Was ist Leistung? Teil einer Leistungsgesellschaft sein – was bedeutet das eigentlich?
“Leistung,
Leistung, Leistung! Wir alle sollen Leistung zeigen, mehr leisten und
am besten noch schneller leisten! (…) Erst wenn wir zu denen gehören,
die leisten, haben wir uns unseren Platz in der Gesellschaft auch
verdient. Erst wenn wir zu den Fleißigen gehören, sollen wir entlastet
werden und nicht die Dummen sein. Erst dann steht uns die Neue
Gerechtigkeit zu. (…) Die Leistungsgesellschaft ist die
Modellvorstellung einer Gesellschaft, in der die Verteilung von Macht,
Geld und Anerkennung anhand dessen erfolgt, was geleistet wird.
Lebenschancen sollen demnach an Leistung gebunden werden, und das soll
gerecht sein. Dieser Annahme wird zugrunde gelegt, dass wir alle, wenn
wir brav, strebsam und eifrig durch unsere harte Arbeit und hohes
Engagement ordentlich schuften, zu den LeistungsträgerInnen gehören
werden. Diejenigen, die uns das predigen, sind der Überzeugung, sie
dürfen das, weil sie ihre Position als selbsternannte Leistungsträger
dazu berechtigt und sie angeblich wissen, wovon sie sprechen. (…) Es ist
nicht Leistung, die honoriert wird und zählt, es ist wirtschaftlicher
Erfolg. Es ist auch nicht unsere Leistung, die maßgeblich dafür
verantwortlich ist, ob wir Karriere machen, reich oder populär werden.
Es ist vor allem Glück, das darüber entscheidet, in welches Elternhaus
und in welchem Teil der Welt wir geboren werden…” Kolumne von Veronika Bohrn Mena vom 7. Januar 2020 bei Arbeit & Wirtschaft, dem Blog des ÖGB
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=162550
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