust Klinik in Bhopal mit aufbaute und dort seit Jahrzehnten ohne Rücksicht auf ihr eigenes Leben tätig ist, wurde vor wenigen Tagen erst, am 23. November 2019, in Berlin mit dem Internationalen ethecon Blue Planet Award 2019 geehrt.
In diesem Jahr jährt sich die Katastrophe in Bhopal zum 35. Mal, die Barbarei dauert an. Weltweit werden am 2. und 3. Dezember Menschen auf die Straße gehen und „Gerechtigkeit für Bhopal“ fordern. Die Opfer müssen endlich entschädigt werden, die Böden und Gewässer müssen endlich entseucht werden, die Verantwortlichen müssen endlich bestraft werden!
ethecon Stiftung Ethik & Ökonomie unterstützt diese weltweiten Aktionen und die Forderungen ausdrücklich. Zugleich ruft die Stiftung gemeinsam mit der Organisation Bhopal Medical Appeal, der International Campaign Justice in Bhopal, mit der ethecon Blue Planet Preisträgerin Rachna Dhingra und weiteren Akteur*innen wie etwa amnesty International zu verschiedenen Mahnwachen in Deutschland auf, insbesondere zu einer Mahnwache in Berlin und in Düsseldorf:
02.12.2019, 18 Uhr
US-Generalkonsulat
Willi-Becker-Allee
Düsseldorf
02.12.2019, 19 Uhr
US Generalkonsulat
Brandenburger Tor
Pariser Platz
Berlin

Mehr Informationen:

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Es gibt in Deutschland circa 20.000 Stiftungen, international mehrere Hunderttausend. Zumeist sind es Konzern-, Familien-, Kirchen-, Partei- und Staatsstiftungen, denen es in erster Linie um Macht und Geld geht, etwa den Erhalt großer Familienvermögen beziehungsweise die Sicherung der gegebenen politischen Verhältnisse. Es gibt auch Förderstiftungen für alle möglichen Zwecke und sehr viele karitative Stiftungen, die sich um eine Vielzahl von Umweltschutz-, Gesundheits- und ähnliche Problemen kümmern.
ethecon - Stiftung Ethik & Ökonomie ist eine der wenigen Stiftungen, die sich system-, konzern- und globalisierungskritisch für einen grundlegenden Wandel der Verhältnisse engagiert. ethecon ist eine Stiftung von unten, die sich vor allem in der Verantwortung gegenüber den kommenden Generationen sieht. "ethecon" ist die Zusammensetzung der englischen Begriffe "ethics" (Ethik) und "economy" (Ökonomie).
Getragen wird die Stiftung von mehr als hundert kleineren und kleinen Zustiftungen sowie von Spenden und Förderbeiträgen. Weitere Zustiftungen, Spenden und Fördermitgliedschaften sind willkommen.
SpendenkontoEthikBank
IBAN DE58 8309 4495 0003 0455 36
BIC GENO DEF1 ETK
Online spenden (einmalig):
via eMail / via Online-Formular
via PayPal (Button oben rechts auf unserer Internetseite)
Fördermitglied werden (ab jährlich 60 Euro):via eMail / via Online-Formular
Zustiften (ab einmalig 5.000 Euro):via eMail / via Online-Formular
Zustiftung ansparen (ab monatlich 20 Euro):
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 ethecon
 Stiftung Ethik & Ökonomie
 Axel Köhler-Schnura (Vorstand)
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 40231 Düsseldorf
 Telefon +49 (0) 211 22 95 09 21
 Telefax +49 (0) 211 22 95 09 29
Vorstand
Sibylle Arians / Solingen
 Axel Köhler-Schnura / Düsseldorf
 Gudrun Rehmann / Detmold
Kuratorium
 Beutler, Angela / Hamburg
 Fuhs, Andreas / Berlin
 Hincha, Brigitte / Hennef
 Jan Leddin / Wilhelmshaven
 Schnura, Christiane / Düsseldorf
 Teuber, Wolfgang / Lübeck
Dies ist eine standardisierte eMail.
Wir bitten Doppel-Lieferungen zu entschuldigen.
ethecon geht verantwortungsbewusst mit allen uns vorliegenden Daten um.
Unsere Datenschutzregelungen von ethecon finden sich
hier.
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Open Petition - VVN - BdA muss gemeinnützig blieben

Liebe Freundinnen, liebe Freunde,

bitte beteiligt euch an der Petition "Die VVN-BdA muss gemeinnützig
bleiben!"
www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben-deutschland
<https://www.openpetition.de/petition/online/die-vvn-bda-muss-gemeinnuetzig-bleiben-deutschland>

Buch-Aktion, Adventskalender, Jimmy Schulz, Neues aus Brüssel …

Adventszeit ist Digitale-Selbstverteidigungs-Zeit! Wir haben für Dich und alle anderen im Netz die Türen unseres Adventskalenders frisch befüllt. Täglich gibt es ab jetzt praktische Tipps, inhaltliches Rüstzeug und Überraschungen für den vernetzten Alltag.
Wir sind gespannt, wie Dir unser Adventskalender gefällt und können auch unsere Buch-Aktion im ersten Beitrag dieses Newsletters wärmstens empfehlen!

Mit vorweihnachtlichen Grüßen aus Bielefeld
Rena Tangens, Jessica Wawrzyniak, padeluun
und das ganze Team von Digitalcourage


Inhalt
 
1.   Buch-Aktion: Snowden, GRM und Digitale Ethik
2.   Adventskalender zur digitalen Selbstverteidigung
3.   Unterrichtshilfe zum Buch „#Kids #digital #genial“
4.   Wir trauern um Jimmy Schulz
5.   Neues aus Brüssel: eEvidence, ePrivacy …
6.   Termine

1.  Buch-Aktion: Snowden, GRM und Digitale Ethik


Unsere Fördermitglieder sind unser Fundament. Aktuell sorgen 2.474 Fördermitglieder dafür, dass wir unabhängig für Freiheit in der digitalen Welt arbeiten können. Wer jetzt Mitglied wird, stärkt nicht nur unsere finanzielle Basis, sondern gibt unserer Stimme auch mehr Gewicht in den kommenden Auseinandersetzungen. Bis Ende des Jahres brauchen wir 250 neue Fördermitglieder.
Für alle, die jetzt Digitalcourage-Mitglied werden, haben wir eine Bücher-Aktion gestartet:
Alle neuen Fördermitglieder bekommen eins von drei Büchern als Willkommensgeschenk!
Jetzt mitmachen:
Mitgliederformular ausfüllen und im Formular unter: „Sonderaktion bis zum 31.12.2019: Geschenk für Neumitglieder“ eine der Optionen auswählen:
https://digitalcourage.de/mitglied
Tipp: Gern unsere Buch-Aktion an Bekannte und Freund.innen weitergeben!
https://digitalcourage.de/blog/2019/buch-aktion-snowden-grm-digitale-ethik

2.  Adventskalender zur digitalen Selbstverteidigung

In der Weihnachtszeit verpacken wir Tipps zur digitalen Selbstverteidigung in 24 Kalendertürchen. Jeden Tag werden wir ein Türchen in unserem Adventskalender öffnen und einen Technik-Tipp, eine Geschenkidee, eine spannende Kurzlektüre oder eine andere Überraschung enthüllen:
https://digitalcourage.de/adventskalender
Die Türchen und andere Infos von uns können auch abonniert werden: auf Twitter oder besser im Fediverse oder per RSS.

3.  Unterrichtshilfe zum Buch #Kids #digital #genial

Wir machen das Unterrichten zum Thema Datenschutz leichter: Ab sofort stellen wir eine Unterrichtshilfe zum Buch „#Kids #digital #genial – Das Lexikon von App bis .zip“ als PDF zur Verfügung. Mit dieser Hilfe können die 137 Lexikon-Einträge zu verschiedenen Themenbausteinen kombiniert und somit individuell in verschiedenen Unterrichtsfächern eingesetzt werden.
Das Dokument steht kostenfrei in unserem Online-Shop zum Download zur Verfügung:
https://shop.digitalcourage.de/kategorie/buecherbroschueren/unterrichtshilfe-kids-digital-genial-kostenlos-und-gratis.html.
Über Spenden freuen wir uns natürlich!
Wird das Buch an der Schule Deines Kindes noch nicht eingesetzt? Dann bring gern ein Exemplar und ein paar Flyer im Lehrerzimmer vorbei.
Weitere Infos zum Einsatz des Lexikons im Unterricht auf #Kids #digital #genial:
https://kidsdigitalgenial.de/unterricht

4.  Wir trauern um Jimmy Schulz

Jimmy Schulz war 2009 bis 2013 und dann wieder seit 2017 Abgeordneter des Bundestages. Innerhalb und außerhalb seines Mandats war er stets ein engagierter Streiter für Freiheit, Bürgerrechte und Datenschutz.
Am 25. November 2019 ist Jimmy nach langer schwerer Krankheit im Alter von 51 Jahren verstorben. Mit ihm verlieren wir nicht nur einen fachkundigen Politiker und Weggefährten beim Kampf gegen Überwachungsgesetze, sondern auch einen guten Freund. Bis zu seinem Tod hat er noch gearbeitet, hat sich für „digitale Mündigkeit“ eingesetzt und war Vorsitzender des Bundestagsausschusses „Digitale Agenda“.

5.  Neues aus Brüssel: eEvidence, ePrivacy …

Die Europäische Union hat eine neue Kommission. Das EU-Parlament hat Ursula von der Leyen als neue Präsidentin und Margrethe Vestager als Wettbewerbskommissarin, die zugleich für Digitales zuständig ist, bestätigt:
https://www.deutschlandfunk.de/europaeisches-parlament-eu-kommission-bestaetigt.1939.de.html?drn:news_id=1074327
Rede von Ursula von der Leyen im Parlament vor der Wahl zur Bestätigung der EU-Kommission vom 27.11.2019 (PDF):
https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/president-elect-speech-original_en.pdf
Die ePrivacy-Verhandlung stagniert: Die EU-Mitgliedsländer konnten sich nicht auf eine Position zu ePrivacy einigen. Einigen Ländern enthielt die von Finnland vorgeschlagene Position zuviel Datenschutz, anderen zuviel Tracking und Überwachung. Deutschland hat gegen den Vorschlag gestimmt. Einerseits ist damit vorerst die Gefahr von Hintertüren für Tracking und Vorratsdatenspeicherung vom Tisch, andererseits bleibt aber auch eine dringend nötige Verbesserung des Datenschutzes bei der elektronischen Kommunikation der Bürger.innen ohne neue ePrivacy-Verordnung aus.
https://www.golem.de/news/e-privacy-verordnung-die-grosse-ratlosigkeit-beim-nutzertracking-1911-145213.html
Ist der Vorschlag für eine eEvidence-Verordnung rettbar? Im November haben wir gemeinsam mit anderen Organisationen einen warnenden Offenen Brief gegen die eEvidence-Verordnung unterzeichnet. Denn der eEvidence-Vorschlag der Kommission würde den Strafverfolgungsbehörden der EU-Länder ermöglichen, grenzüberschreitend auf personenbezogenen Daten zuzugreifen, ohne angemessene gerichtliche Beurteilung. Das EU-Parlament verhandelt aktuell über einen Vorschlag der deutschen Europaabgeordneten Birgit Sippel.
Offener Brief an die deutschen Abgeordneten des EU-Parlaments:
Kein grenzüberschreitender Direktzugriff auf persönliche Daten
https://digitalcourage.de/blog/2019/offener-brief-gegen-eevidence-verordnung

6.  Termine

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Marktstraße 18
33602 Bielefeld
Deutschland
Tel: +49 521 1639 1639
Fax: +49 521 61172
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Freitag, 29. November 2019

Industriepark Oberelbe: Brauchen wir einen Industriepark am Feistenberg?



Die Städte Pirna, Heidenau und Dohna gedenken, am Feistenberg entlang des Autobahnzubringers B172a auf einer Fläche von 150 Hektar den "Industriepark Oberelbe" zu errichten.
Was spricht für den Industriepark Oberelbe?
  1. Ohne neue Jobs überaltert die Region
  2. Die Wirtschaftsstruktur ist nicht ausgewogen 
  3. Das Lohnniveau muss angehoben werden 
  4. Die Kommunen brauchen mehr Steuereinnahmen 
  5. Handel ist auf Kaufkraft angewiesen 
Im verlinkten Artikel der Sächsischen Zeitung wird ausführlich zu den oben genannten Punkten beschrieben, welche Gründe für den Bau des Industrieparks Oberelbe sprechen.
Was spricht gegen den Industriepark Oberelbe?
  1. Das Landschaftsgebiet ist schon durch den Bau der A17 und der B172a stark betroffen und würde mit dem Bau des Industrieparks nachhaltig vollkommen verändert und somit versiegelt werden.
  2. Mensch und Tier sollen einen riesigen Industriepark billigen und versuchen sich damit zu arrangieren. Schon jetzt gibt es durch den abgeschlossenen Bau der A17 und der B172a keine ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten für Tiere vieler Arten. Die Trassen bilden Barrieren und zerschneiden die Landschaft. An den Rändern der Autobahn wurden bescheidene Buschreihen an Hängen gepflanzt. Leider sind diese auch umzäunt. Tiere durchbrechen die Barrieren. Dies zeigt, wie sehr die Tiere unter dem Mangel eines Rückzugsgebietes leiden. Das betreffende Gebiet wird bis zum Bau des IPO von konventioneller Landwirtschaft genutzt. Eine weitere Zersiedlung der Landschaft wird keine Verbesserung des Lebens der Menschen und erst recht kein Überleben der Artenvielfalt von Tieren und Pflanzen darstellen.
  3. Zudem ist ein Lärmschutz an der A17 im Bereich Großsedlitz quasi nicht vorhanden. Seit Jahren sind die Anwohner, besonders in der Nacht, vom Lärm der Autobahn beeinträchtigt. Die Lebensqualität ist gesunken. Mit dem Bau des IPO wird der Lärm zunehmen und Luftqualität weiter verschlechtert.
  4. Ein erhöhtes Verkehrsaufkommen und der damit verbundene Lärm und die Luftverschmutzung wird steigen.
  5. Das Gebiet, das für den Bau des Industrieparks vorgesehen ist, liegt in einer Frischluftschneise, die weite Teile Pirnas mit Kalt- bzw. Frischluft versorgt. Mit dem Bau des IPO würde dies nachhaltig gestört werden.
  6. Versiegelung von 150 Hektar Fläche.
  7. Es besteht weder bezahlbarer Wohnraum, noch die verfügbare Fläche um bezahlbaren Wohnraum für die zusätzlichen Einwohner zu schaffen.
  8. Der öffentliche Nahverkehr bietet zum jetzigen Zeitpunkt keine Pendelmöglichkeit für Beschäftigte des IPO.
  9. Ein Industriepark neben dem Barockgarten Großsedlitz?
Meiner Meinung nach ist das Projekt IPO keine Chance für die Region, es bedeutet nur den weiteren Werteverlust für die hier lebende Bevölkerung.  Niemand kann sich sicher sein, dass die risikoreiche Verwendung von mehr als 100(!) Millionen Euro Steuergelder zum Erfolg führen wird. Zudem treffen einige wenige Politiker und deren Stadträte riskante, irreversible Entscheidungen ohne die Meinung und Zustimmung der Bevölkerung einzuholen. Diese wird erst informiert, wenn „Tatsachen“  geschaffen wurden. Als bestes Beispiel ist der Vorentwurf des FNP der Stadt Heidenau zu nennen.
Was können wir tun?
Der beste Weg ist ein Dialog zwischen den Verantwortlichen des Projektes und den Bürgern der Region. Im Rahmen dieses Dialoges sollen die Vorteile und Nachteile erörtert und gemeinsam diskutiert werden. Wir, die Bürger der Region, sollten dann gemeinsam mit den Verantwortlichen Entscheidungen über das Schicksal des Projektes treffen und dies noch bevor größere Summen an Steuergeldern für das Projekt gebunden werden.
Welche Alternativen wären denkbar?
  1. Teile des Gebietes sollten renaturiert werden , d.h. einen Teil aufforsten und Gewässer anlegen, also eine Basis für die hier lebenden Tiere schaffen.
  2. Umbau der vorhandenen konventionellen Landwirtschaft in eine ökologische Landwirtschaft. Den Landwirten, die den Schritt in die richtige Richtung sollte eine anfängliche Unterstützung in Form Finanzierungsmöglichkeiten angeboten werden. Landwirtschaft ohne Gift funktioniert gibt es bereits und sie funktioniert. Wir können der Natur ein Stück zurückgeben. Wir sollten es sogar.
  3. Einige Streuobstwiesen anlegen, die ebenfalls zur Erhaltung der Artenvielfalt beitragen und den Menschen in der Region mit frischem Obst versorgt.
  4. "Kleinere" Gebiete zur Erschließung von Gewerbe und Industrie ausweisen, mit der  Vorgabe ein "Ausgleich" für ihre umweltbelastenden Verfahren zu schaffen. Stets umschlossen von großzügig angelegten Mischwald.
  5. Bereits bestehende Straßen ausbauen, d.h. umweltbewusste Gestaltung von Fahrtwegen und Schaffung von (Unter-)Querungsmöglichkeiten für die in der Region lebenden Tiere.
Wird es nicht Zeit, dass Sie wir und vor allem Sie, liebe Verantwortlichen des Projektes, aus Fehlern lernen und die Zukunft gemeinsam gestalten? Viele Bürger und Bürgerinnen dieser Region haben Ideen und möchten sich mit diesen einbringen. Wir, die Bürger, wollen respektiert werden. Wenn niemand mit uns kommuniziert, wie sollen wir eventuelle Vorteile des Projektes verstehen?
Gern stehe ich für Rückfragen zur Verfügung und stelle Kartenmaterial bereit. Wenn jemand Ideen, Anregungen oder Kritik mitteilen möchte, so bitte ich darum einen Kommentar zur Petition zu verfassen.
Informationsquellen:
Ein satirischer Kommentar zum Industriepark Oberelbe.
Im geplanten IPO der Kommunen Pirna, Dohna und Heidenau dürfen Industrieanla-gen gemäß der 4.Bundesimmissionschutzverordnung (4.BIDSchV, Anlage 1) gemäß der § 19 (mit Öffentlichkeitsbeteiligung) und § 10 (ohne Öffentlichkeitsbeteiligung) angesiedelt werden. Ein Ausschluss spezieller Industrieanlagen erfolgte durch die IPO-Planer bisher nicht. Unter die genehmigungsfähigen Anlagen fallen neben Müll-verbrennung, Tierkörperverwertung, Kraftwerke und Chemieanlagen jeder Art, La-gerung gefährlicher Stoffe auch industrielle Tiermastanlagen, so z.B. für mehr als 40.000 Stück Mastgeflügel oder auch mehr als 2000 Mastschweine. Es ist bekannt, dass der IPO zum großen Teil in einem für Pirna wichtigen Kaltluftentstehungsgebiet errichtet werden soll, dessen Luft sich selbst bei Windstille in die Talregion von Pir-nas Stadtzentrum bewegt. Nun könnte man meinen, es sei Geschmacksache, ob den Pirnaern die zu erwartende „würzige Landluft“ industrieller Tiermastanlagen zusagt oder nicht. (Die Einwohner von Krebs wissen schon lange, wovon hier die Rede ist.) Nein, hier handelt es sich um handfeste gesundheitsgefährdende Szenarien: Das aus Mastställen entweichende gasförmige Ammoniak (NH3) ist insgesamt für 45% an der Feinstaubbildung beteiligt, so dass in Gebieten solcher ländlicher Emissionen die Feinstaubbelastung ähnlich hoch ist wie im Zentrum von Großstädten (s. z.B. ARD, Monitor vom 17.1.19) Hinzu kommt die Feinstaubbelastung durch den Autobahnzu-bringer und der Südumfahrung. Dieser Schadstoffmix würde also ständig aus westli-cher Richtung über die Wohngebiete am Feistenberg und am Postweg in die Pirnaer Tallage hinab wabern. Bundesweit verursacht dies statistisch 50.000 vorzeitige To-desfälle pro Jahr, besonders bei ohnehin Lungen- und Herzkreislauf belasteten Ein-wohnern, die Erkrankungen als solche nicht mit gerechnet. Und in Pirna?

Bündnis 90/Die Grünen Pirna